Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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duften, düften

duften düften,
mhd. tüften Servatius 1424, dän. dufte, fehlt wo auch das subst. duft fehlt. selten vom 14ten bis 17ten jahrhundert, Dasypod., Maaler, Schönsleder, Henisch, Stieler führen es nicht an, erst Frisch und Steinbach, bei Rädlein tüften 894ᵃ.
1.
intrans. duft, feuchtigkeit von sich geben, dampfen, dünsten, ausdunsten, bradmen, vaporare, wie düfteln Steinbach 1, 303.
a.
im allgemeinen. von einem kranken sagt man er liegt im bette und duftet dünstet gelinde aus.
ie mitten sach man tüften (weinen) sîniu liehten ougen snelle,
gelîch des meien lüften
Jüng. Titurel 2511.
Wolfhart vor sweis do dufte
Kaspar v. d. Röhn Rosengarten 75.
die wände duften verbreiten feuchtigkeit Frisch 1, 210ᵇ, und den widerlichen geruch der feuchtigkeit Stalder 1, 324.
sanft düftet der abend
Fr. Müller 1, 101.
so glimmte, so duftete, so lispelte, so zauberte niemals ein thal J. Paul Hesp. 4, 59.
siehe, wie klar fernher duftet das blaue gebürg
Platen 122.
b.
wolgeruch verbreiten. die blumen sind welk und duften nicht mehr.
wo in den thälern, in den triften
sich seine (des baches) milde flut ergeuszt,
lacht fetter klee und blumen duften
Uz 1, 203.
um deren vollen busen
die frischen rosen düften
ders.
ihm duften frühe violen,
ihm grunt der erde beschatteter schosz
ders.
für uns düften die blumen
E. v. Kleist 2, 168. 191.
dort duften blum und gras, hier grünen berg und fläche.
Hagedorn 3, 87.
ambrosia düftete aus den flatternden locken
Wieland 10, 54.
am abend duftet alles was man gepflanzt hat am lieblichsten Liesewitz Julius v. Tarent 86.
unserm schlummernden gebein,
von dem tod umdüstert,
duftet nicht der rosenhain,
der am grabe flüstert
Hölty 204.
mir düftete nicht Paphos myrtenhain
Gotter 1, 1.
es duftete der pfad
den Flora mit dem gatten
jüngst, hand in hand, betrat
1, 26.
und blumen düften
auf jeder höh
Gökingk 1, 174.
durch die ewige natur
düftet ihre (der liebe) blumenspur,
weht ihr goldner flügel
Schiller 11.
in meiner tage morgen
da lag auch ich einmal
von blumen ganz verborgen:
in einem schönen thal;
sie dufteten so milde
Uhland Ged. 74.
s. abduften. anduften. aufduften. verduften. uneigentlich. der verstand duftet mir recht daraus entgegen Lessing 1, 248.
düftet freud und frühlingssegen
mir im trüben herbst entgegen,
blumen die die holde band
J. M. Miller 371.
dich (nacht des 12. septembers 1772, die stiftungsnacht des hainbundes), die scheitel umrauscht von der eiche duftender jugend,
mit des stolzen triumphs lautem getön zu empfahn!
Voss im musenalmanach 1778 s. 76.
glühst du, Laura, schwillt die stolze brust?
lern es, mädchen, dieser trank der lust,
dieser kelch, woraus mir gottheit düftet,
Laura, ist vergiftet
Schiller 4ᵇ.
die edelsten der jungfraun blühn,
sie bluhn und duften nur für ihn
Bürger 51ᵇ.
es duftet wieder alte liebe,
es grunet wieder alte lust
Uhland Ged. 60.
2.
transitiv, ausdünsten, als duft aufsteigen lassen. vergl. beduften.
seine (Amors) lippen düften rosen,
wenn er mit euch (mädchen) spricht
Uz 1, 238.
das gebüsch blinket er (der strom) durch oder wallt
in die luft, hohes gewölk duftend
Klopstock 2, 89.
sie haben
mir die quelle geschöpft, mich gesalbt (Arabiens stauden
duftet' er)
ders. Mess. 15, 494.
der balsam welchen sie (die hyacinthenblüten) aus ihren höhlen düften,
ist selbst die fünfte kraft aus reinen himmelslüften.
Drollinger 71.
uneigentlich.
seine (des maies) kindheit hauchte freude,
freude düftet sein alter
Ramler.
ein filosof der alle wohlgerüche von Arabien und Indien um sich duftet Wieland 1, 187.
goldgelockte. frische bubenschaar:
die duften jugend! Paris duftete einzig so,
als er der königin zu nahe kam
Göthe 41, 204.
leben duftet nur die frische pflanze
die die grüne stunde streut
Schiller.
3.
unpersönlich. es duftet im zimmer nach rosenöl.
und die gewitter entfliehen, es säuselt und düftet.
Fr. Müller 1, 111.
und da duftets wie vor alters,
da wir noch von liebe litten
und die saiten meines psalters
mit dem morgenstrahl sich stritten
Göthe 5, 18.
die sonne war schon untergegangen und es dämmerte und duftete feucht vom see 17, 360.
wie frisch man der liebsten sie (die blumen) bietet,
sie nahmen sich zierlich aus.
dann erst begann es zu düften,
da hob ein frischer flor
zu leichten äthers lüften
in tönen sich hervor
47, 129.
da duftete es wie von einem walde voller blüten Gutzkow Ritter v. geiste 6, 168.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1503, Z. 20.

duften, düften, n.

duften, düften, n.
wie duft Frisch 1, 210ᵇ. das wehen und düften und rauschen des frühlings J. Paul Siebenk. 4, 1. dieser schöne abend müszte einem lichtern tage zugehören als dem heutigen, wenn mich das flüstern und duften der säulenreihe von obstbäumen nicht beklemmen sollte, die sich jetzt über meinem wagen ihre mit blumenguirlanden umwundenen arme reichen J. Paul. uneigentlich,
von meiner entschlummerten schwester voll unschuld
die mir bei rosen entschlief in der morgendämmerung duften.
Klopstock Mess. 15, 164.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1504, Z. 45.

duftend, adj. und adv.

duftend, adj. und adv.
ein von wolgerüchen duftendes haar.
hier seh ich wie der morgen lacht
der unter düftenden violen
und beim gesang der vögel aufgewacht
Uz 1, 191.
wann zephyr die verjüngten blätter
und Floren und die liebesgötter
auf düftendem gefieder bringt
2, 301.
unter düftenden bäumen Wieland 5, 12.
dieses beetes duftende melonen
Ramler 1, 88.
(soll ich) nicht blumen pflücken, die am wege
sich düftend mir entgegen blähn?
Gotter 1, 6.
sie ruft der morgen nun, der düftend
niederwallet
1, 134.
das duftende bohnenbeet
Bürger.
du duftendes herrchen!
Gökingk 3, 20.
auf duftenden wiesen
Hölty 62.
als Christel der schnitter
Hannchen, die binderin, rief zum duftenden busch
53.
singt den duftenden hain, welchen das morgenroth
überflimmert mit gold
78.
führet die braut in das duftende bad! hier stehn noch die salben.
Schiller 83ᵇ.
ihn grüszen die duftenden blumen.
Kotzebue Dramat. sp. 1, 300.
hüpfend zum duftenden stall nach ruhe sich sehnend.
Pyrker Tunisias 2, 341.
denn wie die rose duftend blüht
im grün der frühlingsbäume,
führet die braut in das duftende bad! hier stehn noch die salben.
Schiller 83ᵇ.
ihn grüszen die duftenden blumen
Kotzebue Dramat. sp. 1, 300.
uneigentlich,
o wer nennt sie alle, die farbigen, duftenden freuden!
Stolberg.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1504, Z. 56.

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Zitationshilfe
„duftend“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/duftend>, abgerufen am 29.11.2021.

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