Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

durchfressen

durchfressen,
niederd. dorfreten Schambach 45ᵇ.
1.
untrennbar. uneigentlich, ätzend, zerstörend in etwas eindringen, etwas zerfressen; s. durchätzen, womit es Henisch erklärt, peredere, exedere 772. rost durchfriszt das eisen, scheidewasser das kupfer. das gift hat ihm die eingeweide durchfressen.
ouch was im sîn antlitze
von der trêne hitze
so dicke übergangen
daz er an den wangen
her unde dar an maneger stat
was durchfrezzen unde frat (wund)
Passional 156, 50 Hahn.
2.
trennbar, fressend durchlöchern. die würmer haben das brett durchgefressen. die ratten fressen das leder durch. reflexiv, in armut sich forthelfen, indem man hier und da speisung erhält, schmarozt. er friszt sich noch immer so durch Stieler 900. gemeiner oder armer leute kinder welche sich in den communitäten oder durch praeceptoriren durchfressen müssen Schuppius 15.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1611, Z. 64.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
durchdonnern durchwirken
Zitationshilfe
„durchfressen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/durchfressen>, abgerufen am 18.01.2022.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)