Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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driel, m.

driel, m.
lippe, besonders die unterlippe, dann auch der mund überhaupt, mhd. triel. jetzt, wie maul, ein gemeiner, mit verächtlichkeit verbundener ausdruck, der im mhd. diese nebendeutung nicht hatte, wo ir rôsevarwer triel (MS. 2, 77ᵃ) vorkommt, doch ward es auch von dem maul eines thiers gesagt,
ez (das schretel) zezerret im (dem bären) den triel.
Haupts zeitschr. 6. 181, 240.
den triel hängen lassen verdrieszlich, unzufrieden sein. wie Muzius den driel gehenkt drei finger lang Philander 2, 542. es ist noch im südlichen Deutschland in gebrauch, für Tirol ist er angemerkt in Frommanns Mundarten 3, 95. kaum hat man ein wort gesagt, gleich läszt er den driel hängen Schmeller 1, 488.
der engel will kochen,
der Peter will schlecken.
nimmt der engel den stecken,
schlägt den Peter auf den triel,
dasz der Peter übern herd hin fiel.
bair. kinderreim
in Jebaukys branteweinbrennerei wird von einem ochsen gesagt er müsse eine vorn bis an die knie herabhangende haut oder herabhangenden triel haben. in Nürnberg ist der troller das fleischige unterkinn. vergl. trollmaul. in Schwaben heiszt trielpletz m., trieltüchle n. das geifertuch für kinder Schmid 140.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1408, Z. 3.

trill, adj.

trill, adj.,
gebildet aus dem vb. ¹trillen, drillen. 'im drehen beschwingt': die begriffe tugend und ehre verdampften, wie der morgendliche feldrauch verdampft, wenn der sonnenteller sich triller in den lüften schwingt v. Nachersberg der giftkocher (1798) 260. drill in md. und nd. mundarten mit reicher bedeutungsentfaltung, z. b. 'dicht gedreht', 'fest', 'hart' Dähnert 87 (s. v. drell); 'hurtig', 'schnell' ebda; 'munter', 'rasch sich drehend' Pfister nachträge zu Vilmar 55; 'fleiszig' Kehrein Nassau 1, 117; 'unerträglich', 'unbegreiflich', 'vorlaut' rhein. wb. 1, 1492 u. s. w.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1935), Bd. XI,I,II (1952), Sp. 515, Z. 18.

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Zitationshilfe
„driel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/driel>, abgerufen am 27.11.2021.

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