Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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dar, räumliches adv.

dar räumliches adv
ahd. thara dara (Graff 5, 59), mhd. dare dar (Ben. 1, 307), altsächs. thar, engl. there. die partikel als ein verkürztes daher zu betrachten, wie noch Adelung geneigt scheint, ist unstatthaft. man musz sie unterscheiden von dem ahd. dâr, mhd.ibi, was noch in einigen fällen (vergl dâ 17) als dar sich zeigt. die bedeutung ist eo, huc, auf die frage wohin. sie zeigt sich in den zusammengeschobenen adv. daran, darauf, darein, darüber, während in danach, dawider, dazu das r abgefallen ist.
1.
meist steht sie bei zeitwörtern die eine bewegung ausdrücken, wiewol man jetzt lieber sagt hin, dahin, dorthin.
got helf uns mit einander dar
Fastnachtsp. 678, 5.
ritten die beden kempfer dar,
ein jeder auf seim pferd fürwar
Theuerdank c. 77.
er zog frölich an den sturm dar
c. 78.
da fügt er sich zum helden dar
c. 80.
liefen sie zu den püchsen dar
c. 80.
Neidelhart randt zum helden dar
c. 90.
das ist alles umbsunst und verloren, man muͦsz dar (darzu) thuͦn Keisersb. Sünden des munds 81ᵃ. bei Fleming bezeichnet dar sein das abwelken,
da sind die tulpen dar sie sind dahin, haben abgeblüht.
Poet. wälder 3.
bei einigen zeitwörtern ist es noch im gebrauch, wie bei darbringen, darbieten, darreichen, darstellen, die hernach angeführt werden. bis ins 16te und 17te jahrhundert war dieser gebrauch viel ausgedehnter: man findet bei Luther, im Theuerdank, bei Maaler und Henisch dargeben dargehen darhalten darkommen darlaufen darjagen darkriechen darsetzen darstrecken darrühren darsagen darspreiten darzählen und andere. Göthe sagt noch darwerfen.
2.
elliptisch, wobei gehen, losgehen verstanden wird. und mit dem auf in dar, und trieben ein weil in der kammer umb Frank Weltb. 190.
dasselbige ein bischof war,
derselbige wolt gen Worms dar;
alda solt werden ein reichstag
H. Sachs 2. 4, 60ᵃ.
doch wollte mein vater schon früh genug mit der ruthe auf mich dar Der arme mann in Toggenburg 9. dasz er vor wuth von der kette reiszt und auf mich dar Schiller 107.
3.
der mhd. ausruf nû dar! wolan! wolauf! (Benecke 1, 307ᵃ), der zur thätigkeit ermuntert, zeigt sich noch im 15ten jahrh. nû dar! ich bin hundert mâl ofter und tiefer gefallen Theologia deutsch 5. nû dar! got wil das geubet und gewurket han 60.
nu dar! herr wirt, es hat sein zil,
wir muszen pauen noch manges felt.
Fastnachtsp. 251, 11.
nu dar! ich wils noch pas beschneiden
387, 15.
nu dar! ich wil dir nit mer fluchen
531, 32.
nu dar! ir herrn, ir sitzt leicht lenger;
wir muszen davon
546, 11.
nu dar! du teufelischer man,
wie lang meinstu gewalt hie han?
596, 33
nu dar! ir feigen hunt,
ir müszet iezund an der stunt
vor unsern henden ligen tot
597, 10.
nu dar! ir keiser lobesan,
ir schült in diesen sachen
euch wol zu mir machen
598, 28.
nu dar! ir fürsten lobesan,
welchen belangt nach der kron,
dem sol man sie aufsetzen schier
655, 34.
nu dar! sun, worauf wiltu dich geben?
689, 6.
nu dar! mein sun gar wol gethan,
was wilt du greifen an?
690, 2.
häufig in Wittenweilers Ring,
nu dar! daz sei des tages guot
19ᶜ, 15.
nu dar! daz sei derlitten
20ᵇ, 11.
nu dar! so hat seu Bertschi lieb
22ᵃ, 48.
er sprach 'nu dar! vernempt mich eben'
22ᵇ, 21.
nu dar! so hast ein tochter da
22ᶜ, 44.
nu dar! daz fügt uns allen wol
44ᵃ, 42.
nu dar! daz habt ir alles nicht
45ᵃ, 43.
nu dar! vil lieben herren guot
45ᵈ, 10.
nu dar! fro Hächel tuot so wol
52ᵃ, 8.
4.
Im gegensatz,
die schenk die trag ich hin und her und dar.
Fastnachtsp. 278, 13.
wir gen also her und dar
621, 10.
hin und dar
Ring 45ᵇ, 8.
Neidelhart gedacht her und dar
Theuerd. 95, 10.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 750, Z. 35.

dar, tar

dar, tar
1ste und 3te pers. präs. s. von türren dürfen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 750, Z. 34.

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