Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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dunkele, dunkel, dunkle, dünkle, f.

dunkele dunkel dunkle dünkle, f.
wie dunkelheit im eigentlichen und uneigentlichen sinn. ahd. tunkalî, tunkal Graff 5, 435, mhd. tunkel Ben. 3, 131ᵃ, finstere, tünkle Lex. trilingue. tunkele caligo Frischlin Nomencl. 13. bair. dunkel dunklé dünklé Schmeller 1, 385. in Tirol dünkle Frommann Mundarten 3, 111. wann ein mensche aus der tunkle seines gemütes kumpt Keisersberg Sieben scheiden cc 4ᵃ. damit wir nicht in derselben dunkel und finsternis irre gehen Luther 4, 90ᵃ. dünkle tenebrae, caligo, schwarze dünkle caligo picea, unbehutsame dünkle, da sich der mensch nit wol hüten kan, incautae tenebrae Maaler 93ᵇ. tünkle tunkelheit 411ᶜ. dunkle obscuritas Schönsleder L 4. dunkele der augen schwarzer staar amaurosis Henisch 767. die zeit in ansehung der helle und dunkle Campe 5, 964.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1540, Z. 3.

dunkele, das neutrum des adj., als substantivum gebraucht

dunkele, das neutrum des adj. als substantivum gebraucht,
wie dunkelheit.
1.
du wirst tappen im mittag, wie ein blinder tappet im tunkeln 5 Mos. 28, 29. er ist gerne im dunkelen Steinbach 1, 305.
trommelt auf dem tisch!
und lacht der schälk im dunkeln
Voss 4, 134.
aber der weg ist weit und holprich dasz man im dunkeln
wohl der leuchte bedarf
ders. Luise 3, 553.
man kann diese erzeugung der dünste gar deutlich sehen, wenn man in einem schälchen caffee stehen hat, der so heisz ist dasz er rauchet, absonderlich, wenn man ihn in die sonne setzet und nach der seite aus dem dunkelen ansiehet Christian Wolff Gedanken von den würkungen der natur 341. ein spitzbube der im dunkeln einsteigen will Kotzebue Dramat. spiele 3, 378.
2.
uneigentlich. er lebte und starb im dunkelen in der verborgenheit, unberühmt.
wenn unsre thaten uns nicht aus dem dunkeln heben,
was für ein unterschied ist leben und nicht leben?
Joh. El. Schlegel.
todesnacht,
nun musz ich noch sie schlummern, musz die erde
nun noch einmal im frühlingsglanze sehen,
und fühlen dasz ich armer werde
bald ins dunkle gehen.
Göckingk Lieder zweier liebenden 137.
warum musz man so lang im dunkeln tappen und in der dämmrung schleichen? Göthe an frau v. Stein 2, 45.
3.
sprichwort,
im dunkeln
ist gut munkeln,
aber nicht gut flöhe fangen.
Stieler 2364. Schütze Holstein. idiot. 1, 271. Simrock 1730.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1540, Z. 17.

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Zitationshilfe
„dunkele“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dunkele>, abgerufen am 03.08.2021.

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