Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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durchblick, m.

durchblick, m.
1.
durchsicht, aussicht zwischen bergen, bäumen, in einer engen strasze, échappée de vue. man hat hier einen durchblick nach den bergen.
2.
uneigentlich, scharfblick, durchschauung. er steht wirklich als ein unerreichbares beispiel von geradsinn, menschenverstand, scharfblick, durchblick in seinem kreise da Göthe 33, 172. der durchblick der in der gröszern welt, in allen feinen bösen und gefährlichen umständen des lebens alles sagt und alles entscheidet, ist nicht philosophie Zimmermann.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1588, Z. 68.

durchblicken

durchblicken,
durchschauen perspicere.
1.
untrennbar. er hatte die weite landschaft schnell durchblickt mit seinen blicken durchdrungen. uneigentlich.
seltene disteln durchblicken die fenster hier nicht
Ew. v. Kleist.
aus purpurblumiger syringenlaube,
die flüchtig kaum ein mittagsstral durchblickt,
erspäht den freund nun seine lieblingstaube,
aus dessen hand manch körnchen sie gepickt.
Boie im morgenblatt v. 1809 nr. 165 s. 658ᵇ.
geistig durchschauen. sie durchblickte bald sein herz. es war leicht die bosheit, den betrug zu durchblicken.
ganz mînen sin durchblicke
altissimus der starke
Frauenlob s. 228. 409, 11.
unsern zustand hatte sie längst durchblickt Göthe 48, 61.
2.
trennbar, durch eine öffnung blicken. ich nahm ein fernrohr und blickte durch. es war eine spalte in der wand, wo man durchblicken konnte. uneigentlich, durchscheinen, durchglänzen, durchblinken. es waren wolken am himmel, aber die sterne blickten zuweilen durch. durchblicken lucere per intertignium Henisch 771. die gräulichen unaufhaltsamen folgen solcher gewaltig aufgelösten zustände mit augen schauend und zugleich ein ähnliches geheimtreiben im vaterlande durch und durchblickend Göthe 31, 48. des herrn behandlung der wirthschaftsleute muszte man rauh und hart nennen, aber ein guter humor der durchblickte, machte sie erträglich 31, 233. bei allem was er sprach, blickte ärger und verdrusz durch. er liesz seinen stolz durchblicken.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1588, Z. 77.

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drinkbirne durchdrang
Zitationshilfe
„durchblicken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/durchblicken>, abgerufen am 07.12.2021.

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