Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

dreizack, m.

dreizack, m.
tridens; s. dreizankstab.
1.
eine gabel mit drei zinken, wie dreigabel, dreistachel.
2.
weil man damit grosze meerfische durchstach, so war es in Neptuns hand das sinnbild der herschaft über das meer, und in dieser bedeutung wird es noch heute gebraucht. so wie das erste rosz muthig hervorsprang, als Neptun mit seinem gewaltigen dreizacke in den sand stach Rabener.
aber der meergott steht, und mit langgeschaftetem dreizack
schlägt er den schroffigen fels
Voss Ovid nr. 26, 71.
zwo gewaltge nationen ringen
um der welt alleinigen besitz!
aller länder freiheit zu verschlingen
schwingen sie den dreizack und den blitz
Schiller 101ᵇ.
wir haben den dreizack Neptunen geschmiedet
Göthe 41, 169.
mag Britannia den dreizack schwingen
J. F. Kind Gedichte.
so treff ihn Albions dreizack aus den fluten
Rückert 134.
3.
bildlich. Albano schied mit drei heiszen wunden vom dreizack des schicksals gerissen J. Paul Titan 4, 115. dieses triumvirat (eines polnischen generals, eines gesandten und eines preuszischen ministers) war ihm der dreizack der gewalt, der freiheit und des verstandes ders. Flegeljahre 2, 95.
4.
eine art börs oder barsch (perca trifurca), dessen schwanzflosse drei spitzen hat.
5.
salzbinse, salzgras triglochin, wie dreispitze.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1397, Z. 65.

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Zitationshilfe
„dreizack“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dreizack>, abgerufen am 26.11.2021.

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