Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

drudenbaum, m.

drudenbaum, m.
unter welchem die druden ihre zusammenkunft halten, wozu sie vorzüglich eichenbäume wählen.
ich sehe sie (die jungfrau von Orleans) zu ganzen stunden sinnend
dort unter dem druidenbaume sitzen,
den alle glückliche geschöpfe fliehen.
denn nicht geheuer ist es hier: ein böses wesen
hat seinen wohnsitz unter diesem baum
schon seit der alten grauen heidenzeit.
die ältesten im dorf erzählen sich
von diesem baume schauerhafte mähren:
seltsamer stimmen wundersamen klang
vernimmt man oft aus seinen düstern zweigen,
ich selbst, als mich in später dämmrung einst
der weg an diesem baum vorüberführte,
hab ein gespenstisch weib hier sitzen sehn,
das streckte mir aus weitgefaltetem
gewande langsam eine dürre hand
entgegen, gleich als winkt es; doch ich eilte
fürbasz, und gott befahl ich meine seele
Schiller 499.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1454, Z. 53.

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drinkbirne durchdrang
Zitationshilfe
„drudenbaum“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/drudenbaum>, abgerufen am 07.12.2021.

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