Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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dreber

dreber, pl.
s. treber.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1350, Z. 71.

treber, n. und m.

treber, n. und m.,

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rückstand bei der wein- und bierbereitung; abfall, schweinefutter.
A.
form. ahd. trebir (auch treiber) Graff 5, 481; mhd. treber, traber, trober; mnd. drever, draver; nhd. treber, tröber, träber, traber; daneben formen mit anl. d-. wie das bedeutungsgleiche trester dürfte das wort als plurale tantum der alten s-stämme aufzufassen sein, vgl. Braune ahd. gr. § 197 anm. 1; der im hochdeutschen nicht belegte sing. erscheint in aisl. draf 'abfall'; norw. dän. drav, schwed. draf 'treber, spülicht, hefe'; ags. dræf, mengl. draf, engl. draff 'berme, hefe'; mnd., mnl. draf 'treber'; nl. draf 'grundsuppe eines gebräus', auch deutsch dialektisch traff 'treber' Hupel Lief- u. Ehstl. 240. früh aus dem germ. entlehnt: finn. rapa 'treber' finn.-ugr. forsch. 13, 436. eine l-ableitung und ihre german. entsprechungen s. unter trefel. mit intensivgemination (Wissmann nom. postverb. 166) ags. und nl. drabbe 'berme, bodensatz' (drabbe faex Kilian 119); engl. drab 'schmutziges weib, schmutzfleck' nnd. drabbe 'spülicht, schmutz, bodensatz' Doornkaat-Koolman 1, 324, 'treber' Woeste-N. (s. unten). auf anderer ablautstufe vergleicht sich schwed. drōv, n., 'bodensatz', sowie trübe Walde-Pokorny 1, 856; Kluge et. wb. ¹¹627. auszergerm. ist nächstverwandt russ. drob, m., drobá, f., 'bodensatz, bierhefe, treber' Kluge a. a. o., wo weiteres zur etymologie. die wurzel des wortes (*dhrebh-) steht in variation mit *dhregh-, *drahst- in trester (s. d.).
1)
die flexion von treber ist regulär die eines starken neutr. plur.: nom., acc. treber ahd. gl. 3, 695, 6; Wiener hs. von Notkers psalmen 8, 1 Heinzel-Scherer; wintreiber ahd. gl. 3, 580, 37, so auch mhd. und nhd., z. b. diu treber Trudpert. hoh. lied. 141, 4 Haupt; trebir Joh. Rothe passion v. 1875 Heinrich; chron. d. dtsch. städte 10, 318, 22; Diefenbach gloss. 82ᶜ; 480ᶜ; Guarinonius grewel (1610) 637; Hohberg georg. curios. (1682) 125; Karmarsch-Heeren 1, 484; gen. pl. der treber Knebel chron. v. Kaisheim 431 lit. ver. wie bei trester (teil 11, 1, 2, 178) wird jedoch der plur. oft, und gewisz häufiger als zu erkennen, als st. sing. verstanden, sichere belege für den sing. s. unter 2, ferner dat. treber Hennenberger preusz. landtaffel (1595) 105; Micraelius Pommerl. (1640) 5, 241. seit dem 14. jh. erscheint im plural auch schwache flexion: nom. trebern Suchenwirt 45, 78 Primisser; Luther 28, 457 W.; theatr. diabol. (1569) 511ᵇ; tröbern Sperling Nicodem. quaer. (1719) 2, 100; trabern Oken 3, 1868, vgl. auch draveren Schueren Teuthon. 85ᵃ Verdam.nicht selten sind schwache r-lose pluralformen mit und ohne umlaut, z. b. traben Diefenbach gloss. 82ᶜ (15. jh., wohl obd.); Herr feldbau (1551) 213ᵃ; draben oder dräber Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 424; 1072; träber, traben allgem. öcon. lex. (1731) 2450; draben Schumann Lüb. 251; treben C. Finck centur. tertia (1563) l 8ᵃ; trewen, treben Critiphilus martyr. hordei (ca. 1600) 30; treben viehbüchl. 9. zu ihnen steht ein seltener sg. trabe: trabe muste seine speyse sein Georg Schober reimbuch 234 (Kassel, ms. poet. fol. 17); trabe und klei ist ... ebda 307, vgl. vereinzeltes mnd. drave Diefenbach 534ᵃ. diese formen machen auch für das hochdeutsche einen alten sg. *trab wahrscheinlich. als contaminationserscheinung ist das fehlen des umlauts bei r-pluralien aufzufassen, s. vereinzelt oben und ferner noch: trabern Sebiz feldbau (1579) 521; weintraber ebda 511; verdumpft trober Diefenbach gloss. 534ᵃ (15. jh., md.).
2)
das geschlecht ist ursprünglich neutral, auch für den sg. draf, s. Schiller-Lübben 1, 567 mit vereinzeltem masculinum. wo treber als sing. aufgefaszt wird, ist neutr. u. masc. geschlecht selten klar zu scheiden. als deutliches masc. tritt hervor: der treber viehbüchlein (1667) 29; acc. den treber engl. comed. u. traged. (1624) k 5ᵇ; Fischer schwäb. 2, 337; Martin-Lienhart 2, 737. doch schwankt es gelegentlich, und sogar in ein und derselben quelle, auch ins fem.: doch ist ihnen (den kühen) die treber besser dann daz schrott, dann der treber ... schlägt ihnen zur milch viehbüchl. 29; fem. auch: zu der treber Fischart Eulenspiegel 457 Hauffen.
3)
anzumerken ist für schwäbische quellen dissimilation des ausl. r zu l (Jutz alemann. maa. § 108) Fischer schwäb. 2, 337, s. auch treberwein.
4)
die verbreitung des wortes geht nach ausweis der belege über das ganze sprachgebiet, wenn es auch nicht durchgängig notiert wird. wo es dabei auf den bereich von trester (s. d.) trifft, herrscht heute oft die bed. 2 (malzrest) vor. es notieren als trebern hülsen vom ausgebrauten malz Schmeller-Fr. 1, 640; tröbe kühfutter Lexer kärnt. 71; trebel rest des malzes, der weintrauben Fischer schwäb. 2, 337; treber ausgepreszte trauben; schnaps davon Seiler Basel 84; traberen, träberen trester; treberbranntwein Martin-Lienhart els. 2, 737; trawe treber Follmann lothr. 100ᵇ; draven treber Schumann Lübeck 25; triawa treber Nassl Tepler ma. 13; traff 'biertrebern' Hupel Lief- u. Ehstl. 240. zur verbreitung in der umgangssprache hat vor allem die bibelstelle Luc. 15, 16 beigetragen, s. B 4 und 5.
B.
bedeutung und gebrauch.
1)
wo die bedeutung sich klar abhebt, bezeichnet treber das abfallprodukt bei der herstellung des weines oder des bieres.
a)
schlauben und kerne, d. h. der feste rest der gekelterten weintrauben: vinacia wintreiber ahd. gl. 3, 580, 37; senecie treber ebda 3, 695, 6; also in torcula werdent geskeiden win unde treber Notker ps., Wiener hs., 8, 1 Heinzel-Scherer; bubastus traben, treber von winber (15. jh.) bei Diefenbach gloss. 82ᶜ; acinarium draveren van wyndruwen Schueren Teuthonista 85ᵃ Verdam; brisae getretten trauben, tröber Frischlin nomencl. (1591) 271; das marck von den mit füss getrettenen trabern ... soltu zu der trotten lassen tragen Sebiz feldbau (1579) 521; die zerstossenen weinbeer und träber Guarinonius grewel (1610) 637;
hie tragen (bei der weinlese) andre schon die tröber (d. h. die zu kelternden trauben) in die tret ...
da man sie zwinget dan, gleichsamb auf dem todtbett,
mit allem saft und kraft ihr letztes auszuweinen
Weckherlin ged. 2, 385 Fischer;
bildlich: eine glatte kahle erzählung, ein wenig labender vierter aufgusz auf die trebern des alten mosts J. Grimm Reinh. fuchs vorr. xv. gelegentlich auch für den durch wasseraufgusz aus trebern hergestellten geringwertigen wein (s. treberwein): treber 'vinacia, der wein oder leyren, so man davon macht, lora, lorea, vinum acinacium' Weiszmann lex. bipartit. (1698) 2, 378:
was bauwt man dann neuw todtengräber
und braucht neuw fässer zu der treber
Fischart Eulensp. 457 Hauffen;
so auch:
trebern und glawrn (nachwein)
sind pezzer vil denn chriechisch wein
Suchenwirt 45, 78 Primisser.
b)
bei der bierbereitung das feste sediment des zerkleinerten und in der hitze aufgeschwemmten malzes: draben oder dräber ist das überbleibsel des von hopffen und gerstenmaltz gekochten und gebraueten bieres, so auf dem grund liegen bleibet Amaranthes (1715) 424; siliqua treber, dreber, traber, trober aus meist md. vocabularen bei Diefenbach gloss. 534ᵃ; treber, im brewen, siliquae frumenti, quisquilae polentaceae, hordei decocti faeces Schönsleder prompt. (1647) J i i 5ᵇ: ez sol auch nieman (beim bierbrauen) mit trebern lonen (lohn bezahlen), weder ehalten noch preuwen noch niemanne lebensmittelordnung um 1400 aus Nürnberg. polizeiordn. 211 lit. ver.; da wird das maltz ganz über gar also gekocht und ausgesogen, das nichts übrig bleibt als dürre, ausgetrocknete, saft- und kraftlose trewen oder saͦuw, wie es die Sachsen nennen J. Critiphilus martyrolog. hordei 30; etliche haben der weid die schuld (an der viehkrankheit) geben, ... etliche aber den trebern von dem bier, welliche den rossen in der jugent das hirn zerbrechen Seuter roszartzney (1588) 73; so auch der nd. singular:
van dem korne kumpt dat kaf
unde van dem molte (malz) kumpt dat draf
quelle d. ausg. 15. jh. bei Schiller-Lübben 1, 567.
c)
ähnliche rückstände bei der branntweinherstellung: (man soll) das wurmstichich obst aufklauben und brandwein daraus brennen; die treber kan man den schweinen geben v. Hohberg georg. curios. 1 (1682) 125.
2)
auszerhalb solcher technisch durchsichtigen verwendungen ist die bedeutung sachlich nicht immer eindeutig festzulegen. ganz allgemein bedeutet treber 'geringwertiges, abfall':
der hungir wart also gross dar czu,
das sy frossin (fraszen) er aldin schu,
spru, trebir, unde waz sy mochtin gehan
Joh. Rothe passion v. 1875 Heinrich;
specieller 'gemenge von zerkleinerter, bröckeliger (abfall-) substanz', auch 'speisereste': ein anderer hat noch ein halbes futter im maul, fangt anbey an zu lachen, dasz die treber wie ein schauer oder kiesel über den tisch fallen, als wäre sein maul zu einer spritzkandel worden Stranitzky ollapotr. 138 Wiener ndr.; ähnlich Tölpel baurenmoral (1752) 27, vgl. tröiberer der beim essen theile von speisen auf den tisch fallen läszt Schöpf tirol. id. 753; anders: der auswurf der tiere durch den darmkanal besteht nur zu einem theil aus den träbern und den unzersetzten fasern der nahrungsmittel Thaer grundz. d. ration. landwirtsch. (1809) 2, 177; vgl. auch noch die ableitung: trebrach feste substanz, die beym absieden des käswassers von saurer milch zu boden fällt Schmeller-Fr. 1, 640; Schöpf 753.
3)
in dem allgemeinen sinne eines gemenges von abfällen ist treber vor allem 'viehfutter': tröbe kühfutter, bestehend aus feinem heu, das abgebrüht und mit kleien untermischt wird Lexer kärnt. wb. 71; meist 'schweinefutter', 'trank'; siliqua, cibus porcorum treber handschriftl. quelle a. d. 15. jh. bei Schmeller-Fr. 1, 640: der des tages fur diu swin geworfen wirt, so daz er gehaizen wirt diu treber Trudperter hoh. lied 141, 4 Haupt; die pauren ... hettend desz wüsten so vil fressen alsz die sau der treber Knebel chron. v. Kaisheim 431 lit. ver.; sprichwörtlich: wer sich unter die treber menget, den fressen die säw Strigenicius Jonas (1595) 120ᵇ; Jung-Stilling sämtl. schr. 4 (1835) 101; danach: weil wir müssen unter den trebern wonen, müssen wir wogen, ob uns die sew fressen Luther 50, 414 W.
4)
in diesem sinne ist literarisch ungeheuer fruchtbar geworden das vorkommen des wortes an der bibelstelle Luc. 15, 16: und er (der verlorne sohn) begert ze satten seinen bauch von den trebern (griech.: ἐκ τῶν κερατίων [eig. 'johannisbrot']; vulgata: de siliquis) die die schwein assen erste deutsche bibel 1, 280 lit. ver.; und er begerte seinen bauch zu füllen mit trebern Luther. der gesamte gebrauch des wortes in der nhd. literatur, auch auszerhalb der biblisch-kirchlichen sphäre (s. 5), steht unter der einwirkung dieser stelle: der verthan sun, der sein substantz in wollust verzert, darnach sovil not geliten, daz er nit trebern ze essen gehabt (1528) Berth. v. Chiemsee tewtsche theologey 222 Reithm.;
und mit in (den schweinen) aus dem kübel frasz
träber und des groben grasz
(1582) Ambraser liederb. 147 Bergmann;
geht, leute dieser zeit,
und füllt mit trebern euern bauch,
löscht euren durst aus pfützen voller sünden
B. Schmolck trost- u. geistr. schr. (1740) 2, 346;
da aber das geld verzehrt war, da jagten ihn seine sauffbrüder aus dem haus hinaus und hatten nit so viel mitleiden mit ihm, dasz sie ihm ein wenig treber hätten zu fressen geben B. Schupp freund in der not 15 ndr. in vermischung mit einer anderen bibelstelle (Matth. 7, 6): stelle dich nicht gleich denen schweinen, denen die tröber lieber sind als die köstlichen perlen Sperling Nicodemus quaerens (1719) 2, 100; er (der adlige) liesz es seinem (bürgerlichen) weibe empfinden, dasz sie ihn bis zu trebern erniedriget hatte, wie er sich, weil sie pastorstochter war, biblisch ausdrückte Hippel lebensläufe (1778) 3, 1, 115; haben ihn ... seine angehörigen wie den verlornen sohn angesehen, der es verdiene, zu den schweinen und trebern verwiesen zu werden D. Fr. Strausz ges. w. 7, 72.
5)
bildlicher und übertragener gebrauch, auch er völlig beherrscht von der bibelstelle, versteht treber als schlechte, schädliche speise: der leib überfüllet sich leicht mit den trebern der erde Lohenstein Arminius (1689) 2, 543ᵇ; anstatt der trebern seinen verstand mit vernünftigen speisen nehren Thomasius kl. dtsch. schr. (1894) 96; von lauter träbern philosophisch-theologischer spitzfindigkeiten gespeist J. v. Müller sämtl. w. (1810) 10, 20; nähren sie sich alle von den träbern der phrase P. de Lagarde dtsche schr. (1886) 177; anders, nach 2 hin reichend: wie denn der sathan zu allen zeiten sein dreber, trester, kleyen, sprew, schmiere und böse zusetz unter die reine lere brewet und menget Mathesius Sarepta (1571) 121ᵇ.
6)
zusammensetzungen mit treber(n)- sind seit dem 16. jh. belegt; sie beziehen sich meist auf die technische verarbeitung der treber, s. z. b. treberbier, -branntwein, -grube, -wein; für die biblische sphäre vgl. treberfresser, -sau:
treberaufgusz
handwb. d. staatswissensch. 2, 841;
treberbier
scherpbier, kofent, schemper Kramer 2 (1702) 1120ᵃ;
treberbranntwein
der treberbranntwein ist von geringerer qualität Muspratt chemie (1888) 1, 623; e schlückli treberbrentewi J. P. Hebel werke (1838) 1, 40;
treberfasz
... sind das (d. alten weiber) nicht garstge taschen,
wenn sie das saure kraut mit den beschmierten füszen
ins alte tröberfasz fein einzutreten wissen?
J. G. Schmidt rockenphilosophie (1709) 2, 212;
treberfresser
auch ein solcher drebernfresser Joh. Nas antipapist. eins und hundert (1567) 2, 171ᵇ; die freude über den zweiten sünder und wirklichen träbernfresser ... war zu grosz W. Raabe schüdderump (1870) 1, 197; von einem menschen mit niedrig-sinnlicher phantasie: du treberfresser, liesest du nicht weiter, was nach der entzücktesten umarmung steht: sie ... wurden nicht schamroth Herder 7, 37 S.;
trebergrube
träbergrube in den brauhäusern eine gemauerte grube, die träber darin zu sammeln und zu erhalten Voigtel wb. (1793) 3, 413; siliquarium sey-, trebergrube voc. von 1517 bei Diefenbach gloss. 534ᵃ: do man den vater tod und in einer drebergruben ermordet fande Schütz hist. rer. Pruss. (1592) F f 5ᵇ;
treberhaufen
v. Hohberg georg. curios. (1682) 1, 353;
treberkern
bärenschmaltz mit rebenäschen ... düscht alle geschwullsten, doch so sol die äsch aus dem kammen und träberkernen im bachofen ... gebrennt werden Herold-Forer Gesners tierb. (1563) 19;
treberkuh
scheltwort für einen trinker:
ey halt dein maul, du voller narr!
ist das dein grosse freud, das du
dich füllest wie ein treberku,
den wein unmessig inn dich schüttest?
H. Sachs 3, 52 Keller, ähnlich 5, 244 K.;
du bodenlose treberkue
7, 13 K.;
trebermost
bei den rohen spielen ... malten sich die tänzer mit weinhefen oder rotem trebermost das gesicht C. A. Böttiger kl. schr. (1837) 1, 262;
trebersack
sie schnautzen ihn an, wie die sau den trebersack Herberger hertzpostilla (1613) 1, 39;
trebersau
(wir) haben unser vätterlich erbe schändlich mit des teufels und der welt träbersäuen verprasset Jac. Böhme schr. (1620) 6, 197;
treberwein
der durch auffgieszen von wasser auf die treber gewonnene geringwertige wein, vgl. 1 a; deuteria treberwein Calepinus undecim ling. (1598) 414ᵃ; deuteria träberwein oder laur, das ist, wenn man uber die auszgedrückten weinbeer wasser schüttet Decimator 385; vinum circumcidaneum treberwein, vom letzten druck Fr. Pomey indic. univ. (1671) 268; auf allerlai art beraitet wein, als prachwein, traberwein Fischart podagr. trostbüchl. 32 Hauffen; Gargantua 84 ndr.; was weiter den wein anbelanget, daz der gut sei, und ist nur most oder trebenwein oder agrest gewesen S. Huber abentheurl. abentheur (1590) 128; dasz sie (die untertanen) zu herbstzeiten ihren dreberwein nicht gleich in ihre behausungen und under obdach führen ... dörfen (1619) bad. weistümer 1, 1, 251. statt der composition auch in participialer form getreberter wein: nach ... wyhenächten sol der winruffer fürohin kainen win usruffen, er sye dann luter und schön; gefüreter (gefeuerter) und tröbelter Elsässer hindan gestellt beleg um 1500 bei Fischer schwäb. 2, 338, vgl. dort.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1935), Bd. XI,I,I (1935), Sp. 1568, Z. 29.

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„dreber“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dreber>.

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