drucker m
Fundstelle: Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1448, Z. 28
tiefer, vom mahler in das bild zur vollendung aufgesetzter schatten, damit helldunkel und licht lebhafter hervortritt. wenn zuletzt die drucker aufgesetzt werden, so wird sich alles im bild besser hervor heben. uneigentlich, dazu oft von einem einzigen zug oder drucker oder reflex (beim dichter des Oberons) alles abhängt Wieland in Mercks briefsammlung 1, 193.
H. es ginge wohl noch mit, wenn du nur lieszest
dies faltenziehen, dies gesichterschneiden.
Th. ist ausdruck, gnädige mama, nichts weiter,
erklärt mit wengen druckern, was ich meine
Tieck 3, 273.
drücker m
Fundstelle: Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1448, Z. 39
1.
wie bedrücker, unterdrücker, exactor, exagitator Stieler 342.
2.
geizhals. drucker, karger filz der kauft und immer zurück kauft Schottel 1305. Stieler 342. Rädlein 203ᵃ.
3.
wie druckser. drucker dem man schwer ein gespräch abgewinnen kann Schmid Schwäb. wörterb. 144. dröcker Schmidt Westerwäld. idiot. 49.
4.
druckerle n. in Schwaben der alp, weil er auf dem menschen liegt und ihn drückt Schmid Schwäb. wb. 144.
drücker m
Fundstelle: Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1448, Z. 47
1.
werkzeug zum aufdrücken und öffnen, meist einer thüre, die klinke selbst, der handgriff an der thüre Frisch 1, 208ᵇ. Hupel Liefl. idiot. 53, drocker Schmidt Westerwäld. idiot. 49. in Berlin ein schlüssel womit man das schlosz der gangthüre aufmacht.
ging ich auf socken hinaus und schlosz den drücker mit vorsicht.
Voss Luise 2, 27.
an einer armbrust, an einem flintenschlosz, ihr berührt mit einem kleinen finger den drücker einer flinte Lichtenberg 3, 117.
2.
in den münzen ein hohler stählerner kegel mit einem scharfen rand auf seiner grundfläche, womit die münzen ausgestückelt, d. h. die runden scheiben zu den münzen aus den geplätteten schienen geschnitten werden.
3.
an dem uhrgehäus der kleine bewegliche zapfen, auf den man drückt, wenn jenes sich öffnen soll.
4.
s.ausdrücker 1, 848.
drucker m
Fundstelle: Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1448, Z. 5
niederd. drükker Schütze Holstein. idiot. 1, 262, niederl. drukker, dän. trykker. der etwas bedruckt, eine form, zeichnung abdruckt, auch in farben; so kattundrucker, kartendrucker, kupferdrucker, leinwatdrucker Stieler 344. ein drücker oder ein gürtler der im metalldrücken nicht unerfahren ist Berlin. zeitung. meist wird ein buchdrucker darunter verstanden und noch bestimmter, im gegensatz zum setzer, der welcher die druckfarbe auf die lettern trägt und sie vermittelst der presse abdruckt. ein trucker, ein buͦchtrucker Dasypod. 193ᵇ. drucker impressor Henisch 756. trucker, der buchtrucker, truckerherr scriptor, excusor, librarius, typographus Maaler 410ᵇ.
vil pracktick und wissagend kunst
gat ietzt vast usz der drucker gunst,
die drucken alles das man bringt,
was man von schanden sagt und singt.
Brant Narrenschiff 65, 63—66.
des truckers zu Frankfort frau Gelegenheit hat nur haarlock an der stirnen breit Fischart Garg. 236ᵇ. Schuppius gebraucht den umlaut, wider den autorem diser pasquille, sondern auch wider die drücker, wider die verkäufer 694. der (Merkur) aus schuld des mit arbeit überhäuften druckers diesmal sehr spät kommt Wieland in Mercks briefsammlung 1, 281.
Zitationshilfe
„drucker“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/drucker>, abgerufen am 20.06.2019.

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