Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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dausch, f.

dausch, f.
mutterschwein. tausch scrofa Frischlin 132. Nemnich Wörterb. 105. Schmeller 1, 402.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1856), Bd. II (1860), Sp. 855, Z. 72.

tausch

tausch,
s. dausch th. 2, 855 (das nemlich die tausch oder saw zehen junge trage. anm. weish. lustg. 212; die vier kartenbletter, die man die sew und tausch nennet. 469;
es war ein münch, die Tausch genandt ...
die leuth die sprachen allesamen,
der münch hat ein unrechten namen,
er heist Dausch, aber er solt heiszen
Eber, das kundt er wol beweisen.
Sandrub 131, 1, 17;
tausche, hündin und mutterschwein Nemnich 3, 591).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1890), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 208, Z. 27.

tausch, m.

tausch, m.,
md. tûsch, commulatio, permutatio. das lautlich entsprechende mhd. tûsch, pl. tiusche hat (wie das mnd. tûsch) nur die bedeutung von spass, schelmerei, betrug, täuschung, ist also ursprünglich wol ein mit der interjection tusch (s. tuschen, vertuschen) begleitetes taschenspieler-, gauklerkunststück, durch das gegenstände verwechselt wurden, woraus sich (da beim ungleichen tausche der eine oder andere übervortheilt wird, vgl. das sprichwort wer lust hat zu tauschen, hat lust zu täuschen oder zu betrügen Simrock 549) der begriff des betrügerischen austausches und handels, endlich (mit völligem schwunde der betrügerischen absicht) des tauschhandels überhaupt entwickelt haben kann, wie ja auch in rosstäuscher (pferdehändler) der ursprünglich darin liegende begriff des täuschens geschwunden ist. eine genaue analogie bietet parat mit dem zweiten partieren (theil 7, 1459. 1478) im vergleich zum jetzigen kaufmännischen baratt tausch, barattieren umtauschen, tauschhandel treiben. s. tauschen und täuschen.
1)
im heutigen sinne ist das wort zuerst nachweisbar in der mitte des 15. jahrh. (s. tauschbrief), alemannisch im 16. jahrh. tûsch Frisius dictionariolum 238ᵃ und tausch, commentatio, permutatio dictionarium 265ᵃ. 986ᵃ. Maaler 399ᵇ, bair. tausch, mit dem nun ungewöhnlichen plural teusch:
nun wilt du den (weiber-)tausch mit mir wagen,
so thu mirs in die hend herschlagen!
H. Sachs 5, 262, 27;
geverlich keuf und teusch beschechen laider so vil. östr. weisth. 1, 211, 16. 21 (16.—17. jahrh.); ungleicher tausch, einen guten oder bösen tausch treffen Denzler 284ᵃ; ihr habt einen guten, ich einen schlimmen tausch gethan. Ludwig 1949; tausch in der kaufmannschaft, commercium Aler 1876ᵃ; sprichw., nd. ehrlich tûsch iss kên schelmstreich. Danneil 229ᵃ; wer en'n tûsch anbût, dei het bedrôgen oder wil bedreigen. Schambach 237ᵃ; im tausch wird gemeiniglich einer von beiden geteuschet. Ludwig a. a. o.; ehrlicher tausch ist kein schelmenstück; tausch ist kein raub (Hillebrand rechtssprichw. nr. 307) Simrock 549. neuere belege:
und die phantasie,
die in den streit sich mengt, macht schwärmer,
bei welchen bald der kopf das herz, und bald
das herz den kopf musz spielen. — schlimmer tausch!
Lessing 2, 197 (Nathan 1, 1);
(als du) bei der herzen süszem tausch
vergnügen gabest und empfingest.
Gotter 1, 17;
das leben ist ein tausch von plagen.
Pfeffel 1, 239 Hauff;
wenn du (Herder) diese zeit her viel aus dir selbst geschöpft hast, so hab' ich viel erworben, und ich kann einen guten tausch hoffen. Göthe 28, 242; wer zu oft mit seinem herzen tausch und handel getrieben hat, verliehrt den sinn dafür für echte liebe). Knigge umgang³ 2, 78; und wenn wir jezt .. schicksal gegen schicksal auswechseln solten — ... würden sie uns zu dem tausche rathen? Schiller 3, 464 (kab. 4, 7); liebe ist .. gegründet auf einen augenblicklichen tausch der persönlichkeit, eine verwechslung der wesen. 4, 45; das leben einer heiligen um das leben der schelmen, es ist ungleicher tausch. 2, 201 (räuber, schausp. 5, 2);
ihr treffet einen guten tausch.
12, 160 (Piccol. 4, 4);
durch diesen einfach langen wechsel (des menschenlebens) zieht
der jahreszeiten schneller bunter tausch.
Uhland 1, 191;
o wär ich bei des ersten kusses tausch
damals gestorben in beglücktem rausch.
Geibel ged. 127.
botanisch der winterlolch, lolium perenne (weil in älteren zeiten die landleute glaubten, dasz diesz lolium sich mit der zeit in triticum verwandle, oder dasz triticum aus mangel an cultur in lolium ausarte) Nemnich 2, 435.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1890), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 208, Z. 36.

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Zitationshilfe
„dausch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dausch>, abgerufen am 21.09.2021.

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