Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

drall, adj. und adv.

drall, adj. und adv.
stark, fest, rund; s. drell. es gehört zu dem im mhd. noch starken zeitwort drillen in der bedeutung von abrunden. doch kommt das adj. dort nicht vor. niederd. drall Brem. wb. 1, 238, fries. auf Wangeroge thral Ehrentraut Fries. arch. 1, 104. Dasypod., Maaler, Schönsleder, Henisch, Stieler, Steinbach kennen es nicht, Frisch nur aus einer niederd. stelle. im niederländ. engl. und dän. zeigt es sich nicht, in Östreich aber heiszt draͦlla eine plumpe weibsperson Castelli 113. in Schwaben das subst. tralle, trallewatsch m. ein langsamer, plumper, ungeschickter mensch Schmid 135. 1. im eigentlichen sinn fest zusammen gedreht, hart gewunden, stark angespannt. draller faden, dralles garn, dralles seil, dralles tau. das kleid sitzt ihm so drall auf dem leib als wenn es ihm drauf genäht wäre Brem. wörterb. 1, 239. das dralle jäckchen Laube Neue reisenovellen 2, 20. ja, hat noch niemand eine mädchenhaut gesehen, glatt und weich wie sammet, glänzend der seide gleich, fest und drall wie ein trommelfell Jerem. Gotthelf Bilder und sagen 4, 74. 2. uneigentlich, rund, derb, stramm, strotzend, ein dralles pferd. eine dralle dirne. ein dralles mädchen Canitz. dralle waden. in Holstein heiszt dralle milch dicke käsemilch. die geputzten drallen bauerweiber Arnim Schaubühne 1, 287.
und, was nicht übel war, ihm sasz
zur rechten eine dirne
wie reben schlank, doch drall und rund,
und wie ein fisch im bach gesund
Langbein Ged.
3. schnell, heftig, fest. kaiser Frederich verdrank in einem kleinen drallen (heftig strömenden) water Leibnitz Script. rer. brunsv. 3, 43.
ich mag ihn wohl,
den guten trotzgen blick! den drallen (festen, sichern) gang!
Lessing 2, 245.
sein wuchs war königlich und lang,
voll kraft und stolz sein draller gang
Kosegarten.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1331, Z. 65.

drall, dralle, m.f.

drall, dralle, m.f.
die drallen pl., franz. rayures, sind die geraden oder gewundenen reifen, vertiefungen in einer büchse, welche im letztern fall einer schraubenlinie gleichen. das wort gehört wie das adj. drall zu drillen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1332, Z. 21.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
dotengeld drinne
Zitationshilfe
„drall“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/drall>.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)