durchkommen
Fundstelle: Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1634, Z. 32
ahd. duruhqueman pervenire, untrennbar Graff 4, 672, durchkumen untrennbar Laber 240, niederd. dôrkômen Schambach 45ᵇ, niederl. doorkomen.
1.
eigentlich, durch einen ort kommen, dringen, aditum habere Henisch 773. er ist gestern hier durchgekommen. das holz an dem bret ist zu hart, man kommt mit dem bohrer nicht durch. das gedränge war zu grosz, es war nicht durchzukommen. da die feinde mochten durchkomen Judith 4, 5. denn alda solt er durchkomen Lucas 19, 4. ein schifflein das im kleinen wasser kan durchkommen, musz sich drumb nicht gleich ins wilde meer wagen Henisch 773. kehrt um, ihr könnt da nicht durchkommen Rädlein 207ᵃ.
2.
uneigentlich.
a.
aus einer bedrängnis, verlegenheit kommen, davon befreit werden, eine schwierigkeit überwinden. er ist in der prüfung glücklich durchgekommen. er ist mit einer gelinden strafe durchgekommen. eine schwere krankheit hatte ihn überfallen, er ist aber durchgekommen. mit seiner entschuldigung, mit seiner lüge kam er nicht durch. ich hab noch zwanzig gulden, getraw also durchzukommen mir durchzuhelfen Henisch 773. er ist noch ungezupft durchgekommen Rädlein 207ᵃ. mit einer solchen behauptung kommen wir nicht durch Kant 7, 276.
vielleicht bildt sie sich ein mit läugnen durchzukommen
Göthe 7, 84.
ein braver reiter und ein rechter regen kommen überall durch 8, 108.
wohl kamst du durch; so ging es allenfalls.
machs einer nach und breche nicht den hals
47, 252.
o Tantal, stell dein murren ein!
du bist noch gut durchkommen (für durchgekommen)
Schiller Kastraten und männer in der Anthologie 1782.
b.
zu ende kommen. es war eine lästige arbeit, ich bin endlich durchgekommen. ich muste das dicke buch lesen und bin glücklich durchgekommen.
Zitationshilfe
„durchkommen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/durchkommen>, abgerufen am 26.02.2018.

Weitere Informationen …