der, die, das
Fundstelle: Lfg. 4,5 (1856,1857), Bd. II (1860), Sp. 954, Z. 48
I.
demonstrativum. singl. masc. der, des, dem, den. fem. die, der, der, die. neutr. das, des, dem, das. pl. comm. die, der, den, die is ea id. goth. demonstr. masc. sa, þis, þamma, þana: pl. þái, þizê, þáim, þans. fem. sô, þizôs, þizái, þô: pl. þôs, þizô, þaim, þôs. neutr. þata, þis, þamma, þata: pl. þô, þizê, þaim, þô. das relativum wird durch das suffix ei gebildet, saei, sôei þatei u. s. w. Gramm. 3, 15. ahd. masc. der, des, demu, den: pl. diê, derô, dêm, diê. fem. diu, derâ, deru, dia: pl. diô, derô, dêm, diô. neutr. daz, des, demu, daz: pl. diu, derô, dêm, diu. mhd. masc. der, des, dem, den: pl. die, der, den, die. fem. diu, der, der, die: pl. die, der, den, die. neutr. daz, des, dem, daz: pl. diu, der, den, diu. alts. masc. thie, thes, themu, thena: pl. thiâ, therô, thêm, thiâ. fem. thiu, thera, theru, thia: pl. thiâ, therô, thêm, thiâ. neutr. that, thes, themu, that: pl. thiu, thero, thêm, thiu. altfries. masc. thi, thes, thâ, thene. fem. thiu, there, there, thia. neutr. thet, thes, thâ, thet. pl. aller geschlechter tha, thera, thâ, tha. mittelniederl. masc. die, des, den, den. fem. die, der, der, die. neutr. dat, des, den, dat. pl. aller geschlechter die, der, den, die. neuniederl. masc. die, diens, dien, dien. fem. die, dier, dier, die. neutr. dat, diens, dien, dat. pl. aller geschlechter die, dier, dien, die. angels. masc. se, þäs, þam, þone. fem. seó, þäre, þäre, þa. neutr. þät, þäs, þam, þät. pl. aller geschlechter þa, þara, þâm, þa. engl. that unverändert für alle geschlechter und casus. altn. masc. sâ, þess, þeim, þann: pl. þeir, þeirra, þeim, þâ. fem. sû, þeirrar, þeirri, þâ: pl. þœr, þeirra, þeim, þœr. neutr. þat, þess, þvî, þat: pl. þœ, þeirra, þeim, þœ. schwed. masc. und fem. den, dens, den, den. neutr. det, dets oder dess, det, det. pl. aller geschlechter de, dêras, dem, de. dän. ebenso, nur im gen. pl. dêres.
A.
In verbindung mit einem subst., wo es den ton hat. das wird gedehnt ausgesprochen, Luther führt an das ist mein leib und bemerkt dabei folgendes 'das ist ein pronomen und lautet der buchstab a drinnen stark und lang, als wäre es geschrieben also, dahas, wie ein schwäbisch oder algauwisch daas lautet; und wer es höret, dem ist als stehe ein finger dabei der darauf zeige' 3, 67. dieses dâs ist noch heute in südlichen wie in nördlichen landschaften gebräuchlich, in Frankfurt, in Baiern (Schmeller 1, 401) hört man dês, im Östreichischen dœs.
1.
ohne nachfolgenden satz, der tag war zu dem fest bestimmt. die freude kam unerwartet. dem mann vertraue ich nicht. der sängerin kann man einen kranz reichen. wer kennt die frau? bis auf den tag habe ich gewartet. bis an den baum gelangte er noch. den augenblick habe ich ihn noch gesehen. mit den blonden locken, das kind ist das meinige: das dort. die jahre über war er nicht hier. nun weisz ich doch die stunde (bis auf diese stunde) nicht, wie Sie dieses tagebuch aufgenommen haben Rabener 6, 115.
der eine hat die, der andere andere gaben.
Göthe 40, 260.
es steht wie dieser, diese, dieses, was man insofern lieber gebraucht als es der verwechselung mit dem artikel gleich vorbeugt. besondern nachdruck erhält es bei ausrufungen, doch bleibt dem subst. der hauptton. dér held! dér narr! díe unsinnige! im mhd. wird das persönliche pronomen gesetzt, er stahel! er küene! weitere beispiele in der Grammatik 4, 443. es wird sogar hinter dem subst. wiederholt, der grobian der! die nichtswürdige die! das ungezogene kind das!
der fuchsschwänzer der!
Gotter 3, 171.
der balg der!
Göthe 7, 93.
die neider die! die kränker die! Klinger 4, 124. für solcher, solche, solches. der mann führt das nicht durch. in dem alter unternimmt man keine grosze reise mehr. in den jahren wird der wein nicht feurig. in den zeiten gedeiht nicht kunst und wissenschaft. mit den gründen überzeugt man keinen.
2.
folgt ein darauf sich beziehender satz, so steht es wie derjenige, diejenige, dasjenige, das man jedoch in der verbindung mit substantiven nicht gerne setzt. es wird dann nicht betont, auszer bei gegensätzen, und gleicht dem artikel. das ist der mann, den du suchst. es ist die mutter des kindes, das gestern ertrunken ist. ich habe das geschenk dem kind gegeben, das zuerst zu mir kam. ich achte die männer, die sich entschlossen zeigen. ich lasse von den freunden nicht ab, die sich treu erwiesen haben. und als sie kamen an die stet, die im gott saget, bawet Abraham daselbs einen altar 1 Mos. 22, 9. da schrieb er auf die tafeln, wie die erste schrift war, die zehen wort die der herr zu euch redet aus dem fewr auf dem berge 5 Mos. 10, 4. der stein den die bauleute verworfen haben, der ist zum eckstein worden Marc. 12, 10.
B.
Allein stehend nimmt es substantivische natur an, es tritt aber dann im nhd. in der flexion des gen. sing. und pl. wie des dat. pl. eine veränderung ein, wovon sich in der alten sprache keine spur zeigt. die betonung allein schien nicht mehr zu genügen, man erweiterte die flexion.
gen. sing. dessen, deren, dessen.
gen. pl. aller geschlechter deren und derer.
dat. pl. denen.
ähnlich ist der genitiv wes in wessen erweitert worden. dem gen. pl. hängt Philander v. Sittew. noch ein d an, etliche sind verliebt in ihre weiber, und derend sind am wenigsten zu finden 1, 26. ähnlich in derenthalben, derentwegen, derentwillen. es trat aber eine unterscheidung zwischen deren und derer ein, steht der gen. pl. blosz demonstr. oder blosz relativ, so wird deren gebraucht. es lagen Spanier hier, deren erinnere ich mich sehr wol. sei denen freundlich, deren liebe du genieszest.
rasch war ihm der Abanter geleit.
deren folgt ein geschwader von vierzig dunkelen schiffen
Voss Ilias 2, 545.
der alte fromme herr verständigte mich dasz diese mücken, wenn deren im paradiese gewesen, daselbst nur angenehm gesummet und nicht gestochen Göthe. was entwürfe zu monumenten aller art betrifft, deren habe ich viele gesammelt, und zeige sie gelegentlich 17, 205. was fang ich mit den leuten an, deren seelen so gleich als ihre sackuhren gehen? Schiller 188ᵃ. folgt dagegen auf das demonstr. ein relativer satz, wo es soviel als derjenige heiszt, so sagt man derer. du bist die freude derer, deren sorge du auch bist. urtheile daraus von dem geiste derer, welche uns als abtrünnige betrachten Mosheim. die abschaffung derer gesetze, welche die republik in beziehung auf sie gegeben hat Klopstock 12, 28. 209. die misgunst derer, die das übermasz meines glückes beleidigte Wieland.
doch derer die ich kenn, ersetzt ihn keiner
Rückert.
früherhin machte man diesen unterschied nicht,
der herr, der helfer aller deren (statt derer)
die ihn anrufen, lieben, ehren
Weckherlin 4.
die leuen, derer (statt deren) general ein hirsch ist Butschky Patmos 680. Der gebrauch des gen. sing. fem. ist etwas eingeschränkter, man sagt zwar ich habe damals eine frau gesehen und erinnere mich deren lebhaft, aber folgt ein relativum, so läszt man deren nicht zu. man sagt nicht sie ist die mutter deren, die ihr gestern gesehen habt, weil man es mit dem gen. pl. verwechseln könnte: man sagt derjenigen oder wiederholt das substantiv. dagegen beim masc. kann kein bedenken sein, er ist der sohn dessen, den ihr gestern gesehen habt. So ist die heutige regel, wir müssen untersuchen wann die erweiterte form zuerst sich zeigt und wie sie vordringt, nicht blosz bei dem demonstrativum und relativum, auch bei dem artikel.
a.
in dem 14ten jahrh. ist sie noch unbekannt, der Suchenwirt, der Wolkensteiner, die Theologia deutsch gebrauchen sie nicht. erst in der zweiten hälfte des 15ten taucht sie auf.
das was do niemant anders schuld
dann deren, die da dienten.
Wittenweiler Ring 36ᵃ, 34.
Haym von Greczingen
cham ouch zu denen dingen
51ᵈ, 39.
des cham zu denen stunden
einer mit dem messer sein
53ᶜ, 30.
dessen gebraucht Wittenweiler nicht, sondern immer des. auch bei Keisersberg ist des die regel, zuweilen dessen. und solt warnemen dessen, dem du das sagst Sünden des munds 27ᵇ. sie achten dessen alles nüt 29ᵃ. und rümen sich dessen 37. sogar desses, das geschicht in drei weg, des beichtvaters halb, desses, der da beichtet und disses halb, der es sunst höret 71ᵇ. umgekehrt gilt bei ihm deren gen. f. und pl. als regel und kommt auf jeder seite vor, der ist selten, nur davon einige beispiele, aber die geistlichen blattern, der fünf und zwenzig sein 3ᵇ. so die reben blüend, der seind vil in dissen landen 45ᵃ. ebenso verhält es sich mit denen, z. b. das thuͦt er (der arzt) denen nit, an denen er nit verzweiflet hat, denen verbütet er gar vil 18ᵃ. einmal den neben denen, aber Roboam erwelet jung reth, den volget er, gleich darauf, denen volget Roboam 59ᵇ. Seb. Brant gebraucht des Narrensch. 26, 34. 68, 15. 73, 3. 88, γ. 96, 15. 111, 23. 112, 4, aber denen und deren.
denen kunst art und mosz gebrist
Narrensch. protest. 20.
do er nun deren vil angeben het Brant bei Steinhöwel 151. Cyrillus von denen hat aber ein Griech nit geschrieben Vorr. bi denen das. Murner allen denen die es uns sagen Luth. narr 117. Pauli wie vil seind deren, die da haben die fuesz der begird zuo der bösen gsellschaft Schimpf und ernst L 3. Theuerdank des und denen,
da vil vögel waren,
zu denen der Tewrdank pirschet
58, 47.
Schwarzenberg des und der,
tugent pflanzen ist mein art,
der frucht plüt nicht auf wilder haid;
ir bawung bringet ewig fraid
150, 2.
von mannen, weiben, junkfraw rein,
der leiden ist so gar gemein
156, 2ᵇ.
Luther schreibt allzeit des. wer menschen blut vergeusset, des blut sol auch durch menschen vergossen werden 1 Mos. 9, 6. des bruder hiesz Jaketan 10, 25. laszt uns eine stad und thurn bauen, des spitze bis an den himel reiche 11, 4. warumb lachet des Sara? 18, 13. von dem man bin ich schwanger, des dis ist 38, 25. des verwunderten sie sich unternander 43, 33. die frucht alle des, das in irem lande ist 4 Mos. 18, 13. unser freund, bei des dirnen du gewesen bist Ruth 3, 2. des wil ich sein und bei im bleiben 2 Sam. 16, 18. herr gott, des die rache ist, gott, des die rache ist, erscheine Psalm 94, 1. Luther gebraucht auch nicht deren und derer, sondern das mhd. der und, wobei das ahd. derô nachwirkt, den gen. pl. dere; vergl. unten dero. zuerst beispiele von der. welche seele der eins anrüret, die ist unrein bis auf den abend 3 Mos. 22, 6. der war sechsmal hundert tausent 4 Mos. 1, 46. ir solt der keins thun, das wir heute alhie thun 5 Mos. 12, 8. du weist alle die bosheit, der dir dein herz bewuszt ist 1 Könige 2, 44. denn der ist mehr, die bei uns sind denn der, die bei inen sind 2 Könige 6, 16. lasz dein wort auch sein wie der einen 2 Chron. 18, 12. die mich on ursach hassen, der ist mehr, denn ich har auf dem heubt habe Psalm 69, 5. ewig wird die schande sein, der man nicht vergessen wird Jerem. 20, 11. beispiele von dere. es ist nicht ein geschrei gegen ander, dere die obligen und unterligen 2 Mos. 32, 18. denn welche diese grewel thun, dere seelen sollen ausgerottet werden von irem volk 3 Mos. 18, 29. zuschlage den rücken dere, die sich wider in auflehnen, und dere, die in hassen 5 Mos. 33, 11. und gab sie in die hand dere, die sie raubten Richt. 2, 14. das sind die namen dere, die im zu Jerusalem geboren sind 2 Sam. 5, 16. und strewet sie auf greber dere, die inen geopfert hatten 2 Chron. 34, 4. nach dem rat des herrn und dere, die die gebot unseres gottes furchten Esra 10, 3. du heiland dere die dir vertrawen Psalm 17, 7. umb der bosheit willen dere die drinnen woneten 107, 34. und wil sie geben in irer feinde hand und dere, die inen nach dem leben stehen Jerem. 34, 20. vergl. deretwegen. dagegen häufig der dat. pl. denen, z. b. das sind die drei söne Noah, von denen ist alles land besetzt 1 Mos. 9, 19. von denen sind ausgebreitet die leute auf erden 10, 31. gedenk an deinen diener Abraham, Isaac und Israel, denen du bei dir selbs geschworen und inen verheiszen hast 2 Mos. 32, 13. alle weise menner, denen der herr weisheit und verstand gegeben hatte 36, 1. und stunden oben an unter denen die gezelet waren 4 Mos. 7, 2. denen der viel ist solt ir deste mehr zuteilen und denen der wenig ist deste weniger zuteilen 33, 54. so gehet es alles denen die gottes vergessen Hiob 8, 13. und erhöhet mich aus denen die sich wider mich setzen Psalm 18, 49. wol denen die in deinem hause wonen 84, 5. doch ist ja seine hülfe nahe denen die in fürchten 85, 10. bei denen die mir zugehören 101, 5. sehr selten das alte den. die aber guts denken, den wird trew und güte widerfaren Sprüche Sal. 14, 22. es sind gerechten, den gehet es, als hetten sie werk der gottlosen, und sind gottlose, den gehet es als hetten sie werk der gerechten Pred. Sal. 8, 14. das es kriegen die eisenfresser, den es nie gedacht ist Luther 5, 413. merkenswerth bei dem Schweizer J. Ruff desi,
das wirt uss desi worten schin
Etter Heini vorsp. 435.
wir nemens an und desi z'vil
act 1. 627.
ebenso bei Maaler desse wil ich geschweigen 89ᵈ, was Henisch 681 von ihm hat. bei Albert Kranz Dänemärk. chronik (1545) in desse für indes 96. Hans Sachs schwankt, braucht aber die erweiterte form seltner.
sie komen, lerman, lerman, her her!
stecht todt! slagt todt! schont keiner der
3. 1, 228ᶜ.
sambt denen, so hie bei im ston
1. 1, 16ᶜ.
von denen du hast gesaget hie
4. 1, 20ᵃ.
da, mein Abner, warumb des nit?
4. 1, 4ᵈ.
der auch het theil am raube da,
dessn die merräuber theten erlangen
5. 2, 31ᶜ.
des danket der arm sünder got
5, 5ᵇ.
des frew ich mich von herzen sehr
5. 2, 33ᵇ.
bei Fischart des und dessen, auch deren.
des uns hast dise nacht beraubt
Schiff 200.
sal, des thurn man noch schaut
254.
solten sie billich des genisen
960.
aber ich tröst mich dessen Garg. 30ᵃ. dessen entschuldigt er sich aufrichtig und redlich das.
dessen sich mancher gewundert hat
Schiff 827.
die hosenbendel waren eben der farb, deren die armband und händschuch (waren) Garg. 281ᵇ. Fuchs Mückenkrieg des 1, 834. 3124. dessen 1, 61. deren 1, 77. 748. 912. denen 3, 487.
Teutischland (sags mit vergunst)
begabet ist mit mancher kunst,
derer (statt deren) sichs gar nit schemen thar.
P. Melissus 1tes lied.
und die die ihre bleiben,
die künnen sich denn schreiben
für freunde derer leute,
dran zeit hat keine beute
Logau 3, s. 163.
zwischen den beiden cirkeln fein,
deren der ein umb den meerstern
her gehet bei den zweien bern
Ganskönig F v.
dessen erschrack herr Simpel gar sehr
Eselkönig 253.
eine schlange tödten und dessen jungen erhalten Olear. Rosenthal 1, 5. die überzeugung des, so man sihet Joh. Arndt wahres Christenthum. in dem 18ten und 19ten jahrh. steht der gebrauch von deren, derer und denen ziemlich fest. bei Göckingk einmal das alte der,
denn ich bedarf der keines
3, 201.
und ein paarmal bei Göthe,
die krone der mein fürst mich würdig achtete
9, 156.
dasz du in alles was uns umgibt heil- und linderungskraft gelegt hast, der wir so stündlich bedürfen 16, 139. auch des ist nicht ganz verschwunden, aber da Adelung darin eine kürzung von dessen erblickt und sogar das alte der und den aus derer und denen zusammenschrumpfen läszt, so schreibt man es gewöhnlich aber mit unrecht desz. es ist nicht blosz desgleichen deshalb deswegen deswillen u. s. w. zu schreiben, statt deszgleichen deszhalb deszwegen deszwillen, sondern auch in folgenden stellen des anzunehmen,
die tochter desz, der einst ein bundsgenosse
der Römer war
J. El. Schlegel.
ihn läszt gütiges lob oder unsterblichkeit
desz, der ehre vergeudet, kalt
Klopstock.
dasz unser gott uns leben gab,
desz wollen wir uns freuen
Stolberg.
alles bösen, das geschehen ist, desz klagen dich der sultan und sein volk an Klinger 7, 226.
desz wird herr Jupiter ergrimmt
Göthe 13, 4.
desz wird der mutter angst und bang
13, 73.
was einer noch so emsig griffe,
desz hat er wirklich schlechten lohn
41, 46.
desz ungeachtet 45, 44. desz war die thüre schuld 47, 85.
mögen nicht ertragen die gegenwart
desz der die donner wirft
Schiller 16ᵃ.
dessen mit zugefügtem t in dessenthalben, dessentwegen, dessentwillen, ebenso derenthalben, derentwegen, derentwillen.
b.
es fand noch eine weitere ausschreitung statt. man erlaubte sich auch im dat. sing. fem. deren für der. häufig schon bei Keisersberg. dise blatter ist in dem herzen und nicht in dem mund, von deren ich hie reden Sünden des munds 19ᵃ. was thuͦt die am (amme), deren ein kind verdingt ist? sie seuget das kind 32ᵇ. eerabschneider seind auch die feigel (feile), mit deren man den roscht (rost) dannen feigelt 33ᵃ. warnemung der schnödigkeit, in deren die schmeichler seind 34ᵃ. da er den weg zuͦ der statt kam, in deren bös knaben waren 38ᵇ. das lachen ist ein bott der thorheit, zuͦ deren bringt der spottvogel die leut 54ᵃ. so wär er gefallen in die gruͦb der verzweiflung, deren er ganz nah war 55ᵇ. eine besundere tracht, die uns zuͦ dem letsten dar gesetzt würt, von deren wir ganz gesettigt werden 83ᵇ. darumb ist Christus der herr der warheit nach seiner ewigen gotheit, an deren wir werden gestan ders. Seelenparadies cap. 18. mit der weil, mit deren du hinuf steigest, steig auch abe S. Brant bei Steinhöwel 50. des (des hermaphroditen) gestalt was, in deren der vater und mutter mochten erkannt werden 171. nun hab ich ie nit von hinnen künnen scheiden, ich hab mich dann mit euwer gnaden abgeletzet. habe deren zu lieb ein news liedlin gedicht, so euwer gnad das begert zu hören, wolt ichs deren zuͦr letze singen Wickram Rollwagen bl. 8ᵇ. die magd deren man den dorn auszzog Fischart Garg. 15. gnädigster herr, es ist ewer majestät ehr, deren kompts zum besten. gott wöll deren alle wolfart mehren 224ᵇ. es eröffnet sich zu dieser unsrer zeit unter geringen leuten eine sucht, in deren die patienten — gleich rittermäszige herren und adeliche personen von uraltem geschlecht sein wollen Simpliciss. 1, 1.
o fürstin, deren sich
ein solcher fürst verbunden
Weckherlin 361.
verzeihet mir, dan ich nam euch
für Myrta, deren ihr gar gleich
392.
diese unorganische form ist jetzt verschwunden.
c.
ferner wird deren und denen, zumal in dem 17ten jahrhundert, in verbindung mit substantiven verwendet. ist es, das du gott nit dankbar bist deren guͦtthaten die er an dir bewisen hat, so ist es alles verloren Keisersb. Sünden des munds 84ᵃ. nun zum dritten und letzten von denen stücken, die in die salb gehören, damit man dise blatter heilen soll 25ᵇ. ich red allein von denen die nit oberkeit an inen habent, von denen menschen red ich hie 70ᵃ. ein jeglicher redt von dem das er gelernt hat, und von denen dingen, damit er zeschaffen hat 77ᵃ. so du aber ausz unsichtlichen dingen an gott denkest, von deiner eigenen sel, von denen dingen die in got seint 89ᵃ. ich frag denen dingen nichts nach haec non curo Maaler 89ᶜ. ein ungezweifelte wahrhaftige zuversicht derer dinge die man hoffet J. Arndt Christenthum.
wie weise sonsten gleich ward Salomo geachtet,
so hat er doch in dem nicht alles recht betrachtet,
dasz derer dinge zahl, die niemals werden satt,
die steuer er nicht auch noch beigesetzet hat.
Logau 1. 128, 27.
freude derer leute,
dran zeit hat keine beute
2. 261, 31.
ein gott musz er wol sein, denn auch in denen sachen,
die unbeseelet sind, da übt er seine kraft
Fleming 1, 154.
noch in neuerer zeit, Sie werden einige davon in folgenden fragmenten aus denen briefen finden, die wir in unserer ehe an einander geschrieben haben Klopstock 11, 11. 12. 210. es ist der charakter eines jungen mädchens, eines von denen jungen mädchen, versteht sichs, mein lieber Kallias, wie man sie in dieser materiellen welt findet Wieland 1, 206. die schilderung die sie von der kleinen welt machte und von denen menschen die sie besonders schätzte Göthe.
d.
endlich, und das war der gröszte misbrauch, verwendete man die erweiterte form auch als artikel, bei welchem, da er keine betonung haben kann, diese verlängerung unerträglich ist. man beschränkte sich meist auf den dat. pl., doch zeigte er sich zuweilen auch bei dem genit. pl. schon bei Keisersb. solich schlangenvolk mit denen zweien zungen Sünden des munds 68ᵇ. von denen schlecken (leckerhaften) schreibt Bernhardus 4ᵇ. im 17ten jahrh., als die sprache im tiefsten verfall lag, war diese verwilderung so allgemein, dasz nur einige beispiele nöthig sind. als dasz mit denenselben die lateinischen hasen gefangen werden Schuppius 424. wann ich ein mensch bin wie du, so müste ich auch an denen schwarzen zeilen sehen was du kanst Simpliciss. 1. cap. 10. im druck von 1713 steht an den schwarzen 1, 37. deren soldaten thun und lassen 1. cap. 16. andere weibspersonen heiraten mit denen augen, händen und geberden, gleichwie jene zu Venedig, welche aus vier ihr beisitzenden cavalieren doch einen gar gewis zu fangen gedachte, indem sie einen unter denenselbigen stäts mit freundlichen augen anstrahlete Riemer Stockfisch vorr. um den kopf und auf denen achseln Vorr. freilich sahe der schöne und zu selbiger zeit arme Solande wie milch und blut und deswegen denen gelben, staub- und sonnenschwarzen ungesunden bettlern ganz ungleich 22. und eilete dem becker nur aus denen augen zu kommen 23. dessen schönheit unter denen zuschauern ein lautes geheule erweckte 33. sich in denen hofsitten ferner zu erkundigen und noch besser umbzusehen 117. (der frauen) schönheit vor allen andern hervorleuchtete wie der mond vor denen sternen 117. wer ein biszchen französisch weisz, der siehet wie er seinen versionskarn anspannet und sein caball durch dicke durch dünne derer im unergründlichen wörter dräcket Chr. Weise Lustredner 103. ich habe mich derer närrischen façonen zuweilen dumm mögen lachen Ettner Unwürdiger doctor 695.
die liebe ist beflügelt,
weil sie dem geniesz entfliehet,
weil sie denen buhlern die schwingefedern entziehet.
Riemer Stockf. 134.
die liebe ist bewaffnet,
die liebenden und geliebten zu tödten,
mit denen pfeilen die herzen zu durchschieszen
135.
die liebe ist entblöszt,
weil unter denen geliebten nichts soll verborgen bleiben.
136.
die liebe ist blind,
weil sie der geliebten fehler nicht siehet:
weil sie nur von denen blinden geehrt wird
136.
die liebe komt mir in solcher art vor wie der weiber kannen auf denen kindtaufen, welche je mehr sie gerühret werden, je süszer sie schmecken 150. im 18ten jahrh. erhielt sich die form zumeist im canzleistil, C. W. v. Heppe einheimisch und ausländisch wohlredender jäger, nach alphabetischer ordnung gegründeter rapport derer holz- forst- und jagdkunstwörter Regensb. 1779. Kant läszt in den früheren schriften denenjenigen zu, z. b. 8, 67. ich gieng häufig mit denenjenigen um, die man sonst zu vernachlässigen pflegt G. Jacobi in Mercks briefsammlung 2, 28. Göthe gebraucht denen nicht blosz in seinen früheren schriften, es entschlüpft ihm auch noch in seinen spätern. so rief unser freund allen denenjenigen glück zu, die sich in den höheren regionen befinden 18, 248. wand man sich reitend hindurch, denen sich kreuzenden unzähligen schmalen pfaden nachfolgend 28, 158. mir ist übel mitgespielt in denen goldenen blättchens 33, 269. vielleicht dasz gott denen groszen die augen aufthut 42, 144. denen spitzbuben von Nürnberg einen menschen abjagen 42, 158. komm zu denen perücken: sie haben lange genug den vortrag gehabt 42, 165. von diesen erscheinungen und von denen dabei bemerkten farbensäumen einiges vorauszuschicken 60, 5. Nach dieser betrachtung der form ist gebrauch und bedeutung des allein stehenden demonstrativen pronomens zu erörtern.
1.
substantivisch gebraucht heiszt es soviel als dieser, diese, dieses und wird betont.
a.
zähle auf deinen freund, wie sollte dich der verlassen? ich habe viele frauen gesehen, aber keine war so schön als die. wenn das wahr wäre! ein mann soll vorüber gegangen sein, hast du den gesehen? thäte ich das, man würde mir einen vorwurf daraus machen.
ouch ist reht daz der mist
stinke swâ der ist
Iwein 207.
swer witze hât und künste list,
sô wizzet daz der meister ist
Freidank 79, 8ᵃ.
daz was sîn reht: wer lougent des?
Parz. 598, 15.
darumb sagt er dir das von dem Keisersb. Sünden des munds 43ᵇ. ein schuͦhmacher zu seinem knaben spricht 'also soltu schuch neien' (nähen), und zeugt im wie er dem sol tuͦn 81ᵃ. sind in unser land gezogen, das ganz und gar zu verstören Buch der liebe 13, 4ᵈ. er sahe oben herunter sagende 'Margarethe, bistu es? sei stille, ich will dir aufmachen, damit du nicht auf der gasse erfrierest'. die schmälte aber immer fort und lud ihn wol tausendmal zu gaste. endlich machte er auf, die zur thüre hinein und wolte über ihn her Ettner Unwürd. doctor 340. ich merkte deutlich dasz alles von der beschaffenheit meiner seele abhieng, wenn die nicht ganz in der geradesten richtung zu gott gekehrt war, so blieb ich kalt Göthe 19, 249. ich bedurfte einer kräftigen unterstützung und die verlieh mir gott nicht, wenn ich mit der schellenkappe herumlief 19, 295. und was den knaben betrifft, den, dächt ich, nähmen Sie selbst zu sich 20, 82. könig und familie waren gefangen, die absetzung dessen schon zur sprache gekommen 30, 90.
mit lust vollstrecken die, was sie der fürst geheiszen.
Schiller 41ᵃ.
wie schlimm wir auch berathen waren,
mit dem (Fridolin) ist gott und seine schaaren
69ᵃ.
spaszt nur! so lange der thut walten,
denk ich euch, mein seel, an kein entlaufen
322ᵇ.
ergeben Sie sich nur in gutem, freund,
mit dem da werden Sie nicht fertig
335ᵇ.
lasz mir den fischerkittel, den trutzigen, macht sich noch rar, der!
Mörike Idylle 53.
allerliebstes kind, das! Gutzkow Ritter vom geiste 2, 284. steht das demonstr. zu anfang des satzes, so schlieszt sich das verbum an, der ist es. der da ist der schuldige. wenn alle ausbleiben, der kommt gewis. alle waren still, nur seine frau nicht: die konnte nicht schweigen. dem dort habe ich das geld eingehändigt. der hat es gesagt, aber was kann der verschweigen? den hat man gesucht. den erwarte nicht. dessen erinnert er sich deutlich.
'des volge ich' sprach Liddamus
Parz. 421, 7.
im 15ten und 16ten jahrh. liesz man zuweilen das demonstr. weg; einige beispiele aus Keisersberg, es was ein fürnem man, ward ein mal besteibt mit wein und mocht nit heim kummen Sünden des munds 9ᵇ. ein mensch gewint ein krankheit an den hals, heiszt squinantia (angina) das. sie seind glich den bösen haushündlein die tag und nacht bellen, was aber der starken rüden seind, kehren sich nit daran 42ᵃ. die selbig predig suͦch in dem evangelibuͦch doctor Keisersberg, sagt wie sich Joseph hie uf erden hab gehalten 58ᵃ. so besonders im volksmäszigen stil,
es kommen drei wägen, seind wol beladen,
von Frankfurt aus der messen.
Uhland Volksl. 359.
Perman will ich euch nennen,
was ein purger im rat
458.
sölt wir den könig vertreiben?
ist mir wenig bekant
459.
die erst püchsen will ich nennen,
haiszt man den Purlapaus
460.
Bastian von Wattwiler das edel bluͦt,
er tet gar manchen schutz (schusz), was guͦt
507.
Maximilian bei dem ist aufkumme
ein orden, durchzeucht alle land
516.
der krämer läszt ein kranz zuͦ lest,
ligt in dem kram verborgen
640.
ich hoff es sol mir werden
ein schöner kranz, hat mir gemacht
die allerschönst auf erden
643.
he folgede sines herten beger
unde toch hen in en lant, was fer.
B. Waldis Vorlorn son 1103.
ein new gedicht will heben an
von wunderlichen dingen,
von ainem kaiser, ist wolgethan,
gott wöll das mir gelinge
Soltau 1, 360.
und Stolburg, leit an einem rain,
nit weit davon der Zabelstein,
die thetens all verprennen
2, 107.
dazu zwo büchsen, waren grosz (variante die waren grosz)
108.
darmit er angezündet hat
das Pauler closter, thet brennen
233.
zu Leipzig in dem Meisner land,
ist die häuptstad gar wol bekand
386 (17 tes jh.).
da weinte der alte greis,
war wie der schnee so weisz
421 (18 tes jh.).
und so selbst Göthe im Götz, machte mir meine mutter ein schönes hofkleid, war rosenfarb 42, 93. die hatte ein kleid an, war feuerfarb das. auch schon im mhd.,
sîn pflæge ein künec, hiez Anfortas
Parz. 389, 2.
sprach einer, stuont dâ nâhe bî
Lanz. 449.
sprach ein ritter, stuont dâ bî
Haupts zeitschr. 6, 500.
b.
bei ausrufungen und fragen, also der verlangt das? der will das haben! die glocken läuten, was heiszt das? was willich also? das! Lessing 2, 54. A. er hat geirrt. B. wie das? wie, ich soll gedroht haben den verfasser der fragmente zu nennen? wo das? 10, 220. 'sie haben mich fast abgeschreckt über den bruder mit Ihnen zu reden'. 'wie das?' Engel Lorenz Stark c. 16. was will das machen? ders. Philos. f. d. welt. ha, was soll das! bist du ein böser geist in gestalt meines weibes? Göthe.
das war ein toben, war ein wüthen!
1, 211.
du beleidigst mich, Weislingen, kennst du mich für das? 8, 129.
wie lange hat sie an dem kerl gehangen!
das war ein spazieren,
auf dorf und tanzplatz führen!
12, 187.
da fragt ich 'aber sind sie das?
sind das die knaben alle?'
47, 3.
beim Jupiter, nur das!
Schiller 13ᵇ.
Ch. mein herr ist verliebt in seine cousine. M. ah, ist es das! 648.
wer einmal das von sich
zu rühmen hätte!
26ᵇ.
haha! ist es das? 124ᵇ. lernen Sie erst die Ihrige (pflicht) kennen, und mir nimmer das! 170ᵃ.
Domingo. wir wünschten
zu wissen, gnädge fürstin, welchen ort
und welche beszre stunde Sie —
Prinzessin. auch das!
267ᵃ.
Alba. mein könig,
selbst das entscheidet noch nicht ganz.
König. auch das nicht?
und das? und wieder das?
273ᵃ.
was war das? still!
296ᵇ.
heiszt das geladen? gleich das doppelte!
520ᵇ.
sogar bei dem pl. in desz begegneten ihnen (dem vater und sohn) schöne mägdlein, sie waren zu einer hochzeit gewesen, da fragte der son aber (abermals) 'vatter, was sind das?' Boccaccio 1, 199ᵃ. es wird mit besonderm nachdruck wiederholt, der also ist angelangt? der? das verlangst du zu wissen? das? den hast du im verdacht? den? Damis. das hattest du? das? Anton. ja das. Damis. das? Lessing 1, 252. oder unmittelbar hinter einander, das, das ist meine lust! den, den suche ich! die, die liebe ich!
deinen adlerblick nicht zu
bewundern! das, das schreit um rache!
Lessing 2, 258.
c.
will man eine frage verneinen, eine behauptung widerlegen, so wird statt des einfachen nein, das demonstrativum vor nicht oder gar nicht oder bei leibe nicht minime gentium gestellt. das haus wird abbrennen. 'das nicht, man hat dem feuer einhalt gethan'. er ist für schuldig erklärt. 'das nicht, er hat sich gerechtfertigt'. hast du das geld bezahlt? 'das nicht, ich habe es nur versprochen'. kennst du den mann? 'den nicht, aber seinen bruder'. hast du die frau gerühmt? 'die nicht, eine andere'. reden die gemeinen leut allezeit die wahrheit? 'das gar nicht', o nein, Judas. ebenso steht auch das andere demonstr.
d.
bei bezeichnung von gegensätzen.
α.
der und die, wenn man sich allgemein und unbestimmt ausdrücken, oder wenn man niemand nennen will.
wan ich sagiu daz für wâr,
der und diu triegent sich gar,
die mit einer andern unstæte
wænet heln ir missetæte
Welscher gast 811.
so hat der das gethan und die hat das gethon Keisersb. Sünden des munds 30ᵃ. komm zu mir in den und den garten, da wollen wir mit einander lustig sein: der und die wird auch hinkommen Schuppius 201. da musz man wissen der oder die denkt an dich Gutzkow Ritter vom geiste 6, 63.
β.
der und der, die und die, das und das, wie dieser und jener. der und der musz es wissen. von wem hast du das gehört? von dem und dem. an dem und dem tage. ahd.
in dia ind in dia stat
Diut. 1, 508ᵇ.
zu den beispielen aus dem mhd. bei Ben. 314ᵇ sind einige nachzutragen,
im gebreste weder des noch des
Troj. krieg 5790.
der ez allez wizz von wan
daz und ouch daz geschiht
Welscher gast 4993.
diu hât daz und daz getân
Lichtenstein 646, 20.
gedenken wir wie daz und daz gesîn müge Bertholt Pred. 59.
iederman fuor, als im sîn boteschaft seit,
der hin, der her
Lohengrin s. 40.
ee wann ich das und das gethan, denn so wil ich min seele versorgen Keisersb. Bilger 48ᶜ. die und die schwester ders. Has im pfeffer Bb 5ᶜ. es ist (geschieht), so du dich entschuldigest, du habest das und das nit gethon, so du es wissigklichen gethon hast ders. Sünden des munds 14ᵇ. das und das hast du geredt 79ᵃ. wenn jemand zu dir spricht 'der und der mann ist böse' Olear. Baumg. 7, 10. ehen die bahn, auf welcher das geschlecht zu seiner vollkommenheit gelangt, musz jeder einzelne mensch (der früher, der später) erst durchlaufen haben 10, 329. die und die bewegungen Kant 8, 56.
was die und die für fremde mienen an sich nahm.
Lessing 1, 116.
wie der und der, so sehr es ihn erschreckte,
sein liebstes da- und dortwohin versteckte
Göthe 41, 17.
dies fasten find ich nicht bequem,
doch frist ich mich mit dem und dem
Platen 28.
weil ich dachte 'das ist der oder der' Gutzkow Ritter vom geiste 5, 424. Auch bezeichnet der und der den teufel, den man nicht gern nennt, zumal bei verwünschungen, dasz dich der und der! Schönsleder K 4.
ich wäre kein soldat, nein sondern der und der.
Kriegsbrand D 2ᵇ.
oder mich zreisz der ã der.
Marx Gedichte in Nürnberg. mundart.
γ.
der und jener. hol dich der und jener! der teufel. einem menschen gelüst das und gens ze haben Keisersb. Sünden des munds 43ᵃ.
und wünscht mir die und jene sucht
H. Sachs 4. 3, 80ᵈ.
ob dem oder jenem zu schreiben sei Schuppius 710.
was taug der alte krieg? der neue krieg ist besser,
denn jener war ein feind der menschen, der der schlösser,
und jener machte leer der menschen leib von blut,
da dieser nur fegt aus der kasten altes gut.
Logau 1, 32, 7.
wer andern lebt, lebt recht: wer ihme lebt, lebt gut,
weil jener andren wol, ihm übel der nicht thut
1, 33, 15.
tod ist ein langer schlaf, schlaf ist ein kurzer tod,
die noth die lindert der, und jener tilgt die noth.
1, 117, 100.
es läszt sich übel paaren
die erde zu der luft, dann die wil oben fahren,
und jene sinkt in sich
2, 13.
ein glock und eine nusz und ein esel und ein knecht
thun nicht leichtlich ohne schlag was sie sollen jemals recht.
jene schweiget, die verharrt, jener steht und dieser liegt.
wann das eisen und das holz ihnen recht wird angefügt,
klinget jene, diese bricht: jener geht und dieser eilt;
drum was jedem zugehört, sei auch jedem zugetheilt.
2, 25, 92.
verstand den jeder hat, helt jeder lieb und wert:
den zustand den er hat, wird anders stäts begert,
da jener, wie mich dünkt, doch mehr als der verkehrt.
3, 31, 53.
von dem und jenem mit ihm zu reden Riemer Stockfisch 257. wir haben die und jene thorheit in einem lustigen augenblick empfangen und geboren Göthe 8, 215.
dasz sie zugleich auch dem und jenem winke
41, 36.
dem und jenem schlund
aufwirbelten viel tausend wilde flammen
41, 62.
Göthe setzt sogar den artikel vor,
A. doch hat sie wol auch zu guter stund
dem und jenem nichts abgeschlagen.
B. wer ist denn der der und der jener?
2, 274.
dasz vernehmlich der und jener
brummt in seinen grauen bart
Uhland Ged. 327.
und will mich dennoch der und jener schmälen
500.
δ.
der und dieser, meist dieser und der. schon im ahd. noh thizi noh thaz keins von beiden Gramm. 4, 447. beispiele aus dem mhd. bei Ben. 1, 314ᵇ. 367.
daz du scholt eben wissen was
du gebist, warum und auch wem,
es sei disem oder dem
Wittenweiler Ring 29ᵇ, 8.
was hat mich gott gezigen daz ich also ein armer mensch bin, und dem und dissem reichtumb geben hat Keisersb. Sünden des munds 17ᵇ. die fiengen ob tisch an hinderreden und eer abschneiden und sagten von dem und disem 26ᵃ. darumb so ein mensch wil seinen friden uf ander leut setzen, uf den, uf diszen, es thuͦt sin nit 43ᵃ.
wan jeder dät als er thun sol,
so wären sie beid geltes wert,
diser mit federn, der mit schwert.
Brant Narrensch. 79, 13.
doch endlich verlieret sich dieser und der,
schleicht eins nach dem andern gekleidet einher.
Göthe 1, 230.
dieser ist es auch nicht, auch der nicht, auch nicht jener Schiller 128ᵇ. dies und das kommt häufig vor, selten umgestellt. recht als ein glast oder schîn, der dâ ûsz fluszet ûsz der sunne oder ûsz einem liechte und schînet etwas dis oder das Theologia deutsch 2. wan gotes eigenschaft ist âne disz und âne das und âne selbheit und icheit und dem es glîch stê und sî 44. und was etwan ist, disz oder das, das ist niht alle und über alle. sich, wêr nu got etwas, disz oder das, sô wêr er nicht alle und über alle, als er ist, und so wêr er ouch nit die wâre volkomenheit. dar umb ist got, und ist doch weder disz noch das, das die crêatûre als crêatûr bekennen genennen gedenken oder gesprechen mag 60. sich, dâ wirt dan fürbas mê nicht anders gewolt oder geliebet dan gût umbe gût, und umb nicht anders dan dar umbe das es gût ist, und nicht dar umb das es disz oder das ist oder das es disz oder das sî, disem oder dem lieb oder leide, wol oder wê, sûsze oder sûr sî und des glîchen 62. recht als âne mich (spricht gott) weder wesen noch leben ist, noch disz noch das, alsô solt ouch kein wille sîn âne mich und âne mînen willen 94.
was ist dicz und was ist das?
Ring 9ᵈ, 11.
rabi Anelin schreibt das und ditz.
Fastnachtsp. 20, 19.
wan ich got wär, so wolt ich das
und disz und jens, und weisz nicht was.
Alberus 152.
ob dis, ob das ein warheit sei.
Murner Luther. narr 2324.
Unfalo fürt den held hin und her
und zeiget im dann ditz, dann das.
Theuerd. 57, 11.
man vermisset auch nicht dieses noch des Jesaia 34, 16. disz vor (für) das isthaec pro illis Henisch 715, der auch bemerkt dasz man sprichwörtlich den wechsel der dinge damit bezeichne.
und solt uns disz und das darüber widerfahren.
Rompler 58.
so schuf bald dies, bald das, schon manchen zum poeten.
Gotter 1, 259.
was mir über dies und das den kopf warm macht Herder in Mercks briefen 1, 40.
bald ist es ernst, bald ist es spasz:
bald ist es lieb, bald ist es hasz:
bald ist es diesz, bald ist es das
Göthe 2, 288.
wie ich sie freundlich fragte über diesz und das 16, 10. und sagte es wäre recht artig gewesen, wenn nur diesz und das nicht gewesen wäre 18, 27. dann sagte sie hinterdrein 'lieber Franz, thu dies, thu das' 42, 191.
mir ist das volk zur last,
meint es doch diesz und das:
weil es die fürsten haszt,
denkt es es wäre was
47, 237.
Göthe behandelt beide pronomina einmal wie substantiva und läszt sie im dativ unverändert,
das leben ist ein schlechter spasz,
dem fehlts an diesz, dem fehlts an das
5, 79.
wir sind nicht mehr am ersten glas,
drum denken wir gern an dies und das,
was rauschet und was brauset
Uhland Ged. 92.
so lang mir mochte dies und das
an dir gefallen,
war ich gefahrlos leicht verliebt
Rückert 382.
ich denke dies und denke das
Mörike Ged. 40.
ich wünsche mir nun dies und das
57.
plaudern wir dieses und das
153.
Bei verwünschungen, verschweige mir nichts, gott thu dir dis und das, wo du mir etwas verschweigest, das dir gesagt ist 1 Samuel 3, 17.
e.
in verbindung mit dem verbum substantivum bei substantiven oder adjectiven steht das demonstr. das ohne rücksicht auf genus und numerus. man sagt das ist mein vater, das ist meine mutter. die im lateinischen hier nothwendige unterscheidung des geschlechts ist an sich wol zulässig, aber nicht im gebrauch. wenn man zwischen zwei neben einander stehenden zweifelhaft wäre, würde man wol mit dem finger deutend fragen ist der dein sohn? bei minder bestimmter hinweisung, ist das dein sohn? was nicht viel verschieden ist von dem allgemeinen ist es dein sohn? wo das persönliche pronomen gleichfalls im neutrum steht; in dem dänischen und schwedischen mit dem verbum substantivum verbundenen det kommt sogar die bedeutung von das und es zusammen. dieses das zeigt sich schon in der ahd. und mhd. sprache; beispiele in der Gramm. 4, 275—77 und bei Ben. 1, 315. ja die mhd. sprache gieng noch weiter, indem sie es auch mit ordinalzahlen verbinden konnte, z. b. das dritte was Pinel, wo wir heute der dritte sagen müssen. es steht also ebenso vor masc. und fem., wir sagen das ist mein glaube. das ist der wunsch meines herzens. der dritte in der reihe das war sein vater. das ist die ursache. das ist meine freude. das sind die drei schwestern, das ist die gute, das die schöne, das die geistreiche. ist daz nit ein groszer narr, der da murmelet darumb das er siech oder arm ist? Keisersb. Sünden des munds 17ᵇ. das ist der schalk, hüt dich vor im 68ᵃ. das ist aber der wille des, der mich gesand hat Joh. 6, 40. es kann sich auch auf ein das geschlecht unterscheidendes pronomen demonstr. beziehen, die dir zulächelte, das war deine freundin. das ist der, den ihr suchet. die du da siehst, das sind männer und frauen des orts. das ist derjenige, der sich auszeichnete. das ist dieselbe, die gestern schon zugegen war.
ein braver mann das, ders gebaut
Göthe 11, 338.
ohne rücksicht auf den numerus. die ubersichtig augen habent, daz seint die jungen ratgeber Keisersb. Sünden des munds 59ᵇ. diese weiber hond lieb die zweizüngigen, das seint die schlangen 67ᵇ. das sind alle meine schätze. das sind die heubter unter den vetern der Leviter geschlechten 2 Mos. 6, 25. das sind aber die kleider die sie machen sollen 28, 4. das sind deine götter, Israel, die dich aus Egyptenlande gefüret haben 32, 4. das sind die name dere die im zu Jerusalem geboren sind 2 Samuel 5, 14. wiszt ihr, gnädiger herr, wie ihr uns prophezeitet, wenn sich die welt umkehrte, würden wir jäger werden? das sind wir ohne das Göthe 42, 170.
f.
häufig bezieht sich das auf einen zustand, ein ereignis, eine thätigkeit im allgemeinen, wie in den unter 1ᵇ schon angeführten stellen. er arbeitet unermüdlich, das ist seine freude. herumzuschweifen, alles zu betrachten, von einem zum andern zu laufen, das ist sein leben. so die frummen krank seind, verachtet seind und arm seind, das ist inen nütz Keisersb. Sünden des munds 13ᵇ. itzt bin ich ein gefangener, den man auf sein wort frei herumgehen läszt: das schmeichelt! Lessing 2, 54. Falk. hast du des schönen morgens schon genug genossen? fällt dir etwas ein, so sprich du. Ernst. gut das. mir fällt ein dasz ich dich schon längst um etwas fragen wollen 10, 253.
und wenn ich sie denn fassen darf
im luftgen deutschen tanz,
das (tanzen) geht herum, das geht so scharf.
Göthe 1, 19.
wo geht das liebchen?
sag mir das
1, 89.
alte geschichten sind das, und ich erzähle sie wol.
1, 287.
mein bester, wie ist uns? das sieht ja reisefertig aus ders.
hab appetit auch ohne das
12, 135.
g.
über das, ahd. ubar daz, mhd. über daz praeterea galt bis ans ende des 16 ten jahrh. bei H. Sachs zeigt es sich (4. 3, 57ᶜ), Dasypodius 445 und Henisch 662 führen es an, hernach erhielt überdies den vorzug; s. unten.
h.
in ähnlicher weise bezieht sich das, ohne geschlecht und numerus zu berücksichtigen, auf personen, auf eine und auf mehrere, auch auf sachen, wenn man sie nicht bestimmt oder nur im allgemeinen bezeichnen will. es soll dadurch in humoristischer und ironischer stimmung ein herabblicken, eine ringschätzung, oder, bei erbittertem gefühl, eine verhöhnung ausgedrückt werden. so sagt man das putzt sich, das schmückt sich und doch vergeblich. das brüstet sich wie ein welscher hahn. das treibt sich in den straszen herum. das jauchzt und schreit. das will sich ein ansehen geben. das plackt sich das ganze jahr hindurch und kommt doch zu nichts. man hat dich bei den schultern genommen, dich zur thüre geführt und gesagt 'fort schuft, lasz dich nicht wieder sehen'. das will sinn haben, glaub ich, will vernunft haben. oder ich will den jungen Zierau in Naumburg: das will doch auch ein ökonom sonst sein Lenz 1, 125. Göthe, der gerne von der anhöhe herabblickte, liebte diese ausdrucksweise,
sie (die zwerglein) tragen die würste, die schinken so klein
und braten und fisch und geflügel herein:
er kreiset beständig der köstliche wein;
das toset und koset so lange,
verschwindet zuletzt mit gesange
1, 197.
der mond der hat alles ins helle gebracht:
der kirchhof er liegt wie am tage.
da regt sich ein grab und ein anderes dann,
sie kommen hervor, ein weib da, ein mann
in weiszen und schleppenden hemden.
Das reckt nun, es will sich ergetzen sogleich,
die knöchel zur runde, zum kranze,
so arm und so jung, und so alt und so reich;
doch hindern die schleppen am tanze
1, 229.
das wollen alle herren sein,
und keiner ist herr von sich
4, 320.
warum bist du der welt so satt?
das weisz alles nicht
was es neben und um sich hat
4, 346.
das drängt und stöszt, das rutscht und klappert,
das zischt und quirlt, das zieht und plappert!
das leuchtet, sprüht und stinkt und brennt!
ein wahres hexenelement
12, 210.
versichern dasz man überzeugt ist sie habe mehr als jemand: item das weisz nichts und das entscheidet auch 36, 66.
der sonne heilgen lebestrahlen
sind todte werke nur ein spasz.
das bildet schmelzend, unverdrossen,
und haben sies in erz gegossen,
dann denken sie es wäre was
41, 171.
Philine nahm ihm die pantoffeln aus den händen und sagte 'wie ich sie krumm getreten habe! sie sind mir viel zu weit'. dann spielte sie damit und rieb die sohlen gegen einander. 'was das heisz wird!' rief sie aus, indem sie die eine sohle flach an die wange hielt 19, 170. und was das wieder vor umstände sind! das schiebt sich und verliebt sich 23, 21. item sie will witz haben: item man musz ihr
schad um die leut! sind sonst wackre brüder.
aber das denkt wie ein seifensieder.
Schiller 329ᵇ.
prrr! das (die mädchen in der pension) kann die zeit nicht erwarten, bis die gymnastischen übungen anfangen Kotzbue Dramat. spiele 2, 106.
schwer wie blei ist der patron,
doch ich hör ihn auf den stufen,
tapp! tapp! tapp! tapp!
wie sich das langsam vorwärts schiebt!
2, 251.
ein schoszhund wolgestalt, ein bunter papagei,
das brummt, mault, poltert nicht, das liebt und bleibt uns treu
3, 71.
jetzt reist das hin und her: im fluge ist man unter andere verhältnisse versetzt Gutzkow Ritter vom geiste 6, 136.
i.
das erscheint im mhd. mit dem unbestimmten artikel als substantivum; s. Gramm. 3, 535. Ben. 1, 315ᵇ.
ez sî dur wârheit oder dur haz,
man lobt nu niemen âne ein daz ohne eine beschränkung, nicht unbedingt
Freidank 62, 6.
ez sî eht man oder frouwe, so lobet man sie selten ân ein daz oder âne vieriu ohne einen oder vier fehler Berthold 248.
sît nieman vinden mac an ir
nach mîner ougen kür ein daz (einen tadel, mangel)
niht wan daz eine daz, daz ih ie meit.
Truchsesz von St. Gallen MSHag. 3, 325ᵇ.
hôchvart zorn nît unde haz
gebent rehten dingen ein daz (hängen ihnen einen flecken an, verunglimpfen sie)
und wizzent doch wol daz sie liegent
Renner 7303.
dâ von sol nieman wesen zorn,
ob ich mich etswâ hân vergezzen:
dan wir sehen dicke mezzen
ein dinc drîstunt oder baz,
dem man dennoch gibt ein daz,
daz mich ze swære wolte ankomen
9299.
noch Henisch kannte diesen gebrauch, es ist kein mensch sonder (ohne) ein das nihil est ab omni parte beatum 661; ähnlich sagen wir es ist ein aber bei der sache (oben 1, 31).
k.
berichtet man über verschiedenes, zählt man eins nach dem andern her, und ist mit einem zu ende, so setzt man wol hinzu das ist das, das wäre das, so viel von dem. ohne dasz von mehrerem die rede wäre, wird es in Wittenweilers Ring als bekräftigung zugefügt,
'noch liebt sei (die jungfrau) mir ie bas und bas'.
sprach aber 'das ist das,
ich han gesworen ich muosz sei haben,
wär sei joch in erd vergraben'
11ᵃ, 31.
daz ist daz, das ich do sing
16ᵇ, 12.
ich han nicht pfennig (daz ist daz)
ze opfern, sam ich pilleich schol
33ᶜ, 36.
l.
bei dem, das noch im 17 ten jahrh. zuweilen die mhd. form deme zeigt, z. b. bei P. Gerhard, Schuppius, ist einiges hervorzuheben,
α.
dem ist so es verhält sich wirklich so, die sache steht so. ich wollte dem wäre so möchte die sache sich so verhalten. dem sei wie ihm wolle einerlei in welcher lage sich die sache befindet, es mag wahr sein oder nicht Lessings Nathan. wie ist dem? haben wir nichts anders? Steinhöwels Äsop 12 (1555). do das Nectanabus ersah, sprach er zu Esopo 'wie ist dem? kunnen die lüt fliegen in ewrem land?' 23ᵇ.
er fragt 'wer hat euch her citirt,
ich bitt laszt mich jetzt ungeirrt,
ich hab gar viel ein anders zschaffen,
denn ich nach ewrem thun solt gaffen'.
der mönch sprach 'dem sei wie ihm wöll:
ihr seidt zwar (in wahrheit) ein schwacher gesell'.
Wolgemut 2, 248.
dem ist also, fürwar, es ist nit anders Henisch 672. ob wohl an deme, das das glück sich je und allezeit gegen ihme als eine freundin gestellet Butschky Kanzlei 891. wann nun an deme, das die erstorbene leiche, christlicher ordnung nach, zur erden bestattet werde 913.
doch nun (wenn anders dem so ist)
hat er durch sparung eures lebens ...
Tempelherr. ja,
dem allerdings ist so. das leben das
ich leb, ist sein geschenk
Lessing 2, 252.
β.
mit gleicher bedeutung an dem sein ita se habere, in eo esse. es ist an dem (es ist wahr) dasz er sein wort gegeben hat. an dem ist etwas die sache ist nicht ohne grund. ist es nicht an dem, dasz die frau schwägerin lange nicht so schön aussieht als es die leute machen? Gellert 2, 210. ich versichere Sie dasz es nicht an dem ist 2, 278. es ist gewis an dem, er denkt an keine liebe 2, 286. es ist an dem, dasz der regen das erdreich abspült Kant 9, 15. und, lustig genommen, war es wirklich an dem Göthe 28, 101. ich sei, wie es denn wirklich auch an dem war, durch Lavaters physiognomik in dieses fach wieder eingeführt worden 30, 245.
wärs an dem
was man am hofe leise flüstert
Schiller 338ᵃ.
es war an dem heiszt auch 'es war nahe daran', es war an dem dasz er ins wasser stürzte er war im begriff ins wasser zu stürzen.
γ.
in verbindung mit andern präpositionen. bei alle dem dem ungeachtet, dennoch. er ist reich, bei alle dem kommt er nicht aus. Marin. nun? nicht wahr, nun hab ich zu viel gethan und vorhin zu wenig? Prinz. das nicht, aber ich sehe bei alle dem nicht ab — Lessing 2, 149. in dem in dem augenblick, gerade jetzt. er wollte ausgehen, in dem kam sein vater. sie öffnete das fenster, in dem fuhr ein blitzstrahl herab. und in dem da erwachet diszer Keisersb. Sünden des munds 22.
in dem sprang ausz einer hanfstauden
der has
H. Sachs 4. 3, 86.
in dem stund Pampinea auf Bocc. 1, 7ᵇ.
in dem im newe mär zuͦkam.
Soltau 2. 219, 46.
mit dem zugleich, wie auch damit gebraucht wird. er schalt den knaben und mit dem gab er ihm einen schlag.
mit dem er ir zum busen mawst.
H. Folz in Haupts zeitschr. 8, 513.
mit dem recket er seinen hals hoch embor Steinhöwel 111ᵇ (1487). und mit dem auf ihn dar! Frank Weltb. 190.
mit dem bald thet gen wald einrucken.
H. Sachs 4. 3, 59.
mit dem der Liendel darvon zog
4. 3, 60ᵈ.
neben dem dabei, daneben. nebem deme was zur hoföconomie gehöret Schuppius 105. nach dem wie, in der weise. das ist vernünftiglich gehandelt und nit allein nach dem als sein vernunft angibt, sunder auch als ein weiser man in seinem dünken mag erachten Keisersb. Sünden des munds 86ᵇ. Prinz. er steht in dem rufe, sich so etwas nicht zweimal sagen zu lassen. Marin. nach dem es fällt, ohne zweifel Lessing 2, 147. auch für danach. wan es got noch dem grosz pein darausz in dem fegfeuer Keisersb. Sünden des munds 7ᵇ.
nach dem schliefens dahin die nacht
H. Sachs 4. 3, 64.
von dem an von der zeit an. von dem an das ich die welt hab verlassen Keisersb. Sünden des munds 25ᵇ. von dem an das ich hab begert himmelische und ewige ding 25ᵇ. von dem an trachtet Pilatus wie er ihn los liesze Joh. 19, 12. von dem an war sein herz von Stilling ganz abgekehrt Stillings Jugend 3, 107. zu vergleichen sind die zusammensetzungen demgemäsz, demnach, demnächst, demzufolge, auszerdem, ehedem, indem, nachdem, nächstdem, ohnedem, trotzdem, überdem, vordem, währenddem, zudem.
δ.
bei Göthe einmal dem für zu dem,
wenn mich ein freundlich walten
des gottes dem wir beten, hell umflossen,
und ich zu nacht des tages glück genossen
57, 291.
2.
beispiele von dem demonstrativum, das sich auf einen nachfolgenden satz bezieht, musten schon bei betrachtung der form unter B und auch unter 1ᶜ angeführt werden, hier ist dieser fall noch besonders zu erörtern.
a.
folgt ein relativum, so hat das demonstr. die bedeutung von derjenige, diejenige, dasjenige. er ist in der gewalt dessen der ihm zu schmeicheln weisz. das haus ist dessen der es bewohnt. er lebt von dem was ihm mitleidige menschen geben. das ist das ziel derer denen ihr folgt. sunder allein von dem der es ist und weisz Theologia deutsch 28. wir und der, bei dem der becher funden ist, sind meines herren knechte 1 Mos. 44, 16. wenn du des der dich hasset, esel siehest 2 Mos. 23, 5. und besprengen den der vom aussatz zu reinigen ist, siebenmal 3 Mos. 14, 7.
wol dem dem da zugleich die freiheit ist gegeben.
Logau 1, 33 (15).
denn denen die gott lieben,
ist seine hülfe täglich nach
Gellert 6, 229.
mit hacken nährt sich anfangs der (Adam),
von dem die fürsten kommen her
Simpliciss. 1, 11.
b.
in nachahmung des französischen setzt man, wenn man die wiederholung eines substantivs, zu dem ein genitiv gehört, vermeiden will, blosz das demonstrativum. der stolz des sohns geht über den des vaters hinaus. ihre schönheit übertrifft die ihrer mutter. die grösze des jungen löwen ist die eines schäferhundes. im gemeinen leben setzt man, was nicht zu empfehlen ist, das possessivum, obwol es auch bei schriftstellern sich findet, wie bei Lessing, der stolz des sohns geht über des vaters seinen hinaus. die schönheit der tochter übertrifft der mutter ihre. sonst läszt man auch das demonstr. aus,
er legt von im sein brinn und schwert
und nam zuͦ im des Ecken,
das da was vil guͦtes wert
Ecke 122 Schade.
des ahnen aberwitz wird auch des enkels sein
Haller 70.
ihr truget die last des gefürchteten todes, bis nieder
euch des kommenden stürzte
Klopstock Mess. 17, 318.
3.
das demonstrativum kann unmittelbar hinter dem bezüglichen substantivum stehen, in welchem falle seine demonstrative kraft abgeschwächt wird.
a.
der bestimmte artikel geht voran, der vater der rief seinen sohn, die mutter die rief ihre tochter herbei. das kleine kind das lief fort. der redliche der kam vorwärts. der böse der sank immer tiefer. der abend der näherte sich. des boten des harrte man lange. der drohung der lachte man. dem befehl dem folgte man nicht. den wein den holte der diener herbei. die früchte die sind alle reif. die ketten die löste man ihm.
die noth die lindert der, und jener tilgt die noth.
Logau 1, 117 (100).
häufig bei Göthe,
die sterne die begehrt man nicht,
man freut sich ihrer pracht
1, 97.
die sechse die verzehrten dann
zusammen ein gutes mahl!
1, 122.
die ratte die raschle so lange sie mag!
1, 196.
der thürmer der schaut zu mitten der nacht
hinab auf die gräber in lage:
der mond der hat alles ins helle gebracht:
der kirchhof er liegt wie am tage
1, 229.
in der letzten zeile ist das persönliche pronom. statt des demonstr. gesetzt, wie man sagt die nacht sie kommt heran, das heer es kommt gezogen; vergl. Gramm. 4, 424.
der philosoph der tritt herein
und beweist euch es müszt so sein
12, 95.
auch folgt es dem nachstehenden articulierten adjectivum,
Amor der nahe der höret sie spotten,
rächet sich einmal und rächet sich bald
1, 30.
im ahd. und mhd. war dies nachgesetzte demonstrativum nicht selten, zumal wo ruhig und umständlich erzählt ward wie bei Otfried und in dem volksepos, während einige der ersten höfischen dichter es meiden; vergl. Gramm. 4, 400. 415. 423. an sich ist es überflüssig, und auch heute wird es nur in behaglicher stimmung gebraucht. von dem relativum, das in gleicher stellung vorkommen kann, unterscheidet es sich auch dadurch, dasz das verbum dann nicht unmittelbar darauf folgt.
b.
in ähnlicher weise kann der unbestimmte artikel voran gehen, ein mann der gieng in den wald holz zu holen. ein sonnenblick der erfreut uns. eine freude die kam unerwartet. ein kind das denkt nicht. einem feinde dem steht man nicht bei. einen schwachen den stützt man. ein fabel die stot in Esopo Keisersb. Sünden des munds 9ᵇ. ein mensch der musz vernunft brauchen 26ᵇ. ein solcher böser rathgeber der bringt schaden der versammelung gottes 59ᵃ. ein richter der hat ein sun, der sol der junker heiszen 67ᵃ. ein weiser man und vernünftiger mensch der redt langsam und macht wenig wort 82ᵃ. für das ahd. hat Graff 5, 14 kein beispiel, inwiefern es im mhd. vorkommt, musz noch ermittelt werden.
ein bosch der bran
Walther 4, 13
kann durch die lesart busch enbran entfernt werden.
ein wîser man der hât für guot,
strâfe ich in swenner missetuot
Freidank 80, 20
ist nicht ganz dasselbe, weil durch das vorangehende adject. die demonstrative kraft des pronomens gesteigert wird. so auch bei Göthe,
ein kluger fürst der münzt sie (die alten thaler) ein
und thut ein tüchtigs kupfer drein
13, 111.
c.
oder das possessivum geht vorher.
mîn friunt der minnet andriu wîp
Walther 70, 32.
sein mut der minderte sich nicht. seine frau die bat flehentlich. meiner tochter der will ich die freude nicht verkümmern. sein licht das stellt er nicht unter den scheffel. deinen freund den wünsche ich kennen zu lernen. meine leute die sind alle zugegen. unser wunsch der ist natürlich. eure gedanken die kann niemand erraten. ihre absichten die sind bekannt.
mein tochter die ist in büchern belesen
Göthe 13, 62.
mir ists im herzen weh und bange,
mein bräutigam der bleibt so lange
13, 69.
d.
das demonstrativum kann folgen und wegbleiben, wenn bei dem vorangehenden substantivum ein artikel oder das possessivum nicht zulässig ist oder fehlt. Arminius der war heerführer. Thusnelde die war seine tochter. brot das ist jetzt theuer. böses das zeigt sich überall. wein den trinkt er mit lust. freunde die belästigen nicht. kinder die spielen gerne. sorgen deren kommen genug. frauen denen sieht man etwas nach. es kann ein adject. vor dem subst. stehen, gute gesellen die läszt man gerne zu.
mancher narr der ist also thum,
meint etlich leut die sen (seien) zu frum.
Schwarzenberg 132, 2.
alle künig in Egipten die hieszen Pharaones, wie bei uns die keiser Cesares heiszen Keisersb. Sünden des munds 2ᵇ. nerrisch menschen die hadern gerne 42ᵃ.
e.
mehr gewicht hat es, wenn es sich auf das substantivum eines satzes oder auf einen ganzen satz bezieht, oder das substantivum nach einem zwischensatz wieder aufnimmt. es kann nicht wegfallen. er hatte viel theilnahme erfahren, die hört jetzt auf. deine mühle hat kein wasser, die meinige hat dessen genug. viele waren da beisammen, du bist deren einer. das haus, woran er so grosze freude hatte, das will er wieder verkaufen. seinen reichthum zu mehren, das war sein bestreben.
getorste sie in hân küsset, daz hete si âne haz.
Nibel. 526, 2.
einen stîc ich dô gevienc,
der truoc mich ûz der wilde
Iwein 275.
ein æhter heizet mort, der schât der strâze sêre.
Walther 26, 16.
Vergilius der weis poet, welcher so guten bescheid und underricht vom sünopfer der mess, wie oben am 73. blatt gehört, der hat auch das fegfeuer bei eim mör gestellet Fischart Bienenkorb 111ᵇ.
merk gottes genad, die ist gemein.
Schwarzenberg 132, 2.
wodurch aber dieser Kolonos besonders merkwürdig geworden, das waren die letzten schicksale des Ödipus Lessing 6, 290.
und nichts zu suchen,
das war mein sinn
Göthe 1, 27.
f.
beginnt der voranstehende satz mit wer oder was, so kann das darauf bezügliche demonstrativum stehen oder wegbleiben, wie in den unter b bemerkten fällen. so in den folgenden beispielen, wer pech angreift, der besudelt sich, oder besudelt sich und wer fest steht, der wird geachtet. wem du vertraust, dem vertraue ich auch. wen du liebst, den liebe ich auch. was dich erfreut, das erfreut mich auch. wer in entheiligt, der sol des tods sterben 2 Mos. 31, 4. wer es (das blut) isset, der soll ausgerottet werden 3 Mos. 17, 14. wer die ehe brichet mit jemands weibe, der sol des todes sterben 20, 10. wer ein einheimischer ist, der sol solchs thun 4 Mos. 15, 13. wer nur irgend einen todten menschen anrüret, der wird siben tage unrein sein 19, 11. denn wer solches thut, der ist dem herrn ein grewel 5 Mos. 18, 12. und wer an den ort kam, da Asahel tod lag, der stund stille 2 Samuel 2, 23. wer sein geld nicht auf wucher gibt und nimpt nicht geschenke über den unschuldigen, der das thut der wird wol bleiben Psalm 15, 5. Luther läszt das demonstr. auch aus, und wer gerüst ist, gehe fur den laden des herrn Josua 6, 7. und wer gerüst war, gieng fur den priestern her 6, 9. und wer etwas heiligt, sol auch sein sein, und wer etwas dem priester gibt, das sol auch sein sein 4 Mos. 5, 10. nach der welcher, der der, das was läszt man es besser weg, der welcher zuerst anlangt, erhält den preis. der der nicht ermüdet, wird das ziel erreichen. das was du wünschest, ist dir gewährt. dagegen kann es natürlich nicht wegfallen, wenn der eine satz einen anderen casus verlangt. wer pech angreift, dem werden die hände unrein. wem es unter uns gefällt, der kann hier bleiben. und wer seinen nehesten verletzt, dem sol man thun, wie er gethan hat 3 Mos. 24, 19. wer mich ehrt, den will ich auch ehren 1 Samuel 2, 27. denn wer sich grün macht, den fressen die ziegen Göthe 13, 116. richtig sagt Fürnstein bei Göthe 45, 245.
wer immer finstre mienen macht,
hat bald die gunst verloren:
aber fehlerhaft setzt er hinzu
wer immer scherzt und immer lacht,
hält man für einen thoren.
hier konnte den nicht wegbleiben. das demonstrativum kann auch vorangehen, der ist klug wer vorher bedenkt was er sagen will.
der hütt der hewschreck an der sunn
und schütet wasser in ein brunn,
wer hüttet das sein frow blib frumm.
Brant Narrenschiff 32, α.
der würfet in die höh den ball
und wartet nit des widerfall,
wer will die lüt erzürnen all
69, α.
der ist ein narr und groszer dor,
wer eim werkman den lon gibt vor
111, 1.
g.
eigenthümlich der heutigen deutschen sprache ist die verwechselung die zwischen dem demonstrativum und possessivum stattfinden kann. Am häufigsten wird sein für das demonstrativum gesetzt. wir sagen er vernahm des vaters willen und folgte seinen worten. er erblickte den herrn und achtete auf seine winke. ich seufze nicht ins leben zurück, um seiner freuden länger zu genieszen Dusch. das an sich allein richtige dessen gebraucht man wol auch, doch zieht man es nur vor, wenn eine entschiedene zweideutigkeit abzuwenden ist, er gieng mit einem freund zu seinem vater zu dem eigenen, zu dessen vater, zu dem vater des freundes. aber auch dagegen wird gefehlt, in folgendem fall müste dessen stehen,
wie selig, Henzi, ists fürs vaterland sich grämen,
und sein verlasznes wol freiwillig auf sich nehmen.
Lessing.
Umgekehrt wird, doch nur von einigen und noch tadelnswerther, dessen statt sein gebraucht. so würde es Apollo sein durch dessen (seine) stirne, oder Jupiter durch die haare seiner stirne Winckelmann 4, 96. welches der schönste kopf dieser gottheit, auf dessen statue, nebst vielen andern dessen bildern beweisen kann 4, 99. Verschieden davon ist ein gebrauch, den Adelung als eine erfindung neuerer höflichkeit ansieht, der aber schon wieder verschwunden scheint. wenn man nämlich bei der anrede in einem brief nicht ihr und nicht dero sagen wollte, so gebrauchte man dessen, deren. geehrter herr, dessen schreiben habe ich empfangen. werthe frau, deren wünsche habe ich vernommen. der angeredete wird hier als ein dritter betrachtet, wie auch bei dero (gen. pl.) anzunehmen ist.
h.
in der eben angeführten stelle aus Winckelmann heiszt es nebst vielen andern dessen bildern. so wird auch im canzleistil das demonstr. zwischen das adject. und substantivum gestellt. dem gesammten reiche und allen und jeden dessen ständen. und in unverhoffter widriger dessen entstehung.
II.
relativum.
1.
ist das pronomen lediglich relativ, so ist es gleichbedeutend mit dem minder üblichen oder schwerfälligern welcher, welche, welches. der relativsatz beginnt damit und das verbum steht am ende. er ist der held der allen vorleuchtet. die frau die alle an schönheit übertrifft. ein freund kommt, dessen gegenwart dich erheitern wird. eine unglückliche deren hoffnung unerfüllt geblieben ist. dieser ist es, dem ihr dank schuldig seid. er findet den nicht, den er suchet. die glücklichen die die gedanken davon abwenden können. die blumen deren duft uns erquickt. denen vertraue ich, denen er vertraut. und der priester der gesalbt ist, sol des farrenbluts nemen 3 Mos. 4, 5.
die dänke, da man mit denselben will belegen,
der überwinder wird, die sein ein schild und degen.
Werders Ariost 18. 94, 5.
das leben das
ich leb, ich sein geschenk
Lessing 2, 252.
so gehe denn, o freundin, die ich ehre,
durch deren umgang ich mehr als ich sagen kann
zehn ganze jahre lang gewann
Gellert 6, 228.
die kette gib den rittern,
vor deren kühnem angesicht
der feinde lanzen splittern:
gib sie dem kanzler den du hast
Göthe 1, 179.
2.
man scheut nicht die unmittelbare berührung des ganz gleichlautenden demonstrativen und relativen pronomens und es ist deshalb nicht welcher welche welches nöthig, er ist der, der sich ausgezeichnet hat. er ist der sohn dessen, dessen tochter ihr schon kennt. ich gab es dem, dem ich geneigt war. ich sah die, die ich suchte. ich nahm das, das sie ausgewählt hatte. also wirt es ouch umb das, das dem menschen zuwider ist Theol. deutsch 44. und alles das, das allen tugenden zugehört, das musz da sein 55. sich, alles das, das dem waren liechte zuwider ist, das gehôrt dem falschen zu 75. 79. wer ist nu der, der sich unschuldig weisz? 81. do schamten sie sich jetz des, des sie sich vor nit schamten Keisersb. Sünden des munds 12ᵇ. der da gern hört eer abschneiden, der schneidet eben als wol als der, der da hinder redet 28ᵇ. aber die schmeichler, die die laster loben, die seind gegenwirtig 34ᵇ. aber die, die der welt habent urlob geben, die werden sein innen und erfarent 69ᵇ. (ihr habt) zum theil gemeinschaft gehabt mit denen, denen es also gehet Ebräer 10, 33. gott segne euch, geb euch glückliche tage und behalte die, die er euch abzieht, für eure kinder Göthe 8, 103.
3.
das steht wie das relative was. dar umb sô mûsz man disz alles lâszen sîn das es ist Theologia deutsch 53. das du jetz gewis hast, das las nit von hoffnung wegen gib nicht auf einer hoffnung wegen Steinhöwel 86ᵇ (1555). dasz einem widerferet eben das man einem andern zugedacht hat Agricola Sprichwörter 7ᵇ. in der letzten zeit hat es Göthe wieder aufgenommen und gerne gebraucht. wenn das erscheinen abenteuerlicher gestalten sie auch nur in ihren hoffnungen bestärkte, das es gewis thun wird 11, 56. sie sollten ihrer schwester folgen, als wenn sies selber wäre, das denn auch einige versprachen. ihre brüder die noch einmal ihre hand zu küssen begehrten, das denn der älteste mit aller zärtlichkeit that 16, 28. Lottens portrait habe ich dreimal angefangen und mich dreimal prostituiert: das mich umsomehr verdrieszt 16, 57. dasz ich mich nicht enthalten kann ihm zu widersprechen, oft eine sache nach meinem kopf und meiner art zu machen, das ihm denn, wie natürlich, niemals recht ist 16, 101. ob er dem herrn die stiefeln ausziehen solle? das er denn zuliesz 16, 159. hier ist etwas von deiner hand, das du vielleicht ungern verlörst 17, 147. nun da er mich los sein wollte, fieng er an französisch zu schreiben, das vorher manchmal nur im scherze geschehen war 14, 240. ihm hatte man Hilarien bestimmt, das ihm sehr wol bekannt war 22, 52. unter andern hat er eine sündflut gemahlt, das etwas einziges ist 29, 31. um euer drama vorzustreichen, das man euch verzeihen könnte 33, 274. du hast ja genug, das alles nichts ist 33, 281. hat er denn auch die sechs sous zum schlafgeld nicht in der tasche, das ihm wol manchmal begegnet 36, 5. nur wenige wolken erschienen am horizonte, und der nacht blieb kaum übrig das sie aufzulösen hätte 51, 212. Göthe geht in demselben satz von was zu das über, sie führte dagegen an was ein zartes gemüt gewis mit ihr gleich empfinden wird und das wir mit worten auszuführen nicht unternehmen 22, 113.
4.
schon im mhd. (Ben. 1, 319ᵃ) konnte eine verschmelzung des relat. mit dem demonstr., welches dann ausgelassen scheint, stattfinden. das seind die (die welche) jederman gewunnen red (recht) geben und sie loben in sünden Keisersb. Sünden des munds 32ᵃ. aber die vil wort geben, das sint leicht (leichtfertige) menschen 42ᵃ. darumb wiltu ein dank gegen eim verdienen, so gib im daz (das was) du im schüldig bist, bald und unverheiszen 65ᵃ. und citierten mich zuͦ verantwurten das ich gesagt hab 79ᵃ. wan sie uberreden die gemeind das sie thuͦn das wider got ist 81ᵇ. was solt der rosen geruch, wa nicht wären die sie zur erquickung abbrächen? Fischart Garg. 66ᵇ.
was freut denn jeden? blühen zu sehen
das von innen schon gut gestaltet
Göthe 3, 125.
5.
das relativum wird, wie im englischen und dänischen, zuweilen ausgelassen.
Christus thet Petro winken,
im mör begundt zu sinken
Körner Volksl. 177.
der pfaw fiel da zu der erden,
sein flug hett im Württemberger land.
Soltau 2, 185.
den hardesten orden, ik wêt up erden.
Waldis Verloren sohn 1536.
6.
das relativum wird auch vor die erste und zweite person des persönlichen pronomens gestellt. der ich nie in der treue wankte. die ich ihn immer liebte. der du in ewigkeit bist. die du niemals dein wort gebrochen hast. die wir immer bereit waren. die ihr treu geblieben seid. wirstu es nicht thun, gott der du uns verstöszest Psalm 108, 12. o gott, ein herzkundiger allein, der du weiszest Melissus Psalme A 7ᵇ. C 4ᵃ. C 8ᵇ. fahr hin, narr, der du bist Boccaccio 2, 71ᵃ.
o der du über uns mit deinem vater sitzest
Opitz.
der du mit allmacht dieses element beherschest.
Ramler.
ha; zittre selbst der du mir fluchen willst!
Gotter 3, 93.
der du von dem himmel bist,
alles leid und schmerzen stillest
Göthe 1, 109.
öfter in briefschlüssen, der ich recht wol zu leben wünsche und mich zu geneigtem andenken empfehle Göthe an Leipz. freunde 302. häufig geht das wiederholte persönliche pronomen voran, ich der ich nie in der treue wankte. du die du niemals dein wort gebrochen hat. wir die wir immer bereit waren. einige lassen das persönliche pronomen aus,
o got, ein brunne und ursprung alles guten,
der dise welt regierest
Melissus Ps. Q 2ᵇ.
du bists der machest
A 7ᵃ.
mich der so mat bin
C 3ᵃ.
mann mit der scharfen sense, der den säugling
an der weinenden mutter busen mähest.
F. L. Stolberg 1, 289.
7.
im mhd. nimmt das relativum zuweilen das natürliche geschlecht wieder auf, meist bei wîp. einige beispiele aus dem zwölften jh. ein wîb diu guot wâre und êrlich Hoffmann Fundgruben 2. 34, 31.
dû bist ein ander wîb,
diu uns brâhte den lîb.
Wackernagel Leseb. 1. 198, 13.
beispiele aus dem 13 ten jh. bei Benecke 1, 318ᵇ. daz weib das duͦ mir geben hast zuͦ einer gesellin, die hat mir geben von dem holz (baum) und ich hab davon gessen Keisersb. Sünden des munds 12ᵃ. heute selten, ein kerlchen den frau Fortuna zu ihrem liebling gedrechselt zu haben scheint Klinger 1, 99. auf kosten des weibes, die du liebst, die ich mehr als mein leben achte 1, 437. das kleine geschöpf, die mich in diesen zustand gebracht hat Göthe 24, 96.
8.
im mhd. steht der, um einen bedingungssatz einzuleiten, für wenn einer, wenn jemand; beispiele bei Benecke 1, 320ᵇ, die sich vermehren lieszen. zuweilen noch im 16 ten und 17 ten jahrhundert. als da ein mensch ein ganzen tag sitzt und schweigt, redt nichts, das ist eben als ein blater uf dem maul, als der zevil redet Keisersb. Sünden des munds 3ᵃ. zu dem fierden so sprich ich von vil essen und überflüssigem, do man sich füllt, als der ein wurst füllt 7ᵃ.
swär ist recht thuͦn, ders nit hat gewont.
Brant Narrensch. 5, 34.
swigen ist loblich, recht und guͦt,
besser ist red, der im recht duͦt
19, 94.
es ist ein herter orden,
der seinen buͦlen meiden muͦsz.
Uhland Volksl. 71.
'ich will zu land ausreiten'
sprach sich meister-Hiltebrant,
'der (wenn doch einer) mich die weg tät weisen
gen Bern wol in die lant'
330.
es ist ein herter orden,
der sich von gott dört scheiden muͦsz
875.
ha ha, es wär kein gut par schu, ders nit wolt: gewis der sie begert der mangelt ihr Fischart Garg. 153ᵃ.
da sprach der fuchs 'ich armer tropf!
wer wert, der mich schlüg umb den kopf?'
Wolgemut 122.
sie sprach 'gotz hei! secht an wie glunst
dem man sein angesicht vor fewr.
ach der im det ein kleine stewr
und güsz ein spülwasser auf in!
Hans Folz in Haupts zeitschrift 8, 511.
wieder bei Göthe, der auf dem lande im winter krank würde ohne wartung, wie elend wäre das Schöll Briefe 171.
9.
der für dasz er, mhd. dêr und in jedem obliquen casus Ben. 1, 320ᵃ.
kein mensch so hoch hie kumen mag,
der im verheisz den mornden tag
oder das er morn glück soll han.
Brant Narrenschiff 37, 9.
wer ist so weise, der die wolken erzelen könde Hiob 38, 37. da gieng der fürst des andern tags in den sal mit allem seinem hofgesind ob iemants etwas gemälts sehen künd, aber niemant künt sagen, der etwas sehe Ulenspiegel s. 38.
10.
bei collectivbegriffen tritt zuweilen der plural ein, nicht selten im mhd. bei Ben. 1, 318ᵃ. an den fursten höfen, da vil jungs volks ist, die nichts arbeiten und wol mechten fasten, die essen frü ze morgen Keisersb. Sünden des munds 6ᵇ.
III.
artikel. oben (sp. 959) ist gezeigt dasz man im 17 ten jahrh. anfieng die erweiterten formen des pronom. im gen. und dat. pl. widernatürlich auch bei dem artikel anzuwenden. in dem neuniederl. sonderte es sich durch abweichende formen, masc. de, des, den, den. fem. de, der, der, de. das neutr. hat nur den genit. des und braucht für die übrigen casus sing. das persönliche pronomen het. der pl. aller geschlechter de, der, den, de.
1.
es ist das abgeschwächte, des tons verlustig gegangene demonstrativum, das ursprünglich zu dem substantivum gesetzt ward, um ihm gröszeren nachdruck zu verleihen, aber bei häufiger anwendung in dieser bedeutung herabsank. so schildert Luther das neutrum des artikels im gegensatz zu dem demonstrativum (oben sp. 955), aber das ander das lautet kurz verhawen, das man den buchstaben a kaum höret oder nicht weisz obs a, e oder i laute, und stehet kein finger dabei, der da zeige das es laute: gleichwie die Behmen ire buchstaben kurz verhawen 3, 67. im mhd. wird daher nicht selten aus metrischen gründen daz in dez geschwächt. der ward schon im 12 ten und 13 ten jahrh., wiewol selten in d abgeschwächt, beispiele in Wackernagels Lesebuch 301, 16. 724, 11. bei H. Sachs findet sich
da kum ich zu euch, mein herr dabt (der abt).
3. 3, 60ᵈ. 61ᵃ. 63ᵃ.
am Rhein hört man dvate (der vater). häufig verschmelzen diu und die als bloszes d mit dem meist vocalischen anlaut des folgenden worts, schon im mhd., beispiele in der Gramm. 4, 370, bei Benecke 1, 313ᵇ und in Wackernagels glossar xc, in der volkssprache und in mundarten noch heute; vergl. Schmeller 1, 349. im 15 ten und 16 ten jahrhundert zeigt es sich sowol vor vocal- als vor consonantanlaut. Nimindhand, Farindkuo eigennamen in Wittenweilers Ring 22ᵈ, 26. 22ᶜ, 13. 18.
hinderd tür er sich verparg
10ᵇ, 28.
und warf sei dreistund wider derd
11ᵃ, 16. 40ᶜ, 8.
Pertschi nam ein andern weg
über dhaid der selben zeit
57ᶜ, 22.
wie oft man dirs in daugen slecht
19ᵇ, 21.
und warfs dem preutgom unter daugen
37, 3.
do raunt ir muoter in doren mein.
Fastnachtsp. 321, 20.
stechen in daugen usz
Murner Luther. narr 1326.
man uberredet dbaurn
Agricola Sprichw. 45ᵇ.
weit darvon ist gut für dschüsz
54ᵃ.
kund tuͦt got sein heimlich grundnis den din (denen die in) seiner furcht stehen Melissus Ps. C 2ᵇ.
den dreschern dhend zerbrechen
Waldis Esopus 102ᵃ.
tragens in dlöcher, da sie wonen
150ᵃ.
(der biber) schnidt dhoden ausz und lief davon
153ᵇ.
da ward er zornig über dmaszen
171ᵃ.
das er sich dleng nit kundt erwehren
180ᵃ.
der schwanz heng uber dhelft hinein
182ᵃ.
als wern mir dsünd zu Rom vergeben
206ᵃ.
sahe was dfrauw daheimen macht
293ᵇ.
mit springen thust dich hoch begeben
in dlüft, kanst doch des lufts nit leben
307ᵃ.
so würdn mir dleut ins korn stehen
H. Sachs 4. 3, 25ᵇ.
hand dmeuler offen wie die narren.
M. Montanus Spiel von Fulvio und Gisippo E ij.
der sie leit gar in dstatt hinein
Fischart Schiff 694.
das ers in dscheuren lasz
ders. Gargant. 87ᵇ.
häufig bei dem Schweizer Jac. Ruff, z. b.
gelt, ich will üch und den Schwizeren dschellen schlan.
Vorsp. 42.
ob got wil, noch in deewigkeit
wird bhalten si in einigkeit
Etter Heini 47.
das si kumend
zuo im in dgmeind und sich nit sumend
440.
schnell hat der fründ sich grüst uf dfart
441.
der lasz im dsach anglegen sin
492.
stell dich uf dstrasz wol, rüst dich fin
550.
daran ouch dschuld hat dobergkeit
1584.
ja wenig lüten gipt in dhand
2179.
wenn einer kam in dkilchen loufen
2292.
luogend wir nit basz in dsachen
2646.
dann gott hat im sin hirn verruckt
und im dvernunft im kopf verzuckt
3596.
dwil ichs nun alls vollkommen gmacht.
Adam und Heva 571.
duntrüw, dschalkheit dich wirt betriegen
959.
damit wir kommind nit in dschmach
durch dines urteil und in draach (die rache)
1842.
nach unserm bruch wend wir in dstatt
1902.
denn werdend ir hörn dstraaf der sünd
2742.
ir land beschirmen, dgrechtigkeit
3347.
dann ich, din gott, der dsünd thuot demmen
4137.
und wie bald dgest dann gladen sind
5598. 5649. 5770.
in Brants Narrenschiff musz es öfter angenommen werden; vergl. Zarncke 290ᵇ. geht eine präposition vorher, so hängt Murner dieser das d an,
ind hell gesprungen
Luther. narr 1240.
Gengenbach
gond nit ind sach als wärens blind
5, 19.
das do nit wären frommer leut
dand Schwitzer bin (bei den) selben tagen
13, 55.
krachen mir dbein und trüft (trieft) mir dnas.
71, 616.
H. Sachs ein t,
kein harm (harn) ant gassen ausz zu gieszen.
4. 1, 1ᵃ.
bringt ir ant hörner im die schlingen.
4. 3, 3ᶜ.
stund auf vom tisch und mit im nam
zween fürsten und int kuchen (in die küche) kam.
4. 3, 56ᵃ. 71ᵃ.
dem könig ubert achsel schaut
4. 3, 57ᵃ.
int wach und ordnung musz ich (landsknecht) stahn.
4. 3, 62ᵈ.
darmit thu ich int heuser schleichen
4. 3, 63ᵈ.
untert fleischbank gangen ist
4. 3, 71ᵃ.
flicht dir ein satteldeck und schürz
sie ubert lend
4. 3, 177ᵇ.
warfs auch zum fenster nausz ant gassen.
4. 3, 82ᶜ.
ging int werkstatt
4. 3, 82ᵈ.
int abziehstuben
4. 3, 88ᵇ.
doch musz die katz int schelmengruben
4. 3, 91ᵇ.
an das persönliche pronomen,
und die (diejenigen welche) in stetten erbarn frawen
in den kirchen die hend abhawen
dasz int stümpf an der gürtel hangen
4. 3, 65ᶜ.
dieses t hat sich noch in dem eigennamen Schlagintweit erhalten.
2.
umgekehrt findet aphäresis statt, im mhd. zuweilen en für den, ez für dez = daz; vergl. Gramm. 4, 369. häufig wird der gekürzte artikel mit dem vorangehenden wort verschleift.
a.
bei präpositionen. im ahd. nur bei ze, Otfried hat zemo und zem. im mhd. öfter mit einsilbigen sowol als zweisilbigen; beispiele Grammatik 4, 368. 369. Benecke 1, 313. Suchenwirt im 14 ten jahrh. er kund inn (in den) houfen dringen 11, 274. Wittenweiler
kamend her mit irem gepraht
auf den plan und widern gast
Ring 3ᵈ, 37.
Brant im Narrenschiff bim (bei dem), bim mindesten pfund 25, 10. bim ofen 97, 12. im (in dem), im mer 108, 106. im mund 80, 5. zuͦm (zu dem) zuͦm zil 86, 6. bin (bei den), bin wisen 68, 17. bin oren 72, 8. bin mannen 77, 38. inn (in den), inn seckel 15, 22. inn himel 19, 79. inn doppel 75, 42. inn ermel 75, 43. ins (in das), ins narrenspil 11, γ. ins hus 32, 9. ins dorf 72, 31. ins dinctenfasz 79, 16. auch jedems (jedem das) 41, 28. Murner zuͦn (zu den) suwen Luther. narr 4287. Gengenbach bin selben tagen 13, 55. Jac. Ruff bim win Adam und Heva 3596. undern (unter den) 3596. umbs (umb das) unser Etter Heini 2302. Alberus umbs (umb des) bauchs willen Jörg Witzel F 4ᵃ. Luther gebraucht fast immer am, im, zum, aber nicht vorm. Maaler will amm nicht am geschrieben haben 15ᵇ, auszerdem führt er an beim 56ᵃ, im 235ᵇ, vom 473, zum 525, aber nicht vorm. volkslied bei Uhland
peir (bei der) nacht und auch peim tage
814.
Waldis
bein hindern füszen sich aufhenkt
164ᵇ.
macht ihm viel sprüch aufm lotterholz
213ᵇ.
hetst den mantel nachm wind gehenkt
215ᵇ.
und führt sie oben übers dach
103ᵇ.
underm tisch allenthalben sucht
165ᵇ. 168ᵃ. 240ᵇ.
das ir allzeit seit auszerm haus
227ᵇ.
H. Sachs
will mich nit ducken wie vorhin,
meiner frawen untern füszen liegen
3. 1, 2ᵃ.
und solt keim andern beichten gar
denn unserm caplan hinderm altar
4. 3, 8ᶜ.
Wolgemut
weil euch zun dingen ist so gach
2, 255.
Fuchs Mückenkr.
es dürft wol unterm last erliegen
1, 666.
vons pulvers rauch
3, 195.
Jucundiss. muste ich ihm widers teufels dank eine andere gans verschaffen 131. Lehmann die gebratene keste auszm fewer scharren 139. trew vorm gesicht und tragen den schalk aufm rücken 142. beim fewer 144. auszm haus 146. sitzt die katz aufm käfig 171. Schuppius ich will ein exempel statuieren am M. Bernd Schmidt 606. wie er fürn Ruttelhof kompt 83. ich musz meine zähne zun wölfen haben. kommen beien kürschner zusammen 839. Stieler hat am 46, beim 142, im 889, vom 2394, vorm 583, zum 2653, von den zweisilbigen nur hinderm 842. Frisch 1, 26 ist der verschleifung abgeneigt, am sogar scheint ihm nicht überall zulässig: es werde nur bei schneller rede gebraucht, und man müsse den wollaut berücksichtigen, der jedoch dabei gar nicht leidet. ein gleiches bemerkt er zu beim 1, 94 und vom 2, 406. im kurzen will er gelten lassen für in kurzem, da in dem kurzen unstatthaft sei. zum wird 2, 482 angeführt, aber nicht vorm, und bei den zweisilbigen ist keine rede von einer verschleifung. Gegenwärtig findet man in der schriftsprache am, beim, im, vom, zum und zur, sodann ans, aufs, durchs, fürs, ins, ums. im gemeinen leben hört man aufm, ausm, mitm, nachm, vorm, samtm, auch aufn, bein, durchn, fürn, ummen, zun und beis, widers. doch auch bei Göthe aufm und vorm. bei den zweisilbigen präpositionen ist zulässig auszerm, hinterm, überm, unterm, hintern, übern, untern, in der umgangssprache auch nebens, ohnes. Selten wird es mit einer andern partikel verschleift.
ir lieb wil mir nurs (nur das) herz abdrücken.
H. Sachs 2. 4, 29ᶜ.
helfen dich basz denns (denn das) haberkorn.
Wolgemut 2, 322.
b.
an das persönliche, vor dem subst. stehende pronomen konnte sich im mhd. das gekürzte daz anlehnen, z. b.
wie erz harnasch gewan
Parz. 170, 2.
dâ manz ambet tete
Iwein 7409.
vergl. Gr. 4, 369.
dar zuo was ims weibe (ihm das weib) tod.
Wittenweiler Ring 9ᵇ, 37.
das kommt in der heutigen schriftsprache nicht mehr vor.
c.
das des dem den kann mit dem vor dem substantivum stehenden verbum in der umgangssprache verschmelzen, ich wills licht holen. er solln vater rufen. ich laszm vogel seine freiheit. mit dempronomen,
Fritz der wart sichs dings versehen.
Wittenweiler Ring 10ᵈ, 37.
mit einer präposition, durchs feindes lager Chr. Ew. v. Kleist 2, 45. mit mehreren imperativisch gebildeten eigennamen, Suchenwirt suche den wirt, Leidenfrost leide den frost, Stürzenbecher stürze den becher, so ferner Fegenbeutel, Füllenmagen, Griepenkerl, Hauenschild, Leckenprei, Nagenfleck, Rüerenbrei, Rüerenmost, Rührendreck, Schürenprand, Schüttenhelm u. a.; s. vorrede zu Wittenweilers Ring viii. ix. im 14 ten jahrh. ward der wein Netzengoumen genannt.
d.
im mhd. ward zuweilen des vor dem gen. in s gekürzt und mit dem subst. verbunden, z. b. sküneges, skriuces (Gr. 4, 369).
das diser küng stroums (des traums) vergasz.
J. Ruff Etter Heini 3597.
also das stods (des tods) nit muesz ersterben.
ders. Adam und Heva 591.
in der volkssprache noch heute bei den adverbien smorgens, sabends, snachts, sjahrs. so wird auch s für das angehängt, sglück, skind, slicht.
srecht wirt gesteckt alls hinder thür.
Jac. Ruff Etter Heini 320.
ich hett schier sghäck (gehackte fleischspeise) da gar vergessen
775.
da muost er wîchen, sland (das land) verlon
3381.
3.
er zeigt sich in den ältesten ahd. denkmälern, wie in der Exhortatio ad plebem christianam und in der übersetzung Isidors bereits in geltung. wenn er in einigen andern, aus dem lateinischen übersetzten, namentlich in den Hymnen, etwas seltner gebraucht wird, so trägt die sclavische nachahmung daran schuld, aber man darf nicht denken dasz er, ursprünglich der sprache fremd, erst nach und nach sich eingeführt habe, zumal er dem gothischen eigen war. wenn er die freiere bewegung und die kühnere wortstellung, wie sie in der lateinischen sprache zulässig ist, hindert, so gewährt er wiederum eigene vortheile. denn da er nach bestimmten gesetzen steht und wegfällt, oder die wahl frei läszt, so macht er feine unterscheidungen möglich, die man dort entbehrt, die aber dem sinn verschiedene färbung geben, nähere und allgemeinere beziehungen aus einander halten. er behält auch in der schwächsten bedeutung immer noch eine gewisse demonstrative kraft. die bedingungen, unter welchen er wegfällt, werden hernach erörtert werden.
4.
er heiszt der bestimmte artikel, weil er auf ein bestimmtes, aber zu einer art gehöriges individuum hinweist, im gegensatz zu dem unbestimmten, der im allgemeinen die art, aber nicht das individuum hervorhebt. wenn Artus auf der jagd nach dem weiszen hirsch ausruft 'ich sehe den hirsch', so kann er nur diesen meinen, hätte er einen gewöhnlichen erblickt, so würde er gesagt haben 'ich sehe einen hirsch'. bei dem pl. würde Artus in dem einen fall gesagt haben 'ich sehe die hirsche', die weiszen nämlich, in dem andern aber 'ich sehe hirsche', da der unbestimmte artikel seiner natur nach keinen pl. haben kann. der nachen weicht dem dampfschiff aus und ein nachen fährt langsamer als ein dampfschiff. man liesz die pferde vorspannen, die zu dem wagen gehörigen, sagt man pferde, so wird angezeigt dasz man keine andere thiere vorgespannt habe. ich höre ein geschrei oder geschrei: dagegen nothwendig 'ich höre das geschrei des adlers'. will man jemand bezeichnen, der nicht empfindlich ist, so sagt man er versteht scherz oder einen scherz, ist ein bestimmter scherz gemeint, er versteht den scherz. die regel wird freilich nicht immer streng befolgt, vergisz nicht der armen, wenn du den frölichen tag hast Sirach 14, 14, wo einen stehen müste, soll nicht ein bestimmter tag gemeint sein. dieses rothmalen einiger vertiefungen, wodurch ein hölzernes berghaus den so lustigen anblick gewährt Göthe 21, 24 läszt sich entschuldigen, wenn ergänzt wird den bekannten so lustigen anblick. in dem ursprünglichen Götz v. Berlichingen steht ich war die närrin dich für etwas zu halten das du nicht bist 8, 131. 42, 192, in der letzten bearbeitung ist aber dafür eine gesetzt.
5.
man kann sagen der artikel und das demonstrativum vermischen sich, oder jener erhält beinahe die kraft von diesem, wenn vor dem substantivum, mit dem er verbunden ist, ein adjectivum oder mehrere vorangehen, in welchen ein relativsatz versteckt ist. ich kenne den guten trefflichen mann heiszt ich kenne den mann, der so gut und trefflich ist. ferner, wir wandelten auf dem anmutigen, über die wiesen sich schlängelnden weg. es ist dem dem menschen innewohnenden trieb gemäsz. du stehst in dem für dich durch gott bestimmten stand Gellert 6, 228. der seines erfolgs sichere eifer. wenn man aus dem in sich und durch sich lebenden und wirkenden herzen redet Göthe 60, 225. Wird der relativsatz ausgedrückt, so sinkt dagegen das demonstrativum fast zum artikel herab. der relativsatz sagt dann aus was in der andern fassung durch adjectiva ausgedrückt wird und enthält nur eine nähere beschreibung und ausführung, z. b. sie holte den teppich herbei der so glänzend und reich gestickt war, den glänzenden reichgestickten. wir erfreuten uns der landschaft, die durch den flusz belebt war. wir erblickten das haus, das in flammen stand.
6.
zweifelhaft kann man sein ob artikel oder demonstrativum anzunehmen ist in einer der deutschen sprache eigenthümlichen stellung. man bezeichnet herkunft aus einem land, abstammung von einem geschlecht, wenn man sagt der aus Hessen, der aus Pommern, der aus Spanien oder der von der Malsburg, der von Baumbach, der von Eschwege. immer nur bei dem adel der auf grundbesitz beruht, man sagt nicht der von Müller, der von Schneider, der von Schulze. schon im mhd. kommt dieses der vor, auch im pl., di von Brittanne Rol. 267, 15. di von Dalvergie 267, 22. der von dem swarzen dorne Iwein 5629. der von Berne Nib. 1659, 2. der von Spâne 1735, 1. die von Düringen 1815, 2. die von Bechelâren 1257, 2. die von Rîne 1058. von dem von Burgunden land 2010, 4. von den ûz Berne Dietleib 5707.
dô kômen die von Friesen und die von Sturmlant,
nâch den von Tenemarke hete sie ouch gesant.
Gudrun 938.
die von Tenelande 1111, 2. 2549, 4. mit dem von Tenemarke 1544, 3. die von Karadîe, Karadîne 702, 1. 733, 3. die von Môrrîche 729, 3. die von Nortlande 466, 4. die von Ormanîe 948.
daz lop des von Katzenellenbogen
Walther 81, 6.
der von Norwæge Parz. 676, 3. diu von Hagenouwe Gottfr. Tristan 121, 19. durch den von Tiersberc Konrad v. Würzb. Otto 750. der von Libenzelle Jeroschin 73, 65. 80, 295. weitere beispiele bei Ben. 1, 318. nicht nur ruht in diesen stellen die hebung darauf, man setzte ebenso das zweite demonstr.
dô dise von Berne gescheiden wâren dan
Nibel. 1813, 1.
daher ist die ansicht von Benecke, der eine ellipse von herre, man annimmt, nicht wahrscheinlich. und das geschicht auch etwan denen von den räten Keisersb. Sünden des munds 8ᵇ. glaub mir das verfürt auch die in den clöstern 10ᵃ. ich mein euch hie nicht, aber die von Nürnberg 15ᵃ. und das thuͦnt nicht allein die an den furstenhöfen sondern auch die ratsherren 15ᵃ. ich muͦsz gedenken wie sich die in dem eelichen standt versünden 15ᵃ. wie der (bischof) von Passaw musz solchs thun Luther 3, 407. aber der von Israel (on die von Benjamin) wurden gezelet vier hundert tausent man Richter 20, 17. dasz Luther, der die erweiterte form nicht bei dem artikel verwendet, darin das demonstr. sieht, beweist folgende stelle, die alle überblieben waren vom ganzen heer deren aus Morgenland Richter 8, 10. anzumerken ist aber dasz bei ihm nur in dieser stelle deren vorkommt, sonst nur (oben sp. 957) der oder dere. da wird denn der könig sagen zu denen zu seiner rechten Matth. 25, 34. und es begab sich dasz die zu pferd den Römern oblagen Rihel Livius 299.
als nun war auszbrochen weit
deren von Straszburg willigkeit
Fischart Schiff 92.
sie (die Javaner) haben das betele und areka, welches sie wie die in India stäts kauen Olearius Orient. insuln 148. als dieses die zu Facratea sahen 150. die in der schanze merkten die verätherei 151. der von adel fiel ihm in die rede Chr. Weise Klügst. leute 38. Erznarren 283. 285. das geschlecht derer von Logau Ramlers und Lessings Vorrede zu Logau V. Adelh. wer führt gegen Berlichingen? Franz. der von Sirau Göthe 8, 88. es fällt in die zeiten wie ich die von Miltenberg und Singlingen in der wirthsstube fand, die mich nicht kannten 8, 133. darnach führten wir heraus den Helfenstein, den Eltershofen, an die dreizehn von adel, zusammen auf achtzig 8, 137. ein neuerer roman hat den titel Aus den familienpapieren derer von H.
7.
seine stelle erhält der artikel unmittelbar vor dem subst. oder adject. das war schon in der alten sprache regel, die mhd. hatte davon ausnahmen gemacht und wechselnde freiere stellungen zugelassen, die in der Grammatik 4, 537—542 nachgewiesen sind, wozu Benecke 1, 317 weitere belege liefert. die heutige sprache ist zu der regel zurückgekehrt, und die freiheit den artikel mit dem adjectivum nach dem subst. zu setzen (z. b. wîn der allerbeste. von ritterschaft der mæren Gr. 4, 538—539), die im mhd. das epos und einige dichter zulieszen, ist nur noch, wie im französischen und englischen, erlaubt, wenn adjectiva als epitheta hinter eigennamen gestellt werden, z. b. Ludwig der fromme. Karl der kühne. Friedrich der grosze. Philipp der groszmütige. nur Göthe ist weiter gegangen, er sagt
höhle die tiefste schützt
41, 333.
ein suffigierter artikel wie er in den nordischen sprachen bekannt ist, kommt im deutschen nicht vor; vergl. Grammatik 4, 373.
8.
er zieht die schwache form des folgenden adjectivums nach sich, während der unbestimmte im casus rectus die starke fordert. von dieser regel finden sich schon in frühster zeit ausnahmen, die sich zeigende starke form musz aber als eine verwilderung betrachtet werden; vergl. Grammatik 4, 533—536. mhd. erscheint häufiger (Gramm. 4, 540. 541) die starke form neben der schwachen bei dem allein stehenden adject. (der guoter), nach dem articulierten subst. (der vater vil guoter), nach eigennamen (Constantînus der guoter) und bei dem articulierten adj. welchem ein subst. folgt (der listiger man. diu tugentrîchiu meit. daz listigez wîp. des ganzes apfels. dem helflîchem tage). noch im 16 ten und 17 ten jahrhundert kommt die starke form vor, zuweilen auch bei Luther, z. b. dieser ist der erstgeborner 1 Mos. 48, 18. die rechte kriegsleute Jerem. 48, 14. Schottel hat 236—238 beispiele gesammelt. gegenwärtig gilt die ursprüngliche regel ohne ausnahme, also der gute, die gute, das gute. der gute mann, die gute frau, das gute kind. des guten, der guten, des guten u. s. w. es können auch mehrere adj. folgen.
9.
der bestimmte artikel will bei dem substantivum das besondere aus dem allgemeinen hervorheben und verdankt diesem streben sein dasein. bei entschiedener strenger individualität tritt er zurück, wie bei eigennamen und in andern fällen, wovon hernach die rede sein wird, während er, soll das besondere, das einzelne bezeichnet werden, nicht fehlen darf, wie z. b. bei könig, herr, meister, welt. der blosze allgemeine begriff hat ihn nicht nöthig oder nur den unbestimmten. Hans Sachs unterscheidet richtig,
und verbot ihn (den säufern) den wein
bei groszer straf, auf dasz sie schier
fürbasz nur solten trinken bier
4. 3, 65ᶜ.
wein erhält den artikel, weil damit etwas bestimmtes, der tägliche trank gemeint ist, bier nicht, weil es als appellativum angenommen ist. da aber die linie zwischen der gattung und dem individuum öfter nicht genau zu bezeichnen ist, der zusammenhang der rede in betracht kommt, lage und verhältnisse der sprechenden und hörenden dabei einwirken, so kann er häufig stehen und wegbleiben. im mhd. war die freiheit noch gröszer, Hartmann sagt,
es ist sun des künec Vrîênes
Iwein 2111,
wir müsten sagen der oder ein sohn. es konnte in demselben satz ein substantivum den artikel bei sich haben, das andre nicht,
aldâ si kan verswinden
als viur in dem brunnen
und daz tou in der sunnen
Parzival 2, 3.
selbst in formelhaften verbindungen,
liute und ouch diu lant
Nibel. 1458, 2.
weder regen noch der snê
Parzival 565, 11. Boner 57, 18.
fleisch mit den fischen
Nibel. 370, 3. Iwein 6217;
vergl. Grammatik 4, 416. 417. bei Waldis
thet sich der windt und wasser stillen
Äsop 112ᵃ.
weder multer noch den trok
Uhland Volksl. 718.
Wir betrachten die anwendung des artikels in den verschiedenen fällen.
10.
Da der vocativus, an die zweite person gerichtet, seiner natur nach den artikel nicht erträgt, so ist in der anrede nur herr zuläszig, es stehe nun allein oder vor titel und namen. im mhd. kann hêrre herre in her gekürzt werden, her künec, her keiser, nur nicht vor gott und krist: herre got bei Walther und Hartmann, got hêrre bei Walther. man findet im 13 ten jahrh. auch er für her, er Sîfrit Nibel. 291, 3. er Gunther 614, 2. er Hagene 836, 1. sogar kann er dem vorangehenden wort angeschleift werden, so im Iwein bedahter Îwein 2960. got under Gâwein 4865. ja es wird her herre neben einander gesetzt, wenn es in voller bedeutung von dominus gebieter stehen soll. Adam ruft zu gott her mîn lieber hêrre Karajan denkm. 42, 20.
her herre, und habt ir einen man
der iu sînen dienest marketveile machen kan
MS. 2, 132ᵃ.
herre, her künec Helbling 15, 779. herre, her Dieterîch Rosengarten C. 1670. 1701. 1953. 1967. aber schon im mhd. findet sich ein beispiel, wo aller nachdruck auf herre liegt und der titel mit dem artikel als dritte person zugefügt wird, wie in dem französischen monsieur le duc, monsieur le juge, in dem niederländischen min her de graf. Rudolf nemlich sagt
lieber herre der bischof
Gerhard 685.
hernach im 15 ten und 16 ten jahrh.
got grüsz üch, frow die herzogin
Uhland Volksl. 303.
in den Fastnachtspielen bei Keller kommt neben her wirt, her richter und andern titeln nicht selten her der wirt, her der richter vor, und scheint aus der volkssprache aufgenommen. also, her der bürgermeister 746, 14. 29. 750, 14. her der official 321, 11. 322, 16. 771, 24. 772, 2. 769, 18. her der richter 310, 21. 311, 12. 20. 312, 15. 318, 1. 319, 9. 590, 7. 29 u. s. w. her der wirt 319, 16. 329, 5. 371, 22. 567, 4. 612, 13. 631, 1. 653, 26. 699, 5. 14. 713, 23. 718, 18 u. s. w. einmal der unbestimmte artikel,
Parzival ein ritter guot,
habt euchs für kein unmuot
407, 7.
auch bei Keisersberg herr der könig, herr der fuchs Baum der sel 27ᶜ. sogar vor den eigennamen,
genädiger herr der Perchtold,
darumb pin ich euch von herzen holt.
Fastnachtsp. 577, 21.
ach mein herr der Wolfdieterich,
wie thu euch jetzt gefallen ich?
Jac. Ayrer Trag. 213ᵃ.
noch bei andern, herr der rector Ulenspiegel c. 29. herr der mon (mond) Alte weisen 117ᵃ.
mein lieber herr der doctor
Theuerd. 67, 51.
herr der hofrichter
109, 78.
da kum ich zu euch, mein herr dabt (der abt).
H. Sachs 4. 3, 60ᵈ.
die Carolina criminalis schreibt dem advocaten als formel vor herr der richter, A der anklager klagt zu B dem übelthäter art. 89.
11.
zwei durch und verbundene substantiva lassen den artikel nicht immer weg, von welchem fall unter 13 geredet wird, er kann aber, wenn eine verschiedenheit oder ein gegensatz vorhanden ist, nicht fehlen. der herr und meister, der dichter und tonkünstler ist eine person, der herr und der meister, der dichter und der tonkünstler sind zwei. darauf wird nicht streng gehalten, zumal wenn die verschiedenheit doch nicht zweifelhaft ist, Göthe sagt der epiker und dramatiker sind beide den allgemeinen poetischen gesetzen unterworfen 49, 146. wo der dramatiker stehen sollte. ein gleiches gilt von zwei adjectiven, der gute und gewissenhafte mann, der liebe und treue freund: dagegen zwischen dem weiszen und dem blauen zeug hatte sie die wahl. die gesunden und die kranken gäste kamen zu dem brunnen. mehrere unmittelbar auf einander folgende adjectiva bedürfen keiner wiederholung des artikels, die guten lieben kinder, der tüchtige entschlossene rasche mann: sie verstärkt aber den nachdruck,
so schmausen die zwerge behaglich und laut
zu ehren der reichen, der niedlichen braut.
Göthe 1, 196.
ich habe das nahe, das einzige glück
verscherzt
1, 215.
nothwendig ist der artikel, wenn aus gleichem grund das adject. hinter das subst. gestellt wird, der richter, der gerechte, hat dies urtheil gesprochen. dem herrn, dem mächtigen, sollt ihr gehorchen. die mutter wird kommen, die gute.
und die mauer, die vermorschte,
altershalben ist gefallen
Göthe 5, 274.
nahend seh ichs mit erstaunen
sitzt er noch im pelz, dem braunen,
wahrlich wie ich ihn verliesz
41, 98.
die glocke tönt, die fürchterliche,
durchschauert die beruszten mauern
41, 103.
12.
bei ausdrücklich angezeigtem gegensatz ist er im sing. nothwendig. der glückliche vermag das, nicht der unglückliche.
der trûrege, niht der geile
Parz. 491, 18.
im pl. kann er wegbleiben, man sagt die reichen gelangen dazu, nicht die armen, aber auch reiche gelangen dazu, nicht arme. Göthe wol nur allein hat das articulierte adjectivum vorangesetzt und bei dem dazugehörigen subst. den artikel wiederholt,
sie sinds, die unholdigen schwestern.
sie streifen heran und sie finden uns hier:
sie trinken das mühsam geholte, das bier,
und lassen nur leer uns die krüge
1, 226.
nun ists um den armen, den thürmer gethan
1, 230.
gehören zwei substantiva von verschiednem geschlecht und numerus zusammen, so musz der artikel wiederholt werden, das glück und die theilnahme der menschen begünstigten ihn. der widerwillen und die zuneigung drückten sich auf ihrem gesicht aus. die lust und die begierden waren nicht zu zähmen. Luther fehlt dagegen, wie andere, zur ehre und lobe gottes Philipp. 11, 11. und euer geist samt der sele und leibe müste behalten werden unsträflich 1 Thess. 5, 23. auch im canzleistil häufig. Göthe hat in ähnlichen fällen die regel in der prosa oft hintangesetzt, er sagt z. b. mit diesem lied und wendung 5, 19. deinen rock und mütze 12, 92. gleichen wuchses und würde 21, 69. um ihre gestalt und wesen 48, 23; weitere beispiele s. Lehmann Göthes sprache 205.
13.
Werden zwei oder mehrere nebeneinander stehende substantiva durch eine conjunction verbunden, so kann der artikel vorangehen aber auch wegbleiben. in jenem fall wird das besondere das in den appellativen liegt, bezeichnet, in diesem gestattet die durch die substantiva angezeigte vielheit den artikel auszulassen. man kann sagen die stadt brennt im östlichen theil, die straszen und die plätze sind mit menschen angefüllt, aber auch straszen und plätze. hier zeigt sich kein merklicher unterschied, aber häufig entsteht, wenn der artikel wegfällt, eine formelhafte, bildliche oder sprichwörtliche redensart. sagt man das kraut und die rüben unter einander hacken, so kann das nicht uneigentlich genommen werden, dagegen kraut und rüben kann auch bildlich heiszen 'das verschiedenartige, nicht zusammengehörige in der betrachtung, in dem gespräch unter einander werfen'. diese verbindung zieht häufig noch eine nähere herbei, indem sich wie von selbst alliteration oder reim einfindet. von jener sind aus älterer zeit und in beziehung auf rechtliche verhältnisse beispiele in den Rechtsalterthümern s. 6 folg. gegeben, von diesem s. 13. hieran schlieszen sich hier die in der folgenden zeit bemerkten.
a.
barte und beil (Froschm. Vv v). bauer noch bürger (Waldis Esopus 24ᵇ). baum und borke (Gutzkow Ritter vom geist 3, 36). baum und busch (Göthe 1, 43). in bausch und bogen. busz und besserung (Eyering 2, 321). blatt und blume (Schiller 54ᵇ). blüte und blume. bürger und bauer. braut und bräutigam (Schiller 191ᵃ.) brot und butter. dicke und dünne. distel und dorn. dorn und dickicht (Göthe 22, 87). dunst und dampf (H. Sachs 3, 138ᵃ). in allen ecken und enden (Göthe an fr. v. Stein 1, 47). ernst und eifer. feld und fach (Göthe 46, 250). feuer und flamme. flammen und funken (Günther 928). fisch und fleisch (Eyering 2, 344. Göthe 40, 173). flur und feld. freude und furcht. freund und feind. friede und freude. gang und gemach (A Grün Ged. 264). gärten und güter (Mörike Idylle 53). geld und gut (Waldis Esopus 2026). geld und gewalt (Eyering 3, 315). geld und gunst (Brant Narrensch. 111, 21. Herm. Grimm Novellen 354). gift und galle. gift und geifer. gift (geschenk) und gabe (Schuppius 532). gold und geld (Eyering 3, 118). gras und gries (Zingerle Hausmärchen 2, 269). glitz und glanz (Mörike). glück und glas. glück und gunst. groll und grille (Günther 597). hahn und huhn (Froschm. Q iiij). hals und hand. hand und herz. hast und hatze (Göthe an fr. v. Stein 2, 127). haupt und hals (Froschm. M m 1). haupt und haar. haus und hof. haus und herd. in haus und herz behalten (J. Paul Siebenkäs 2, 112). haut und haar (Brant Narrensch. 67 β. Göthe an Lavater 98). herr und haupt (Eyering 3, 126). herz und hand. herz und haupt (Froschm. G iiij). himmel und hölle. hirt und hund (Wittenweiler 55ᶜ, 34). hirsch und has (Froschm. N ij). hof und herre (Froschm. E v). höhen und halden. huhn und hahn. kalb und kuh (Wittenweiler 9ᵈ, 32). kaul und kegel (Eyering 2, 384). keiser und könig (Soltau 2. 338, 21). keller und koch (Gargantua 169ᵃ). klette und kleid (Göthe 56, 82). kind und kegel. kisten und kasten. könig und keiser (Eyering 2, 591). kranz und krone (Kotzebue Dramat. spiele 2, 281). kräuter und kiesel (Göthe an fr. v. Stein 1, 217). krieg und krankheit (Eyering 3, 184). küche und keller. küssen und kosen. land und leute. leib und leben (Mückenkr. 2, 498). liebe und leid. licht und leben (Schiller). lenz und liebe (Uhland Ged. 445). licht und luft. lunge und leber (Wittenweiler 3ᵈ, 25. Eyering 3, 463). lust und liebe. mann und maus. maul und magen (Eyering 3, 86). moder und morast. münz und masz (Eyering 3, 274). nacht und nebel. rang und reichthum (Herm. Grimm Novellen 388). reden und rathen. rosz und reiter. ritter und rosz (Göthe 1, 103). rosz und rind (Wittenw. 55ᵃ, 30). ruh und rast. sammt und seide. schalk und schelm (Mercks briefe 1, x). scham und scheu (Göthe 40, 180). schand und schmach. schand und schade (Wittenw. 55ᵃ, 18. Eyering 3, 586). schild und schirm (Boccaccio 1, 7ᵃ). schild und schutz (H. Sachs 4. 1, 13ᵃ). schild und sper. schild und schwert. schimpf und schande. schirm und schutz. schmach und schande. schutz und schirmung (Göthe 41, 227). sichel und sense (A. Grün Ged. 78). stahl und stein. stich und streich (Theuerd. 77, 85. Fuchs Mückenkr. 3, 413). stock und staude. stock und stein. schlägt stuhl und stahl entzwei (Günther (1061). stumpf und stiel. sturm und streit (Laurin 766 Schade. Froschm. 994). stütze und stab. tag und thau (Lisch Mecklenb. jahrb. 20, 201). thür und thor (Göthe 1, 103). thor und thürangel (Eyering 2, 384). tiegel und topf (Mörike Idyll. 112). tod und teufel (Kotzebue Dramat. sp. 2, 315). trommel und trompete (A. Grün Ged. 264). trotz und thränen (Göthe 40, 282). wall und warte (A. Grün Ged. 172). waffe und wehr. wald und wiese (Mörike Ged. 30). wanderer und wagen (Göthe 40, 238). wasser und wald (Froschm. C v). wasser und weide (Froschm. Dd v). wein und weib (Uhland Ged. 371). werk und wort (Brant Narrensch. 112, 15). werth und würde (Iffland Werke 11, 182). wind und wasser (Froschm. E ij). wind und welle (Göthe 2, 76). wind und wetter. wittwen und waisen. wonne und weide (H. Sachs 4. 3, 54ᵇ). wol und weh. weder wort noch weis (Theuerd. 48, 119). worte und wendungen (Herder in Mercks briefen 1, 25). worte und werke (H. Sachs 3. 1, 4ᵇ. Göthe 1, 237). wort und wink (Schiller 327ᵇ). wunsch und wink (J. Paul Siebenk. 1, 116). wunsch und wille. zaum und zügel. zins und zehnte. zins und zol (Eyering 2, 412). zittern und zagen. zunge und zähne (Froschm. Mm 1). zweck und ziel (Soltau Volkslieder 2. 183, 16).
b.
bürde und würde. dach und fach. zu ding und ring gehen (Haltaus 227. Weisth. 2, 180. 181). duft und luft (Lorich 95). freund und leid. freund und feind. gang und drang (Uhland Ged. 417). gut und blut (Froschm. Mm iij). handel und wandel. hülle und fülle. klang und sang. knall und fall. durch korn und dorn (Bürger 69ᵇ). kniffe und pfiffe (Kotzebue Dramat. sp. 2, 296). krieg und sieg. krüppel und tippel (Fischart Garg.). kunst und gunst (Göthe 41, 149). über land und sand laufen (Stilling Jugend 2, 68). leben und weben. lug und trug. macht und pracht. not und tod. aus rand und band sein (Gutzkow Ritter vom geist 1, 253). rat und that. rumpf und stumpf. sack und pack. saft und kraft. salz und schmalz. sang und klang. saus und braus. scham und gram. schewel und grewel (Hesekiel 11, 18. 21). schmollen und grollen (Mörike Ged. 18). sporn und dorn (Fischart Garg. 69ᵇ). stein und bein. schritt und tritt. stock und block. schutz und trutz.
wenn wahn und bahn
der beste brach
Göthe 40, 417.
weg und steg. Beispiele von diesem wegfall des artikels aus dem ahd. und mhd. gibt die Grammatik 4, 389. 401. 409. 410. aus der groszen menge, die sich in den schriften der folgenden zeit finden, hier nur einige. im anfang schuf got himel und erden 1 Mos. 1, 1. scheiden tag und nacht 14, 18. dorn und distel sol er tragen 3, 18.
der velt bald in sünd und schuld.
Brant Narrensch. 35, 22.
und tag und nacht spielen und rasen
77, 5
an weib und kind nit viel gedacht.
Waldis Esopus 190ᵇ.
zur arbeit stäts hielt mägd und knecht
193ᵃ
ein ewig schreien weh und klag
343ᵃ.
bei Hans Sachs sehr häufig, nur einige beispiele,
gester hat Alexander plagt
land unde leut, schlösser und stätt
2, 55ᵃ.
nach dem thut fleisch und blut stät streben
3, 55ᵃ
vieh und leut mangel bei ihn leiden
3, 56ᵇ.
tag und nacht mit treuer hut
3, 56ᵇ.
sommer und winter musz ich wandern
3, 62ᶜ
er sei denn von adels geschlecht
das zu der that hab fug und recht
3, 67ᵇ.
all krieg und hader wird zerbrochen
3, 71ᵇ
ist ein zung die nur suchet endlich
hader und zank
3, 71ᵈ.
da ist hund und katz das best vihe Fischart Garg. 69ᵃ. reiten durch wald und strauch Schütz Beschreib. v. Preuszen 75.
in gefahr setzen leib und blut.
Fuchs Mückenkrieg 1, 400.
bei Göthe sehr beliebt; beispiele nur aus dem ersten band.
spät erklingt was früh erklang,
glück und unglück wird gesang
9.
wo du, engel, bist, ist lieb und güte
79.
und regen, sturm und gewitter
verpast ich unter dem baum
94.
füllest wieder busch und thal
still mit nebelglanz
111.
jetzt nur stangen diese bäume,
geben einst noch frucht und schatten
113.
und wenn du haus und felder pflegst,
will ich dein diener sein
122.
bei flöten und schalmeien
erneuert sich die zeit
129.
ich stellt mein sach auf geld und gut, juche!
darüber verlor ich freud und mut, o weh!
145
zu ende geht nun sang und schmaus
147.
da kommt behende kreuz und band
und zieret rock und brust
150.
ball und oper wird uns tödten
161.
sie tragen die würste, die schinken so klein,
und braten und fisch und geflügel herein
197.
und wagen und reiter und bräutlicher schwall
sie kommen und zeigen und neigen sich all
197.
soll spott und hohn getragen sein,
trag ich allein den hohn
204.
und helle
ward aug und gesicht
216.
hatten frühe schon
töchterchen und sohn
braut und bräutigam voraus genannt
242.
keimt ein glaube neu,
wird oft lieb und treu
wie ein böses unkraut ausgerauft
242.
wein und essen prangt
eh er es verlangt
243.
müdigkeit läszt speis und trank vergessen
244.
klag und wonnelaut
bräutigams und braut
247.
salz und wasser kühlt
nicht wo jugend fühlt.
249.
noch betracht ich kirch und palast, ruinen und seulen.
259.
mutter und tochter erfreun sich ihres nordischen gastes
261.
fehlet bildung und farbe doch auch der blüte des weinstocks,
wenn die beere gereift menschen und götter entzückt
271.
minder häufig bei Schiller.
stürzten, flogen, schmolzen geist und geist zusammen,
lippen, wangen brannten, zitterten,
seele rann in seele, erd und himmel schwammen
wie zerronnen um die liebenden
1ᵃ.
und braust durch mark und bein
7ᵃ.
knüpfet sich kein liebesknoten
zwischen kind und mutter an?
zwischen lebenden und todten
ist kein bündnis aufgethan
54ᵇ.
stadt und ho wissen es richtig 187ᵇ. hof und serail wimmeln jetzt von Italiens auswurf 191ᵃ. himmel und erde liegen auf mir 191ᵇ. seis tod oder leben 191ᵇ. wenn himmel und erde, wenn schöpfung und schöpfer zusammen träten 201ᵃ.
die himmlischen gestirne machen nicht
blosz tag und nacht, frühling und sommer
341ᵇ.
Dasselbe verhältnis tritt noch häufiger ein, wenn eine präposition voran geht, die bei dem zweiten wort wiederholt werden kann. auf tod und leben kämpfen. auf strang und schwert anklagen. durch mark und bein dringen. durch dick und dünn gehen. hinter schlosz und riegel verwahren. in kummer und elend, in sorge und leid leben. in staub und asche sitzen. in wind und wetter gehen. über berg und thal ziehen. über stock und stein springen. von haus und hof verjagen. da ward aus abend und morgen der dritte tag 1 Mos. 1, 13.
on was mit disteln und mit dorn
durchwachsen war und gar verworn.
Waldis Äsop 193ᵃ.
warn von disteln und dorn erstickt
193ᵃ.
über schnee und eis, stock und stauden mit im ins elend reisen Fischart Garg. 70ᵃ.
so dringet ängstlich hin und wieder
durch feld und busch und wald mein blick.
Göthe 1, 67.
zwischen waizen und korn,
zwischen hecken und dorn,
zwischen bäumen und gras
wo gehts liebchen?
1, 89.
ohne rast und ruh
1, 93. 112.
wo hinter thoren und thüren
sonst lauerten ritter und rosz
1, 103.
wandle zwischen freud und schmerz
in der einsamkeit
1, 111.
er reit't in blitz und wetterschein
1, 182.
den erlenkönig mit kron und schweif?
1, 183.
manches pfand zu lieb und huld
1, 194.
wie soll man ruh mit fleisch und blut
wol finden?
1, 208.
labung für durst und hunger reichen
1, 218.
eilt es durch anger, feld und busch
1, 225.
der wald ist frei
von eis und reifgehänge
1, 232.
entlassend meiner wolke tragwerk, die mich sanft
an klaren tagen über land und meer geführt
31, 251.
herscht doch über gut und blut
dieser schönheit übermut
41, 217.
du gebietest über tod und leben
Schiller 2ᵇ.
über koch und keller raisonnieren
183ᵇ.
er rücke
mit schwert und feuer auf mich an
241ᵃ.
mir zuerkannt von himmel und natur
250ᵇ.
die christenheit trauert in sack und asche
324ᵇ.
Terzkas regimenter zu rosz und fusz
329ᵇ.
da musten wir heraus in schnee und eis
354ᵃ.
14.
wird das nomen in einem satz mehrmals wiederholt, so kann, wenn es zum erstenmal steht, der artikel fehlen, regen erquickt die pflanzen, aber wenn der regen zu lange dauert, faulen die wurzeln. glück will jeder haben, kommt aber das glück, ist man damit nicht zufrieden.
15.
im gothischen waren mehrere wörter des artikels nicht fähig, deren zahl sich im ahd., noch mehr im mhd., verringerte (Gramm. 4, 383. 394. 404): jetzt sind nur wenige übrig.
a.
gott nimmt den artikel auch im nachgesetzten genitiv nicht an, gott ist gewaltig. die gnade gottes ist unerschöpflich. du kannst gott vertrauen. du sollst gott ehren. doch wo eine besondere beziehung eintritt erscheint der artikel, der gott der herrscharen, der gott der christen im gegensatz zu dem gott der heiden. Luther sagt auch darüber lobte Daniel den gott von himel Dan. 2, 20. Dagegen bei heidnischen göttern und göttinnen wird der artikel zugefügt, Jupiter der gott kam herab. Pallas die göttin ward sichtbar. die götter Griechenlands. der abgott der heiden. schon im mhd. der got niez Saturnus Kaiserchr. 174. dem got Apollen Roland 10, 7. tempel der gotinne Athis C*, 101. diu götinne Mêdusâ Barlaam 246, 2. apgot war im ahd. und bis ins 12te jh. masc. und neutrum. Bei zugefügtem adject. ist der artikel nöthig, also hat der grosze gott dem könige gezeiget Daniel 2, 45. denselbigen tag hat ihnen der allmächtige gott gemacht 6, 16. wir befinden aber dasz die jüden gute gesetze haben und kinder des höchsten und ewigen gottes sind Esther 6, 10. Wolfram setzt gotheit einmal ohne artikel, der sonst bei diesem wort im mhd. so wenig fehlt als jetzt, auch nicht Parz. 466, 20.
swâ werc verwurkent sînen (gottes) gruoz
daz gotheit sich schamen muoz,
wem lât den menschlîchiu zuht?
Parz. 467, 2.
gott der herr sagt man gewöhnlich, gelobt sei gott der herr des Sems 1 Mos. 9, 26.
als gott der herr (ich weisz auch wol warum)
uns aus der luft in tiefste tiefen bannte
Göthe 41, 253.
bei herrgott, insofern es ein bildnis Christi bezeichnet, gebraucht H. Sachs, der besondern bedeutung wegen, mit recht den artikel,
am auffartstag nach altem brauch
ward gstellt auf den altar
der herrgott mit der osterfannen
4. 4, 60ᵇ.
soll der herrgott gen himel farn
das.
Liendl den herrgott vom altar nam
das.
thet hindern tisch den herrgott setzen
das.
b.
auch vor Christus ist der artikel unzulässig, wenn nicht ein adj. dabei steht. mhd.
sîn sun der ist geheizen Krist
Walther 12, 13.
nû heilent Kristes wunden
77, 9.
in dem jâmer Kriste dez herze brach
27, 22,
aber
der wâre Krist
5, 10. Freidank 173, 10.
man behält jetzt mit richtigem tact Christi Christo Christum bei, nur Göthe sagt
wenn man auch nach Mecca triebe
Christus' esel, würd er nicht
dadurch besser abgericht
5, 129 (Divan).
aber bei dem teuflischen Antichrist steht der artikel, schon im ahd. und mhd. der Antichristo Muspilli 42. 48. thes Antikristen Otfr. 4. 7, 28. den Antichrist Anno 255. Kaiserchr. 607. der Endekrist sol komen Freidank 172, 11. 14. 20.
c.
vater hat schon im ahd. den artikel erhalten, der im gothischen fehlte, doch zeigen sich noch einwirkungen des ursprünglichen. man sagt gott vater, aber gott der sohn. im obliquen casus musz der artikel stehen, gottes des vaters Philipp. 2, 11. bei Schiller da in vaters brust dein eisen drang 134ᵇ ist vatersbrust zu schreiben. gott dem vater Galat. 1, 3. 2 Tim. 1, 2. got den vater 1 Corinth. 8, 6. doch sagt man noch in der umgangssprache des nördlichen Deutschlands (Schirlitz §. 15) vater ist ausgegangen. mutter kleidet sich an. groszmutter will zu haus bleiben. ja man hört auch den nach der flexion der eigennamen gebildeten acc. vatern, muttern. ich habe vatern nicht gesehen.
groszmutter spricht 'morgen ists feiertag,
groszmutter hat keinen feiertag'.
urahne spricht 'morgen ists feiertag,
am liebsten morgen ich sterben mag'
G. Schwab.
auch wol bei andern verwandtschaftsverhältnissen. brüderchen nahm sein schwesterchen an die hand. die böse stiefmutter meinte nicht anders als schwesterchen wäre von den wilden thieren im wald zerrissen worden, und brüderchen als ein rehkalb von den jägern todt geschossen Hausmärchen nr. 11.
begrüszt von mümichen Empuse
Göthe 41, 145.
dann gieng sie singen vor schwesters thür.
Wunderhorn 1, 94.
er geht mit ihr vor mutters haus
1, 101.
in mutters frommem kämmerleine
Heine Buch der lieder 79.
d.
das gothische diabulus nimmt den artikel nicht an und in der ersten zeit, wie es scheint, auch nicht das ahd. diufal, doch bei Otfried ist er vorhanden (Grammatik 4, 395) und im mhd. wie heute nothwendig.
e.
nichts und niemand weisen den artikel zurück, wie jeder, jedermann, jeglicher, keiner, weil sie die vollkommenste bestimmtheit ausdrücken. nichts erhält ihn, wenn ihm ein positiver sinn beigelegt wird, das nichts soll der grund der dinge sein, wie man die welt dies grosze nichts magnum inane nennt, Stieler 1357. so auch niemand, wenn es als person behandelt wird, der Niemand soll das gethan haben. der Niemand ist an allem schuld. warum das adj. all den artikel nicht vor sich duldet, ist oben (1, 206) gezeigt.
16.
abstracte begriffe bedürfen im nom. und acc. des artikels nicht und lassen ihn daher häufig weg, zumal in sprüchen und sprichwörtlichen redensarten, alter schützt vor thorheit nicht. wenn hochmut uafgeht, geht glück unter. mut geht über gut. lieb ist leides anfang.
redlichkeit lobt jedermann,
jedoch läszt man sie betteln gahn.
jugend fängt wie zunder. flieh ehre, so läuft sie dir nach ehre vor der welt ist schaden im beutel. sprichestu ee daz ich mich bedenk, so bin ich herusz. ursach ist der schlüssel zu dem mul, der ist dir ze nahe du kannst das maul nicht halten Keisersb. Sünden des munds 52ᵃ. thorheit steckt dem knaben im herzen Sprüche Salom. 22, 5. warheit ist dem narren zu hoch 24, 7. kaufe warheit und verkaufe sie nicht 23, 23.
der schmid dacht 'kunst geht nit recht zu'.
H. Sachs 4. 3, 70ᶜ.
bewährt den forscher der natur
ein frei und ruhig schauen,
so folge meszkunst seiner spur
mit vorsicht und vertrauen
Göthe 2, 209.
im genitiv und dativ kann aber der artikel nicht fehlen, des hochmuts spottet ein jeder. der redlichkeit soll man nachstreben. dem glück läuft man vergeblich nach. der tugend machte er eine verbeugung und liesz sie vorüber gehen.
17.
bei sein und werden wird der artikel nicht gebraucht, zumal wenn ein persönliches substantivum prädiciert wird. so steht tag, abend, nacht, sommer, winter, herbst, frühling, luft, wasser und andere. er ist könig. er ist arzt. der geselle wird heute meister. es ist schon tag. es wird bald abend, bald nacht werden. bei uns ists winter, in jenen ländern ists sommer. es ist luft im zimmer. es ist wasser im krug. so schon im mhd. s. Gramm. 4, 409.
18.
den cardinalzahlen wird der artikel beigegeben, wenn ein theil einer gröszeren zahl soll heraus gehoben werden, also eine nähere bestimmung nöthig ist, der eine soll alles auf sich nehmen. die achte waren aus dem haufen getreten. die zwölfe kämpften wie helden.
des antwurt im der eine
Erek 5445. 5506.
ez was diu eine von den drin
der zweier frouwe under in
Iwein 3396.
nû wil ich die siben (von acht tugenden) unter wegen lân Berthold 280.
er hat zwelf lebendige kind,
und seind die sibne klein
Uhland Volksl. 489.
Ein gleiches kann statt finden, wenn eine ungefähre zahl soll bezeichnet werden, das ich kumen pin uber die zweinzig jar Albrecht v. Eybe 14. in die sechs reuter Ettner Unwürd. doctor 657. über die 600 personen gestorben Lisch Jahrbücher 17, 204. in die fünf wochen. in die dritthalb hundert. in die 50 häuser 17, 218. bei Göthe öfter,
und zu pferd an seinen seiten
an die vierundzwanzig kamen
4, 134.
an die acht jahre 8, 76. an die dreizehn von adel 8, 127. es sind schon an die hundert ortschaften aufgestanden 8, 134. es sind nun über die acht jahre, dasz sie hierher kamen 10, 134. der mörder gab ihm an die zwanzig stiche 27, 232. dagegen waren manche, die schon in die dreiszig gelangt, mich aufsuchten. 48, 74. wir giengen neben einander an die sechs jahre ders. an Lavater 7. ich habe mit dem hause über die dreiszig jahre verkehrt Lenz 1, 285. Die ordinalzahlen verlangen den artikel, der erste, der zehnte, der zwanzigste, der hundert und zweite. er mengt das hundertste in das tausendste. nun zu dem dritten und letzten Keisersb. Sünden des munds 25ᵇ. Logau gestattet sich einmal ihn wegzulassen,
wenn mannesmäuler sich und weibermündlein paaren,
gibts zehnden monat drauf was junges zu erfahren
1. 4, 76.
Steht beide vor dem substantivum, so kann der artikel gesetzt werden und auch wegfallen, er leidet an beiden oder den beiden augen. beide oder die beiden füsze schmerzen ihn. steht es allein und bezieht sich auf ein vorangegangenes substant., so bleibt der artikel weg, ich erwartete einen von den brüdern, aber beide sind gekommen. der kleine und der goldfinger sind verletzt, und beide bluten heftig.
19.
Göthe, dem der artikel zuweilen beschwerlich fiel, liesz ihn, und in späteren gedichten nicht selten, auch da weg, wo eine bestimmte beziehung vorhanden war, die ihn forderte, in den beiden ersten beispielen läszt er sogar ein adject. vorangehen.
der abgebildete
vergleicht sich billig
heilgem dreikönige
2, 161.
ich will doch gleich hinauf in kleinen vorsaal gehen,
wie weit ists ungefähr, auf meiner charte sehen
7, 45.
suppe kocht und siedet ein,
braten will verbrennen
1, 153.
und so hab ich auch den fischer
ruhig sehen netze werfen,
brauchte dem gewandten tischer
winkelmasz nicht einzuschärfen
5, 105.
schäferhund er will nicht weichen
5, 273.
welch ein tönen, welch ein schauer!
treppe schwankt, es bebt die mauer
41, 94.
was musz die sternenstunde sein?
gemäuer scheint mir zu erbangen
41, 96.
luft ist gereinigt,
athme der geist
41, 331.
auch Rückert,
ich stand auf berges halde,
als sonn hinunter gieng.
20.
erklärbar ist der fehlende artikel bei dem appellativum, wenn dieses die stelle eines eigennamens vertritt. man sagt im märchenstil, füchschen kam herbei geschlichen, schwälbchen flog weg, mäuschen fürchtete sich.
läuschen hat sich verbrannt,
flöhchen weint,
thürchen knarrt,
besenchen kehrt,
wägelchen rennt,
mistchen brennt,
bäumchen schüttelt sich
Hausmärchen nr. 30.
knabe sprach 'ich breche dich,
röslein auf der heiden'.
röslein sprach 'ich steche dich
dasz du ewig denkst an mich'
Göthe 1, 17.
mein vater, mein vater, und hörest du nicht,
was erlenkönig mir leise verspricht?
mein vater, mein vater, und siehst du nicht dort
erlkönigs tochter am düsteren ort?
erlkönig hat mir ein leids gethan
1, 184.
seele wills nicht länger ertragen,
sie (die flasche) an der thüre in stücke schlagen
5, 209.
märchen sagt 'es war einmal'
41, 271.
Fantasie das ungeheure riesenweib
sasz zu berg,
hatte neben sich zum zeitvertreib
Witz den zwerg
Rückert.
was glimmert schwarz katers auge so hell?
Heine Buch der lieder 19.
kommt feins liebchen heut?
36.
wo da wandelt liebchen traut
40.
Walther fügt in ähnlichem fall frau hinzu,
waz êren hât frô Bône?
17, 25. 38.
21.
er fehlt bei formelhaften elliptischen redensarten. kopf weg! ruft man, wenn wasser aus dem fenster soll herabgeschüttet werden, hut ab! wenn die höflichkeit aus den augen gesetzt wird. gewehr auf! gewehr ab! brust heraus! lautet das militärische commando.
22.
wenn eine nähere bestimmung vorausgesetzt, aber nicht ausgedrückt wird, so wird dennoch der artikel zugefügt, er will bauen, aber ihm fehlt das geld, das dazu nöthige. du must dich fügen, denn er ist der herr, er kann es gebieten. er hat das brot nicht, er kann sich nicht sättigen, hat nicht das nothwendigste.
darmit gewinn ich kaum das brodt
H. Sachs 4. 3, 63ᵇ.
es gibt Ludwigskreuze die das brot nicht haben Göthe 36, 72.
23.
da das dem subst. beigegebene adject. eine nähere bestimmung enthält, so kann der artikel wegbleiben, er kann aber auch hinzugefügt werden. man sagt guter weizen oder der gute weizen ist theuer. volles oder des vollen glückes gewährung. bösem oder dem bösen wetter ist niemand hold. reine oder die reinen tage kommen selten. lärmenden oder den lärmenden vergnügungen gieng er aus dem wege. gleichwol entstunden (fehlten) ihm auch die mittel eigenen herrn zu spielen Stockfisch 18. Bei dem comparativus findet ein gleiches statt, aber nicht bei dem superlativus. bei diesem kann in präpositionalformeln der artikel wegbleiben, in höchster not oder in der höchsten not, ebenso in bester stimmung, in frühster zeit, mit gröszter lust, mit tiefstem schmerz, bei höchster ungnade.
warum ist wahrheit fern und weit,
birgt sich hinab in tiefste gründe?
Göthe 5, 123.
mit innigstem behagen
5, 196.
einst mit heiszestem verlangen
so erwartet wie empfangen
7, 219.
kommt von allerreifsten früchten
mit geschmack und lust zu speisen
41, 27.
augenstral ist mir verliehen
wie dem luchs auf höchstem baum
41, 212.
als gott der herr (ich weisz auch wol warum)
uns aus der luft in tiefste tiefen bannte
41, 255.
mit stolz in tiefster brust
41, 292.
sonst wird er beibehalten, das gröszte glück begleitet ihn. das schlimmste ist zu erwarten. er begreift das geringste nicht. sie ist das liebste kind. der glücklichste erfolg war gesichert. indessen hat man in neuerer zeit sich darüber hinausgesetzt. Göthe liebt es, zumal in seinen spätern gedichten, den artikel wegzulassen, auch wenn keine präposition vorangeht, und umgekehrt hat er auch wol den unbestimmten zugefügt: eine stelle im Divan als beispiel für die verschiedenen fälle,
Enweri sagts, ein herrlichster der männer,
des tiefsten herzens, höchsten hauptes kenner
5, 119.
und ein gegenstück liefert Rückert,
denn ein reinlichstes bild mit treffendsten zügen entworfen
soll mir ein haushalt hier werden der freundlichsten art
296.
beispiele für unsern fall aus dem spätern Faust,
dasz er euch gelenk und weich sei,
wuszt ich feinsten flachs zu sichten
41, 34.
zerrt unnützeste gespinste
lange sie an licht und luft:
hoffnung herrlichster gewinste
schleppt sie schneidend zu der gruft
34.
in ringen köstlichstes juwel
45.
du bleibst zu hause wichtigstes zu thun
111.
verderblichstes dir abgerungen
153.
sie werfen sich, anmutigster gebärde,
vom wasserdrachen auf Neptunus pferde
162.
doch beugt sogleich hartnäckigster mann
vor der allbezwingenden schöne den sinn
180.
nun denn, statt freundlich mit trost reich begabten
letheschenkenden, holdmildesten worts,
regest du auf aller vergangenheit
bösestes mehr denn gutes
196.
wie so sittig herab mit verweilendem tritt
jungholdeste schar anständig bewegt
den geregelten zug
209.
du kommst heran, er meldets nicht, verfehlt
ist ehrenvollster schuldigster empfang
so hohen gastes
211.
ihrem tritt
begegne sanfter boden: ihrem blick,
nur göttliche nicht blendend, höchster glanz
217.
dann aber liesz ich allerschönsten frauen
vertraut-bequeme häuslein bauen
256.
zwar wetterleuchten in der weiten ferne,
blickschnelles fallen allerhöchster sterne
mag jede sommernacht geschehn
282.
so viel erschrecklichstes im engsten raume
324.
andere sind viel sparsamer mit diesem superlativus ohne artikel, weil man das ungewöhnliche darin noch fühlt. unbedenklich kann das quantitativpronomen voran gehen,
vom himmel fordert er die schönsten sterne
und von der erde jede höchste lust
Göthe 12, 24.
denn jeden schwierigsten gedankeninhalt bändigt er mit leichtem und sicherm griffe Gervinus Geschichte der deutschen dichtung 5, 651. jene bedeutsamkeit und pathetische weisheit, mit der er nun jede elendste sache ansah und beschaute 653.
24.
dem pronomen demonstrativum, das schon eine scharfe bestimmung enthält, kann kein artikel vorgesetzt werden. doch sagt Göthe einmal (oben sp. 963) der der. bei jener findet sich schon im mhd. eine ausnahme, wo aber der artikel die schwache form nicht nach sich zieht,
der jener (wart) gevangen
Herbort 6460.
die jene zwêne nâmen
ir swert an die rehten hant
13582.
vergl. 3641. 8141, wo es ebenfalls vorkommt, aber eine besserung nöthig ist. in den von Leyser herausgegebenen predigten des 13ten und 14ten jahrhunderts steht es mit einem darauf folgenden relativum, da die gene habe (vermögen) mit samenen, die diese werlt lieb haben 51, 9. die gene die sie martelten 114, 11. ohne relativum aus einer Leipziger handschrift des 14ten jahrhunderts werden bei Leyser s. 149 folgende stellen angeführt, der jener wider in dô sprach 80ᵃ. dô der jener wart gewar daz er vant sulchen untrôst 81ᵃ. die jene lobeten den gewin als sie ir valscheit lêrte 94ᵇ. den jenen dat. pl. Keisersb. Postille 8. auch im mittelniederd. zeigt sich de gin, de gin di he geladen hede Wackernagel Leseb. 776, 6. es wird aus dem mittelniederländischen eingedrungen sein, wo de gone gebräuchlich war; beispiele in der Gramm. 4, 447. vielleicht war das bedürfnis einer schwachen form die veranlassung zu der bildung derjenige, die gegen das ende des 15ten jahrh. aufkam. indessen fieng man um diese zeit auch an eine schwache form von jener neben der starken zuzulassen, und was frölich als derginne, der verloren schadens oder schulden wider zuͦkumpt Ulenspiegel s. 68 Lappenberg. so dürfen dieginnen nit klagen, die du betrogen hast 134. der jenen Hutten 5, 238. so dem mehrer theil der jenen die reimen machen, gemein ist Alberus 10. on den glauben kan uns das jene nit nutz werden, das Christus für uns gethan hat ders. wider Jörg Witzeln C 7ᵃ. wo sind die jene, denen du umb meintwiln gedient hast das. E 4ᵃ. die jenen die sich so unmäszlich schmücketen Buch der liebe 289, 3. de jenne aus Rehtmaiers Chronik 2, 226 bei Frisch 1, 486ᵃ. auch bei Opitz,
der jene welcher dir nun ganz ergeben ist.
die krone trägt sie auch die sie dem jenen gibt,
der ihren ruhm erhöht
1, 103.
was mag das gold dort nützen
dem jenen welcher stäts darüber pflegt zu sitzen?
1, 105.
und noch bei Göthe,
zu diesem sprach der jene dann
47, 85.
er behält auch, wie es im mhd. geschah, die starke form bei,
wer ist denn der der und der jener?
2, 274.
25.
der canzleistil gestattet in einigen fällen den artikel auszulassen, wo er sonst stehen müste, so heiszt es, stände gaben zu erwägen, beharrten bei dem beschlusz. kläger brachte folgendes vor, klägern ward aufgegeben zu beweisen. beklagter antwortete. doch bleibt diese freiheit nur auf einige fälle beschränkt, man sagt nicht beschuldigter erwiderte, verurtheilter gab zu erkennen, sondern der beschuldigte, der verurtheilte.
26.
bei aufschriften und überschriften, in registern ist eine weitere hinweisung nicht erforderlich, der artikel fällt daher weg, Louisenplatz, Schloszplatz, Breitestrasze, Dorotheenstrasze, Linksstrasze, eisengieszerei, holzmagazin, gasthof zum weiszen rosz, herberge für fuhrleute. ebenso in dramatischen gedichten bei der angabe des orts und der gegend. einige beispiele aus Göthes Götz und Faust, wirthshaus zu Heilbronn 42, 149. lager der reichsexecution 42, 108; doch auch der bischöfliche palast zu Bamberg. der speisesaal 42, 41. ferner, dämmerung 41, 1. saal des thrones 41, 8. rittersaal. staatsrat in erwartung des kaisers 41, 9. felsbuchten des ägäischen meers 41, 158. bei büchertiteln läszt man ihn öfter weg, geschichte des mittelalters, lehrbuch des deutschen rechts, wechselrecht, farbenlehre: er wird auch gesetzt, der verfall des römischen reichs, das recht des besitzes, die lehre vom artikel.
27.
im ahd. kann, wie im gothischen, der genitiv mit auslassung des artikels nachgesetzt werden, z. b. stuchi steines (fragmen molae), dionost himiles (militia coeli); s. Gramm. 4, 397. gewöhnlich geht er voran, z. b. mittelgartes lioht, sterrôno strâza, von fîanto hanton: er steht auch zwischen dem artikel und dem nomen, z. b. der gotes forasago, daz satanâses kisindi. jedoch wird auch in den beiden ersten fällen der artikel zugefügt, joh des perages (jugum montis), furisto des zimbares, thiu diurî thera salba, so auch thes lantliutes menigî. nicht anders verhält es sich im mhd., am häufigsten steht der unarticulierte genitiv vor dem subst., kann aber auch zu adjectiven und zeitwörtern gehören. der dativ ohne artikel nur in adverbialischen ausdrücken oder in abhängigkeit von zeitwörtern. bei diesen auch öfter der acc. ohne artikel. wir betrachten die verhältnisse im nhd.
a.
der genitiv mit dem artikel dem substantivum vorgestellt. des kindes lust. des vaters freude. der mutter glück. des schicksals wink. der blumen pracht. der sterne glanz. des herren groszer tag Zeph. 1, 14.
des traumbs verstandt zu zeigen an
H. Sachs 4. 3, 57ᶜ.
des elfen schönste pflicht
Göthe 41, 4.
des Pindus letztgedehnte zweige
41, 148.
der schätze würdigste custoden
41, 68.
doch gewöhnlich setzt man den genitiv mit dem artikel nach, die lust des kindes u. s. w.
b.
der genitiv ohne artikel vorgestellt; meist bei dichtern,
gürt sich zu ihm nach bettlers art
H. Sachs 4. 3, 59ᵃ.
und blieben gar einfeltig bei
dem gottes wort der reinen lehr
4. 3, 64.
auf eises läng und breite
da blüht der winter schön
Göthe 1, 25.
als wie nach windes regel
anzögen weisze segel
41, 162.
theilet Helenens glück,
welche zu vaterhauses herd
freudig herannaht
41, 184.
mannlustige du, so wie verführt, verführende,
entnervend beide, kriegers auch und bürgers kraft
41, 190.
häufig bei Schiller, in äthers höhn, in abendroths strahlen, mit feuers hülfe, von nordens hauch, in schlafes arm, an ufers grün. es macht den übergang zu der uneigentlichen composition, freundesgrusz, reichsfürst, kindeslust, sternenglanz, windesbraut, wolfsmilch, brückengeld.
c.
der unarticulierte genitiv wird nachgestellt bei gott, wo überhaupt der artikel nicht zulässig ist, die mutter, der sohn gottes: natürlich kann er auch voranstehen, gottes mutter, gottes lohn, gottes kind. sodann im canzleistil, ohne beisetzung jahres und tages Stieler 2246. ferner bei wörtern die ein masz, ein gewicht, einen theil bezeichnen. zween armringe zehen seckel golds schwer 1 Mos. 24, 22. er zahlte eine mark goldes. sechs hundert stück goldes 1 Könige 10, 16. drei pfund goldes zu einer tartschen 10, 17. und hatte bei sich zehn pfund silbers Tobias 1, 16. dem muste man täglich opfern drei eimer weins Bel 2. und vermenget in (den sauerteig) unter drei scheffel melhs Matth. 13, 33. Luc. 13, 21. ein stück brotes, ein trunk wassers; beispiele aus der alten sprache in der Gramm. 4, 722. jetzt läszt man bei dem masc. und neutr. die flexion gewöhnlich abfallen, man sagt ein stück brot, ein trunk wasser, eine klafter holz, ein bund stroh, ein centner flachs. doch zeit lebens.
d.
bei dem präpositionalen wegen steht der genitiv mit dem artikel gewöhnlich voran, doch folgt er auch. der leute wegen läszt er sich nicht sehen. des geldes wegen bleibt er weg. oder wegen der überschwemmung kann er nicht kommen. im 16ten jahrhundert begegnet man wol dem unarticulierten genitiv, wegen hungers nach brot 4 Esra 15, 58.
ruckt er fort mit groszer mühe
gewässers wegen an die brühe.
Fuchs Mückenkr. 2, 482.
auch bei halben und halber. der schulden halber ist er eingesteckt. lasz dirs nicht übel gefallen des knaben und der magd halben 1 Mos. 21, 12. und Mose schrei zu dem herrn der frösche halben 2 Mos. 8, 12. dasz wir nicht hunger brots halben leiden müssen Jerem. 42, 14. konten hungers halben nicht länger darin bleiben 1 Maccab. 6, 49. der menschen halben ist die welt geschaffen, der mensch aber gottes halben Stieler 736. und er geht nicht hörens halben in die kirche das. ferner bei willen mit vorangehendem um, um des himmels willen, wer ist es? um der menschen willen konnte das geschehen. so werden auch mit dem articulierten genitiv als präpositionen gebraucht angesichts, anstatt, behufs, kraft, inkraft, laut, statt, trotz, vermöge, zufolge.
e.
im ahd. und mhd. nehmen nicht wenige adjectiva das nähere bestimmung enthaltende, im genitiv stehende substantiv zu sich (Gramm. 4, 729—735), dem sie meist vorangehen; der artikel wird manchmal zugefügt. heute ist die zahl dieser adjectiva beschränkter, man gebraucht lieber die präp. an und von, die sich auch dort schon zeigen. statt touwes naz sagt man nasz vom thau, statt bluotes rôt roth von blut. im mhd. heiszt es kindes swanger, bei Luther Elisabeth ist auch swanger mit einem sohn Luc. 1, 36. beispiele aus unserer zeit, des lebens satt, müde, überdrüssig. des lebens froh. der sorgen ledig, los. des lobes werth. der schulden quitt. der sache gewis. des erfolges sicher. der ehren würdig. der freuden eingedenk. des glückes theilhaftig. des geldes habhaft. des vortheils gewärtig. läszt man den artikel weg, so entsteht uneigentliche composition, freudenleer, ehrenwerth, lebensfroh, lebenssatt u. s. w.
f.
der genitiv beim superlativus hat heute den artikel nöthig der im ahd. wegblieb, wo man sango scônista, barno bezista, manno miltisto (Gr. 4, 736) sagte. also der frauen lieblichste, der blumen schönste, der männer tapferster, oder die lieblichste der frauen, der tapferste der männer. doch ist eine präposition gewöhnlicher, die lieblichste unter den frauen, von den männern der tapferste.
g.
aus substantiven gebildete genitivische adverbia haben im ahd. und mhd. zuweilen den artikel vor sich, z. b. tages interdiu, des tages eo die, des selben tages (eodem die), des andern tages. des morgens Parzival 128, 13. 376, 18. des âbendes Lanz. 3251. Lichtenstein 76, 4; vergl. Gr. 3, 128. 129. so auch im nhd., wo jedoch der artikel häufiger ist, des jahrs per annum, des tages verschmachte ich fur hitze 1 Mos. 31, 40. mein gott, des tages rufe ich, so antwortest du nicht Psalm 22, 3. er leitete sie des tages mit einer wolken 78, 14. das dich des tages die sonne nicht steche 121, 6. vorigen tages die pristino Stieler 2247. Göthe gebraucht noch tages ohne artikel, was man bei andern selten findet,
tages arbeit, abends gäste
1, 199.
ferner marktags, man verlor sich in die alte gewerbstadt und besonders marktags in dem gewühl 24, 22. sogar messenzeits 25, 84; vergl. Lehmann Göthes sprache und geist 203. 386. ferner sommers aestate (wie im mhd. sumers MS. 2, 25ᵇ) und winters.
priesters tafelfleisch vergäsz ich
eher als dem freund entsagen,
den ich sommers rasch bezwungen,
winters langer weil bezähmte
Göthe 1, 171.
sommers wann die lilien blühen.
Justinus Kerner Ged. 142.
bei andern wird man diese beiden adverbien nicht leicht finden. Luther sagt im sommer Sprichw. 6, 8. 10, 5. im winter Matth. 24, 20. Stieler im sommer 2, 602, doch Steinbach des sommers aestate 2, 602. frühlings und herbstes kommt schwerlich vor. häufig morgens und des morgens, mittags und des mittags, abends und des abends, nachts und des nachts. Luther und seine zeitgenossen, H. Sachs, Wolgemut gebrauchen lieber den artikel. bei den mit tag und abend zusammengesetzten namen der wochentage ist der artikel seltner, er wird montags oder donnerstags anlangen und sonnabends wieder abreisen.
es hat durch unser land sich alles umgekehret,
drum wundert mich der brauch, dasz er so lange wehret,
dasz dinstags noch und nicht man freitags hochzeit macht,
und mehr als göldnes frei, das schwere dienen macht.
es gienge zwar noch hin des dinstags hochzeit haben,
freitages aber doch bald tod, bald sein begraben.
Logau 1. 2, 36 (31).
Der anomale genitiv der dem fem. nacht in dem adv. nahtes, des nahtes noctu schon in der ahd. und mhd. sprache beigelegt wird (Gr. 3, 133), dauert fort. nachts ist sehr gebräuchlich,
so geh es jedem der am tage
sein edles liebchen frech betriegt
und nachts mit allzukühner wage
zu Amors falscher mühle kriecht
Göthe 1, 213.
aber auch, des nachts im traume zwickt michs an allen gliedern 8, 208. im 16ten jahrh. hatte des nachts den vorzug, des tages verschmacht ich fur hitze und des nachts fur frost 1 Mos. 31, 40. und des nachts schweige ich auch nicht Psalm 22, 3. der herr hat verheiszen seine güte und des nachts singe ich im 42, 9. das dich des tages die sonne nicht steche noch der mond des nachts 121, 6.
dasz ein des nachts die flöh nicht beiszen.
Wolgemut 2, 204.
daneben gilt bei nacht Dasypod. 387ᵇ. Frisch 2, 4ᵇ und bei der nacht. Eine eigenthümliche erscheinung ist die genitivische unarticulierte form nach präpositionen, denen ein anderer casus gebührt. schon im mhd. vor tages Parz. 376, 10. vor âbendes Nibel. 1556, 1 B. wider âbendes Gudrun 47, 4. von morgens unz an die naht 1041, 5, wo Volmer von morgen geändert hat. weitere beispiele Gr. 3, 130. denn es kan vor abends wol anders werden weder es am morgen war Sirach 3, 130.
der mich zu abends ordiniert
H. Sachs 4. 3, 62.
vor nachts ante noctem Frisch 2, 4ᵇ. Göthe hat diese form noch gekannt, er sagt vor winters Briefe an Schiller 1, 203. an Zelter 1, 194. das heutige vormittags, nachmittags läszt sich auch auf diese weise erklären: in der Grammatik 3, 131 wird es aus compositis abgeleitet. man könnte in den bisher angeführten beispielen annehmen zeit sei ausgelassen, allein in andern fällen geht das nicht: man findet im mhd. auch ze teiles in partem, vor gerihtes coram judice, und die ganz gleiche geltung mit der regelmäszigen form ergibt sich aus einem andern beispiel, daz ein wazzer wider berc (aufwärts) flüzze Berthold in Wackernagels Lesebuch 669, 12. es steht wie ze berge (Freidank 35, 12. 109, 25. Jüng. Titurel 5968, 2), aber man sagte auch widerberges (Jüng. Tit. 5090. 5907).
h.
verba die den genitiv zu sich nehmen, waren in der alten sprache viel häufiger, als jetzt, wo man lieber den acc. oder eine präposition gebraucht. der genitiv hatte in der regel den artikel vor sich, er fiel nur zuweilen ab, z. b. heiles wünschen, kindes genesen, rehtes vâren. gegenwärtig hat sich der genit. etwa bei folgenden zeitwörtern erhalten, entbehren, entraten, gedenken, genieszen, harren, sein, spotten, und bei einigen reflexiven, sich annehmen, besinnen, enthalten, entschlagen, erwehren. der artikel steht voran, man sagt also des beistandes entbehren, der dinge entraten, des freundes gedenken, der besten gesundheit genieszen, der ankunft harren, er ist der ehren, sie sind alle des todes. er spottet des befehls. des kindes genesen Henisch 1403. der kinder sich annehmen. der zeit sich besinnen. der bemerkungen sich enthalten. der sorgen sich entschlagen. des hungers sich erwehren Frisch 1, 476ᵇ. selten ohne artikel wie hungers sterben Stieler 645. Luther sagt des todes sterben 1 Mos. 20, 7. 26, 11. 4 Mos. 23, 10. Richter 13, 22. Fischart im 25 sten cap. des Gargantua setzt bei spielen den genitiv mit dem artikel, der bonen spielen, des glückes, des hörnlins, des fuchses, des kolbens, der braut, doch auch röpflins 165ᵇ. bei Stieler des ballens spielen, des ungetreuen nachbars, der pike 2085; gewöhnlicher ist der acc. ohne artikel.
28.
der dativ, der seiner natür nach auf personenverhältnisse geht, erhält bei zeitwörtern den artikel, er dient dem mann und schmeichelt der frau. er hilft dem kind. im pluralis kann er nach der allgemeinen regel wegbleiben, männern dient er, frauen schmeichelt er.
29.
der acc. sing. steht ohne artikel bei vielen zeitwörtern, die eine gewöhnliche beschäftigung anzeigen, z. b. brot backen, bier brauen, butter machen, flachs brechen, fleisch braten, gras mähen, korn schneiden, holz schlagen, wasser tragen, ebenso beistand leisten, hilfe bringen u. s. w. bei andern kann der artikel nur im pluralis fehlen, z. b. wurzeln graben, nüsse pflücken, trauben schneiden, strümpfe stricken, lichter ziehen.
30.
werden auszer dem subst. andere redetheile substantivisch verwendet, so nehmen sie den artikel unter gleichen bedingungen an. am häufigsten ist es der fall bei dem adject. und dem neutralen infinitivus, der tüchtige weisz es zu vollbringen. der entschlossene geht vorwärts. dem gesunden schadet es nicht. das lesen und das schreiben liebte er nicht. des neckens war kein ende. er sah dem tanzen zu.
das prahlen steht dir gar zu schön
Göthe 41, 45.
zuweilen auch das neutrum bei partikeln, das ja der braut hörte man kaum. das ehrliche nein war mir lieber als das erzwungene ja.
31.
der pluralis der substantiven, da er in der vielheit auch die allgemeinheit ausdrückt, kann den artikel auslassen und zusetzen. menschen oder die menschen vermögen das nicht. störche oder die störche nisten auf dächern. tauben oder die tauben bauen gern in felsenritzen. wölfen oder den wölfen geht man aus dem wege. im singularis wäre hier der artikel nicht zu entbehren.
32.
artikel bei dem possessivum.
a.
im ahd. stehen die possessiva ohne artikel und mit flexion meist vor dem substantivum, sînêr scîmo Otfr. 2. 12, 93. sînan sun 1. 5, 36. mîna worolt 1. 5, 40. seltner nachgesetzt, namo thînêr Otfr. 2. 21, 8. quenâ thînu 1. 4, 29. scalk thînan 1. 25, 7. in beiden fällen kann bei allen geschlechtern die flexion wegfallen, doch geschieht es gewöhnlich nur im nom. sing. (auch im acc. beim neutr.), seltner im nom. und acc. pl. mîn kind Otfr. 1. 6, 12. ubar thîn houbit 1. 6, 14. bin ih smâhêr scalk thîn 1. 2, 2. thû bist einego mîn 1. 22, 50. eigan thiu ist sî thîn 1. 2, 2. selbâ muater sîn 1. 6, 10. jungoron sîn (discipuli ejus) 3. 20, 127. vergl. Gramm. 4, 402. aber es wird auch im ahd. der artikel gesetzt, sowol vor dem subst., wenn das possess. nachfolgt, als vor dem possess., wenn dieses, was der gewöhnliche fall ist, vorangeht. also thie forasagon sînê Otfr. 1. 20, 7. zên goumôn sînên 3. 7, 89 und thaz mînaz bluat 4. 10, 14. thiu sîn muater 2. 8, 7. then sînan geist 2, 13, 32. beide stellungen finden statt, wenn adjectiva zugefügt sind, thaz suazâ liabaz sîn Otfr. 5. 11, 30. thie selbun drûta sînê 5. 11, 34 und in dheru sîneru heilegûn chiburdi Isid. 11, 20. thaz sînaz lîb niuwaz Otfr. 4. 37, 24.
b.
im mhd. fehlt bei den possess. gewöhnlich der artikel, manchmal folgt er hinter dem subst.
sîn sarc der was bereitet
Nibel. 991, 1.
sîn lîp der ist sô schœne
102, 3.
sîniu jâr diu giengen hin
Dietleib 98.
Dem articulierten subst. kann das possess. nachgesetzt werden, aber in der regel unflectiert,
der bruoder sîn
Nibel. 9, 1.
der neve sîn
9, 1.
durch den willen mîn
62, 3.
vor allen vîenden sîn
62, 4.
ouch enist ez von den schulden sîn:
ez ist von den unsælden mîn
Iwein 4068.
al diu âventiure sîn
Parz. 3, 18.
der bruoder dîn
92, 28.
da erkant ich niht des ankers dîn
50, 1.
die grôzen kraft der güete dîn
Walther 24, 22.
daz kumt allez von der frowen dîn
91, 33.
ûf die gnâde dîn
Freidank 181, 6.
andere beispiele, auch einige mit der schwachen form Gramm. 4, 480. 481. oder der artikel steht vor dem im obliquen casus flectierten possess.,
bî den sînen landen
Nibel. 79, 3.
in der sîner zeswen
1298, 2.
endlich vor dem adject., wenn das possess. mit dem subst. vorangeht,
sînen schilt den guoten leint er von der hant
Nibel. 1771, 2.
sînen sun den jungen
Gudrun 55, 4.
Bei zwei substantiven steht das possess. in der regel vor jedem, doch zeigt sich auch vor dem zweiten der artikel allein,
sô wol sîn brôt als ouch den wîn
Dietleib 6307.
oder vor dem zweiten das possess. allein,
ros und iuwer sârwât
6731.
vergl. Gramm. 4, 352. 419.
c.
im nhd. dauert die freiere stellung des possess. nicht fort: es wird jetzt ohne artikel vorgesetzt. nur folgendes ist zu bemerken. das nachgesetzte unflectierte possess. zeigt sich noch in Luthers vater unser (vergl. das gothische atta unsar, ahd. fatar unsar) und ist kein graecismus (πάτερ ἡμῶν), da bei ihm zugleich unser vater (Matth. 6, 9. Luc. 11, 2) vorkommt; im ahd. fatar unsar und auch im mhd.
jâ dô wir dich vater unser nennen
Jüng. Titurel 65.
Hans Sachs gebraucht dies nachgesetzte possess. häufig: nur von wenigen blättern die beispiele,
unter allen den knechten dein
4. 1, 10ᵇ.
David den jüngsten bruder dein
4. 1, 6ᵈ.
den dreien brüdern dein
4. 1, 7ᵃ.
zu retten mir das leben mein
4. 1, 5ᵃ.
vor den eltesten des volkes mein
4. 1, 5ᵈ.
wann Saul rewt mich im herzen mein
4. 1, 6ᵃ.
wiewol ich im verheiszen han
Merob die eltsten tochter mein
4. 1, 9ᵈ.
mit Michal der tochter mein
4. 1, 10ᵇ.
den waren gott und herren mein
4. 1, 77ᵃ.
ich wag hierin das leben mein
4. 3, 5ᵈ.
o David, lieber gemahel mein
4. 1, 11.
so wil er zu eim weib dir geben
Michal, die jüngsten tochter sein
4. 1, 9ᵈ.
sicht sündigen den bruder sein
4. 1, 98ᵃ.
da fragten ihn die jünger sein
4. 1, 76ᵃ.
seltner bei andern,
und sprach 'geliebde schwester mein,
bitt wöllest gutes mutes sein'
Waldis Äsop 18ᵃ.
und sprach 'nempt hin die güter mein'
95ᵇ.
die barschaft mein,
was mir gat ein
Fischart Garg. 89ᵇ.
hat mich doch mein schwager getrost
mit weiser red mir aufgelost
den knoden in dem herzen mein
Fuchs Mückenkr. 1, 469.
Siccaboron schnaubt wie ein schwein,
erblasset in dem antlitz sein
2, 388.
neuere dichter gebrauchen das possess. auf diese weise nur, wenn sie die ältere sprache nachahmen wollen,
und du geliebtes Lorchen mein
Göthe 13, 73.
und sing ich dann im herzen mein
13, 78.
d.
bezieht sich das possess. auf ein vorangegangenes aber nicht wiederholtes subst., so steht es entweder ohne artikel in der starken form, oder mit dem artikel in der schwachen. man sagt wem gehört dieser stab? 'das ist meiner'. alle weingärten sind verschlossen, nur meiner und deiner nicht oder nur der meine und der deine nicht. die frauen der familie waren zugegen, nur deine oder die deine nicht. wessen haus ist abgebrannt? deins oder das deine. sind das meine bücher oder sind es ihre, die ihren? sind es unsere, die unsern? meine felder sind bestellt, aber eure oder die euren nicht.
D. frei von zärtlichkeit ist noch kein herz geblieben:
nur deines, Silvia ...
S. nur meines kann nicht lieben
Gellert 2, 322.
häufiger werden jetzt die ableitungen der die das deinige meinige seinige eurige ihrige unsrige gebraucht, wo der artikel notwendig ist.
e.
er kann nicht fehlen, wenn die possess. in substantivischer geltung stehen. ich erwarte die meinen (meine leute, meine familie). sind die deinen angelangt? und sie woneten auch umb ire brüder in Jerusalem unter den iren 1 Chron. 10, 38. denn ir seid nicht mein volk, so wil ich auch nicht der ewr sein Hosea 9, 5. es grüszet euch Epaphras, der von den euren ist Coloss. 4, 12. gewöhnlicher sind jetzt die eben erwähnten ableitungen. s. oben dein 6ᵃ.
f.
in dem 15ten und 16ten jahrh. erscheint noch zuweilen der artikel vor dem possess. und dem dazu gehörigen substantivum.
ir seit des ewern lasters fro
Wittenweiler Ring 42ᵇ, 7.
so ich der seinen red nachtracht
H. Sachs 3. 1, 2ᶜ.
scheidt ab mit deinem bloszen schwerdt
gleich wie ein hirt die deinen schaf
3. 1, 253.
so fürcht ich doch so sere
des eures vater zoren
Uhland Volksl. 196.
ein brief schrieb er behende
der seinen frawen klar
786.
wir schullen das seine leiden
in unserm herzen tragen
882.
erschwing das dein gefieder
du tewrer adeler
Körner Hist. volksl. 142.
das ewer tyrannisch leben
ist mir noch wol bekandt
Adrian Mittheil. 123.
33.
nach präpositionen folgt der regel gemäsz der artikel, wenn das appellativum in besonderer beziehung steht. er setzte sich in die laube. er lehnte sich an den baum. er gieng gerne mit dem kind herum. er stieg aus der grube. er hielt sich vom wasser fern.
34.
dagegen fehlt er notwendig nach präpositionen bei allgemeiner bedeutung des substantivs, woraus eine adverbiale form entsteht. zu asche werden. vor angst nicht reden. vor furcht zittern. aus liebe sterben. zu liebe thun. zu danke machen. mit dank erkennen. schön von angesicht. frei von sorgen. eine tafel von marmor, nicht von holz. eine kugel mit wachs überzogen. Luther sagt zu hauf zusammen, niederd. to hope. und rufen zu hauf ire freundschaft 2 Maccab. 8, 1. also stunden auf jeder seiten vor dem thor vier tische, das sind acht tische zu hauf Hesekiel 40, 41. ferner zu haufe, David brachte zu haufe die kinder Aaron und die Leviten 1 Chron. 16, 4. alle diese könige versammelten sich und kamen und lagerten sich zu haufe Josua 11, 5. und auch zu haufen, Salomo brachte zu haufen wagen und reuter 1 Könige 10, 26. noch bei Göthe,
zu hauf euch sehnend
4, 190.
als wo man emsig und zu hauf
macht vogelbauer auf den kauf
13, 41.
da liegt das rothe gold zu hauf
41, 285.
und alle kommen doch zu haufen
ihr ihre waare abzukaufen
13, 46.
noch einige andere beispiele,
warlich zuͦ fuͦsz und auch zuͦ rosz.
Murner Luther. narr 3436.
auf einer kugel zirkelrund
ein ansehnlich herrlich weib
ohn kleidung, blosz, nacket von leib.
H. Sachs 4. 3, 57ᵇ.
in mangel stehen Garg. 33ᵇ.
35.
Der artikel kann nach der präposition stehen und wegfallen, je nachdem das appellativum im besondern oder im allgemeinen sinn genommen wird; in letzterm fall tritt das formelhafte und die adverbiale bedeutung hervor. die beispiele müssen das schwanken darin vorzüglich berücksichtigen. man sagt in den wald, in das feld gehen, ins feld rücken, dagegen über feld, zu wald gehen. es steht mir deutlich vor den augen und vor augen. man geht zu bett und in das bett. gib den brief in die hände des vaters aber auch zu händen des vaters. zu wagen reisen und im wagen. mit post schicken und mit der post. man geht auf den acker.
spitz die schar, spitz die schar,
in acker fahr
Wolf zeitschr. für deutsche mythol. 1, 239.
schon im ahd. in dhes chirihhûn ardôt (habitat) wolf mit lambû Isidor 89, 21. redan (cribrare) sô man korn in sibe duat Otfr. 4. 13, 16. im mhd. nicht selten bei präpos. mit dem gen. und acc., am häufigsten mit ze; vergl. Grammatik 4, 399. 413. 414. beispiele aus der folgenden zeit,
dein schand wil ich legen an tak.
Fastnachtsp. 255, 5.
nun wolauf, ir frauen, über felt
371, 14.
pat dieselb fraw alle morgen ir götter das er bei leben solt beleiben Albrecht v. Eybe. betracht den mangel Christi, so er uf erdtreich gelitten hat Keisersb. Sünden des munds 12ᵃ. alles das in himmel und in erd ist 12ᵇ. er hat in gesehen sitzen dort in seiner groszen kappen die er bis an hals gestreift hat, als dan gewonheit ist der küning in Frankreich 46ᵃ. die hend in teig stoszen 41ᵇ. werden wir die charten und propositiones einmal an tag geben Alberus wider Jörg Witzeln H 2ᵃ.
in dem wolt die liechte sunn
geen zuͦ rast mit irem wagen
Theuerd. 17, 57.
zu dem tisch sitzen
19, 88.
zu dem essen gan
26, 48. 118.
wer vil usz fliegen wil zuͦ wald
Brant Narrensch. 33, 89.
wer andere stoszen wil in sack,
der wart ouch selbs des backenschlack
69, 7.
halt dasz es nit zuͦ tal ab felt
66, 10.
der selbig baum steht in mitten der aller scherpfesten dörnen Pauli cap. 489. denn gott der hatte noch nicht regnen lassen auf erden 1 Mos. 1, 13. sihe gen himel 15, 5. zu ohren fassen sein gebot 2 Mos. 15, 26. nim zu ohren was ich sage 4 Mos. 23, 18. Jesaias 1, 2. 10. 28, 23. 32, 9. Jerem. 9, 20. wird sie hören schwerlich mit ohren Apostelg. 28, 27. doch auch ich habe dich mit den ohren gehort Hiob 42, 5. mit den ohren werdet ihr hören Matth. 13, 14. Apostelg. 28, 26. zu tode steinigen 5 Mos. 13, 10. 17. 22, 21. 2 Chron. 10, 18. warf in ganz Israel mit steinen zu tod, dagegen zum tode verurtheilen 2 Maccab. 4, 47. Hesekiel 13, 19. Susanna 41. reizet eure kinder nicht zu zorn Ephes. 6, 4. man erwartet zu häupten, aber Luther sagt da neiget sich Israel auf dem bette zun heupten 1 Mos. 47, 34. wehe euch, die ir küssen machet den leuten unter die arme und pfüle zu den heubten Hesekiel 13, 18.
srecht wirt gestellt alls hinder thür.
Jac. Ruff Etter Heini 320.
wie er (Äsop) von leib nun ganz und gar
ungstalt und so gar scheuszlich war
Waldis Esopus.
er ward gesandt von seinem herrn
hinausz zu feld den acker ern
ders.
den so geschicht noch heut bei tag
2ᵃ.
erwüscht den käs und lief zu loch
9ᵇ.
zu holze will ich wieder gan
40ᵃ.
die wachtel da zu velde flohe
71ᵃ.
damit liefen zu holze gach
94ᵃ.
seiner mutter folgt ein junger knab
neben seim vatter nach zu grab
132ᵃ.
so ein gfehrlich reis über meer
H. Sachs 4. 3, 28ᵈ.
wie man dergleich seh über tag
4. 3, 54ᵈ.
mit dem bald thet gen walt einrucken
4. 3, 59ᵇ.
dann er wird jetzt gen himel fahrn
4. 3, 60ᵇ.
wan art die laszt selten von art
4. 3, 61ᶜ.
wird einer geworfen in den tagen
mit einem stein, in kopf ein loch
4. 3, 61ᵈ.
und so thund mich die feind oft firmen
in schlacht, scharmützel und in stürmen
4. 3, 62ᵈ.
bis auf mitnacht sitz ich beim wein
4. 3, 62ᵈ.
bis sie endlich in grund verdarm (verdarben)
4. 3, 65ᵈ.
der messner war ein alter mann,
dient uns zu tisch
4. 3, 71ᵃ.
und ich hab doch kein mönch nit
mein lebtag sehen gen acker fahrn
4. 3, 87ᵇ.
ein reicher burger der fruh und spat
zu hof war bei Maximilian
4. 3, 81ᵃ.
der schlug ein nider zu unglück
4. 3, 81ᵇ.
da traten dar
dise zwölf blinden in kreisz zumal
4. 3, 81ᵇ.
do gab der wolf die flucht gar bald
wider ausz dem dorf ein gen wald
4. 3, 106ᶜ.
die wolf flohen vor im gen holz
4. 3, 109ᶜ.
hinauf gen himel fahren thet
4. 3, 114ᵈ.
sagt das alt sprichwort 'in not
gehn der freund zweinzig auf ein lot'
4. 3, 116ᶜ.
führt seinen gast zu nacht hinausz
4. 3, 87.
aber auch
bei der nacht
4. 3, 90ᵃ.
sein (des mannes) zank bei tag, liebs anfang zu nacht Garg. 70ᵇ. fahr in wald 8ᵃ. in wald laufen Schweinichen 1, 353.
jagen den wolf von holz zu feld
Wolgemut2, 401.
das wild lief zu holz in voller brunst
2, 451.
eilends hinab in keller lief
2, 368.
must leer wider zu holz hinlaufen.
Eyering Sprichw. 1, 154.
in der stadt kömpt ein meuterei
an tag, und rückt mit gewalt herbei
mit den ameisen der tewre held
Granestor und legt sich auch zu feld.
Fuchs Mückenkr. 2, 19—22.
und nam damit zu loch sein straszen.
Rollenhagen Froschm. R iiij.
sein irrthum wird nicht viel gezehlet,
dann wo er etwa hat gefehlet,
das wird in erde tief verhohlet
Logau 1. 2, 40.
gott müsse ihnen nothwendig ein sammetes kissen in himmel legen lassen. er werde deshalb in himmel kommen. nicht in himmel klettern Schuppius 87. bisz an morgen 105. zog ich in krieg 119. wann ihnen ein geringer rauher wind unter augen wehet 135. mit füszen eines groben bauern kan zertreten werden 137. was ihm in sinn kompt Olearius Rosenthal buch 1. cap. 1. er wirft seine söhne in thurm 1, 10. von nutzbarkeit der verschwiegenheit 4. überschrift. mit begehren 7, 1. in meinung eine stattliche verehrung zu erlangen 4, 11. in meinung du wärest unvorsichtig ders. Baumgarten 116. für augen kommen Butschky Patmos 116. niemals ist mir in sinn gekommen Riemer Stockfisch 193. jedennoch aber verordnete er dasz man einen angezündeten strohwisch oben von fenster herunter werfen solte 226. damit muste er in gasthof einkehren als ein blutfremder 238. die einbusze seiner güter und zwar auf eine so ungerechte art gieng ihm oft in kopfe herum 238. bei seite geräumet 334. in gegenwart so vieler personen 335. wie er (der bauer auf dem heimweg) in busch kommt Ettner Maulaffe 630. unter augen und unter den augen oben 1, 792. 793. vor augen und vor den augen 793. aus den augen 795. Auch im 18ten jahrh. dauern diese formeln fort. bei den meisten kommen sie nur in beschränkter zahl vor, bei einigen häufig, wie z. b. bei Klinger, der sie aber auch unpassend gebraucht. zu winkel kriegen Lessing 1, 373. in augen ist ihr ganzer geist ders. fragt nichts nach lauf der welt Gotter 1, 197. stosz mich in abgrund Klinger Theater 2, 147. wenn er mir noch einmal erscheint, sollen seine gebeine in flusz, und müst ich sie mit eignen händen hineintragen 2, 174. komm an wasserfall 2, 189. stolz traten sie zusammen in garten 2, 194. ich wollte nur fragen ob ich dich würde an hof begleiten 2, 227. er soll sie diesen abend in park am schlosz bescheiden 3, 172. die gnade des suldans wird dich schon in hafen treiben 3, 174, und noch viel öfter. auch Göthe läszt hier nicht selten den artikel weg,
bei heiterem sinn, mit fröhlichem blut
ist alles an tafel vergessen
1, 137.
versäumen Sie nicht zur rechten stunde an tafel zu kommen 57, 219.
und in hoffnung wieder dich zu sehen
1, 209.
der thürmer der schaut zu mitten der nacht
herab auf die gräber in lage
1, 229.
gar verdrieszlich ist mir einsam das lager zu nacht
1, 286.
ihr glückt es wol bei einigem verweilen
mit wurzelkräften dich von grund zu heilen
4, 133.
mein mädchen hab ich ihm wahrhaftig nicht gegeben
um so in tag hinein von meinem geld zu leben
7, 41.
ihr herren, merkts euch wol, es kommt zuletzt an tag.
7, 110.
an galgen mit dem dieb!
7, 111.
ihr warft sie (die armbrust) dem feind an kopf 8, 11. ja, wenn ihro majestät nicht bald dazu thun, so stecken einen die kerl am end in sack 8, 39. dagegen mit dem artikel, das müst ein kerl sein, der das weinfasz von Fuld in den sack schieben wollte 8, 40. seinen innigsten antheil an tag legen 10, 60.
den wedel nimm hier
und setz dich in sessel
12, 124.
und laszt uns sehen dort stäubts im sand,
dort zieht ein wütig heer zu land
13, 51.
neulich kam mirs in sinn den engel Michael wieder,
der mir die officin bezeichnet, vergolden zu lassen.
40, 263.
auffallend ist hier in tag leben, an tag kommen, an kopf werfen, in sessel setzen, bei andern wird man den artikel finden. dagegen setzt er ihn wol, wo andere ihn weglassen,
anbeter konnt ich wol noch in der menge haben
7, 52.
wie der bischof sah er richt nichts aus und zieht immer den kürzern, kroch er zum kreuz 8, 6. gewöhnlich ist in menge, zu kreuz. so sagt man auch einen bei namen rufen, nennen, aber Schiller,
du erfrechst dich,
ihr ärgster feind, beim namen sie zu rufen.
manche form, die im 16ten und 17ten jahrh. noch gäng und gäbe war, ist auszer gebrauch gekommen, und nur zuweilen wird eine und die andere wieder hervorgezogen, so von Rückert
wenn ich zu walde geh
303.
bei Göthe
wie ein vogel der den faden bricht
und zum walde kehrt
1, 107.
gegenwärtig wird hauptsächlich bei folgenden substantiven der artikel weggelassen, auf erden, auf sicht. bei tag, bei nacht. bei sonnen-, bei mondschein. bei licht arbeiten. gewehr bei fusz. das heer steht gewehr bei fusz ist zum kampf bereit, erwartet die schlacht. bei hof angesehen. bei seite bringen. bei sinnen sein. bei geld sein. bei tisch sitzen speisen. in angst, in furcht leben. in stand setzen. in zukunft kann es geschehen. in gebrauch sein. in frieden leben. etwas in menge haben. die schiffe werden bald in see gehen. nach belieben. nach hause gehen. nach sicht. über nacht wegbleiben. über land, über feld gehen. über tisch während des essens. um friede bitten. von anfang an. von grund aus. von haus aus. von natur. von haus kommen. von tisch aufstehen. von grund aus verändern. die haare stehen zu berge. zu dache steigen. zu bette gehen. zu ende bringen. zu dienst sein. zu gast sein. zu grabe tragen. zu grund richten. gut zu gesicht stehen. zu gevatter laden. zu fusz gehen. zu neste tragen. zu kopf steigen. zu pferd steigen, sitzen. zu schiff gehen. zu stuhl gehen alvum exonerare. zu thal rinnen. zu tische setzen. zu tod ärgern. zu haus bleiben. zu stand, zu wege bringen. zu ende des jahrs. zu hilfe eilen. zu falle kommen. zu wasser werden.
36.
noch sind substantiva mit einer präposition zu erwähnen, wobei, obgleich sie nicht in allgemeiner bedeutung stehen, vielmehr in der bestimmtesten, dennoch der artikel wegfallen darf. so sagt man in der hoffnung und in hoffnung auf bessere zeiten. auf den grund und auf grund dieser erklärung. in oder mit hinsicht, rücksicht, erwartung. andere dulden den artikel gar nicht, auf seiten, von seiten, in betreff, in betracht, in berücksichtigung, in bezug, in ermangelung, in erwägung, liebt der canzleistil.
37.
völlig zu adverbien erstarrt und mit dem substantivum zusammengewachsen sind im nhd. beileibe, überhaupt, übernacht, zufrieden, zurück u. a. das ursprüngliche zu rücke hat H. Sachs,
der wolf zog auch zu rücke nider
4. 3, 118ᵇ.
und noch Frisch setzt es 2, 482ᵇ an. heute kommt es selten vor,
o ruf sie zurücke die vorigen zeiten!
Göthe 1, 71.
diese frage geb ich zurücke Schiller 1, 307ᵃ. kann ich ganz zurücke treten? 308. bei H. Sachs findet man
die sau lof eim blinden zwischen die bein
und stiesz in dasz er fiel an rück
4. 3, 81ᵇ.
weder vor auch noch hinder rück
4. 3, 115ᶜ.
wofür wir jetzt hinterrücks sagen. doch auch mit dem artikel,
dasz er schlug nieder an den rück
4. 3, 81ᶜ.
überruck im schlüssel zum Theuerdank,
das er tod überruck zuͦ der erd viel
s. 186.
statt zufrieden,
darmit der fromb adel abschied
und war des urtheils wol zu fried
4. 3, 67ᵇ.
38.
von zwei durch eine conjunction oder eine präposition verbundenen substantiven war schon (unter 13) die rede, ein anderer fall ist es, wenn dasselbe substantivum in verbindung mit einer dazwischen stehenden präposition und meist in adverbialer geltung wiederholt wird. dort fehlte meist der artikel, war aber zulässig, hier wird er ganz abgewiesen. schon im mhd.
die den helden erkanden
von landen ze landen
Dietleib 526.
und mâc mit mâge übele lebet
Freidank 46, 8.
und ir zal war von heubt zu heubt, das starke mann waren, acht und dreiszig tausent 1 Chron. 24, 3.
das er von tag zu tag abnam
Waldis Esopus 156ᵇ.
trags abents morgens tag bei tag
192.
aber die königin an dem orte
fusz für fusz gieng da in kurzweil
H. Sachs 4. 2, 59ᵇ.
in dem rückten die beide heer
von schrit zu schrit je lenger je mehr
zusam
Fuchs Mückenkr. 3, 108.
der herr erzehle mir doch
drei stücke von glied zu gliede
Gryphius 903.
bei Göthe sehr häufig,
hand in hand und lipp auf lippe
1, 61.
was wir in gesellschaft singen
wird von herz zu herzen dringen
1, 117.
und in unsern liedern keimet
silb aus silbe, wort aus wort
1, 163.
sie warfen mit brust sich zu brüsten
und herzten und küszten nach lüsten
1, 224.
lieb um liebe, stund um stunde,
wort um wort und blick um blick:
kusz um kusz vom treusten munde,
hauch um hauch und glück um glück
5, 160.
geheime doppelschrift
die in das mark des lebens
wie pfeil um pfeile trifft
5, 195.
diese brust, wo deine siegel
kusz auf kusz hereingedrückt
5, 196.
reim auf reim will was bedeuten
5, 219.
weisheitsbaum an baum, cypresseragend,
heben äpfel goldner zierd empor
5, 253.
gib die hand dasz tag für tag
ich an deinen zarten fingern
ewigkeiten zählen mag
5, 258. 13, 156. 160.
brachte mich zeitrechnung und nomenclatur unseres wunderlichen sammlers schritt vor schritt aus der richte 31, 221. aber ungewöhnlich,
von schritt für (statt zu) schritt wuszt ich mirs zu erörtern.
41, 259.
wenn sonst im keller fasz an fasz sich häufte
14, 3.
wenn das gewünschte glück endlich hand in hand, arm in arm zu uns tritt 21, 149.
schlieszt sich heilig stern an stern
41, 4.
von sturz zu sturzen wälzt er (der wassersturz) sich jetzt.
41, 7.
bis wir ihm sagen dürfen aug in auge
dasz sie zugleich auch dem und jenem winke
41, 36.
mit ihnen nacht für nacht zu wohnen,
ich glaube nicht dasz es behagt
41, 111.
plätschernd ziemt es da zu schwimmen,
lied um lieder anzustimmen
41, 135.
noch drängt sich fels auf fels bewegt heran
41, 138.
ich schwebe so von stell zu stelle
41, 149.
raubschiffend ruderte Menelas von bucht zu bucht
41, 201.
geh und häufe schatz auf schatz
41, 216.
voreilend ihren schritten lasz beblümt
an teppich teppiche sich wälzen
41, 217.
an einander gelehnet,
schulter an schulter, knie an knie,
hand in hand wiegen sie sich
über des throns
aufgepolsterter herrlichkeit
41, 219.
und hört ihr donnern auf dem meere?
dort wiederdonnern thal um thal,
in staub und wellen, heer dem heere,
in drang um drang zu schmerz und qual
41, 241.
und fels an fels und berg an berg gereiht
41, 254.
als Molochs hammer, fels an felsen schmiedend,
gebürges trümmer in die ferne schlug
41, 254.
cascadensturz, durch fels zu fels gepaart
41, 256.
burg gegen burg, stadt gegen stadt,
zunft gegen adel fehde hat
41, 261.
da freut uns jeder wie er schiebt und drängt
und mann für mann der säle raum verengt.
41, 269. 275. 318.
so stürzt der feind, mann über mann
ersäuft im eigenen geblüte
41, 272.
da schwanken städte hin und wieder,
da steigen gärten auf und nieder,
wie bild um bild den äther bricht
41, 275.
erst ordnet oben
saal an saal
die kostbarkeiten
allzumal
41, 305.
dort wollt ich, weit umher zu schauen
von ast zu ast gerüste bauen
41, 306.
stamm dicht an stamm hinan
woge nach woge spritzt
41, 333.
seele rann in seele
Schiller 1ᵃ. 124ᵃ.
schwert blitze gegen schwert!
45ᵇ.
böses musz mit bösem enden
53ᵇ.
und welle auf welle zerrinnet
62ᵇ.
von stunde zu stunde gewartet er
mit hoffender seele der wiederkehr
63ᵃ.
kämpfer gegen kämpfer stürmen
72ᵇ.
von munde zu munde
flog, von geschlecht zu geschlecht, euer empfundenes wort.
84ᵃ.
opfer um opfer 142ᵇ. geheimnis gegen geheimnis tauschen 146ᵃ. ohrfeig um ohrfeig 193ᵇ. und wenn wir jetzt brust gegen brust und schicksal gegen schicksal auswechseln sollten 204ᵇ. wir wälzen uns von schlamm zu schlamm 210ᵇ. wir betteln mit der ballade von thür zu thür 208.
arm in arm mit dir
213ᵃ.
von schwäche zu schwäche sinkend
213ᵃ.
wir musten uns drücken von ort zu ort
322ᵇ.
39.
der artikel fällt weg, wenn der begriff nur im allgemeinen soll angegeben werden, er ist aber auch bei dem gegensatz nicht zulässig, wenn nemlich von einer scharf bestimmten, ganz entschiedenen individualität die rede ist. daher steht er, das ist die regel, nicht bei eigennamen der menschen, seien es geschlechts- oder vornamen, ja er fällt ab bei unsinnlichen und ganz abstracten begriffen, sobald sie als person auftreten. so läszt man in allegorischen gedichten Milde, Tapferkeit, Gerechtigkeit, Poesie, Kunst erscheinen; in den gedichten des 13ten jahrh. setzte man gerne frau voran, wie z. b. frou Sælde. Waldis überschreibt seine 31 ste fabel von der spinne und podagra, in welcher die krankheit als ein weib auftritt: da heiszt es Podagra sprach, Podagra macht sich auf die fahrt.
a.
im gothischen stand die regel fest, im ahd. hat man eine ausnahme bemerkt, ther Barrabâs Tatian 190, 18. im 12ten jahrh. fieng der artikel an sich einzuschleichen. in des Augusti cîtin Anno 517. einige handschriften der Nibel. 215, 2 lesen sun des Sigemundes statt sun den Sigemundes. in der Gudrun des Hagenen tohter 456, 3. in des Hagenen lande 457, 3. der Gêrlinde sabene 1272, 2. sun des Ludewîges 1631, 1. Welscher gast do er den Baldewînen sach 13304. im 14ten jahrh. bei Jeroschin,
ein brûderlîn ein knottir (capuciner)
der was genant der Ottir
105, 2.
zu einin zîtin geschach
daz man den Albrecht sach
mit andrin brûdrin reise varn
129ᵃ.
dô der Kasimir gesach,
der herzoge diz ungemach
136ᶜ.
bei Keisersberg zuweilen, der Saul gebot das man solet für und für die feind verfolgen Sünden des munds 4ᵃ. da wolt der Saul seinen sun lassen tötten, aber das volk bat den Saul für in 4ᵃ. der Milo was so stark das er ochsen mit der hand ze todt schluͦg 5ᵇ. das lert der Gerson, den sollen sie lesen 14ᵃ. der David spricht 15ᵇ. die muͦter Jacobs sprach zu dem Jacob 16ᵃ. die ander figur ist von dem Joseph und Jacob das. da kam einer, gieng zu dem David und sagt im daz Saul tod wer. der David fraget in 'wa von weistu daz er tod ist? den Saul weinet und claget David 29ᵇ. wir lesen von dem Nabal, der spottet des Davids 46ᵇ. als der Oracius spricht 81ᵇ. in den Fastnachtspielen des 15ten jahrh. bei dem casus rectus sowol als bei den obliquen nicht sehr selten.
do dich der Heinz Putz fand
36, 2.
hie kumt der Neithart, der ritter reich
191, 4.
eur nam mag wol heiszen der Schendel
371, 10.
so heisz ich der Ackertrapp
398, 4.
ich will mir haben die Adelhait, die Geuten
398, 6. 24.
ich pin gehaiszen der Eisengrein
398, 18.
so heisz ich der Hebenstreit
398, 33.
darumb will ich die Gerdraut
399, 10.
so haisz ich der Milchfridel
399, 18.
den Wegendrüssel nim ich mir
401, 32.
geben wir ungefuogen zol
den der Neithart am ersten fand
420, 11.
darumb so ist er der Adelheit wol gleich
516, 21.
darümb so sol in die Gerhaus nemen gern
568, 16.
Stadeleiner, für mir sie her
junkfrau die Adelhait,
die hat an ain nagelneue pfait
583, 24.
als mein gesell der Heinrich dort
585, 25.
es bleibt dem Heinrich nimer verschwigen
586, 7.
bei Murner, het auch nimmer vertrüwet das ich damit weder den Luther noch iemans uf der erden solt oder möcht beleidigt haben Luther. narr s. 2.
redestu dem Luther noch ein wort
451.
gewöhnlich Tewrdank, doch auch
so wär ertrunken der Tewrdank
64, 42.
auffallend dasz Luther den eigennamen, wo er im genitiv stehen sollte, unflectiert und ohne artikel auf das substantivum folgen läszt, von dem er abhängt, etwa wie man jetzt eine handlung bezeichnet, das haus Lindheim, das haus Goldschmidt. er sagt da gieng Laban in die hütten Jacob und Lea und der beiden megde, und gieng aus der hütten Lea in die hütten Rahel 1 Mos. 31, 33. die tochter Pharao 2 Mos. 2, 5. 7. 8. das herz Pharao ist hart 7, 14. 19. die kinder Ruben und die kinder Gad hatten seer viel vieh 4 Mos. 32, 1. fewr verzere die cedern Libanon Richter 9, 15. und sie kamen auf das gebirge Ephraim ans haus Micha 18, 2. 13. bei dem gesinde Micha 18, 13. und verwarf die hütten Joseph Psalm 78, 67. ich bin schwarz, aber gar lieblich, ir töchter Jerusalem, wie die hütten Kedar, wie die teppiche Salomo Hohelied 1, 5. ich wil die gefengnis der hütten Jacob wenden Jerem. 30, 18. in allen hütten Jacob Judith 13, 31. Luther gebraucht zuweilen die lateinische endigung, wie andere seiner zeit, mit und ohne den artikel, wider den Timotheum 2 Macc. 12, 10. und zog wider Timotheum 12, 20. darnach thäten sie viel schlachten mit Timotheo 8, 30. zogen sie wider Georgiam 12, 32. der Georgias davon entran 12, 35. sonst gebraucht er zwar in der regel den artikel nicht, doch läszt er ihn manchmal zu, die Zilla gebar auch, nemlich den Thubalkain, und die schwester des Thubalkain war Naema 1 Mos. 4, 22. gott der herr des Sems. wonen in den hütten des Sems 9, 26. 27. die fürsten des Pharao 12, 15. ein sohn der Micha 24, 15. also stal Jacob dem Laban das herz 31, 20. aber der herr erschreckte den Sillem Richter 18, 2. der Boas unser freund Ruth 3, 2. also nam Boas die Ruth 4, 1. der Bel ist gebeugt Jesaia 46, 1. ich hab den Bel zu Bal heimgesucht Jerem. 51, 44. liesz der könig dem Bel die speise vorsetzen Bel 13. um den mittag pflegte die Susanna in ihres mannes garten zu gehen Susanna 7. kam die Susanna mit den zwo mädchen 15. und verurteilte die Susanna zum tode 41. er sagt der Zwingel und die seinen, nach des Zwingels tode, das es sein eigen, des Zwingels, sein muste Luther 20, 2198 Walch. Hans Sachs behält bei alten namen gern die lateinische endigung, z. b. Minervæ 4. 3, 98ᵇ. Alexandro 4. 3, 56ᵈ. Baccho 4. 1, 112ᵈ. 113ᵇ. Mercurio 4. 3, 113ᵈ. Matthæum 4. 1, 68ᵇ. er fügt auch wol, wie wir es bei Luther bemerkt haben, den namen unflectiert zu dem subst.,
da schon der teufel hett besessen
das hertz Juda Iscarioth
4. 1, 85ᵇ.
er gebraucht zwar den artikel, auch im nom., doch nicht häufig, der Centeleon 4. 3, 63ᶜ. der Steffacher 2, 55ᵇ. der Griszler 2, 55ᵈ. der Neidhart 3, 49ᵇ. 51ᵃ. 52ᵃ. der Engelmeir 3, 49ᵇ. bei des Jupiters gähen rach 3, 103. des Neidharts weib 3, 49ᶜ. dem Lindel - Fritzen 3, 26ᵈ. dem Neidhart 3, 49ᶜ. zu dem Sewheintzen 3, 59ᶜ. es wär vom Liendl geschehen 3, 61ᵃ. ich bin bei der Margredn gelegen 3, 23. den Liendel 3, 60ᶜ. lieber setzt er ein adjectiv vor, das den artikel nöthig macht. merkenswerth ist der mit einem adjectiv zusammengesetzte name Faulfritz: im nom. erhält er keinen artikel, weil dann das adj. müste flectiert werden,
Faulfritz der nam für hungers not
in seinen busen fünf hofbrot
3, 67ᵈ.
Faulfritz stäts in der schüssel lag
3, 68ᵃ.
in dem obliquen casus,
mit Faulfritzen zu tische sasz
3, 68ᵃ.
aber auch
mit dem faulen Fritzen
3, 68ᶜ.
aus dem Äsop des B. Waldis,
der Jupiter gab im gehör
15ᵇ.
der Arion hett gern gefrist
96ᵃ.
da trat der Arion herfür
96ᵇ.
dem Lazaro lecken die wunden
97ᵃ.
wir wölln anfallen den Jupiter
15ᵃ.
aus Fischarts Gargantua, des Martials 23ᵇ. dem Salust 61ᵇ. dem Mercurio 64ᵃ. allzeit find man sie wie Lucretiam 74ᵇ. Ein ähnliches verhältnis bei den schriftstellern des 17ten jahrhunderts. in der letzten zeit hat man die lateinische flexion gänzlich zurückgewiesen und sie klingt jetzt pedantisch. doch in dem gebrauch des artikels zeigt sich zwischen dem südlichen und nördlichen Deutschland ein unterschied. dort wird er vorgesetzt, in der umgangssprache auch im nominativ, der August kommt heute, die Mathilde ist bei ihren verwandten. Hebel sagt der Friederli, der Fritz, sVreneli, es Eveli. der vorangesetzte flectierte genitiv bedarf des artikels nicht, Göthes, Schillers werke sind in aller händen. unflectiert bedarf er des artikels, der Adelheid vertrauen gefällt mir. im dativ fehlt er nicht leicht, wenn er die flexion ersetzt, ich habe es dem Ernst gesagt. ich bin der Auguste begegnet. ebenso im acc. ich sah den Friedrich weggehen, ich grüszte die Therese, und zumal wenn keine flexion statt finden kann, wie bei fremden namen, er hat den Cicero als staatsmann geschildert. Schiller läszt den Brutus erscheinen. der mahler hat die Veronica dargestellt. im nördlichen Deutschland meidet man den artikel, nicht blosz im nom., auch in dem dat. und accus., wo man die flexion zufügt, ich habe es Ernsten gesagt. ich habe Louisen einen brief geschrieben. ich habe Georgen abgesendet. man hat ihm Marien empfohlen. Göthe folgt dem norddeutschen sprachgebrauch: im Wilhelm Meister und in den wahlverwandtschaften entschlüpft ihm der artikel selten, anderwärts kommt er zuweilen vor. der nominativ meist nur, wenn er gemeine leute sprechen läszt, indem so kommt der Weislingen daher geritten Götz 8, 23. das wär gut und gäb auch der sache einen schein, wenns der Götz thät 8, 139. der genitiv mit dem artikel höchst selten,
der Mufti las des Misri gedichte
5, 36.
artikel und flexion fehlt bei fremden auf is und us ausgehenden namen,
Hafis dichterzüge sie bezeichnen
ausgemachte wahrheit unauslöschlich
5, 34.
als noch Venus heitrer tempel stand
1, 249.
Brutus rede für die freiheit 8, 196. sonst die flexion ohne artikel, seine reiter, Selbitzens, eure sind zerstreut 8, 102. die frevelhaften reize Philinens 18, 167. mit einem reinen charakter wie Theresens 20, 231. die strafrede Jarnos 20, 304. beim dativ der artikel nur ein paarmal, denkt ihr seid einmal wieder beim Götz 8, 28. ich hab Georgen nach dem Selbitz geschickt 8, 86. wenn diese ergebenheit nichts mehr verdient als eure gedanken alle nach dem Karl (dem kaiser) gerichtet zu sehen 8, 131. woher das dem Weisling kommen sein mag? 42, 27. fehlt der artikel, so wird die flexion - en zugefügt.
sind wir wieder bei Hafisen
5, 19.
ich diente Götzen von Berlichingen 8, 88. diese nacht begegnete ich Götzen im wald 8, 155. was hört ihr von Georgen? ist Lerse nach Georgen? 8, 162. Wilhelmen verdrosz dieser ausfall 8, 54. Aurelie blieb vor Wilhelmen noch einige augenblicke stehen 19, 197. die ganze welt war mir auszer Narcissen todt 19, 289. Wilhelms abschied von Theresen war heiter 20, 71. so rein blieb sein verhältnis zu Natalien 20, 244. Lucinden, wie uns allen, waren die hände gebunden 21, 69. schien es möglich Augustinen eine neigung zu seinem vaterland einzuflöszen 20, 289. die briefe von Wernern 20, 300. auch Wielanden fieng dieser naturzustand an bedenklich zu werden 31, 145. Ludwig Hummeln war der preis zu erkennen 31, 141. nur zuweilen bleibt die flexion weg, ohne dasz der artikel vorgesetzt wird, mit Mignon beschäftigt 18, 241. gesinnungen, die Serlo gewissermaszen natürlich waren 19, 140. sie scheint mit Felix ganz glücklich zu sein 20, 174. 21, 38. fragt nach St. Joseph 21, 9. zu Antoni hab ich kein vertrauen 21, 144. auffallend, er gestand Melina'n (ein mannsname) gerne zu 19, 254, dagegen, er gehe zu Sperata 20, 269. auch hier einiges schwanken, der verabredung mit Schiller gemäsz, ich hatte mit Schiller diese angelegenheit besprochen, und ich besprach die sache mit Schillern 31, 187. 188. 189. von Schillern eingehändigt 31, 185. auch beim accusativ der artikel nur als ausnahme, suchtest du den Götz 8, 162. sonst fast nur wo die flexion nicht anzuwenden war, habt ihr den Weislingen? 8, 22. darnach führten wir heraus den Helfenstein, den Eltershofen 8, 137. als wenn ich den Jery nicht kennte 11, 16. Natalie die den Felix bei der hand nahm 20, 16. als sie den Felix rufen hörten 20, 208. von dem nicht articulierten acc. nur ein paar beispiele, siehest du Götzen? 8, 98. ich möchte Georgen und Franzen geschlossen sehen! 8, 117. darf ich Lersen nach deinem sohn ins kloster schicken 8, 164. ich wollte Tankreden und Reinalden spielen 18, 135. fand er Friedrichen in einer art raserei 18, 223. Wilhelms vorliebe für Shakespearen 19, 72. ein freudetrunkener blick den er auf Marianen warf 18, 17. nun sah er Aurelien 20, 10. die schalkhafte miene, womit er Wilhelmen und Theresen ansah 20, 187. die übersetzung von Rameaus neffe war noch durch Schillern nach Leipzig gesandt 31, 195. die endigung -en fällt zuweilen wie im dat. weg. dort war Augustinen angeführt, dagegen ist hier zu bemerken dasz man Augustin in seinem blute gefunden habe 20, 296. Schiller wechselt mehr mit den verschiedenen formen, läszt aber die flexion seltner zu. zuweilen der artikel bei dem nominativ, der Spiegelberg 108ᵇ. 109ᵃ. 117ᵇ. der Schufterle 134. der Terzky 351ᵃ. im genitiv bleiben fremde, auf -us ausgehende namen unverändert, Nereus tochter 223ᵃ. tochter Zeus 238ᵃ. Rom verröchelt über Brutus bahre 134ᵇ. in Priamus land 216ᵃ. ein sohn Atreus 217. Phöbus heilige erde 224ᵃ. Achill, sohn Peleus 226ᵃ. zuweilen ist ein apostroph zugefügt, der hohe lichtfunken Prometheus' ist ausgebrannt 105ᵇ. ein todesstosz von Brutus' schwerte 134ᵇ. auch wird der artikel als ersatz für die mangelnde flexion vorgesetzt, des Eurytus scepter 217. sohn des Sisyphus 220. das haus des Oedipus 239ᵃ. der sohn des Talaus 240. die abenteuer des Julius Cäsar und Alexander, wo des Alexander stehen müste 104. sturz des Appius Claudius 152ᵃ. ferner, keule des Herkules 105ᵇ. tactik des Hannibal 105ᵇ. das blut des Andreas 158ᵃ. des Piccolomini hohe gnade 330. bräutigam der Milford 187. wo die flexion zulässig ist, bleibt der artikel weg, Dorias trotzige that 157ᵃ. 168ᵇ. Gianettinos anschlag 157ᵃ. Nestors flotte 1, 217. Agamemnons kind 228ᵃ. enkel Agenors 238. Thebens töchter 238. beim grab der tochter Niobens 237ᵇ. Philipps frau 250ᵇ. herzog Albas henker 250. Amalias porträt 115ᵇ. zu Mathildens füszen 249ᵃ. beim dativ alle möglichen formen, ohne artikel und flexion, diese ewige grille von Karl 124ᵃ. nieder mit Doria 160ᵃ. nur nicht Brutus mochte Cäsar stehen 134ᵇ, wo man dem Brutus erwartet. mit flexion, dieser kummer wird wachsen mit Karln 114ᵇ. ein langer traum von Karln 114ᵇ. wenn du dein kind Dianen schlachtest 218. zu Achillen senden 222ᵇ. der artikel zu boden mit den Doria, oheim und neffen 156ᵃ. das sag du niemand als dem Fiesco 178ᵇ. halb Genua springt dem Andreas zu 180ᵇ.
was der könig hat,
gehört dem glück, Elisabeth dem Philipp
252ᵇ.
mit dem Geszler 531. wie beim dativ auch beim accusativ. ohne artikel und flexion, ich verlasse Amalia 112. sein fliehender geist verzog, Franz und Amalia noch zusammen zu knüpfen 116. ohne artikel mit flexion, wo sie Dianen erfreuen 216ᵃ. sah ich Diomeden, Palameden 216. nu denke dir Ulyssen 220ᵇ. mit dem artikel, sie werden den Fiesco zum herzog ausrufen 178.
so gab
ich kinder meinem eignen kind, zwei knaben,
den Eteokles erst und Polynices
den herrlichen
236ᵇ.
Es genügt bei Göthe und Schiller den gebrauch des artikels nachgewiesen zu haben. indessen kommt in der schriftsprache die flexion auf -en, im genitiv auf -ens immer mehr in abnahme. man schreibt er ahmt Schiller nach, nicht Schillern. ebenso, er vergleicht ihn mit Göthe. er hat sein buch Uhland zugeeignet.
b.
Der artikel wird dem eigennamen gerne vorgesetzt, wenn von einer bekannten person die rede ist, oder man auf eine vorher genannte zurückkommt; es ist dann eine bestimmtere hinweisung nöthig (Schirlitz Syntax des neuhochdeutschen artikels §. 30). nicht alle waren gekommen, nur der Dietrich und der Hermann. das ist also der Peter mit dem lahmen fusz? der bewuszte. wer? wer anders als der Sapupi? es ist nicht möglich, der Sapupi? Göthe 8, 77.
ich kenn ihn, 's ist der Baumgart von Alzellen.
Schiller 517ᵃ.
es ist der Tell von Bürgeln
518.
was der blitz!
das ist ja die Gustel von Blasewitz!
321ᵃ.
B. nun denn, so geht und schickt mir Pestalutzen.
D. den Pestalutz! hum!
397.
c.
zur unterscheidung des weiblichen geschlechts setzt man in der umgangssprache den artikel zu dem eigennamen, ich bin der Engelhard begegnet. ich sah die Hermann vorübergehen, aber nicht die Augusti. im 17 ten bis etwa in die mitte des 18 ten jahrh. setzte man, wie noch jetzt im volk, auszer dem artikel noch die geschlechtsendigung -in zu dem namen des ehemannes, die Ritterin, die Wernerin, die Karschin.
d.
im 16 ten jahrh. fügte man zu den frauennamen den namen des vaters oder mannes im genitiv, Maria Königsteins, Liese Hasenkamps, Anna Fridages; s. Gramm. 3, 340. aus dem 17 ten jahrh. führt Schirlitz §. 32 noch ein beispiel an, Margaretha Friedrichs. der genitiv erklärt sich aus dem ausgelassenen tochter, ehefrau, wie bei Barthels, Eggers, Jacobs, Peters, Steffens sohn verstanden wird.
e.
werden durch das haupt der familie zugleich die mitglieder derselben bezeichnet, so wird kein artikel zugefügt, die familie Weber wohnt an verschiedenen orten. im gemeinen leben pflegt man den genitiv zu gebrauchen, von Günthers (familie) war niemand zugegen. Wernhers sind sämtlich abgereist. Reinharts sind auf ihrem landgut.
f.
eigennamen als appellativa verwendet erhalten den artikel, die Shakespeare und die Göthe erscheinen nicht oft. man behauptet Corneille sei der Sophokles, Racine der Euripides der Franzosen. ähnlich bei kunstwerken, die Leda von Michel Angelo. die Venus von Titian. der Blücher, der Scharnhorst von Rauch. der Schiller von Thorwaldsen.
g.
auch patronymica verlangen als appellativa den artikel.
man sach die Nibelunge mit Sîfride gân
Nibel. 571, 4.
doch vorhte sie harte sêre der Nibelunge tôt
971, 2.
der was den Nibelungen ein helfelîcher trôst
1466, 2.
der der Amelunge
bediet (unterthänig gemacht) hât manege kraft.
Dietleib 6377.
daz ez den Amelungen
bî ir zîten nie geschach
11083.
der Harlunge tôt
2608.
Ermrîch die Harlunge vie
2546.
von dem selben geslehte sint uns die Wülfinge komen.
Wolfdieterich.
die Hegelinge Gudrun 1497, 4. mit den Hegelingen 1110, 3. die Karlinge Roland 48, 14. 185, 14. 267, 28. Wälsch. gast 10601. der Harlunger, Amelunger stamm Fischart Garg. 30ᵇ.
der Äaciden mordend eisen
Schiller 114ᵇ.
h.
übertragene eigennamen erhalten den artikel.
α.
bei den planeten die götternamen,
in einem halbkreis standen um mich her
sechs oder sieben grosze königsbilder,
das scepter in der hand, und auf dem haupt
trug jedes einen stern, und alles licht
im thurm schien von den sternen nur zu kommen.
das wären die planeten, sagte mir (Thekla)
mein führer (Seni), sie regierten das geschick:
drum seien sie als könige gebildet.
der äuszerste, ein grämlich finstrer greis,
mit dem trübgelben stern, sei der Saturnus:
der mit dem rothen schein, grad von ihm über,
in kriegerischer rüstung sei der Mars;
und beide bringen wenig glück den menschen.
doch eine schöne frau stand ihm zur seite,
sanft schimmerte der stern auf ihrem haupt:
das sei die Venus, das gestirn der freude.
zur linken hand erschien Mercur geflügelt.
ganz in der mitte glänzte silberhell
ein heitrer mann mit einer königsstirn,
das sei der Jupiter, des vaters (Wallensteins) stern,
und mond und sonne standen ihm zur seite.
Schiller 347ᵇ.
mit unrecht steht vor Mercur nicht der artikel, es heiszt jetzt der gott selbst sei erschienen.
β.
bei schiffen, der Humboldt ist nach Amerika abgesegelt. der Nelson liegt im canal. der Göthe fährt morgen thalwärts von Mainz nach Cöln. die Gefion ist an Gibraltar vorbeigekommen.
γ.
bei thieren, er hat seine besten pferde geritten, den Chosru und den Agamemnon. er nahm zwei hunde mit auf die jagd, den Hektor und die Diana. der Hans spricht, der gezähmte rabe.
i.
wird das werk durch den namen seines verfassers bezeichnet, so kann der artikel nicht fehlen, der Homer, der Sophokles, der Shakespeare, der Cervantes findet sich unter seinen büchern. er hat den Plato gelesen. er will den Aristoteles herausgeben. dies gleichnis ist aus dem Jesus Sirach genommen. Lachmanns anmerkungen zum Walther von der Vogelweide. ein gleiches gilt von kunstwerken, der Raphael in der gallerie ist nicht echt, der Albrecht Dürer ist ein schönes bild. ebenso wenn ein eigenname zum titel eines buches dient, das erste capitel des Hiobs Simpliciss. 1, 36. Göthe hat den Faust selbst vorgelesen. mädchen die den Theuerdank lesen Göthe 8, 65. mein erster gedanke war den Demetrius zu vollenden 31, 192. dagegen fehlt Göthe, wenn er sagt, Reineke fuchs durfte nun hervortreten, das gedicht von Reineke durfte erscheinen 31, 146, wiewol hier auch das thier selbst kann gemeint sein, dagegen, wie im Reinecke fuchs weiter nachzulesen ist Briefe an fr. v. Stein 1, 173. der erste theil von Eugenie 31, 156. richtig aber sagt man Göthe dichtete Hermann und Dorothea, hier konnte der artikel wegbleiben, weil und die beiden namen verband (s. oben sp. 982). endlich wenn eine rolle in einer dramatischen dichtung gemeint wird, er spielte den Egmont gut, aber ich finde ihn im Hamlet besser. der Tasso gelang ihm nicht immer. sie stellte das Clärchen im Egmont mit rührender wahrheit dar: auch in der Eugenie war sie vortrefflich.
k.
in der alten zeit hatten die thiere eigenthümliche, nicht von den menschen geborgte namen, die dann keinen artikel erhielten. so Isingrîn, Brûn, Bertin, Reinhart, Kuonin, Diezelin und andere, die im gedicht vom Reinhart fuchs vorkommen; vergl. cap. 11 von den thiernamen.
Reinhart und Bartman von den ziegen
zusammen in ein pfützen stiegen.
Waldis Esopus 150ᵇ.
l.
auch die besondern namen der schwerter blieben der regel gemäsz unarticuliert, wenn nicht ein adj. dabei stand.
sîn swert hiez Durendart
Roland 117, 17.
Durndart muoz mir hiute dingen
143, 14.
nim dû Durndarten
163, 22.
wâ ist Alteclêre?
198, 5.
Olivier zôch Alteclêren
198, 9.
Ruolant zuhtigete si harte
mit deme guoten Durindarte,
Olivier mit Alteclêre
29, 28—30.
und recken siben hundert twang er von Nibelunge lant
mit dem guoten swerte: daz hiez Balmunc
Nibel. 96, 1.
er zucte ein swert daz Freise hiez.
Dieterichs drachenkämpfe, s. Heldensage s. 267.
m.
die namen der monate erhielten im mhd. gewöhnlich den artikel, weil man das appellat. mânôt hinzudachte, in dem aberellen Heinr. v. Veldeke MS. 1, 20ᵃ.
dô was des abrillen schîn zergangen
Parzival 96, 12.
nâch des merzen stunden
Gudrun 1217, 3.
der meie bringe uns al sîn wunder
Walther 46, 16.
gên wir zuo des meien hôchgezîte
46, 22.
der des meien kleider sneit.
Steinmar MS. 2, 106ᵃ. 107ᵃ.
weizgot er lât ouch dem meien den strît
Walther 39, 9.
als ich enmitten in dem meien wære
118, 35.
ich snîd iu vor dem meien nicht
Lichtenstein 24, 6. 7.
ouch wart in von dem meigen
gesant rîlîchiu stiure
Konrad v. Würzb. Troj. krieg 16327.
sô der ougest ende hât
Freidank 146, 8.
dô sich der ougest ane gie
Silvester 2792.
der êrste tac in dem oweste Hermann v. Fritzlar 170, 3.
in dem oweste diz geschach
Livl. chronik 9673.
und vaste in den ouwest gienc
Iwein 3058.
in dem oust ein küeler wint
Renner 6067.
seltner fällt er weg,
swenne aberelle gegen den meien
alsô wünneclîche strebet
Gottfr. v. Straszb. MS. 2, 183ᵇ.
ze ûzgândem aberellen
Lanzelet 8787.
der sumer gap diu selben kleit,
aberelle maz, der meie sneit.
Schulmeister von Esslingen MS. 2, 94ᵇ.
swaz meige ûf die planiure
bluomen hete gezetet
Konrad v. Würzb. Troj. krieg 3983.
die von Karl dem groszen gegebenen namen sind, bis auf hornung, mit mânôt zusammengesetzt (Gesch. der deutschen sprache 82), doch steht der artikel nicht dabei. heute kann er nicht wegbleiben. sein geburtstag ist im januar. er will während des februars dort verweilen. einige im februar und märz von ihm geschriebene blätter Göthe 31, 192. die erste hälfte des augusts war verstrichen 31, 155. 203. geht anfangs, mitte oder ende voran, so wird der monatsname jetzt ohne artikel und flexion zugefügt, er wollte anfangs januar anlangen, kam aber erst mitte mai. ende november trat frost ein. anfangs mai wagt ich mich aus Göthe 31, 192.
n.
auch die wochentage, da sie mit einem appellativum zusammengesetzt sind, werden articuliert. der sonntag ist der ruhe gewidmet. er war den montag nicht zu haus. er ist am mittwochen und am donnerstag hier gewesen. in der nacht auf den freitag oder auf den sonnabend will er abreisen. auch sabbath erhält den artikel. im gemeinen leben läszt man ihn weg, ich werde montag nicht zugegen sein und nächsten donnerstag abreisen. es geschah freitag den achtzehnten. er fällt weg bei adverbialischen genitiven sonntags, montags u. s. w., aber nicht bei besonders benannten tagen, am abend des Johannistags Göthe 31, 178. am pfingstfest, osterfest. wiederum fällt er weg, wenn die namen allein genannt werden, zu Michaelis, auf Silvester, nach ostern, aber vor pfingsten.
Mattheis brichts eis.
auf sanct Gall
da bleibt die kuh im stall
Schirlitz §. 48.
's ist heut Simons und Judä,
da rast der see und will sein opfer haben.
Schiller 518.
o.
den namen der winde gebührt der artikel, der nordwind, der ostwind, der südwind. der biswind aquilo Maaler 70ᵃ. Frisch 1, 101ᵇ, bei Dasypod. 12ᵃ beiszwind. aber nicht blosz die zusammengesetzten, auch die einfachen namen erhalten ihn. die bise nordostwind (Stalder 1, 173), mhd. diu bîse (Benecke 163ᵃ), der föhn südwind (Schmeller 1, 534), die fön (Maaler 139ᵃ. Frisch 1, 285), der samum, der Sirocco, der zephyr, der ostner (Dasypod. 66ᶜ. 393ᶜ).
40.
Völkernamen erhalten weder im gothischen noch im ahd. den artikel, dort also Rumôneis, Israêliteis, Krêkôs, bei Otfried Kriachi 1. 1, 60. Frankon 1. 1, 33. 103; doch schon thie Rômâni 1. 1, 59. im 12 ten jahrhundert fieng man an den artikel vorzusetzen. in dem gedicht von Anno bleibt er meist weg bei den namen alter völker, Rômêre 262. 465. Rômêre gewalt 510. mit Rômêren 248. Troieri 371, Beire 298. 316. ci Vrankin 546. 559. doch auch mit dem artikel di Criechin 32. 232. 350. die Duringe 333. 338. cin Duringen 335. die Vrankin 538. der Sahsin wankelmuot 319. ähnlich in der Kaiserchronik, häufig Rômære 63. 94. 119. 156 u. s. w. wider Rômæren 225. mit Rômæren 600. selten der artikel, zuo den Rômæren 11212, wo ihn auch nicht alle handschriften haben. bei andern völkern steht er fast immer, die Kriechen 586. die Juden 271. 827. die Swâbe 280. 295. die Baiere 6827. die geslehte der Beiere 315. an den Baieren 321. ûf die Beiere 296. die Sahsen 340. der Sahsen grimmeger muot 323. die Megenzære 393. nur eine handschrift hat Duringe 338. Rolandslied Burgunder 267, 31. Swâben die milten 268, 5. Ungeren nam ich ir kraft 238, 9. Sahsen 218, 5. Lotringe helde 267, 29. dagegen kunc von den Britten 57, 25. die Franken 41, 3. 48, 5. den Franken 276, 2. die Flaminge 267, 26. di Friesen 267, 27. Athis Rômêre A**, 22, doch häufiger die Rômer, die Rômêre, den Rômêren A, 96. B, 131. C, 160. E, 92. im beginn des 13 ten jahrhunderts hat sich das verhältnis umgekehrt, der artikel ist regel geworden. noch am ersten fehlt er bei Rômære, wie im Eraclius 540. 599. 994. 2245. 2671. 2860. 2910. 3557. 4387. so auch im Freidank, dem wellent Rômer lîhte niht 160, 20. swer Rômer site rehte ersiht 148, 12. in Rômer hant 153, 24ᵇ; doch der Rômer spot 151, 24. sodann, der Walhe spot 163, 3. den Tiuschen gehaz 156, 18. im Walther kommt Rômer nicht vor, sonst immer der artikel, die Düringe und die Sahsen 19, 15. der Dürnge bluome 35, 15. Dietleib die Düringe 6575. die Swâbe zuo den Franken 12123. Klage der Priuzen künec 3487. zer Burgonden handen 220. von der Hiunen lant 1462. zen, ze den Hiunen 92. 1413. 1604. 1667. auch in den Nibel. ist der artikel nöthig, der Burgonden sorge 426, 2. ze den Burgonden erkant 1802, 4. dâ zen Burgonden was ir lant genant 5, 3. mit den Burgonden 1811, 3. die Tenen und die Düringe 2011, 1. die Sahsen 219. in der Sahsen lant 179, 3. den Sahsen 176, 4. zen Sahsen gesant 215, 4. in der Hiunen lant 1229, 3. der Hiunen neheiner 1822, 2. zen Hiunen vrowe vil gewaltec 1109, 4. 1110, 4. Lachmann hat einmal nach zwei handschriften ohne, zweifel aus metrischen gründen, den artikel eingeklammert,
dô tâten [die] Burgonden als in der bote geriet
526, 4.
Gudrun mit der Holsæzen liute 1415, 1. er bringet vil der Friesen und ouch der Holsæzen 1374, 2. der künec von den Mœren 670, 3. 1540, 1. mit den Mœren 708, 1. die helde von den Stürmen 1546, 1. 1510, 4. die Tene Hôrant unde Môrunc 1552, 2. so halten es auch die höfischen dichter, und die regel wird heute nicht verletzt. Anzumerken ist dasz der sing. mit dem artikel das ganze volk bezeichnet, meist wenn sein wesen und seine natur soll angedeutet werden, der Engländer ist schweigsam, der Franzose spricht beständig. der Isländer sehnt sich nach seiner insel. du bist ja ärger als der Spanier Göthe 8, 171. sie trieben den Türken von den grenzen des reichs 8, 201. ein gnädiger herr! der echte Niederländer! so gar nichts spanisches 8, 207. ähnlich bei corporationen. der student ist lustig. der jäger ist gern im wald. der husar schwärmt herum.
besonders ungeheuer
gings drüber und drunter her
mit fürchterlichem feuer
beim feindlichen chaseur
Soltau 2. 428, 5.
41.
ländernamen werden nicht articuliert, gewöhnlich geht in der alten sprache eine präposition voran. gothisch us Galeileian, du Dalmatiai. bei Otfried in Aegyptum 1. 8, 7. in Galilêa 2. 7, 39. 3. 2, 1. Merigarto von Arâbjâ 4, 17. in Egiptilant 4, 18. in Îslant 5, 15. in Tuskâne 5, 31. in Môrlant 6, 41. in Campanjâ 7, 18. in Siciljâ 7, 24. in Idumêâ 7, 14. in Sardinjâ 8, 6. Anno in Gallicîâ 82. in Indîâ 209. in Egiptilant 433. ingegin Suâben 279. in Denemarkin 637. von Tenemarc unz in Apulîam 679. von Kerlingin unz an Ungerin 680. in Walilant 383. in Duringelant 695. im Rolandslied wird einmal die lateinische endigung vorgezogen, Alemanniam ich ervaht 238, 8. sonst im nom. und acc. Frankrîche 134, 8. Britanjâ 238, 10. Engellant 238, 18. Lancparten 237, 32. Pulle 237, 33. Behaim unt Polân 238, 11. Schotten und Îrlant 238, 16. sodann mit präposition, zuo Frankrîche 114, 8. gegen Ispânje 236, 1. ze Karlingen 240, 25. von Beigeren 282, 32. Kaiserchronik ze Swâben 271. Dietleib der helt von Türkîe 3456. Walther von Engellant 19, 26. ûz Ôsterrîche 19, 29. 32, 5. 35, 7. von Rôme 6, 34. 28, 1. 84, 30. 105, 21. 124, 26. ze Rôme 9, 20. 25, 13. 33, 21. Freidank 148, 22. 149, 1. ze Rôme 148, 5. 149, 27. 152, 3. zÂkers 154, 19. 10. 13. 156, 5. ze Jaffe 157, 9. Nibel. ûz Arâbî 535, 4. von Sahsen Liudgêr 169, 1. in Sahsen 193, 4. Irnvrit von Düringen 1285, 3. die von Düringen 1815, 2. von Spâne Walther 1694, 3. 1735, 1. von Marroch dem lande und ouch von Libîân 355, 1. von Burgonden der herre Gêrnôt 287, 1. 933, 1. ze Burgonden 469, 1. 683, 3. durch Ôstervranken 1464, 2. ze Norwege in der marke 682, 3. bei den mit lant, rîche, marc zusammengesetzten ländernamen sollte man den artikel vermuten, aber er zeigt sich nicht. mehrere beispiele sind eben angeführt worden, hier noch einige. häufig sind sie in den Nibel., ûz Îslant 397, 1. der helt von Niderlant 117, 1. ûz Niderlant 167, 3. in Niderlande 1308, 1. in Niderlanden 20, 1. von Niderlanden der herre 714, 1. ûzer Vlâchenlant 1283, 1. ûzer Ungerlande 1313, 1. ûzer Hiunenlant 1286, 3. ûz Hiunenlande 1106, 3. ûz Beierlande 1242, 2. gegen Sahsenlande 175, 2. ûz, von, in, ze Niblungelant 491, 7. 944, 3. 1023, 3. 1025, 3. von, ûz Amelungelant 1659, 2. 2216, 2. 1920, 3. durch Ôsterrîche 1276, 4. 1652, 1. in Ôsterlant 1281, 1, einmal auffallend mit dem artikel in daz Ôsterlant 1269, 2, wo ihn aber eine handschrift wegläszt. auch an andern orten kommt Ôsterlant immer ohne artikel vor, s. Stricker kleine gedichte xii, 44. Lichtenstein 477, 8. MS. 2, 163. Passional 23, 74. 24, 8. 162, 8. 268, 10. in der Gudrun bleibt der artikel ausgeschlossen wie bei Hartmann, Wolfram und andern. Noch heute dauert die regel fort. nur im volk hört man die Schlesing, das Tirol, das Vorarlberg. die auf n ausgehenden ländernamen beruhen auf einem obliquen casus, meist auf dem von der präposition regierten dat. pl. wie Sahsen, Düringen für ze Sahsen, ze Düringen. das hat veranlassung gegeben zu einem unorganisch gebildeten Arabien, Spanien, Persien u. s. w. es versteht sich von selbst dasz ein vorgesetztes adjectivum den artikel herbeizieht, das kornreiche Holstein. das fruchtbare Schlesien.
das ganze Deutschland soll es sein
Arndt.
auch vor beide kann er stehen, die beiden Hessen. die beiden Sicilien. die beiden Indien. dagegen das unflectierte ganz und halb läszt ihn nicht zu, da es (wie in ganzhüfner, halbbruder) als mit dem namen zusammengewachsen betrachtet wird, halb Schlesien war erobert. ganz Sachsen sollte ihm offen stehen Schiller. Ist der name des volks mit land verbunden, so wird jetzt, was, wie vorhin bemerkt ist, in der alten sprache nicht erlaubt war, bei einigen der artikel zugefügt, er kommt aus dem Hessenlande, will ins Hessenland gehen. im Sachsenland war der eifer grosz. wein aus dem Frankenland. da verhengt gott zehen blagen und strafe uber das Egiptenlandt Keisersberg Sünden des munds 2ᵇ.
das Frankenland ist ein schönes land
Soltau 2, 382.
von Phokis, vom Spartanerland
Schiller 58ᵃ.
doch Uhland läszt ihn auch weg,
nun war ein herr aus Schwabenland
von hohem wuchs und starker hand.
die Niederlande fast nur im pluralis, doch bei G. Schwab
aus Brügge reitet im Niederland ein königlicher held.
dagegen die mit reich zusammengesetzten dulden den artikel nicht; nur Arndt gestattet sich
gewis, es ist das Österreich
an ehren und an siegen reich.
Indessen ist die in der alten sprache so fest gehaltene regel in der neuern zeit durchbrochen worden. es gibt mehrere ländernamen, welche den artikel nicht blosz zulassen, sondern fordern. dahin gehören die Schweiz. die Krim. die Pfalz. die Lausitz. die Mark (Alt-Neu-Uckermark). die Moldau. die Wallachei. die Türkei. die Bulgarei. die Tartarei. die Berberei. die Lombardei. die Bukowina. die Ukraine. die Herzegowina. der Elsasz. der Peloponnes. das Banat. das Exarchat u. a. die Normandie, die Bretagne, die Picardie, die Vendée, die Champagne, die Dauphinée sind mit dem artikel, den die ländernamen dort immer verlangen, aus Frankreich herübergenommen. Wird königreich, herzogthum, grafschaft, fürstenthum vorgesetzt, so ist der artikel nicht zu entbehren, das königreich Hannover gränzt an das herzogthum Braunschweig, die landgrafschaft Hessen an das Frankfurter gebiet, Nassau an das königreich Preuszen. die neuerdings aufgekommenen, das verhältnis umkehrenden zusammensetzungen Baselstadttheil, Basellandschaft stehen allein und sind nicht zu empfehlen.
42.
unter den eben bemerkten ländernamen welche articuliert werden, befinden sich mehrere welche man als landschaften eines gröszeren reiches betrachten kann, wie die Mark, das Exarchat, die Lombardei als theil von Italien, die Lausitz, die Priegnitz, das Voigtland, und in dieser eigenschaft bedürfen sie des artikels, wie er bei den mit gau zusammengesetzten landschaftsnamen nöthig ist.
hin für Hagenouwe
in dem Rîngouwe
Dietleib 5792.
so sagen wir der Rheingau, der Hennegau, der Schwangau, der Breisgau, der Thurgau, der Allgäu, der Hegäu, der Wasgau. auch die Wetterau ist hier anzuführen, die Meinau und die Reichenau, zwei inseln. deshalb erhält in der Gudrun der name eines unbebauten eilandes den artikel, der Wülpensant 848.
dô si gewendet wâren von des küneges lande
zuo einem wilden werde, der was geheizen dâ zem Wülpensande
809, 3. 4.
ûf dem Wülpensande 871, 4. 909, 8. 918, 2. 1121, 1. 1434, 4. ûf dem Wülpenwerde 883, 4. 897, 4. ebenso das Eichsfeld, das Lechfeld.
und ist an dem Leckfeld gelegen
Fastnachtsp. 517, 4.
sie zohen z'amen alle drei
ubers Lechfeld Augsburg fürbei
Waldis 205ᵃ.
43.
ortsnamen bleiben wie ländernamen ohne artikel. gothisch vairôs Baiþilis ja Aai, þai bi Tyra jah Seidôna, us Beþlaihaim veihsa, us Kaurinþôn in Rumai, du Jairusaulymai; weitere beispiele in Schulzes gothischem glossar 159. Otfried fona Rumu 1. 11, 2. zi Bethaniu 4. 5, 2. ze Hierosolimu 2. 14, 59. Merigarto zÛztrehte 4, 39. Anno Rôme 75. Babilônje 202. Troie 380. Mezze 507. Kolni 556. Sigeberg 643. in Hierusalêm 81. in Babilônje 327. von Troie 349. häufig mit zi, ci Rôme 397. 421. 464. 473. 478. 523. ci Babilônje 527. ci Salivelt 695. Roland Sarraguz 55, 13. Parîs 249, 21. die latein. endigung, ich twanc mit dir Provinciam 237, 30. ze Almarie 36, 19. ze Jerusalêm 27, 22. ze Lêûne 233, 12. ze Regensburc 58, 19. ze Rôme 142, 33. ze Sarraguz 246, 24. 250, 18. unze an Sarraguz 12, 10. Nibel. vor dem Otenwalde ein dorf lît Ôtenhaim 939, 7. ein burc geheizen Zeizenmûre 1272, 3. aber gewöhnlich die präpos. für, gegen, ûzer, von, ze, für Bechelâren 1267, 1. gegen Îsensteine 371, 3. gegen Mûtâren 1531, 1. von Spîre 1448, 2. von Arraz 1763, 1. von Wiene si dô riten 1315, 1. ûzer Medilike 1268, 2. am häufigsten ze, auch da, wo es wegbleiben konnte, diu (burg) was geheizen Santen 653, 4, aber diu was ze Santen genant 20, 4, wie burc ze Bechelâren 1258, 2, oder diu stat ze Wormeze 966, 1. (so auch im Dietleib, sie, die burg, heizet Bechelâren 960 und sie heizet ze Mûtâren 1073). stat ze Gran 1437, 2. sodann, ze Everdingen 1242, 1. ze Etzelburc 1319, 1. ze Lôche 1077, 3. ze Pazzouwe 1236, 1. 1238, 1. ze Wormz bî dem Rîne 6, 1. ze Wormz in der stat 743, 1. ze wormz über Rîn 1345, 2. kômens an den Rîn ze Wormez zuo dem lande 1370, 2. ze Zeizenmûre 1276. zuweilen wird noch eine hinweisende partikel zugesetzt, dâ ze Bechelâren 1103, 1. dâ ze Mœringen si wâren über komen 1531, 1. hinze Bechelâren 1364, 1. In der folgenden zeit erscheint bei den orts- und städtenamen zuweilen vereinzelt der artikel und hat meist eine besondere veranlassung. zem Elbinge Livl. chronik 8777. 10857. Jeroschin gebraucht ihn bei der burg Colmin, und er gilt dem berg auf dem sie wahrscheinlich lag. kein (gên) dem Colmin 45, 277, zu dem Colmin 44, 214. 45, 337. den Colmen. in dem 15 ten und 16 ten jahrh. ward, wie in der Grammatik 3, 422 bemerkt ist, manchmal der namen der stadt als masculinum betrachtet und der artikel zugefügt, so der Ham (Fichard Archiv 1, 91), der Berlin, aus dem Berlin, nach dem Hage Sastrow 2, 7. 10. 386. heute sagt man noch im obliquen casus aus dem Hag, im Hag, nach dem Hage, weil die appellative bedeutung des wortes zu offen liegt. in Böhmen, Sachsen, in der Lausitz, in Schlesien auch das fem., die Breslau, die Schweidnitz. so bei Günther pastor primarius zur Schweidnitz 901. ein beispiel aus dem 14 ten jahrh., ouch mugen sie (die Freiberger leinweber) die lenge an iren lînwâten fûren, die die von Kempnitz und von der Mitteweide fûren Freiberger leinweberinnung bei Schott Sammlung zu den deutschen land- und stadtrechten 3, 297. sonst wird allgemein der artikel gemieden. Das appellativum in zusammensetzungen ist meist ohne einflusz, man sagt Reinhardsbrunn, Wilhelmshöhe, Wilhelmsthal, Schwalbach, Alexisbad, Ilsenburg, Charlottenburg, Menzenberg, doch die Harzburg, die Löwenburg. Schon das mhd. gewährt beispiele von dem vorgesetzten adject. mit dem artikel, diu wol gezierte Rôme Kaiserchr. 49. ûz der starken Berbester Wolfr. Titurel 42, 2. die guoten Matelâne wolten sie verbrennen Gudr. 793, 3. in den Nibel. wird lieber das adject. nachgesetzt, ze Heimburc der alten 1316, 1. ze Mîsenburc der rîchen 1317, 1. von Zazamanc der guoten 353, 2. Wormez diu vil wîte 751, 3. der alde Colmen Jeroschin 45ᶜ, 346. aus der letzten zeit nur ein beispiel, weil Schiller darin das alte femin. wieder hervorgezogen hat,
die edle Bern erhebt ihr herschend haupt,
Freiburg ist eine sichre burg der freien,
die rege Zürich wafnet ihre zünfte
512.
wächst aber das adject. mit dem hauptwort zusammen, so fällt der artikel wieder weg, so Altaich (Ober- und Niederaltaich) in Baiern. Altdamm in Pommern. Altdorf. Alt- und Neucöln in Berlin. Neuburg. Neudorf. Neustadt. Neuhaus. Wenn bei ländernamen königreich, herzogthum u. s. w. zugefügt wird, fehlt, wie wir vorhin gesehen haben, der artikel nicht, jedoch steht kloster, schlosz, burg vor einem ortsnamen, so wird er manchmal ausgelassen, schlosz Wabern liegt in einer ebene. schlosz Vippach in Thüringen. wir erblickten kloster Ihlefeld. burg Friedberg liegt etwas erhöht.
was? steht die burg noch und schlosz Sarnen liegt
in asche, und der Roszberg ist gebrochen
Schiller 547.
doch in diesen und ähnlichen fällen sind gewöhnlich beide wörter vereinigt, Berggieshübel (in Sachsen). Burgdorf. Burgwindheim. Klosterbeuren. Klosterneuburg. Stadthagen. Schulpforte.
44.
einzelne aus irgend einem grund durch einen besondern namen ausgezeichnete örtlichkeiten erhalten den artikel, der Brünhildenstein auf dem Feldberg. der Drachenfels. die Lorelei. das Bingerloch. die Rosztrappe. der Mägdesprung. der Wolfsgrund bei Steinau an der strasze. der Wolfstein bei Harzburg. der Ilsenstein. daher in den Nibelungen
nu wer was der ûfem schilde vor dem Wasgensteine saz?
2281, 3.
45.
erhält ein stadttheil eine besondere benennung, so steht der artikel dabei, wie in Berlin die Louisenstadt, die Friedrichstadt. ebenso bei den namen der straszen, die Heiligegeiststrasze. die Dorotheenstrasze. die Lennéstrasze. die Lindenstrasze. die Friedrichsgracht. die Aegidienstrasze. die Sandgasse. die Wildemannsgasse. die Marktgasse. die Zeil in Frankfurt a. M. bei plätzen, der Königsplatz. der Alexanderplatz. der Carlsplatz. der Roszmarkt in Frankfurt a. M. auch wo keine zusammensetzung statt findet, der Brink in Cassel, der Brühl in Leipzig, der Anger in Erfurt.
46.
bergnamen. bei Ulfilas sei ist Agar (der arabische name des berges Sinai) Galat. 4, 24. Anno an dem berge Suêbo 285. ûf den bergin Ararât 312. im mhd. fehlt er selten; vergl. Grammatik 4, 408. Jeroschin unz an den Brûnsberc 160ᶜ, 147. Brant
das er uf Ethna sprang in flam
Narrenschiff 45, 16.
Murner
ja gröszer dan der Gothart ist
Luther. narr 383.
denn Agar heiszt in Arabia der berg Sina Galat. 4, 25. Luther scheint im nom. den artikel nicht zu setzen, so sol Libanon ein feld werden Jesaia 29, 17. seine frucht wird beben wie Libanon Psalm 72, 16. seine gestalt ist wie Libanon Hohel. 5, 15. dagegen im obliq. casus, und sandte sie auf den Libanon Könige 5, 14. holz hauwen auf dem Libanon 2 Chronica 2, 16. zu Jerusalem und auf dem Libanon 8, 6. doch auch der thurm auf Libanon Hohel. 7, 4. heute ist der artikel unentbehrlich, der Brocken im Harz. der Meiszner, der Krüll, der Huttner in Hessen. der Zobten. der Rigi. die Röhn. die Haube in Hessen. sodann die zusammengesetzten namen, die Roszkuppe, der Dörnberg in Hessen. der Feldberg. der Donnersberg. der Vogelsberg.
47.
die namen der wälder können mit den namen der berge zusammenfallen, sofern diese waldbewachsen sind, wie der Habichtswald, der Reinhardswald in Hessen, der Thüringer wald. so auch der Libanon stehet schändlich zuhawen Jesaia 33, 9 und ohne artikel, cedern aus Libanon 1 Könige 5, 6. im 13 ten jahrh. ward er gesetzt und weggelassen; vergl. Gramm. 4, 408. dâ zem Spehtsharte Nibel. 903, 3. von dem Otenwalde 939, 7.
mêr (zeltstangen) dan in Spehteshart sî ronen.
Parzival 216, 12.
und wol erwerben inme Spehtshart
Wolfr. Wilh. 377, 25.
ûz dem Spehtharte
Helmbrecht 137.
wer möht daz loup in Spehteshart gezellen?
Jüng. Titurel 3474, 4.
der Swarzwalt und der Spehtshart.
Konrads Trojan. krieg 25021.
heute läszt man nie den artikel weg.
48.
flusznamen bei Ulfilas mehrmals ohne artikel, Jaurdanus (Schulze s. 153), doch ufar rinnôn þô Kaidrôn Joh. 18, 1. im ahd. zeigen die wenigen beispiele keinen artikel (Gramm. 4, 395), dort heiszt es ubar thaz wazzer Cêdron. im mhd. verlangt ihn der casus rectus, und in den obliquen ist er häufig, di Saibre Roland 293, 14. 24. der Rîn Dietleib 7326. der Pfât, diu Tuonouwe, daz In und des Rînes, den Rîn, den Rôten; weitere nachweisungen s. Gramm. 4, 407. es wird dann flusz, strom hinzugedacht. geht eine präposition voran, so darf der artikel auch wegbleiben, bî Rîne Anno 387. 501. in einer zeile beide fälle,
von Rôten zuo dem Rîne, von der Elbe unz an daz mer.
Nibel. 1184, 2.
zwischen Tuonouwe und dem In
Klage 1644.
bî dem Rîne Nibel. 6, 1. 20, 4. 327, 2. 1013, 3 und bî Rîne 662, 1. 975. bî Tuonouwe 1281, 1. 1650, 4. am häufigsten über Rîn Klage 1526. 1752. 1762. Dietleib 2137. 6617. 13131. Nibel. 324, 1. 648, 3. 861, 3. 807, 1. 943, 1. 1344, 2. 1345, 2. 1652, 3. 1677, 3. 1747, 3. 2030, 3. 2038, 2. vogt, künec von Rîne Dietleib 3061. Nibel. 442, 15. 487, 2. die von Rîne Nibel. 204, 1. doch auch daz gesinde von dem Rîne Klage 1203. die helde von dem Rîne Nibel. 194, 1. die recken von dem Rîne Dietleib 8201. 11940. Nibel. 232, 3. gên Rîne Dietleib 5681.
die uns mîn bruoder Gunther sendet nider Rîn.
Nibel. 685, 3.
nider ze Tuonouwe Dietleib 13355. ûf bî Tuonouwe Klage 1403. im nhd. musz der artikel zu jedem casus gesetzt werden, auch wenn eine präposition vorangeht, bei dem Rhein stehen. von dem Rhein kommen. über den Rhein schwimmen. nahe an der Mosel wohnen. am Neckar grasen. Rothenburg an der Tauber. Frankfurt am Main, an der Oder. Berlin an der Spree. auf der Donau fahren. in der Fulda baden. in der Kinzig fischen. ein münch der wär gern uber ein wasser gewesen in Sachsen, das hiesz die Elb Keisersb. Sünden des munds 65ᵇ. steine die sie aus dem Jordan genommen hatten Josua 4, 20. er gieng trocken durch den Jordan 4, 22. hett ich ein keiserthum, dazu den zoll am Rhein Garg. 90ᵇ. nur noch bei Waldis ohne artikel, wenn nicht in folgender stelle in'n anzunehmen ist,
ich warf ein groszen stein in Rhein
Esopus 101ᵇ.
an der Saale das auch leisten,
was an der Töpel ich trieb im spiel
Göthe 47, 165.
zehn regimenter stehn am Weserstrom,
am Rhein und Main
Schiller 333ᵇ.
in dem titel pfalzgraf bei Rhein ist das alte noch erhalten.
49.
bei den namen der seen und meere steht der artikel. der Müggelsee. der Genfersee. der Tegernsee, während er bei dem gleichnamigen daran liegenden kloster wegbleiben musz.
ach lägen sie in dem Bodensee
Murner Luther. narr 689.
wolauf wolauf am Bodensee
Garg. 88ᵃ.
das Eismeer, die Nordsee, die Ostsee. meerengen und meerbusen, der Belt, der Sund, der Canal, das Cattegat, das Haff.
50.
ist dem eigennamen eine würde zugefügt, so wird der dem appellativum gebührende artikel vorgesetzt. der kaiser Maximilian. der könig Gustav Adolf. der herzog Bernhard. der infant Carlos. der fürst Piccolomini. der graf Casimir. ebenso in der alten sprache, der künic Constantîn Walther 10, 29. der künic Salomôn Welscher gast 6189. der keiser Julîân 6214. der herzoge Râmunc Nibel. 1283, 1. 1818, 2. ferner die kaiserin Maria Theresia. die königin Christine. die landgräfin Amalie Elisabeth. bei einem amtstitel, der hofrat Böttiger. der canzleirat Zimmer der pfarrer Schlemmer. die professorin Müller. Da man würde und titel als dem keinen artikel duldenden eigennamen zugehörig betrachten kann, so darf der artikel auch wegbleiben. mhd.
und habt in iuwerm muot
künic Karln den helt guot
Welscher gast 1047.
meister Albumasar
8956.
heute lautet das ungezwungen und doch nicht gerade vertraulich. diesen mittelweg hat Göthe oft in seinen tag- und jahresheften (bd. 31) gewählt, herzog und prinz von Gotha 47. prinz August 115. fürst Galizin 157. fürst Reusz XIII. 266. graf Löpel 251. gräfin Constanze von Fritsch 47, 180. herzogin Amalie 157. oberappellationsrat Körner 76. hofrat Blumenbach 97. hofrat Heyne 98. consistorialrat Horstig 104. major von Truchsesz. geheimerat Wolf 137. kanzler Niemeyer 137. probst Henke 235. doctor Gall 206. bildhauer Weisser 250. Mit dem genitiv wird es verschieden gehalten. bleiben titel und würden ohne artikel und flexion, so scheinen sie dem eigennamen anzuwachsen, der die flexionsendigung allein erhält. so sagt man kaiser Karls gesetz. könig Wilhelms verordnungen. pabst Hildebrands ansehen.
und wa du schreibest ein wörtlin mer
wider doctor Luthers lehr.
Murner Luther. narr 455.
er war mit könig Friedrichs macht
gezogen in die Prager schlacht
Bürger 13ᵃ.
in kaiser Friedrichs brief Schiller 529. graf Terzkys regimenter ders. hofrat Beireisens ärztliches ansehen Göthe 31, 227. wird der artikel vorgesetzt, so erhält der titel die flexionsendigung, nicht aber der eigenname. also des grafen Terzky regimenter. des hofrats Beireis ansehen. schon bei Luther, zu der zeit des königs Amraphel von Sinear 1 Mos. 14, 1. im achtzehenden jar des königs Jerobeam, des sons Nebat 1 Könige 15, 1. Joseba die tochter des königs Joram 11, 2. nach befelh des königs Hiskia 2 Chron. 31, 13. Jesaia 36, 1. bis ins elft jar des königs Zedekia Jerem. 52, 5. nur zeigt sich auch der latein. gen., im andern jar des königs Darii Haggai 1, 1. endlich stellt Luther den namen ohne flexion voran, und läszt dann die würde mit dem artikel folgen, zu der zeit Arioch, des königes von Elassar, Kedar Laomor, des königes von Elarn und Thideal, des königs der heiden 1 Mos. 14, 1. in die hende Nebucadnezar, des königs zu Babel Jerem. 22, 25. zu den zeiten Salmanassar, des königs in Syrien Tobias 1, 2. Auch vor dem dativ läszt Göthe gern den artikel weg, bei fürst Hohenlohe 31, 272. 275. mit obrist von Massenbach 273. bei hofrat Martens 110. von hofrat Büttner 180. spaziergang nach Wehnde mit professor Bouterwek zu oberamtmann Westfeld 109. in gesellschaft mit professor Hugo 111. mit baron von Racknitz 267. Im ahd. war bei den vor dem eigennamen stehenden würden der artikel gewöhnlich und die flexion nöthig, daz bette des cuniges Salomônis Williram 24, 25. tuot wara des cuniges Salomônis 27, 25. so noch im 12 ten jahrh., des kunegis Miliânis schar Kaiserchr. 5230, wiewol hier mehrere handschr. des kunegis auslassen. bî des kuniges Ludewîges zîten 15217. bî des kuniges Arnoldes zîten 15555. jedoch einmal des keiser Liuthêres sêle 17181, wo eine handschr. keisers hat. dat. deme kunige Ludewîge 17287. zô deme kuninge Alexandrô Lambrecht 4712. des fürsten Botelunges kint Dietleib 13112. im anfang des 13 ten jahrh. bei Hartmann, Wolfram und Walther war die flexionslosigkeit entschieden,
er ist sun des künec Vrîênes
Iwein 2111.
in des künec Artûses lande
4513.
an des künec Artûses hof
Erek 27, 43.
des künec Artûses bete
5262. 6755.
künec Artûses hof
Walther 25, 1.
des künec Lôtes sun
Wolframs Parzival 300, 23. 368, 3. 543, 9. 546, 26. 597, 26.
des künec Tampenteires parn
211, 1.
des künc Melianzes vater
344, 21.
des künic Terramêres her
ders. Wilh. 11, 2.
des künec Gorhandes her
35, 20.
bî des künec Philippes zît
Welsch. gast 10535.
auch im epos,
des künic Guntheres lant
Nibel. 646, 4.
des künec Etzelen wîp
1720, 4.
51.
ist von einem berühmten manne die rede, so fällt der titel weg: weitverbreiteter gesicherter ruhm bedarf keiner besondern hinweisung, der name allein genügt; ebenso unschicklich würde dann der artikel sein. Göthe, dem niemand herr vorsetzt oder geheimerat, wählt zur überschrift eines gedichts das einfache an Schiller 47, 168, an Alexander von Humboldt 173, an Klinger 195; selbst die flexion die er sonst bei eigennamen nicht leicht fehlen läszt, hat er hier aufgegeben.
52.
freund ohne artikel und flexion vertritt zuweilen die stelle des titels und bezeichnet ein vertrauliches verhältnis, freund Meyer verliesz mein haus in gefolg einer eingegangenen ehlichen verbindung Göthe 31, 145. freund Meyer half mir möglichst aus 160. so kam er mit seinem begleiter, freund Meyer, vergnügt und behaglich zurück 201. freund Hein Asmus. ein buch von Musäus hat den titel Freund Heins erscheinungen. auf ähnliche weise wird vater gesetzt, vater Gleims hütte. vater Basedow Göthe 2, 282.
53.
es war öfter gelegenheit zu bemerken dasz ein vorangestelltes adjectiv den artikel verlangt, auch wo er sonst gemieden wird, sanct macht eine ausnahme und erträgt ihn so wenig als die flexion. es scheint mit dem eigennamen, bei dem es steht, zu verschmelzen. man sagt sanct Peters, sanct Johannes kirche, wie in dem ital. Sampietro, in dem adj. sangallensis. Otfried zi selben sancti Gallen Hartm. 154. ih meinu sancta Marîûn 1. 7, 25. mhd. sant sent sente, wahrscheinlich aus dem latein. sancti gebildet,
senti Pêter
Anno 533.
ze sente Michehêlis misse
Roland 17, 12.
sent Dîonissen hûs
142, 13.
dînes erwelten sent Johannes
270, 3.
ze dem guoten sent Rômâne
295, 22.
an sant Jôhannes naht
Iwein 901.
sent Pêters slüzzel
Walther 33, 3.
an sant Vîtes tage
Lichtenstein 526, 16.
sant Brandanus houbet
Amis 374.
bî sente Georgen tage
Jeroschin 173, 2.
an sent Bartholomêus tac
173, 10.
zu sente Barbaren
44ᶜ, 200.
im 16 ten jahrh., sanct Peters platz Waldis Esopus 205ᵇ. bei sanct Alex, bei sanct Paul 206ᵃ.
54.
bei herr und frau vor titel oder eigennamen kann der artikel stehen und wegfallen. so schon im mhd., der herre Iwein 803. der herre Gunther Nibel. 103, 4. der herre Sîfrit 119, 1. 513, 1. der herre Blœdel 1286, 2. des herren Rüedegêres 1107, 4. der her Otte Welsch. gast 10471. ins herrn Otten strît 10536. des herrn Philippes kraft 10540. dem hêrren Zachêô Kaiserchr. 1431. dem hern Iweine Iwein 5084. dem hern Erecke 2792. diu vrouwa Sâra Wackernagels Leseb. 167, 10. die frowen Enîten Erek 1528. der frowen Enîten 1555. 2358. ohne artikel, beispiele vom nom. sind nicht nöthig. hêrn Otten milte Walther 26, 33. hêrn Otten triuwe 26, 23. hern Iweins swære Iwein 3241. nâch herrn Iweines êren 3749. hern Gâweins swester kint 4095. hern Iweinen acc. 2720. vrowen Krîmhilden Klage 35. vroun Helchen dat. 44. vroun Lûneten dat. Iwein 5438. Göthe setzt den artikel nur bei minder bekannten persönlichkeiten, ich übergab solches dem herrn professor Reusz 31, 108. gewöhnlich läszt er ihn weg, frau von Stael kündigte sich immer dringender an 31, 170. hierüber gab ich mein misfallen an frau von Stael zu erkennen 31, 171. bei der zueignung von gedichten, herrn grafen Loeben 47, 175. herrn obrist von Geismar 47, 170. herrn Ferdinand Hiller 47, 193. sogar bei dem nachgesetzten genitiv, ebenso hätten wir dankbar der gegenwart herrn Benjamin Constant zu gedenken 31, 176, wo der artikel passend gewesen wäre.
das
Fundstelle: Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 806, Z. 51
s. der.
Zitationshilfe
„das“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/das>, abgerufen am 16.11.2018.

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