Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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drappe, m.

drappe, m.
racemus. s. trappe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1340, Z. 43.

träppe, f.

träppe, f.,
der zum träppen nötige platz auf dem nachbaracker: soll auch kainer ... uf des andern treppen morgensuppen essen oder fuetern (1594) s. Fischer nachtr. 1765.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1256, Z. 73.

trappe1

¹trappe,
auch trapp, in beiden formen m. und f., fuszspur, schrittspur, fuszstapfen, schwach deklinierte bildung, zu trappen gehörig, nicht überall eindeutig von ¹trapp zu trennen. neben den normalformen trapp oder trappe begegnen trap (1476) Diefenbach nov. gl. 65ᵇ; Follmann dt.-lothr. 99; drap Frisch 2, 381; (s. auch unter A 2); trap Gangler Lux. 453; drabbe Hertel Salz. wb. 47 (eine secundäre ausweichung, da das pp nd. pp entspricht, s. Paul dtsch. gramm. 1, 268). öfter mit verdumpftem vocal, z. b. tro̜p Kisch Nösner wört. u. wendg. 156; troppe Bernd Posen (1820) 320; der plural ist fest geworden in trapen, f., Gangler Lux. 453 (s. auch A 3), trappen, f., Kleemann nordthür. idiot. 23ᶜ; Hertel Thür. sprachsch. 246. nur den plural kennt Spiess henneb. 257. der masculine gebrauch ist vorwiegend obd.
bedeutung und gebrauch: vestigium, tritt und spur eines trappenden Frisch 2, 381; vestigium pedis Steinbach (1734) 2, 840; Wachter (1737) 1703; einen trapp eindrücken vestigium imprimere ebda; tritt, spur des ganges, fusztapfen Adelung 4, 648; trittspur, stapfe, hufspur, rosztrappe Kaltschmidt 980. mundartliche belege auszer den genannten: obd. Martin-Lienhart 2, 762; Fischer 2, 318; Schmidt idioticon Bernense 66; md. Jecht Mansf. 113; Reinwald Henneberg 2, 127; nd. Danneil altmärk. 226; Damköhler Nordharz 196; Block Eilsdorf 98; Andree Braunschw. volksk.² 123.
A.
im eigentlichen concreten sinne:
1)
die hufspur des pferdes: demnach sie dieselben pfad vnd trapp nachfolgeten Amadis 1, 353 Keller; ... und hier mit seinem hufe dem felsen das mal eindrückte, das noch bis auf den heutigen tag daselbst unter dem namen der trappe sichtbar ist Novalis 1, lxix Minor;
dasz vom dorf du keine trappen
siehst als die von deinem rappen
Schmidt v. Werneuchen ged. (1797) 170;
(der rappe schlug) die trappe ... in den ... granit J. Wolff d. wild. jäg. (1877) 9;
der trappen spur vom pferdehufe
ward priesterlich mit blut bekreuzt
F. Matthisson ged. 2, 65 Bölfing.
2)
von andern tieren: es war ein esel, man sieht es an seinen trapen Frisch 2, 381:
der fuchs wolt nicht zum lewen gehn,
weil er kein trapp sah rückwärts stehn
M. Rinckart Eisleb. christl. ritter 33 ndr.;
waz seinndt für selltzam drappen hie (spuren eines löwen)
D. Türckis Pyram. u. Thisbespiel 207 lit. ver.;
bei den jägern die fährte Adelung; fuszspuren der vögel im sand: uff der brache gehören sich sonsten mit hacken und rechen die trappen ausszuscharren kurtzer u. einf. bericht vom vogelstellen (1653) 65; vgl. auch 92; trapp eines hahns, vgl. hahntrapp eine ganz kurze strasze in Hamburg nd. korresp. bl. 1908, 90. hierher gehört der name Varrentrap(p) = ochsenspur, vgl. Vilmar namenbüchl. 21.
3)
vom menschen: fuszspuren, bes. schmutzige auf der diele, im Brandenburgischen; trappen im schnee Martin-Lienhart 2, 762;
sie lugt, do er vormals hintratt,
ob nit die trapen stunden noch
Wickram 8, 125 Bolte;
allda hat er nu ohn unterlaz drei jahr lang also gestanden, das man auch heute zu tage die trappen und den orth, da er gestanden, auszgetretten, erkennet H. Braun kinderspiegel (1610) 111.
B.
in übertragenem und bildhaftem gebrauch.
1)
mit concreterer vorstellung in der wendung: jem. auf dem trapp haben oder jem. auf den trapp kommen: die katze hat eine maus auf dem trapp bei Müller-Fraureuth 1, 235; ebenso vom dieb, verleumder ebda;
spüren wir das dorf rings ab,
kommen wir ihm (dem marder) auf den trab
Bornemann hum. jagdged. (1855) 151.
2)
abstracter in den wendungen: im alten trappen bleiben, aus dem alten trappen bringen u. ä., fast ausschliesz- lich frühneuhochdtsch., mit persönlichem und sachlichem subject: bisz der zuchtmeyster weg geht, so bald ist die natur in iren trappen und verbirgt sich die natur und jugent nit (ist in ihrem alten geleise) S. Franck sprüchw. (1541) 1, 123ᵃ; die sachen sind im alten trappen zimmersche chron. 3, 463; nachdem biss anher das königreich Polen in seinem allten trappen verharret und sich des religion zwispalts nicht hessig angenommen Joh. Brentz 1558, s. anecd. Brentiana 451 Pressel; bischof Johannes ... blibe uf seinem trappen L. Fries Würzb. chron. fol. 228; unser gottlosz wesen, unser unzucht und büberei ... bleibt einen weg als den andern in seinen alten trappen Artomedes christl. ausleg. (1609) 2, 17; im alten trappen fortfahren J. Andree erinnerung (1567) 72; das fallende babstumb wieder in sattel zu heben, in alten trappen zu bringen, auff frische füsse zu stellen A. Scherdiger novae novi orbis hist. (1591) a 2ᵇ; dergleichen die geomancey auff einen falschen grundt gesetzt, die medicin ausz ihren rechten trappen gebracht Paracelsus (1616) 1, 227ᶜ Huser; nachher hat er (der sonnenwirt) sich mit dem hirschbauren und seiner tochter gemein gemacht, und so ist er von einem bösen trappen auf den andern kommen H. Kurz sonnenw. (1855) 348.
C.
häufig in compositis: fusztrappe s. teil 4, 1, 1052; pferdstrappe vertiefung im erdboden, von einem pferdehuf herrührend Martin - Lienhart 2, 762 (nachzutragen in teil 7, 1691); rosztrappe (vgl. teil 8, 1277), dazu rosztrapp, m. Gödeke grundr. 2¹, 778; wolfstrapp, s. d.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1251, Z. 73.

trappe2, m.

²trappe, m.,
tölpel, s. ²trapp.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1253, Z. 28.

trappe3, f.

³trappe, f.,
plumper, groszer fusz Unger-Khull 163; tatze Götze frühnhd. gloss.² 53; palma, pes, manus ein fusz, trapp (als teil der vögel) Pomey (1720) 57; vgl. lauf des hasen; man findt darin grosse weisse und grimmige bären, die mit ihren trappen durch das eisz löcher zum wasser machen und also die fisch herauszziehen M. Quad ench. cosmograph. (1604) 5.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1253, Z. 29.

trappe4, f.

⁴trappe, f.,
'tierfalle'. ableitung von ¹trappen, vb., 'hart gehen', also ursprünglich das trittbrett, durch dessen berührung mit dem fusz das tier den mechanismus der fangvorrichtung auslöst und so eingeklemmt wird; dann die ganze falle; schlieszlich in naheliegender begriffserweiterung jedes tierfanggerät, mit verschiedener spezialisierung in den einzelnen sprachen. am ende steht die übertragung zu 'hinterhalt'. niederdeutscher herkunft: si quis aucellum de trappa furaverit lex Salica vii, § vi Geffcken; mndl. trappe 'falle, fuszeisen, meisenkasten'; ags. treppe, engl. trap 'falle, falltür, schlinge, hinterhalt, versteck'. ahd. und mhd. nicht bezeugt; nicht hierher gehören nach Kluge altdeutsches sprachgut im mittellatein (1915) 15 die glossen tenda, trapum ahd. gl. 4, 101, 18 St.-S.; trapun 4, 123, 37, da sie mlat. trabum 'zelt' meinen. aus dem frk. ist trappa mit der sache vor 400 n. Chr. ins mlat. entlehnt, vgl. Brüch einflusz d. germ. sprachen auf d. vulgärlatein 87; 95; du Cange 8, 158ᵇ. daraus entwickelt frz. trappe 'fall-, klapptür, wolfsgrube, schiebefenster'; vgl. zs. f. rom. phil. 22, 208-211; Meyer-Lübke rom. etym. wb. 673ᵇ; Gamillscheg etym. wb. d. frz. spr. 859ᵇ. im nhd. nicht häufig bezeugt: sie (object) ... in die trapen, welche ... Burgund auf sie gerichtet, fellen und einfüren, M. Stettler annales (1627) 1, 251; 'eine falle, da die vögel darauf mit füszen springen und gefangen werden' Frisch 2, 381. allgemein 'tierfalle, vogelfalle' Voigtel wb. 3, 416ᵃ; Moritz gramm. wb. 4, 152 ; mit einschränkung aufs nd. sprachgebiet Adelung 4, 1029; Fulda versuch 551; Vollbeding wb. d. plattd. ma. 66; ten Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 430. in obd. maa. dafür üblich ²trappel, s. d., sp. 1257. vgl. ferner die weiterbildungen ²trappen; ²trapper 1.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1253, Z. 36.

trappe5, m., f.

⁵trappe, m., f.,

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otis tarda (grosztrappe) und otis tetrax (kleine, zwergtrappe), laufvogel; oft auch trappgans (s. d.) und in älterer zeit ackertrapp (s. Diefenbach gloss. 403ᵇ; Heuszlin Geszners vogelbuch [1557] 104ᵇ), trappvogel genannt. ursprünglich ein steppenbewohner, der in Mittel-, Ost- und Südeuropa die groszen offenen felder ebener gegenden bewohnt Brehm tierl. 6, 150 P.-L.; Riesenthal jagdlex. (1882) 438; 440.
A.
herkunft, form und bedeutung.
1)
während das wort im germanischen (abgesehen von jungen entlehnungen ins nordische) aufs deutsche, seit etwa 1200, beschränkt ist, ist die wortsippe in den slawischen sprachen weit verbreitet, auch im russischen und südslawischen, s. Bernecker slav. etym. wb. 1, 227; daher wird das deutsche wort, das in den mundarten fehlt, wohl aus dem westslawischen entlehnt sein (vgl. z. b. altpoln. dropia, alttschech. dropfa), doch macht der stammvocal schwierigkeit. am nächsten stehen der deutschen form das innerhalb der slavischen formen freilich isolierte poln.-tschech. drop, m., alttschech. dropa, s. Bernecker a. a. o.; Brückner słown. e̋t. je̜z. polsk. 98; Falk-Torp 2, 1279; Suolahti vogelnamen 263.
2)
im ahd. und as. unbezeugt; dagegen im mhd. nicht selten, s. mhd. wb. 3, 84ᵃ; Lexer 2, 1497 f.; vereinzelt auch mnd. Schiller-Lübben 4, 606ᵇ. in glossaren und wbb. der nhd. zeit unzählige male in verschiedensten formen verzeichnet: der anlaut erscheint als t oder d, das e der endung ist oft apokopiert. an seltenen formen begegnen: drappo voc. opt. 42 Wackernagel; trabbe Diefenbach 283ᶜ. gewöhnlich wiedergabe für otis Frisius (1556) 936ᵇ; Decimator thes.; Diefenbach 403ᶜ; (otis) tarda ebda 573ᶜ; nov. gl. 359ᵃ; Heyden Plinius 404; Frischlin nomencl. 98; Zehner nomencl. 232; Wiederhold (1669) 340ᵃ; tetrax voc. rei numm. (1552) f 7ᵇ; tarda und tetrax Junius nomencl. (1567) 71ᵃ; Henisch (1616) 742; Dentzler clavis (1716) 288ᵇ; Steinbach (1734) 2, 840; bistarda, -usavis tarda) Diefenbach 75ᶜ; 438ᵃ; gemma (1512) c 5 rᵇ; Herrigs arch. 47, 427ᵃ; Alberus y 4ᵇ. häufig auch für die lat. namen von vögeln verwandter gattung, die meist anders glossiert werden: z. b. für pygargus (rebhuhn) Diefenbach 434ᵃ; Dasypodius (1536) Y y 2ᶜ; Alberus (1540) y 4ᵇ; Golius onomast. (1589) 343; gradipes (stockaar, stoszfalke) Diefenbach 55ᶜ; 268ᵃ; nov. gl. 196ᶜ; voc. opt. 42 Wackernagel; ortigometra (wachtel) Diefenbach 401ᶜ; mlat. hd. böhm. wb. 198; Niger Abbas 3525. nicht selten bleibt die sachbeziehung von trappe zu der lat. bezeichnung undeutlich: z. b. parrus ebda 3625; Diefenbach 414ᵇ; egipius ebda 196ᶜ; nov. gl. 146ᵃ; trocalus Diefenbach 598ᶜ; mutilus ebda 374ᵇ; marcica ebda 349ᵃ; icius ebda 283ᶜ; gallinarius ebda 256ᶜ; alietus ebda 22ᵇ; alocco, uccello Hulsius-Ravellus (1616) 85ᵇ. über die form krappe s. teil 5, 2066.
3)
ursprünglich schwaches masc.; seit der zweiten hälfte des 18. jh. beginnt der übergang in das fem. geschlecht, 'doch ist das männliche das gewöhnlichste' Adelung 4 (1780) 1029. früheste literarische belege für die trappe Forster s. schr. 1, 88; W. v. Humboldt ges. schr. 5, 72; Holtei erz. schr. 22, 76. das fem. setzt sich schnell durch und bildet seit dem ausgang des 19. jh. bereits die reguläre form (s. u.), der sich nur jäger und jagdliebhaber in stolzem festhalten an dem hergebrachten masc. entgegenstemmen: wenn das jagdglück ein wildentenpaar beschert oder einen guten trappen Scheffel ges. w. (1907) 3, 28; entsprechend Bornemann humorist. jagdged. (1855) 10; in schulbüchern wird der vogel merkwürdigerweise immer als die statt der trappe bezeichnet Berger jagd aller völker (1928) 433; völlig selbstverständlich als masc. behandelt bei Raesfeld d. dtsch. weidwerk 4 (1931) 133. in den modernen maa., in denen es freilich ganz ungeläufig zu sein scheint (vgl. Fischer schwäb. 2, 319), nur als fem. bezeugt Teuchert neumärk. 242.
B.
gebrauch. literarisch seit dem ende des 12. jhs.:
ouch fuorten ir knappen
des tages von den trappen
ir satel wol behangen.
wan dâ was gar gevangen
swaz ir wart gestoubet
Hartmann v. Aue Erec 2048;
während der nhd. epoche gleichmäszig gut bezeugt: ain pawer richtet gar vil der strik in synem aker und fienge mit den selben ainen trappen Steinhöwel Äsop 251 lit. ver.;
der trap war truchsasz, trug zu tisch
gar köstlich tracht, wiltprat und fisch
H. Sachs 4, 280 lit. ver.;
grosze schaaren von trappen, hasen ... waren die gegenstände, die an uns vorüberflogen Bismarck br. a. s. braut u. gattin 347; zumal wegen bestimmter eigenschaften gern angeführt:
der wol geborne knappe
hielt gagernde als ein trappe
Wolfram v. Eschenbach Parz. 149, 26;
geht wancken wie ein alter wagen,
hat knocket füsz gleich einem trappen
H. Sachs 9, 123 lit. ver.;
warumb straffst nit die rappen,
den weihen, adlar, geyr und trappen?
die han vil gröszern schaden than
Waldis Esopus 2, 109 Kurz;
das isz a grober vogel, 's mag wul gar a trappe seen Bomolcke sprüchw. (1734) b 1ᵃ; vgl. H. Sachs 22, 213 lit. ver. besonders charakteristisch für die trappe ist ihre furchtsamkeit und scheu, s. Heuszlin Geszners vogelb. (1557) 105ᵃ; Brehm tierl. 6, 150 P.-L.; Naumann naturgesch. 7, 47;
sie lugt, do er vormals hintratt,
ob nit die trapen stunden noch
Wickram w. 8, 125 lit. ver.;
warumb fürchtet sich der trappe für dem pferde? Lohenstein Armin. 2, 523ᵃ; das furchtsame volk der wilden vögel, vor allen die männerhohen trappen A. v. Arnim s. w. 11, 48 Grimm. daher sind sie ein nicht leicht zu erlegendes, geschätztes wild und gelten als vornehm und kostbar:
die andern geborenen vom adel:
der pfaw, kranch, trapp und der phasan
W. Spangenberg ausg. dicht. 14 Martin;
der trappe gehört zur hohen jagd Döbel neueröff. jägerpract. 1, 46; die seltene jagdbeute, eine trappe, (ist) mir darüber aus dem schusz gekommen Storm w. (1899) 5, 155; als mir das unglück begegnete, dasz ich drei zahme türkische gänse schosz, die ich für trappen ansah Kotzebue s. dram. w. 2, 40; hat sich daraus die wendung einen trappen schieszen im sinne von 'angeführt werden, einen fehler machen' (vgl. einen bock schieszen) entwickelt? vgl. auch trappenschütze:
(ich will) darnach mich machn auff die heymfart,
dem bulen nicht weiter nachhossen,
dieweyl ich hab ein trappen gschossen
H. Sachs 17, 216 lit. ver.;
ursprünglicher: dies scheint auf einen magister zu seyn, der anstatt eines trappen einen esel geschossen hatte allg. dt. bibl. 1², 271. sein fleisch bildet eine nicht alltägliche, wohlschmeckende speise, s. Heuszlin Geszners vogelbuch (1557) 105ᵃ; Comenius janua aurea iv ling. (1643) § 150; v. Fleming vollk. teut. jäger (1719) 146;
gib uns geleich
fruͦstuck reich ...
gib jedem knappen
ainen trappen
und vier kappen
uff ainer groszen schüssel
liederbuch der Hätzlerin 70ᵃ;
von vögeln liesz er aufftragen ... strauszen, trappen, wachteln volksb. v. dr. Faust 88 Braune; hofrat Rehbein war gebeten einen trappen verzehren zu helfen Göthe III 9, 55 W.
C.
compositionen:
trappenart
Ritter erdk. 6, 1122;
trappenbraten
so viel steht fest, dasz ein trappenbraten kein feines gericht ist
Naumann naturgesch. d. vögel 7, 49;
trappenbüchse
'ein langes, wie eine flinte geschäftetes rohr, welches auf einem eignen dazu verfertigten wagen geführt wird, auf trappen daraus zu schieszen' Voigtel wb. 3, 416ᵇ;
trappenei
s. alphab. stelle;
trappenfeder
s. ebda;
trappenfusz
bei den spielhäusern ist die gewöhnliche zierde oben ein so genannter trappenfusz, welches die spadille der Schinesen ist
Lichtenberg verm. schr. 5, 245;
trappengesellschaft
wenn eine trappengesellschaft sich ganz nahe bei dem versteckten schützen niederläszt
Naumann naturgesch. d. vögel 7, 29;
trappenhahn
Brehm tierl. 6, 155 P.-L.; Behlen forst- u. jagdkd. 6, 82; dazu trapphahnfangen, 'name eines scherzspiels' Unger-Khull steir. 163ᵇ;
trappenherde
Ritter erdk. 11, 218; Brehm tierl. 6, 153;
trappenjagd
Bornemann humor. jagdged. (1855) 39; Naumann naturgesch. d. vögel 7, 42;
trappenschar
ebda 7, 50;
trappenschütze
Fr. J. Riedel der trappenschüzze, ein komisches heldengedicht (1765); vgl. Matthisson schr. 4, 71; wenn man nicht schreiben kann, ohne zu hinken, und nicht jagen kann, ohne gerade zu sehen, so ist zum schreiben der hinkende besser als der beste trappenschütze Möser s. w. 3, 244;
trappenvogel
s. trappvogel;
trappenzug
Bornemann humor. jagdged. 36; 40.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1253, Z. 67.

trappe6, trapp, m.

⁶trappe, trapp, m.,
racemus; scapus; traubenkamm, die entbeerte traube; sarmentum uvae der trapp, das holz des traubens und die stil, daran die beere wachsend Frisius (1556) 1181ᵇ; die traube bestehet aus dem trapp oder kamm, daran die stielgen befindlich, welche die beeren halten allg. haushalt.-lex. (1749 ff.) 3, 704; vgl. die synonyma kamm, teil 5, 105; rapp, rappe, teil 8, 114. die rein lautlich mögliche zusammenstellung mit nl. drabbe, drab 'hefe, bodensatz, treber'; westfäl. drabbe 'treber'; vgl. noch isl. drabb 'unordentliches leben, schmutzige arbeit', shetl. drabb 'kleinregen'; nrhein. drabb 'bodensatz des kaffees'; ostfr. drabbe 'dicke, trübe flüssigkeit, schlamm, bodensatz' (s. Johannesson mediageminata im isländischen 3; Walde-Pokorny 1, 856; Fick 3⁴, 203; Falk-Torp 154) leidet daran, dasz trappe, trapp ausgesprochen die traubenstiele, das hölzerne gerüst der traube bedeutet, nicht aber die rückstände der trauben beim keltern im sinne der drabbe-, treber-gruppe. auffällig ist, dasz im westdeutschen in genau derselben bedeutung formen mit g-, k-anlaut begegnen: grappe, krappe 'stielgerüst der traube' rhein. wb. 2, 1353; grappen, f., 'traubenkamm' Staub-Tobler schweiz. id. 2, 787 neben trappen u. drappen ebda 6, 1182 f., s. auch ndl. krappe, krap uva, racemus Kilian 260ᵇ; sie stellen sich unmittelbar neben eine romanische gruppe: franz. grappe 'weintraube', tosk. grappa 'stiel von früchten', ital. grappo, friaul. grap 'weintraube', trient. grapino 'feuerzange', die zurückgeht auf ein fränk. *krappo 'haken', nachdem das traubengestiel in ähnlicher weise benannt ist wie bei kamm und rappe, s. Meyer - Lübke nr. 4760; Gamillscheg 483. bereits im Heinrici summarium bezeugt: racemus drappo, drappe, drapp ahd. gl. 3, 90, 58; 194, 21. in den wbb. von frühnhd. zeit bis ins 18. jh. hinein unter den formen trap(p), drapp(e), drabbe, trappe, trappen häufig notiert: z. b. Diefenbach 482ᵇ; 518ᶜ; 619ᶜ; nov. gl. 312ᵃ; gemma gemmarum (1508) x 2ᵃ, 2; Dasypodius (1537) 203ᶜ; Geszner catal. plantarum (1542) 98ᵃ; 109ᵃ; Frisius (1556) 164ᵃ; 1188ᵃ; 1113ᵇ; Golius onomast. (1582) 369; Henisch (1616) 742; Ludwig (1716) 2003ᵃ; Adelung 4, 1029; die trauben von den trappen abpflücken Kramer (1702) 2, 208ᵇ. in den maa. wbb. nur fürs obd. bezeugt: Schmeller-Fr. 1, 672; Fischer schwäb. 2, 319; Martin-Lienhart elsäss. 2, 762ᵇ; schweiz. id. 6, 1182. literarisch neben üblichem kamm oder dem plural von stiel selten: besser wer, das auff den züberen legen hurdten, durch die der wein gon möcht in die züber, und nit die trappen ... etlich trauben aber haben lützel härb trappen, das der wein wol mit in mag syeden Petrus de Crescentiis vom ackerbaw (1531) 50ᵃ; stuck von zelten (kuchen), ausz den trestern und trappen der gekelterten trauben gemachet Rauwolff aigentl. beschreib. (1582) 29. dazu die ableitungen trappechtig; trappenwein; s. an alphab. stelle.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1256, Z. 11.

trappe7, m.

⁷trappe, m.,
'ein modell oder muster, wornach alle rechnungen sollen eingerichtet werden' Frisch 2, 381; Moritz gramm. wb. 4, 152; als veraltet notiert bei Campe 4, 860ᵇ; Frischbier preusz. wb. 2, 408ᵇ. auch trappen im nom. sing. Schrader dtsch.-frz. 2, 1375; Frischbier a. a. o.: keine amtsrechnung soll angenommen werden, so nicht nach ordnung des trappens und gewöhnlicher amtsartickel eingerichtet kammerordn. in Preuszen (1648) § 51 bei Frisch a. a. o.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1256, Z. 63.

trappe8, f.

⁸trappe, f.,
s. treppe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1933), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1256, Z. 72.

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„drappe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/drappe>.

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