Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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dauge, f.

dauge, f.
seitenbrett eines gefäszes von holz, faszdaube. bei Graff kommt dûga so wenig als dauba douba vor, wol aber in den Wiesbader glossen 148. mhd. zeigt es sich nicht, in der Schweiz ist dauge duuge bekannt Stalder 1, 273. Tobler 158ᵇ. mlat. doga bei Ducange, roman. dogua Raynouard 3, 62, ital. doga bei Dante, mittelniederl. duyghe, neuniederl. duig. je dröckener ein vasz in seinen daugen, je mehr es sich feuchte zeucht Paracelsus 1, 303 C. und sollent har schicken dugen zu einer badbütte Weisth. 1, 729. s. daube.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 844, Z. 36.

taugen, verb.

taugen, verb.
aptum, idoneum, utilem esse.
I.
Formen und herkunft.
1)
taugen ist ursprünglich ein präteritopräsens, von dem sich einzelne formen bis ins 18. jh. und noch mundartlich erhalten haben.
a)
1. und 3. pers. präs. indic. goth. (nur in 3. person nachzuweisen) daug, ahd. touk touc toug, mhd. touc, alts. dôg, mnd. dôg, dôch, mnl. dôch, altfries. duch doech, ags. deáh deág, engl. (mundartlich) dow; nhd. im 16. und 17. jahrh. noch taug (s. unten und Pölmanns hochd. Donat, Berlin 1671 s. 79. J. Grimm kl. schriften 1, 341; er tauch Eyering 1, 248).
b)
1. und 3. person plur. ahd. tugen, mhd. tugen tügen, alts. dugun, mnd. dogen, mnl. doghen, ags. dugon; nhd. im 16. und 17. jh. noch tügen (s. unten und Pölmann a. a. o.).
c)
1. und 3. person conj. präs. ahd. tuge, mhd. tuge tüge (vereinzelt in 2. person tügest : mügest Walther 55, 30), alts. dugi, ags. duge; nhd. noch tüg H. Sachs 14, 147, 5, tüge Alberus dict. KK 3ᵇ und Pölmann a. a. o.
d)
prät. ahd. tohta dohta (conj. tohti dohti), mhd. tohte, mnd. mnl. dochte, ags. dohte; nhd. im 16. und 17. jh. noch tochte, tuchte, conj. töchte, tüchte (s. unten und Pölmann a. a. o. Schottelius 598. Stieler 270, mit dem partic. getocht), tächt Ayrer 1026, 31.
e)
infinitiv, goth. und ahd. nicht belegt, mhd. tugen tügen, alts. ags. dugen, mnd. dogen, nd. dögen dügen, mnl. doghen deughen, nnl. deugen, altn. altfries. duga; nhd. tugen tügen (s. unten; noch bei Brockes tügen : vergnügen 4, 117. 5, 485. 9, 598, schles. im Gläzischen tügen Weinhold 101ᵃ).
2)
daneben entwickelt sich mhd. seit dem 12. jh. ein jüngeres, normal schwach gebildetes tugen und tougen: ich tuge touge, prät. tugete tougete touhte douhte (s. Lexer 2, 1559. Weinhold mhd. gr.² § 420, alem. gr. § 338, bair. gr. § 336), woher nhd. taugen, prät. taugete taugte, partic. getaugt.
3)
das dem präteritopräsens zu grunde liegende verb. würde goth. diugan (diuga daug dugum dugans) lauten, von einer wurzel dug, wozu auch lit. daug (multum) zu gehören scheint Miklosich 190ᵇ. über andern gemutmaszten zusammenhang (mit griech. τεύχω, auch mit tochter) handelt ausführlich Schade² 966ᵇ f. vgl. tucht, tüchtig, tugend.
II.
Bedeutung und gebrauch: taugen bedeutet (wozu oder wofür) tüchtig, geeignet, passend, angemessen, förderlich, brauchbar, dienlich, gut, nützlich sein; den oberd. mundarten ist das wort ungeläufig, auch das Basler bibelglossar von Petri (1523) bezeichnet es als ein 'auszlendig wort' und erklärt taugt nit mit zimpt nit, ist unbillich, s. Socin schriftsprache u. dialekte 242.
1)
zunächst mit sächlichem subjecte.
a)
es taugt, besonders mit der negation nicht (ne) oder dem sächlichen objecte nichts (nicht): goth. all binah, akei ni all daug (πάντα ἔξεστιν, ἀλλ' οὐ πάντα συμφέρει, alle dink geziment nit cod. Tepl., aber es frumet nicht alles Luther). 1 Cor. 10, 23; ahd. andereswâ netoug iʒ. Notker 44, 13 Wiener handschr.; iro herza sprach daʒ netohta. 40, 7;
er selbo, sôsô iʒ dohta,   scônon es girihta.
Otfrid 3, 20, 176;
mhd. dô lie siʒ als eʒ mohte,   wan eʒ niht anders tohte.
klage 121;
ine weiʒ niht, waʒ ich tuo, daʒ tüge.
Tristan 10489;
nhd. darumb steurt mich aus itzo, weil es tüg.
fastn. sp. 35, 6;
si sprachen, es taug nicht, das wir sie (silberlinge) in gottes kasten legen, denn es ist blutgeld (goth. ni skuld ist; ahd. nist erloubit Tatian 193, 4; si geziment nit zu legen in den schatz cod. Tepl.) Matth. 27, 6; die da leren das nicht taug (si lerent di dink, di da nit geziment cod. Tepl.) Tit. 1, 11. Röm. 1, 28; also mus gott unser narr sein, was er macht, das taug nicht, was wir thun, das ist wol gethan. Luther das siebend cap. S. Pauli zu den Cor. ausgelegt (1523) bl. 4; aber solchs gilt und taug bei uns nicht. werke 5, 247ᵃ; aber das taug gar nichts, das man ein aberglauben daraus wil machen. 6, 76ᵇ; allzu weise, allzu fromm tauge nicht, allzu böse, allzu verzagt, allzu blöde tauge auch nicht. Agricola sprichw. nr. 38; auch tüchte es gar nicht, das ir soltet ewren widersachern freude machen mit ewer trawrigkeit. Luther 5, 507ᵇ; das wol besser töchte. 508ᵃ; wie meinstu aber, töcht es nicht, dasz wir unsere fragen zu Rom oder Corintho vorlegen? Ayrer proc. 1, 11;
o nachtpawrin, das wirt nit taugen.
H. Sachs 14, 327, 12;
dasz gar nichts sonst soll tügen,
was Deutsche für sich selbsten an eigner art vermügen.
Logau 3, 6, 19;
so prügelte sie die mägde in dem schlosz herum, dasz es taugte (ganz tüchtig). Jucundiss. 13; sie weinete, dasz es taugte. 87. 114; der edelmann lachte immer, dasz es taugte. 158 (vgl. 3);
es taugt nun freilich nichts,
wenn fürsten geier unter äsern sind,
doch sind sie äser unter geiern, taugts
noch zehnmahl weniger.
Lessing 2, 209 (Nathan 1, 3).
Mit dem dativ der person oder sache:
und wâfente sich dâ
der riter als im wol tohte.
Erec² 730;
und dô sî mit minnen
nieman gescheiden mohte,
dô tete sî als ir tohte.
Iwein 7295;
tuon daʒ ir niht töhte (angemessen wäre).
büchlein 2, 711;
als eʒ mir wege unde tüge.
Trist. 10354;
daʒ gotes êren töhte.
arm. Heinrich 13;
als eʒ sînen witzen tohte.
Parzival 129, 13;
herr apt furwar das taug uns nicht.
fastn. sp. 201, 19;
got, der allein was jedem mag recht taugen
am besten weisst.
Weckherlin 53.
Mit dem sächlichen objecte was, oder statt dessen für, zu mit dem dativ oder infinitiv:
waʒ touc ob ich dem recken   wære nu gehaʒ?
Nib. 811, 3;
waʒ töhte ob ich mich selben trüge?
Iwein 7573;
west' ich, waʒ daʒ töhte.
pfaffe Amis 1722.
es taugt zu (dativ oder infinitiv, s. gramm. 4, 92): goth. vaurdam veihan du ni vaihtai daug (nit enwellst krigen mit den worten, es ist zu nit nucz cod. Tepl.; das sie nicht umb wort zanken, welches nichts nütze ist Luther). 2 Tim. 2, 14; ahd. wara zuo toug danne, daʒ ih ûʒ gôʒ mîn pluot? Notker 29, 10 Wiener handschrift; nhd. also dasz man die gantze mahlzeit nur von mir zu reden hatte, welches alles zur verwunderung und gelächter taugte (diente). Simpl. 1, 403, 31 Kurz; mit dem infinitiv: mhd.
ze tuon eʒ im wol tohte.
Milstätter genesis 99, 34;
swaʒ mir ze tuone töhte.
Erec² 9505;
daʒ mir niht touc ze clagene.
Konrad troj. krieg 11360. 12912;
nhd. ach möchte alles das, was mein,
herr, deinen ruhm zu mehren tügen (: vergnügen).
Brockes 4, 117;
(es) konnt' ihn nichts zu trösten taugen.
1, 100;
(augen,) die erst recht zu sehen taugen.
1, 102;
ach, könnten doch der menschen augen
dein (der ehre) wesen einzusehen taugen,
wie würdest du für sie so klein!
Haller über die ehre v. 32.
früher auch reflexiv: das man weisz was sich taug (sich schickt) zu thuͦn oder nicht. Melanchthon 1 Cor. 12. — es taugt für: mhd.
ern mohte niuwet an getragen,
daʒ im wol geschirmen möhte
unde vür die kolben töhte.
Iwein 6726;
nhd. diese Genueser wissen mehr, als für das ohr einer gattin taugt. Schiller 3, 10 (Fiesko 1, 1); ein kind .. kann mancherlei an seinen vater auf dem herzen haben, das schwerlich für den dritten taugt. 5, 1, 66 (don Carlos 2, 2).
b)
das subject ist eine sache oder abstraction (object wie bei a): mhd.
in weiʒ waʒ diu liebe touc.
Walther 14, 32;
waʒ touc diu rede? si ist enwiht.
Wigalois 151, 8;
nhd. daʒ die brief nicht tügen und auch weder craft noch macht haben sullen. Meisterlin 3, 333, 11; denn es (das opfer) taug nicht und hat einen feil. 3 Mos. 22, 25; deine blosze rationes .. tügen nichts. Luther 1, 391ᵃ; wenn die fleischliche gedanken dieser propheten tüchten. 3, 89ᵃ; denn diese welt taug nicht, der buben ist zu viel, und der frommen zu wenig drinnen. 6, 165ᵃ; ob man gleich etwa recht gefastet, so taug doch solch fasten nicht. 476ᵇ; so solt die beschneitung ... nichts mehr gelten noch tügen. 8, 57ᵃ;
so het er (der rat) getögt, jetzt taug er nicht.
Waldis Esop. 3, 62, 13;
wiewol meine wort nit tochten
sie waren ir unangenem.
Zimm. chron.² 4, 220, 39;
sein waffen zwar das taug.
Logau 1, 5, 18;
ein glücks-topf steht bei hof, in welchem zettel liegen,
zum meisten welche leer, zum minsten welche tügen.
2, 5, 89;
und was soll hier schönheit tügen?
Fleming 323;
die erden taug niht mehr.
Gryphius trauersp. 651 Palm;
und ob es wohl gemeint,
taug doch die meinung nichts.
600, 34;
wen mein reden nicht tügen soll, so kan ich wol stillschweigen. Weise freim. redner 835; die rentcammer die taug nichts. Schuppius 26 f. Mit dem dativ der person: ahd. imo netouc sîn wesen. Notker 38, 14 Wiener hs.;
thie dâti uns wola tohtun.
Otfrid 3, 21, 21;
mhd. waʒ touc mir mîn arbeit?
Iwein 7135;
daʒ im mîn helfe töhte.
Greg. 2269;
waʒ touc mir schilt unde swert?
Parzival 42, 22;
nhd. solche faulkeit taug mir nicht.
fastn. sp. 564, 13;
kein regiment ist ie so gut, das allen möchte tügen.
Logau 2, 2, 78;
dasz ihnen (den sylphis) die see wie taglichter oder fenster taugten (dienten). Simplic. 2, 79, 7 Kurz. taugen zu (dativ oder infinitiv):
ob ime ze sînen dingen
deheiner slahte helfe tüge.
Tristan 7769;
der (harnisch) was zebrochen alsô gar,
daʒ er im ze nihte entouc.
Wigalois 158, 20;
ir spinneweb taug nicht zu kleidern. Jes. 59, 6; die welt, sie sei from oder böse, so taug sie doch nirgend zu. Luther 5, 398ᵃ; eine unreiffe frucht, so nirgend zu taug. 6, 219ᵃ; solche guͤter, die zu keiner pfandschaft taugen. Ayrer proc. 1, 10;
worzu taug dieser pracht?
Opitz 1, 60;
der phariseer art taug nicht zu gottes kindern.
Logau 1, 9, 45;
ach möchte diese meine lust dir zum gefällgen opfer taugen.
Brockes 6, 430;
liebe mag zur liebe taugen.
Gleim 2, 357;
(augen,) welche dich zu blenden taugen.
Rist Parnasz 35;
die nacht selbst konte nicht es (ihr bild) zu verdunkeln taugen.
Pyra u. Lange 148 neudruck.
taugen für (vor), gegen: so taug sein opfern und mitteilen auch nichts für mich. Luther 6, 87ᵃ;
ich sprach die musen an ...
um einen saubern versz, der für gelährte töchte (: möchte).
Fleming 190;
trauerpost taugt nicht für Fieskos lustige feste. Schiller 3, 22 (Fiesko 1, 7); ja sie (diese rechtssprüche) tügen auch nicht gegen gleiche. Luther 6, 3ᵃ. — taugen an, auf, in:
ob mein buch an den tag taug.
Logau 2, 9, 73;
dreitägig fisch taugen auf kein tisch, vil lieber frisch. Fischart groszm. 24 neudr.; diese stellung taugte ausnehmend in das schlafgemach ihrer frau. Schiller 3, 16 (Fiesko 1, 4).
2)
das subject ist eine person oder ein lebendes wesen, mit denselben constructionen wie bei 1: sie tügen nichts und sind ein grewel mit irem wesen. ps. 14, 1; als weren sie es alleine und tüchte sonst niemand in der welt denn sie. Luther 5, 182ᵇ; diese predigt ist recht, ob gleich die person nichts taug. 455ᵃ; werden sie reich, so tügen sie nicht. tischr. 183ᵇ; wenn sie aber auszerdem reden, so tügen sie nichts. 323ᵇ; die lerer tügen gar nichts mehr. Mathesius Sar. 158ᵇ;
ich sihe, das du (abgott, götzenbild) nicht tügen wilt.
Waldis Esop 3, 45, 9;
hier taug kein Midas nicht,
der eselsohren hat, und esels-urtheil spricht.
Opitz 2, 39;
wer thun wil, was er sol, der taug und gilt nicht viel.
Logau 1, 5, 39;
die Holländer taugen zu pferde nichts. Stieler 270;
das will er thun, und tauget nicht (hat nicht die kraft dazu).
Klopstock 7, 95;
die waisen,
die er zu taugenden (tüchtigen) männern erzog.
Mess. 16, 354;
wenn die kerle in der arbeit was taugen. Gotter 3, 135; das israelitische volk hat niemals viel getaugt. Göthe 22, 20;
die Welschen alle taugen nichts.
Schiller 12, 170 (Piccol. 4, 5).
Mit dem dativ der person:
du sende der dir tuge, ich bin dehein vrume.
Milstätter exodus 129, 37;
ich (Fortuna) mach es, wie ich wil, so mag ich keinem tügen.
Logau 1, 8, 75;
welche buler gar zu sehr wil mustern
die bleibt sitzen, taug kaum endlich schustern.
2, zugabe 127;
(er wird) beim ersten blick gelesen haben,
was ich ihm taugen kann, was nicht.
Schiller 5, 2, 303 (don Carlos 3, 10);
es fehlt an diesem steinernen gast,
der uns den ganzen abend nichts getaugt.
12, 175 (Piccol. 4, 6);
taugen zu (dativ oder infinitiv): mhd.
waʒ touc er nû ze rîterschaft?
Iwein 3000;
waʒ toug ich iu ze herren nuo?
Parzival 788, 9;
nhd. ob sie nicht zum streit wider die ketzer tügen. Luther 5, 177ᵇ; so ich etwas dazu tüchte. br. 2, 445; besser töchten sie (Syrier) zu leibeigenen denn zu kriegsleuthen. Rihel Livius 519;
das du zu solchem ampt nicht thuchst.
Waldis Esop 4, 95, 194;
die tügen nicht zum christenthum.
Ringwaldt l. warh. 27;
toug sie denn aber nicht zur eh.
338;
ein rabe wil Noha zum bothen nicht tügen;
doch bringt dem Elias ein rabe vergnügen.
Logau 1, 7, 69;
mancher ist bei hof ein herr, tüchte bauern nicht zum schultzen.
3, 9, 89;
ich tauge .. zu keinem andern geschäfte. Wieland 8, 357;
taugt dir ein anderer noch zum schoszkind? geh zu dem andern.
Voss Theokr. id. 14, 37;
ob er zu unserm könig taugt?
Schiller 5, 1, 139 (don Carlos 2, 13);
zum nachtwächter mag der herr vetter taugen,
zum ehemann taugt er nun einmal nicht.
Körner 246ᵃ;
(er) taugt zu verrath, zu räuberei und tücken.
Schlegel kaufmann von Venedig 5, 1;
soll zu nichts ich, als zum ziele
deiner harten worte taugen?
Platen 2, 352.
mit infinitiv: mhd.
waʒ toug ich dan zu lebenne?
Parzival 373, 22;
nhd. was ins heer zu ziehen taug in Israel. 4 Mos. 1, 3; ich taug nicht zu predigen, denn ich bin zu jung. Jer. 6, 1; ihr töget nicht zu predigen. Luther 5, 91ᵃ;
ob er (der hirsch) nicht zu purschen döcht.
Ayrer 1073, 32;
er taug ja auch zu kriegen.
Fleming 134;
weil du nicht taugst ihn (den bogen) zu spannen.
Voss Od. 21, 171.
taugen für (vor): o! sie tügen nicht mehr für diese welt. Luther tischr. 136ᵃ. 142ᵃ;
derhalb er sie verwerfen thut,
weil sie für gottes gericht nicht tügen.
H. Sachs 15, 337, 9;
sonst mit angabe des wo oder wohin (durch präpos. oder adv.):
da in bücherzimmern bücher meistens an den ketten liegen,
würden ofters die gelehrten besser an die ketten tügen.
Logau 3, 174, 5;
ich tauge an keinen andern ort. Wieland 8, 357;
taugt er
auf unsern thron?
Schiller 5, 1, 139 (don Carlos 2, 13);
wer in den wein begraben liegt, wenn der soll auferstehn,
musz oft, eh er gen himmel taug, zuvor zu bade gehn.
Logau 3, 9, 70;
menschen würden wenig tügen,
wenn sie nicht in himmel tüchten.
1, 7, 51;
wer weiche kleider trägt, taug schwerlich in die wüsten;
wer für dem creutze weicht, taug übel unter christen.
1, 9, 4;
(sie) tügen übel auf den thron, tügen nur ins taffel-zimmer.
2, 9, 50;
der nit wol ins spill döcht,
als ich und meins gleichen.
Zimm. chr.² 4, 229, 14;
(er ist) zu jung, taugt nicht in die gesellschaft.
Schiller 12, 147 (Piccol. 3, 6);
ich bin ein blinder, und die taugen nicht ins feld. C. F. Meyer novellen 2, 23ᵃ; man setzt comités nieder, welche in .. wissenschaftlichen dingen gar nichts taugen. Göthe 54, 22;
pfui euch, die ihr euch rühmt der geilen buhlereien
desz frechen Amadis, die dahin deutlich tügen,
wo Circe machte säw u. s. w.
Logau 2, 3, 59 v. 2;
(die mädchen,) die nur mit stummen sitten
und siegelfestem mund ihr angesicht erbitten
wie larven ohne hirn, die tügen nicht hieher.
2, 1, 38 v. 43.
3)
adverbial schles. zum tügen s. v. a. dasz es taugt, tüchtig, gewaltig Weinhold 101ᵃ;
brennt Troja doch zum tügen.
Opitz 1, 240;
es irrte Grunnia zum tügen menschlich nu:
sie solte gehn zum mann und gieng zum knechte zu.
Logau 1, 5, 46;
schmieret die alte hexe zum tügen ab! Gryphius horrib. 32 neudruck; sie fallen über einander und schlagen einander zum guten tiegen (so) ab. 81;
doch eure stund ...
ist dar, braucht sie zum tügen!
lyr. ged. 304 Palm;
(die) sich zum tügen lustig machten.
546.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1890), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 196, Z. 5.

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„dauge“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dauge>, abgerufen am 21.09.2021.

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