Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

durchquälen

durchquälen,
1.
untrennbar, mit qual und not erfüllen, durchdringen; s. durchmartern. durchpeinigen. leiden sie doch nicht die freien ehelichen kinder der mutter der kirchen, bis das sie dieselben mit iren giftigen leren, vergiftigen und verlipten (verlüpten, vergifteten) pfeilen durchquelen Luther 1, 539ᵇ.
und was mit hunger so durchquelt,
du hettest im all sein rippen zelt
Waldis Esopus 351ᵃ.
was noch einig hat gefehlet
in die anzahl meiner noth,
die mich dürftigen durchquälet,
ist, herr Rhenisch, ewer todt
Tscherning 36.
2.
trennbar, in qual zubringen. ach! der traurigen nächte die ich durchquälen muszte, waren auch zu viele Bürger 253ᵇ.
wo nach hundert durchgequälten stunden
deine kraft dem stärkern unterlag
Kosegarten.
sich durchquälen in not und bedrängnis sich durchhelfen, niederd. sik dôrquêlen Schambach 46ᵃ.
niemand sol ins kloster gehn,
als er sei denn wohl versehn
mit gehörigem sündenvorrath,
damit es ihm so früh als spat
nicht mög am vergnügen fehlen
sich mit reue durchzuquälen
Göthe 56, 109.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1655, Z. 4.

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durchdonnern durchwirken
Zitationshilfe
„durchquälen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/durchqu%C3%A4len>, abgerufen am 07.12.2021.

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