Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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duld, dulde, f.

duld dulde, f.
patientia, wie geduld. ahd. dult dultî Graff 5, 137. mhd. dult dulde Ben. 1, 379ᵃ. duld dult Frisch 1, 210ᵇ. Steinbach 1, 303. 305. Conrad Vergen zu bitten das er die ding siner arbeit kostens und lons halb dulde haben wil Abschied der schwäb. städte von 1470, s. Schmid Schwäb. wörterb. 147.
in trübsal tragent willige dult
trag. Johannes B iiij.
so han ichs frilich langst verschuldt,
o herre gott, so gib mir dult
dasz ich es mög ertragen
Uhland Volksl. 900.
wesz Job in groszer duldt erlidt,
des seit erindert auch himit
Schwarzenberg 156, 2ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1506, Z. 63.

duld, dulde, f.

duld dulde, f.
patientia, wie geduld. ahd. dult dultî Graff 5, 137. mhd. dult dulde Ben. 1, 379ᵃ. duld dult Frisch 1, 210ᵇ. Steinbach 1, 303. 305. Conrad Vergen zu bitten das er die ding siner arbeit kostens und lons halb dulde haben wil Abschied der schwäb. städte von 1470, s. Schmid Schwäb. wörterb. 147.
in trübsal tragent willige dult
trag. Johannes B iiij.
so han ichs frilich langst verschuldt,
o herre gott, so gib mir dult
dasz ich es mög ertragen
Uhland Volksl. 900.
wesz Job in groszer duldt erlidt,
des seit erindert auch himit
Schwarzenberg 156, 2ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1506, Z. 63.

dulden

dulden,
leiden, ertragen, pati, ferre perferre, sustinere, ahd. dultjan dultan Graff 5, 138, mhd. dulten Ben. 1, 379. niederl. dulden. dulden gedulden Dasypod. 317ᵇ. Schönsleder L 4. ohne zorn leiden Henisch 763. s. ausdulden. erdulden. daneben das gleichbedeutende goth. þulan, ahd. doljan dolôn dolên Graff 5, 133, mhd. doln Ben. 1, 377. altsächs. tholôn, altfries. tholia, ags. þolian, altnord. þola, dän. taale, noch heute in der Schweiz tola Tobler 144, dolen Stalder 1, 288. ταλάω τλάω, tolero ist dasselbe wort.
1.
mit gelassenheit, gleichmut, ergebung widerwärtiges ertragen. a. transitiv. man duldet was man nicht ändern kann. ich musz dies ungemach dulden. ich dulde keinen widerspruch.
ich mag nit dulden armuͦt not.
umb gut wag ich ehe seel und leib,
das ich im prasz mein zeit vertreib
Schwarzenberg 144, 1.
und bei vierzig jahren lang duldet er ire weise in der wüsten Apostelg. 13, 18. wie lange sol ich euch dulden? Matth. 17, 17. Luc. 9, 41. man verfolgt uns, so dulden wirs 1 Cor. 4, 12. sie (die liebe) hoffet alles, sie duldet alles 13, 7. darumb dulde ich alles um der auserweleten willen 2 Timoth. 2, 10. dieses blümlein duldet (verträgt) bei uns den winter nicht wol Tabernämont. 851.
künnt nicht dulden noch sehen zu
das man diesem so unrecht thu
Eyring 1, 608.
aber was götter verleihn, wie sehr wir trauren, mit zwang doch
dulden wir menschen es aus; uns lieget das joch auf dem nacken.
Voss Hymne an Demeter 217.
ertragen mit nachsicht, zulassen, geschehen lassen, gestatten, vergönnen. er duldete die unarten des knaben. man duldet fremde eine zeitlang in der stadt. man duldete die übertretung des gesetzes. sie duldete dasz man ihr artigkeiten sagte. leiden was man nicht sollte? dulden was man nicht dürfte? Lessing 2, 186. sie (frau von Laroche) schien an allem theil zu nehmen, aber im grunde wirkte nichts auf sie. sie war mild gegen alles und konnte alles dulden ohne zu leiden Göthe 26, 185. ich will es nicht dulden 41, 117. aushalten, ich konnte es in der gesellschaft nicht länger dulden und gieng fort. b. intransitiv. ich leid, dulde patior Dasypod. 174. dulden wir, so werden wir mit herrschen 2 Timoth. 2, 12. das weib musz geduldig, der mann duldend sein Kant 10, 345.
was bringt in schulden?
harren und dulden
Göthe 5, 67.
fortan kein andres
gefühl als nur der rache will ich kennen,
und wie ich duldend, einer wolke gleich,
ihm lange überm haupt geschwebt, so fahr
ich einem blitze gleich jetzt über ihn
H. v. Kleist 1, 90.
2.
sich dulden nachsicht üben, geduldig abwarten ist nicht mehr in gebrauch, man sagt sich gedulden.
du bist zwar ein vertrogner knecht,
doch dult ich mich mit dir
J. Ayrer Fastnachtsp. 112ᵃ.
schweig still, duld dich, vernünftig weich
und geh dem esel ausz dem streich
Philander 2, 757
billich auch geduldig ich mich duld
Weckherlin.
wer sich nicht in den tiefen duldet, verstärkt sich nicht in den höhen Pestalozzi Werke 8, 288.
3.
sprichwörter. aus Henisch 764,
seum nicht, lasz wundern, stolz veracht,
duld bös, leb gott, dein end betracht.
duld vil und dank dazu,
wiltu zu hof haben ruh.
dulde, so duldet man dich wieder.
dulden leiden und lachen
hilft vil bösen sachen.
einer mordet der den andern duld,
so seind die beiden an der schuld.
es ist bös, kein bad können dulden. es ist besser zu dulden das sich einer selbst lobt dann das er sich selbs schändet. ein anderes ist dulden, ein anderes gut heiszen multa tolerantur quae non probantur Stieler 347. besser böses dulden als böses thun das. dulden und hoffen ist der christen losung Simrock 1723.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1507, Z. 1.

dulden, n.

dulden, n.
gehorsam ist des weibes pflicht auf erden,
das stille dulden ist ihr schweres los
Schiller.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1507, Z. 75.

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Zitationshilfe
„dulden“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dulden>, abgerufen am 03.08.2021.

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