Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

durchgehends, adv.

durchgehends, adv.
von anfang bis zu ende, ohne ausnahme, unterschied, überall, allgemein, niederl. doorgaans; s. durchgängig 3. ein genitivisches participialadverbium, wie eilends (Gramm. 3, 92), das erst im anfang des 18ten jahrhunderts scheint aufgekommen zu sein: Henisch und Stieler führen es noch nicht an, aber Rädlein (206ᵇ), Kramer (Hochniderteutsch wörterb. (58ᵇ), Frisch (1, 332ᵇ) und Steinbach (1, 547). man ist durchgehends der meinung er werde zurück kommen. Steinbach hat folgende beispiele, die sache ist durchgehends beschwerlich. er verachtet durchgehends alle. das haus ist durchgehends verbrannt. durchgehends etwas meiden. dasz mir die ganze welt durchgehends einerlei vorkommt J. E. Schlegel 5, 16. wie es die alten geschichtschreiber durchgehends von ihren vorfahren behaupten Herder 1, 137. Wieland schreibt mit unrecht durchgehens, ebenso zusehens. aber er erstaunte, wie er sah dasz der elende zustand der völker durchgehens desto gröszer war, je mehr natur und kunst sich zu vereinigen schienen sie glücklich zu machen 7, 134.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1620, Z. 6.

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Zitationshilfe
„durchgehends“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/durchgehends>, abgerufen am 21.01.2022.

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