Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

drecksack, m.

drecksack, m.
1.
der menschliche leib, der madensack. den drecksack, den leib, mit einem gürtel binden Pauli 160ᵇ. wie kanns immer sein dasz du dich nicht gescheut hast deinen stinkenden drecksack und aufenthaltung alles unflats in meine gegenwart zu bringen? Simpliciss. 2, 387. s. dreckwanst.
2.
der mensch selbst. ah, was wöllen wir armen drecksäcke, maden und unflat für dem rühmen, der gott schöpfer ist himels und erden? Luther 8, 51ᵇ.
3.
ein schmutziger mensch, zumal wenn er den schmutz liebt. er ist von kind an ein drecksack gewesen.
4.
drecksäcke pl. die speierlinge, früchte von sorbus domestica, vielleicht weil die beeren sonst gegen durchfall und ruhr gebraucht wurden (s. Adam Lonicerus Kräuterb. 67ᵇ), vielleicht auch weil die früchte erst morsch werden müssen, bevor man sie genieszen kann.
5.
in der Wetterau wird drecksäck auch als name des baums gebraucht, für drecksäckbaum Weigand. drecksäcke pl. sorbus sativa, legitima Nemnich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1359, Z. 45.

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Zitationshilfe
„drecksack“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/drecksack>.

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