Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

durchsicht, f.

durchsicht, f.
kommt erst im 18ten jahrhundert vor und fehlt noch bei Stieler, Rädlein und Frisch, aber nicht bei Steinbach. s. durchsichtigung.
1.
der freie weite überblick, prospectus, wie aussicht. etwas ferner in demselben gedichte (den Alpen) beschreibet eben dieser geschickte poet (Haller) die weitläuftige durchsicht, die sich dem auge von der höhe eines berges nach zertheiltem nebel eröffnet, in dreien strophen (34—36) Breitinger Critische dichtkunst 1, 25. an diesem orte, wo Aneas eine so angenehme durchsicht vor augen hat, bringt der poet ein ebenso anmuthiges gleichnisz von der unterschiedlichen und geschickt ausgetheilten arbeit der emsigen bienen ders. Natur der gleichnisse 195.
2.
das hindurchblicken, das schauen durch eine öffnung; vergl. durchblick. die mauer war an einer stelle eingestürzt und gewährte eine durchsicht. dichtes gesträuch vor der öffnung benahm die durchsicht.
3.
der ort wo man durchschauen kann. in der felsenwand befand sich eine durchsicht. aus- und durchsicht nach allen seiten Laube Liebesbriefe xxv.
4.
das durchlesen zur prüfung, beurtheilung, betrachtung, kenntnisnahme. durchsicht perspectus Steinbach 2, 568. er gab die rechnung zur durchsicht. er schickte sein werk einem freund zur durchsicht. durchsicht der acten war gestattet.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1684, Z. 7.

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Zitationshilfe
„durchsicht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/durchsicht>, abgerufen am 20.01.2022.

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