Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

groschen-

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als erster compositionsbestandtheil ist besonders nach zwei richtungen hin fruchtbar geworden.
zumeist bestimmt es den werth des hauptbegriffes auf einen groschen; wesentlich erst in jüngerer sprache mit verächtlichem beisinn in compositionen, die mehr oder minder gelegenheitsbildungen sind und sich noch heute vermehren lassen, z. b.
groschenfibel
(kinder zerfetzen bücher) weil ihnen die groschenfibel ein zu ordinaires vergnügen geworden ist B. Goltz zur charakteristik 110;
groschenflöte
Jean Paul 20—23, 28 Hempel;
groschengalerie
der billigste theaterplatz 3, 77; vgl. 15—18, 243; auch bildlich: der tumult der erwartung rüttelte die edelleute mit der groschengallerie des staats in eins zusammen 11—14, 200;
groschenknallbüchse
der alte stadtförster .. hat sicher mit einer groschenknallbüchse geschossen
V. Traudt winkelbürger 67;
groschenpostille
derselbe schreibt in seiner mosaischen und evangelischen groschen-postill
J. C. Dippel das gestäupte papstthum (1698) 111;
groschenübersetzung
man kauft sich groschenübersetzungen oder wohlfeile taschenausgaben
W. Hauff 2, 336;
groschenwerk
um nur einige exemplare von einem elenden groschenwerklein mehr abzusezen
Bürger briefe 1, 309 Str.;
auch übertragen von billigen geistesproducten:
groschenepigramm
solche groschenepigramme liegen in der luft
A. Kerr ges. schriften 4, 60;
groschenwitz
um in behaglicher ruhe ... die thaler- und groschenwitze zu genieszen
R. Walter parlament. gröszen 1, 15;
geläufigere compositionen dieser art s. u. an alphabet. stelle. eine zweite gruppe umfaszt bicomposita, die den werth des hauptbegriffes auf mehrere groschen angeben; auch diese zusammensetzungen, seit dem 17. jh. nachweisbar, sind beliebig vermehrbar, dahin z. b.:
fünfgroschenbrot
achtgroschenjunge
in der verbrechersprache für den polizeispitzel;
dreigroschenplatz
im theater Lichtenberg verm. schr. (1844) 4, 16;
sechsgroschenwein
Weise erznarren 44 ndr.;
besonders in münzbezeichnungen, s. u. groschenstück.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1922), Bd. IV,I,VI (1935), Sp. 454, Z. 32.

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Zitationshilfe
„dreigroschenplatz“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dreigroschenplatz>, abgerufen am 19.01.2022.

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