Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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dreiling, m.

dreiling, m.
der dritte theil von etwas.
1.
trigeminus, niederl. drieling. trigemini vel tergemini dreiling Serranus Dict. k iᵇ. dreiling, drei einer burt geborn Maaler 92ᶜ. Henisch 746. im meien kompt die sonn zu zweien zwilling, dann drei wären dreiling Fischart Groszm. 106. sie bringen nit allein zwilling, sundern zum oftern mal ein dreiling, etwan vierling Münster 1447. ein zwilling, dreiling, vierling Henisch 746. dreiling schreibt noch Frisch 1, 206ᵃ und Steinbach 1, 289, auch noch Nierenberger Deutschlatein. wörterb. (1753); jetzt drilling; s. unten.
2.
die dreieinigkeit.
dasz ich mit rainen sinnen
kan vater, sohn und geist (den dreiling) lieb gewinnen.
Rompler Gebüsch 3.
3.
ein gemenge von dreierlei getreidearten, welches angebaut wird Schmeller 1, 409.
4.
ein getreidemasz. aus Baiern führt Schmeller folgende, ehemals geltende bestimmungen an, in Neumarkt giengen an weizen, korn und kern drei dreilinge auf den dortigen metzen, an gerste und haber vier dreilinge auf den rauhen metzen. in Freistatt und Pyrbaum wurden an gerste und haber drei dreiling auf den rauhen metzen gerechnet 1, 409. wer misset die wasser mit der faust und fasset den himel mit der spannen und begreift die erde mit einem dreiling? Jesaia 40, 12. in Fischarts Bienenkorb (177ᵃ) wird diese stelle angeführt und am rande bemerkt treiling ist ein mesz treier finger breit.
5.
gewöhnlich ein gröszeres und geringeres weinmasz, von 18 eimern nach Westenrieders Beiträgen 6, 212, von 25 eimern nach Castelli Wörterb. 113. dreiszig dreiling wein aus Österreich Mon. boica 2, 248. zwen dreiling osterweins 6, 248 ad 1329. was si des egenanten weins nicht fuͤrent mit fudern, das ir si dan laszet mit dreiling füren 2, 240 ad 1362. einen treiling pairisch weins 14, 334 ad 1422. ein dreiling, ternarius vini, 30 (urnæ) masz, Wiener masz Archivum Mellicense ad 1382. auf der hohen schul zu Everting werden järlich etlich vil treiling wein ausgeleert Hund Bair. stammbuch 1, 99. ein dreiling wein Ott Ruland 10. dreiling cuppa, est vas magnum ad vinum aptum Voc. incip. teut. d 4. in der reform. Friderici III. art. 10 macht ein dreiling 11⁄2 fuder wein. wir haben dem abt und convent zu Tegernsee sechtzehen dreiling wein auf der Tonaw auf zu füren gegonnt Urk. Max. 129. einer kauft zehen dreiling weins Mich. Stiefel 222. ein dreiling gibt zu Passau 24 pfennig zoll und das fuder 32 pfennig Hund Metrop. salisb. 1, 284. also nur der dritte theil vom fuder. darüber geschütt ein dreiling guten wein und zwen dreiling wasser (das ist ein masz zusammen) Tabernämont. 627. hier also ein kleines masz, so auch bei Henisch dreiling, triens, mensurae nomen, tertia pars cyathi 746. 30 kannen getränks heiszt man an einigen orten annoch einen dreiling, 45 eine halbe tonne Frisch 1, 206ᵃ. auch von bierfässern, dreiling ein bierfasz so kleiner als eine kufe oder groszes bierfasz Sächs. taxordnung bei Fritsch Varii tractatus 252. im Halberstädtischen ein fasz das drei tonnen enthält.
6.
ein irdenes gefäsz das etwa 30 masz hält: im Anspachischen unter den meisterstücken eines töpfers Fritsch de collegiis opific. c. 7. es musz anderwärts auch ein kleines irdenes geschirr gewesen sein. können sie da nit verkaufen, so sollen sie farn gen klein Aldenstat (in der Wetterau) under die linden und solln da rufen (feil bieten) ein dreiling umb ein helbeling Weisth. 3, 455.
7.
nach Mejers forstzeitschrift ein baumstamm von zwölf bis dreizehn zoll, der halbdreiling von acht bis neun zoll durchmesser am untern ende. ein füdriger baum soll zu 45, ein halbfüdriger zu 36, ein dreiling zu 27 schuh abgelangt werden Anspach. verord. von 1740. anno 1598 hat das wasser den rechen zu Hallein zerrissen, das holz so dick verschwemmt dasz eine katz mit truckenen füszen über die Salzach auf den dreilingen gehen konnte Duckher Salzburg. chronik 276. in Östreich holzklötze von 5—7 fusz länge, die meist zur verkohlung dienen. man zerschneidet nemlich baumstämme die zu bretern untauglich sind in drei stücke Scheuchenstuel 58. in Baiern nach Schmeller 1, 410 ein runder ungespaltener holzblock von beinahe sechs schuh länge zum gebrauch bei salzwerken. die kuefdreilinge sind vier werkschuh lang. ein dreiling kann wehrhülzig, halbhülzig oder noch geringer sein, so dasz ihrer eins, zwei oder gar drei auf ein wehrholz gerechnet werden Tiroler waldordnung von 1719.
8.
im bergbau ein kasten zu zwittern (unreinem zinnerz), in welchem man mit einem pferd auf dreimal so viel wegführt, als in der truhe mit zwei pferden auf zweimal Frisch 1, 206ᵃ.
9.
ein kleines brot zu drei pfennigen, wie dreierbrot. ein dreiers leiblein Rädlein 201ᵇ. in Sachsen hat man ein backwerk aus semmelteig mit vielen aneinandergerückten abtheilungen: drei davon abgeschnitten oder abgebrochen nennt man einen dreiling. man verlangt frische oder trockene dreilinge.
10.
ein dreiheller- oder dreipfennigstück, wie dreier. driling oder dreiling, die hälft von einem halben weiszpfennig Serarius Res mogunt. 859. dazu bemerkt Frisch 1, 206ᵃ, da der ganze weiszpfennig oder albus 8 pfennige galt und derselben 112 auf eine mark cölnisch giengen, so giengen der halben weiszpfennige 224 darauf, und der dreilinge sollten 448 darauf gehen. so waren also die dreilinge damals zwei pfennige, alle von reinem silber. in Holstein drelink dreelnk drei pfennige Groth Quickborn. dreiling kleinste münz, ein kreuzer Henisch 746. vier dreilinge machen einen groschen Stieler 336. darin weder meine schwester, noch ihr zukünftiger mann, noch alle ihre künftigen kinder und kindeskinder einen dreiling von meinem vermögen haben sollen J. E. Schlegel 2, 460. dieses nennte er trinummus den dreiling, weil der sykophant einen dreiling für seine mühe bekam Lessing 7, 44.
11.
triplaris, eine pflanze deren kelch drei lange spitzige einschnitte hat und drei staubfäden mit drei griffeln, woran die staubwege dreieckig und haarig sind; die frucht ist eine dreieckige nusz.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1385, Z. 73.

dreiling, m.

dreiling, m.
treibrad, s. drilling.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1387, Z. 22.

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Zitationshilfe
„dreiling“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dreiling>, abgerufen am 01.08.2021.

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