Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

durchirren

durchirren,
ungewis, unsicher durchziehen, durchwandern. der fremdling durchirrte die straszen der stadt. er hatte den wald durchirrt. die unglückliche durchirrte die fluren.
warum durchirrt nach gut und geld
der mensch die fernsten meere?
Chr. Fel. Weisze.
als er die morgenländer
nach seines herren tod durchirrte
Wieland Oberon 6, 35.
also jetzt mit jammer umringt durchirre die meerflut,
bis du dem volke genaht der gottbeseligten männer
Voss Odyssee 5, 377.
denn wer die welt durchirrend in Ithakas fluren gelanget,
meiner gebieterin nahet er gleich und schwatzet erdichtung
14, 126.
jetzt von diesen (den Achaiern) zu meiden den tod und das schwarze verhängnis,
flieh ich, dieweil mir hinfort die welt zu durchirren bestimmt ist
15, 275.
denn gerne gedenkt ja ein mann auch der trübsal,
welcher schon so vieles erlebt und vieles durchirrt hat
15, 400.
denn gram fühlt billig ein mann wohl,
wenn von der heimat ferne so lange zeit, wie ich selbst nun,
er viel städte durchirrt der sterblichen, müde der drangsal
19, 170.
horch wie des bergstroms wildes tosen
zum lispel wird!
wie sanft er dort mit leisem kosen
die trift durchirrt!
Friederike Brun in Schillers musenalm. 1798. s. 184.
uneigentlich.
hier ist der grazien ruhplatz:
kunstlose gärten durchirrt hier die ruh
Ew. v. Kleist 28.
nur mein auge solls mit schmachtendem feuer durchirren
1, 21.
hier durchirrt er mit grimmigem blick den göttlichen weltbau
ders.
zum reden öffnet schnell den mund die neue schöne;
zuerst durchirren ihn unordentliche töne
J. Ad. Schlegel Vermischte ged. 2, 246.
schlanke kräuter durchirren das gras mit zarten ästen und manigfaltigem laube Geszner.
(die sterbende) durchirrt, das süsze licht der sonne zu erspähen.
des äthers weiten plan und seufzt, da sies gesehen
Schiller 46ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1630, Z. 25.

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Zitationshilfe
„durchirren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/durchirren>, abgerufen am 07.12.2021.

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