Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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dappe

dappe,
s. tappe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 750, Z. 22.

tapp, tappe, m.

tapp, tappe, m.
1)
klappender schlag, klaps:
mit sünden gib im einen tapp,
das er vorzweifel.
Brisnicer christl. rittersch. (1533) E 6ᵇ;
westerw. er hat seinen tappe, seine tracht schläge, seinen rest. Schmidt 251; kärnt. tappen kriegen, schläge bekommen Lexer 52, wo sloven. tépem schlagen (Jarnik 105ᵃ) verglichen ist.
2)
fusztritt, spur eines thier- oder menschenfuszes Weber öcon. lex. 583ᵇ. Schmidt a. a. o.
3)
langsam tappender gang: ein einziger tapp im dunkeln ist oft mehr werth als ein spaziergang am schönsten sonnentag. Göthe br. 66 (2, 24) Weim.
4)
täppischer, ungeschickter mensch, bair. tapp und tepp Schm.² 1, 612 f., vgl. taps, diltapp:
du geigenklosz, du app und tapp.
fastn. sp. 259, 10;
junge pueben, torichte leut, tapen. östr. weisth. 6, 493, 21 (vom j. 1608); kärnt. der tappe, fem. die tappe und tappin Lexer 52.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1890), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 139, Z. 9.

tappe, m., f.

tappe, m. f.,
früher auch dappe, dape, tape, taape (Stumpf 607ᵇ. 609ᵇ), dôpe (S. Brant 70, 21), entsprechend dem mhd. tâpe, dessen ursprung und vorgeschichte dunkel ist. das geschlecht ist, weil das wort meist im plural vorkommt, nicht immer ersichtlich, doch sind beide geschlechter in den folgenden belegen nachgewiesen, vgl. tapfe.
1)
breiter weicher thierfusz, pfote, tatze, verächtlich auch von menschlichen händen und füszen gebraucht:
er hete ûf sînen helm gemaht
nâch sînes schiltes wâpen
die schenkel mit den tâpen
eins löuwen.
Konrad troj. krieg 33100;
im wurden sîne beine
tâpen niht ze kleine.
A. v. Halberstadt 1, 444;
vil stellen ietz nach edeln woppen,
wie sie fuͤren vil löwen doppen,
ein kroͤnten helm und guldin feld.
S. Brant 76, 44;
der ber der was erzürnet gar ..
mit sîner tappen schluͦg er drin.
Liliencron volksl. 207, 50 (vom j. 1499);
und alles was auf tappen gehet, unter den thieren die auf vier füszen gehen, soll euch unrein sein. 3 Mos. 11, 27, vgl. zeitschr. für deutsche philol. 22, 335; ein katz hat einen glatten balg und dappen. Murner Karsthans 164, 17; het ein katz lang scharf negel under linden dappen verborgen. 164, 33;
(des bären wunden) waren tödtlich und tieff,
darein selbs mit sein tappen grieff.
H. Sachs 9, 235, 20;
die (zunge) ich doch lieber netz als ein katz die tapen. Fischart Garg. 90ᵇ; da die schmutzigkolbige buben ... mit beiden tapen inn der bratpfann ligen. 81ᵃ; die hund .. sollen grosze tapen und krumme nägel haben. Sebiz feldbau 146; das merkalb hat grosze dappen und füsz. Forer Gesners fischbuch 162ᵃ; (der affe) die vordern tapen an statt der arm und henden braucht. thierbuch 1ᵇ. 2ᵃ; der hasen tapen werden gebraucht an statt der bäsen, den staub und unraht damit auszukehren. 70ᵇ; ersahe er den affen, wie er das kind mit seinen tappen huͦb. buch der l. 4ᵃ; schluge ihm (dem bären) mit seinem schwerdt eine tappen herab von seinem leibe. 283ᶜ; darumb stond sie (die bären) etwan aufrecht auf ire fuͤsz und beschirmen ihr haupt den merern theil mit den tappen. Esop (1611) 166ᵃ; (der löwe) seine scharffe klauen .. in seine tapen einzeucht. eselk. 124; (der löwe soll) den quittenapfel in dem linken fordern tapen halten. anm. weish. lustg. 322; den Urnern sein zur aufjagung eines bären 300 mann zu hülf gezogen, welche zum zeichen .. zwei tappen, ein vordern und hindern zurückgebracht. Scheuchzer 2, 188; wann eine frau ihre katze nicht verlieren will, die schmiere ihr die tapen drei abend mit butter. Philander (1650) 1, 482;
(die bären, wölf und hunde) rissen seine seit behende,
schlugen zähn und tappen ein.
Spee trutzn. 199 B.;
der elephant .. den cörper mit den ungeheuren tappen zertrat. Zigler Banise 316, 17; auch von pferdhufen:
hier klappen die tappen der rappen.
J. Franke ird. Helicon 54.
vom bären glaubte man, dasz er während seines (vermeintlichen) winterschlafes an den tatzen sauge (s. Brehm 1, 584): das aber ein sonderer und von natur wunderbare art an ihm (dem bären) ist .., ist eben das dappen saugen, schlafen und lang verborgen liegen. Forer Gesners thierbuch 16ᵃ; gleich wie der bär, der aus seim verwundten tapen im zur winternarung plut sauget, das er faist würd. Fischart pod. trostb. (1577) 96ᵇ; der bär saugte an den tapen. eselk. 178;
der himmel möge ihm (dem bären) nicht taugen,
da er nur muͤst die tapen saugen.
ganskönig D 8ᵇ.
übertragen auf einen (faulen) menschen:
und wer im summer nüt wil duͦn
dann schloffen allzyt in der sunnen,
der muͦsz han guͦt, das vor ist gewunnen,
oder muͦsz durch den winter sich
behelfen ettwan schlähteklich
und an den dopen sugen hert
bisz er des hungers sich erwert.
S. Brant 70, 21;
nun sitz, sug dapen wie ein bär.
trag. Joh. K 3;
hat man nichts so sauget man die tapen. Fischart Garg. 75ᵇ. neuere schriftsteller gebrauchen das wort selten:
(der affe) hub bald ein tappen auf und bald den andern
und streichelt mit (damit) des kinds gesicht.
Tieck 1, 117.
botanisch s. v. a. wolfstappe Graszmann pflanzennamen nr. 552.
2)
der eindruck von tappen, fuszspur, fusztritt Albrecht Leipziger mundart 221ᵃ, vgl. tapfe 2, fusztapfe.
3)
die tappe und der tappen, groszer hausschuh, socke. Vilmar 509. Spiesz 251.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1890), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 139, Z. 33.

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Zitationshilfe
„dappe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dappe>, abgerufen am 26.10.2021.

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