Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

durstig, adj. und adv.

durstig adj. und adv.
kühn keck, verwegen frech; s. das subst. durst f., mit dem es verschwindet. mhd. turstec geturstec Ben. 3, 16ᵃ, ags. dyrstig. turstiger kuner kecker audax Voc. theut. 1482 hh 3ᵃ, durstiger das. f 5ᵃ, turstiger gemutiger grimmiger das. hh 2ᵃ. dorstig Diefenbach Gloss. lat. germ. 60ᵃ. durstig mannlich audax Henisch 778, praeceps Stieler 280, schles. turstig Weinhold 101ᵇ, deutschungar. türstig Schröer 44ᵇ, siebenb. getürstig getierschtig das., schweiz. därstig, auch därst Stalder 1, 266, vergl. engl. daringly. sie (die frauen) haben einen starken mut und sein dörstig zu sollichen schnöden (unkeuschen) dingen Albr. v. Eybe 4ᵇ. ob der ainer in ainicherlai wege wider unser verordnung zu beswärn durstig wurde Monum. boica 13, 357. 358. die juden heten nit so dürstig dörfen handlen wider Christum Keisersb. Schiff der penitenz 97ᵇ. denn es sind gar kecke dürstige helden Luther 5, 291ᵇ. also dasz ich gleich durstig an eure kurf. gn. worden bin zu schreiben ders. Briefe 2, 173. solchs mein dürstig oder thöricht schreiben 2, 174. nu werden sie müthiger und dürstiger werden 2, 322. der teufel musz ein boshaftiger giftiger dürstiger geist sein ders. Tischreden 200ᵇ. der ich gegenwärtig unter euch geringe bin, im abwesen aber bin ich thürstig gegen euch. ich bitte aber das mir nicht not sei gegenwertig thürstig zu handeln und der künheit zu brauchen 2 Corinth. 10, 1. 2. und (dasz) viel brüder aus meinen banden zuversicht gewonnen, deste dürstiger worden sind das wort zu reden Philipper 1, 14. allermeist aber die so wandeln nach dem fleisch, in der unreinen luft und die herrschaften verachten, thürstig, eigensinnig, nicht erzittern die majesteten zu lestern 2 Petri 2, 10. die gott den schepfer aller ding also verachten das sie also dürstig und küne sein zu reden in seine werk Melanchthon Vom abendmal des herrn übersetzt von Mich. Meurer (Wittenb. 1532) bl. 7.
in dem (tractat) er meldt den groszen spot
so die zu Meiszen triben han,
dasz sie so dürstig understan
zu machen heilgen hie auf erd,
die doch nit sind ein meiten (gar nichts) wert
Schade Satiren aus der reformationszeit 3. 119, 17.
wie seit dann ir so durstig und unsinnig dasz ir dürft ein gepot ausz ainem ding machen, das got frei gelassen hat? das. 3. 153, 23. ist einig mensch als dürstig, der mir uberdrang thun wil Aimon fij. der ritter war eines freudigen und durstigen gemüts, sein herz im allein stund auf zank und hader anzurichten Buch der liebe 238, 1. ein frecher und fast dürstiger junger, Seboldt genannt Galmy 228. der marschalk nicht wenig schrecken von dieser rede empfieng, da er den mönch so durstig mit im reden hörte 321. es ist ihme aber dermaszen mit gehörigem ernst under die nasen gepfiffen worden dasz er mit seinen dürstigen Ölbergern zeitlich widerumb umbwenden und das versengeld mit schimpf und spott naher Homburg geben müssen Reinhard Gegenbericht 1, 253. kein thier ist freventlich oder durstig als ein unverschämbter mensch Lehmann 2, 307.
herr, lasz die durch uns vergehen,
die dir dürstig widerstehen.
reute sie und stamm und haus
mit ast, stock und wurzel aus
A. Gryphius 2, 262.
soll eine jedere rotte (bei aufläufen) ... zu des bedrängten hause ... so diszfalls dürstiger und gewaltthätiger weise angefallen würde, eilen. der stadt Leipzig ordnungen 1701 s. 541.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1752, Z. 51.

durstig, adj. und adv.

durstig adj. und adv.
kühn keck, verwegen frech; s. das subst. durst f., mit dem es verschwindet. mhd. turstec geturstec Ben. 3, 16ᵃ, ags. dyrstig. turstiger kuner kecker audax Voc. theut. 1482 hh 3ᵃ, durstiger das. f 5ᵃ, turstiger gemutiger grimmiger das. hh 2ᵃ. dorstig Diefenbach Gloss. lat. germ. 60ᵃ. durstig mannlich audax Henisch 778, praeceps Stieler 280, schles. turstig Weinhold 101ᵇ, deutschungar. türstig Schröer 44ᵇ, siebenb. getürstig getierschtig das., schweiz. därstig, auch därst Stalder 1, 266, vergl. engl. daringly. sie (die frauen) haben einen starken mut und sein dörstig zu sollichen schnöden (unkeuschen) dingen Albr. v. Eybe 4ᵇ. ob der ainer in ainicherlai wege wider unser verordnung zu beswärn durstig wurde Monum. boica 13, 357. 358. die juden heten nit so dürstig dörfen handlen wider Christum Keisersb. Schiff der penitenz 97ᵇ. denn es sind gar kecke dürstige helden Luther 5, 291ᵇ. also dasz ich gleich durstig an eure kurf. gn. worden bin zu schreiben ders. Briefe 2, 173. solchs mein dürstig oder thöricht schreiben 2, 174. nu werden sie müthiger und dürstiger werden 2, 322. der teufel musz ein boshaftiger giftiger dürstiger geist sein ders. Tischreden 200ᵇ. der ich gegenwärtig unter euch geringe bin, im abwesen aber bin ich thürstig gegen euch. ich bitte aber das mir nicht not sei gegenwertig thürstig zu handeln und der künheit zu brauchen 2 Corinth. 10, 1. 2. und (dasz) viel brüder aus meinen banden zuversicht gewonnen, deste dürstiger worden sind das wort zu reden Philipper 1, 14. allermeist aber die so wandeln nach dem fleisch, in der unreinen luft und die herrschaften verachten, thürstig, eigensinnig, nicht erzittern die majesteten zu lestern 2 Petri 2, 10. die gott den schepfer aller ding also verachten das sie also dürstig und küne sein zu reden in seine werk Melanchthon Vom abendmal des herrn übersetzt von Mich. Meurer (Wittenb. 1532) bl. 7.
in dem (tractat) er meldt den groszen spot
so die zu Meiszen triben han,
dasz sie so dürstig understan
zu machen heilgen hie auf erd,
die doch nit sind ein meiten (gar nichts) wert
Schade Satiren aus der reformationszeit 3. 119, 17.
wie seit dann ir so durstig und unsinnig dasz ir dürft ein gepot ausz ainem ding machen, das got frei gelassen hat? das. 3. 153, 23. ist einig mensch als dürstig, der mir uberdrang thun wil Aimon fij. der ritter war eines freudigen und durstigen gemüts, sein herz im allein stund auf zank und hader anzurichten Buch der liebe 238, 1. ein frecher und fast dürstiger junger, Seboldt genannt Galmy 228. der marschalk nicht wenig schrecken von dieser rede empfieng, da er den mönch so durstig mit im reden hörte 321. es ist ihme aber dermaszen mit gehörigem ernst under die nasen gepfiffen worden dasz er mit seinen dürstigen Ölbergern zeitlich widerumb umbwenden und das versengeld mit schimpf und spott naher Homburg geben müssen Reinhard Gegenbericht 1, 253. kein thier ist freventlich oder durstig als ein unverschämbter mensch Lehmann 2, 307.
herr, lasz die durch uns vergehen,
die dir dürstig widerstehen.
reute sie und stamm und haus
mit ast, stock und wurzel aus
A. Gryphius 2, 262.
soll eine jedere rotte (bei aufläufen) ... zu des bedrängten hause ... so diszfalls dürstiger und gewaltthätiger weise angefallen würde, eilen. der stadt Leipzig ordnungen 1701 s. 541.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1752, Z. 51.

durstig, adj. und adv.

durstig adj. und adv.
begierig zu trinken, nach einem trank lechzend, ahd. durstac dursteg Graff 5, 202, mhd. durstec, durstendic Ben. 1, 328ᵃ, niederd. döstig Strodtmann Idiot. osnabrug. 40. Schambach 46ᵇ. Schütze 1, 241. durstig sitibundus Voc. incip. teut. d 4. altfries. dorstig torstig Richthofen 691. 1076, neufries. torstig tortig Outzen 362. niederl. dorstig, ags. þursteg þurstig, engl. thirsty, isl. þyrstugr, dän. törstig. mit dem umlaut durstig setzt schon Dasypod. 317ᶜ an, dann findet es sich bei Ayrer und Schuppius: durstig und dürstig bei Luther, Rädlein, Steinbach 1, 312, jetzt gilt durstig allein, auszer in blutdürstig.
1.
das volk wird hungerig, müde und dürstig sein 2 Sam. 17, 29. sie giengen in der wüsten hungerig und durstig, und ire seele verschwachet Psalm 107, 4. bringet den durstigen wasser entgegen Jesaia 21, 14. und wie einem durstigen trewmet das er trinket, wenn er aber aufwachet ist er mat und durstig 29, 8. denn ich wil wasser gieszen auf die durstige und ströme auf die dürre 49, 3. wolan, alle die ir dürstig seid, komet her zum wasser 55, 1. wie ein fuszgenger der durstig ist lechzet sie (deine tochter) und trinkt das nähest wasser das sie kriegt Sirach 26, 15. denn ich bin hungerig gewesen und ir habt mich gespeiset, ich bin durstig gewesen und ir habt mich getrenket Matth. 25, 35. ein durstiger genger der von groszer hitz und heftigem gon auszgemerglet ist und groszen durst uberkompt Maaler 95ᶜ. es schmeckt mir wol, ich war durstig Henisch 778. disz bier macht durstiger das. wer durstig ist der schmeckt nicht wie es an ihm selbst ist, denn der durst nimpt ihm allen geschmack das.
den trunk ich rauf tragen thet
dasz ir etwas im vorrat het,
wenn ir rein kommt und dürstic werdt
J. Ayrer Trag. 56ᶜ.
dasz einsmals etliche dürstig gewesen und seien in mitternacht zu einem pennal in seine stuben kommen und haben vermeinet sie wollen etwas zu trinken darin finden Schuppius 372. die hungerigen gespeiset, die dürstige getränket 430. könnt ihr ihnen denn den jungen durstigen mund und gaumen wieder bringen? J. Paul Literar. nachlasz 4, 183.
ward an dieser heilgen schwelle
mancher hungrige gespeiset,
manche durstige getränket
Göthe 11, 242.
der gerne wein, brantwein, bier trinkt, ein durstiger bruder bibulus Frisch 1, 212, ein saufbruder Rädlein 209ᵇ.
solches erlebten wir nicht, fürwahr, soweit wir (dorfmusikanten) herum schon
kamen, wir durstigen spieler, im land und auszer den grenzen
Mörike Idylle 116.
durst machend, erregend. hierauf that ich einen pommerischen zug aus dem kruge, denn es war ein durstiges wetter Leipziger Avanturier 94.
die hulden sie kommen von durstiger jagd,
und laszt ihr sie trinken wies jeder behagt,
dann sind sie euch hold die unholden
Göthe 1, 226.
o hätte damals ein wohlthätiger geist vor meiner thüre dich vorbei gewiesen, an der du müde, durstig von der jagd, zu klopfen kamst 9, 306.
was ist das für ein durstig jahr?
die kehle lechzt mir immerdar
Uhland Ged. 91.
2.
uneigentlich und bildlich. macht euch her zu mir ir unerfarnen und kompt zu mir in die schule, und was euch feilet (fehlet) das künd ir hie lernen, denn ir seid gewislich seer dürstig (nach lehre begierig) Sirach 51, 31. 32. das er settiget die dürstige seele und füllet die hungerige seele mit gutem Psalm 107, 9. ein gut gerücht aus fernen landen ist wie ein kalt wasser einer dürstigen seele Sprüche Salom. 25, 25. nu aber ist sie gepflanzt in der wüsten, in einem dürren durstigen land Hesekiel 19, 13. Henisch 778. ich wil dem durstigen geben von dem brun des lebendigen wassers umb sonst Offenb. Joh. 21, 6. mit einem hitzigen ernst und durstigen eifer S. Frank Laster der trunkenheit A ij. also habt ir den fall, dardurch dem Gurgullantula sein nam entstanden, vernommen, auch sein durstig anligen verstanden, welches er der göttin Pontina klaget Fischart Garg. 110ᵃ. die wismäder (die wiesen Schmeller 2, 550) sind durstig, das ist ausgetrocknet, brennen aus, prati sitiunt Henisch 778.
seid tapfer, mancher ist gestiegen,
weil er entschlossen in gefahr,
ein feind von ruh und von vergnügen
und durstig nach der ehre war
Gellert 1, 279.
ein balsamisches theer tränkt itzt die durstigen räder
Zachariä Phaeton 4, 26.
und doch
trankt ihr mit durstigem ohr
Klopstock 2, 54.
floh der betäubende doch endlich zum sessel wo geist gelehrt wird, auf ihn
lehrlinge harren, dann stumm seiner beredsamkeit
horchen und durstiges ohrs!
2, 86.
wenn grübler endlich die durstige feder tränken
ders.
ebenso trieb sie (die saftvolle seele des knaben Albano) sogar in den juristischen felsen des pflegevaters z. b. in Fabris staatskanzlei, wie oft kräuter in herbarien ihre durstigen wurzeln herum und über die dürren blätter hinaus J. Paul Titan 1, 80. mit durstigen offenen sinnen in dem herrlichen geistigen universum sich umdrehen 1, 81. die runde tafel der erde lag hell und sonderbar erweichend um sein durstiges auge 1, 87. wie menschen zugleich harthörig unter dem gemeinen lebensgetöse sein können und doch den feinsten musikalischen lauten offen, so waren Schoppes innere ohren verhärtet gegen das volksgepolter des allgemeinen treibens, aber durstig zogen alle weiche leise melodien der heiligern seelen ein 4, 43. sein durstiger wunsch war so gesund zu werden als er zum kriege mit dem Spanier brauche 5, 135. jetzt liesz Walt vor dem bruder eine durstige seele in alle ihre gedichte und hoffnungen der liebe ausbrechen ders. Flegeljahre 2, 3.
durstig trinkt den goldnen strahlenregen
jedes rollende gestirn
Schiller 2ᵃ.
deiner lüfte balsamischer strom durchrinnt mich erquickend
und den durstigen blick labt das energische licht
75ᵃ.
lasz mich in vollen, in durstigen zügen
trinken die freie, die himmlische luft
425ᵃ.
mein durstiges erz (säbel)
betrinke dich, koste
von herz zu herz
Lenau Neu. ged. 269 (251).
von steinen die ganz trocken, von ziegeln die völlig ausgebrannt sind und daher feuchtigkeit und wasser leicht einsaugen, sagen die maurer sie sind durstig und wollen sie gewöhnlich damit loben Helfft Wörterb. der landbaukunst 87ᵇ. so auch vom trocknen erdboden, sehen sie nur, dieser thonboden saugt eine überschwemmung ein, so durstig ist er Gutzkow Zauberer v. Rom 2, 137. s. blutdürstig. liebedurstig. rachedurstig. ruhmdurstig. schmähedurstig. weisheitdürstig.
3.
sprichwörter.
und ein weinschenk und ein füller
und durstig leut und guter wein
die dink süln allweg pei ainander sein
Fastnachtsp. 714, 4. Henisch 778.
ein guter trunk und ein durstige zung gehören zusammen Henisch 778. hüt dich für den durstigen das. wer seinen hungerigen und durstigen feind speiset und trenket, der samlet fewrige kolen auf sein haupt das.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1753, Z. 33.

durstig, adj. und adv.

durstig adj. und adv.
begierig zu trinken, nach einem trank lechzend, ahd. durstac dursteg Graff 5, 202, mhd. durstec, durstendic Ben. 1, 328ᵃ, niederd. döstig Strodtmann Idiot. osnabrug. 40. Schambach 46ᵇ. Schütze 1, 241. durstig sitibundus Voc. incip. teut. d 4. altfries. dorstig torstig Richthofen 691. 1076, neufries. torstig tortig Outzen 362. niederl. dorstig, ags. þursteg þurstig, engl. thirsty, isl. þyrstugr, dän. törstig. mit dem umlaut durstig setzt schon Dasypod. 317ᶜ an, dann findet es sich bei Ayrer und Schuppius: durstig und dürstig bei Luther, Rädlein, Steinbach 1, 312, jetzt gilt durstig allein, auszer in blutdürstig.
1.
das volk wird hungerig, müde und dürstig sein 2 Sam. 17, 29. sie giengen in der wüsten hungerig und durstig, und ire seele verschwachet Psalm 107, 4. bringet den durstigen wasser entgegen Jesaia 21, 14. und wie einem durstigen trewmet das er trinket, wenn er aber aufwachet ist er mat und durstig 29, 8. denn ich wil wasser gieszen auf die durstige und ströme auf die dürre 49, 3. wolan, alle die ir dürstig seid, komet her zum wasser 55, 1. wie ein fuszgenger der durstig ist lechzet sie (deine tochter) und trinkt das nähest wasser das sie kriegt Sirach 26, 15. denn ich bin hungerig gewesen und ir habt mich gespeiset, ich bin durstig gewesen und ir habt mich getrenket Matth. 25, 35. ein durstiger genger der von groszer hitz und heftigem gon auszgemerglet ist und groszen durst uberkompt Maaler 95ᶜ. es schmeckt mir wol, ich war durstig Henisch 778. disz bier macht durstiger das. wer durstig ist der schmeckt nicht wie es an ihm selbst ist, denn der durst nimpt ihm allen geschmack das.
den trunk ich rauf tragen thet
dasz ir etwas im vorrat het,
wenn ir rein kommt und dürstic werdt
J. Ayrer Trag. 56ᶜ.
dasz einsmals etliche dürstig gewesen und seien in mitternacht zu einem pennal in seine stuben kommen und haben vermeinet sie wollen etwas zu trinken darin finden Schuppius 372. die hungerigen gespeiset, die dürstige getränket 430. könnt ihr ihnen denn den jungen durstigen mund und gaumen wieder bringen? J. Paul Literar. nachlasz 4, 183.
ward an dieser heilgen schwelle
mancher hungrige gespeiset,
manche durstige getränket
Göthe 11, 242.
der gerne wein, brantwein, bier trinkt, ein durstiger bruder bibulus Frisch 1, 212, ein saufbruder Rädlein 209ᵇ.
solches erlebten wir nicht, fürwahr, soweit wir (dorfmusikanten) herum schon
kamen, wir durstigen spieler, im land und auszer den grenzen
Mörike Idylle 116.
durst machend, erregend. hierauf that ich einen pommerischen zug aus dem kruge, denn es war ein durstiges wetter Leipziger Avanturier 94.
die hulden sie kommen von durstiger jagd,
und laszt ihr sie trinken wies jeder behagt,
dann sind sie euch hold die unholden
Göthe 1, 226.
o hätte damals ein wohlthätiger geist vor meiner thüre dich vorbei gewiesen, an der du müde, durstig von der jagd, zu klopfen kamst 9, 306.
was ist das für ein durstig jahr?
die kehle lechzt mir immerdar
Uhland Ged. 91.
2.
uneigentlich und bildlich. macht euch her zu mir ir unerfarnen und kompt zu mir in die schule, und was euch feilet (fehlet) das künd ir hie lernen, denn ir seid gewislich seer dürstig (nach lehre begierig) Sirach 51, 31. 32. das er settiget die dürstige seele und füllet die hungerige seele mit gutem Psalm 107, 9. ein gut gerücht aus fernen landen ist wie ein kalt wasser einer dürstigen seele Sprüche Salom. 25, 25. nu aber ist sie gepflanzt in der wüsten, in einem dürren durstigen land Hesekiel 19, 13. Henisch 778. ich wil dem durstigen geben von dem brun des lebendigen wassers umb sonst Offenb. Joh. 21, 6. mit einem hitzigen ernst und durstigen eifer S. Frank Laster der trunkenheit A ij. also habt ir den fall, dardurch dem Gurgullantula sein nam entstanden, vernommen, auch sein durstig anligen verstanden, welches er der göttin Pontina klaget Fischart Garg. 110ᵃ. die wismäder (die wiesen Schmeller 2, 550) sind durstig, das ist ausgetrocknet, brennen aus, prati sitiunt Henisch 778.
seid tapfer, mancher ist gestiegen,
weil er entschlossen in gefahr,
ein feind von ruh und von vergnügen
und durstig nach der ehre war
Gellert 1, 279.
ein balsamisches theer tränkt itzt die durstigen räder
Zachariä Phaeton 4, 26.
und doch
trankt ihr mit durstigem ohr
Klopstock 2, 54.
floh der betäubende doch endlich zum sessel wo geist gelehrt wird, auf ihn
lehrlinge harren, dann stumm seiner beredsamkeit
horchen und durstiges ohrs!
2, 86.
wenn grübler endlich die durstige feder tränken
ders.
ebenso trieb sie (die saftvolle seele des knaben Albano) sogar in den juristischen felsen des pflegevaters z. b. in Fabris staatskanzlei, wie oft kräuter in herbarien ihre durstigen wurzeln herum und über die dürren blätter hinaus J. Paul Titan 1, 80. mit durstigen offenen sinnen in dem herrlichen geistigen universum sich umdrehen 1, 81. die runde tafel der erde lag hell und sonderbar erweichend um sein durstiges auge 1, 87. wie menschen zugleich harthörig unter dem gemeinen lebensgetöse sein können und doch den feinsten musikalischen lauten offen, so waren Schoppes innere ohren verhärtet gegen das volksgepolter des allgemeinen treibens, aber durstig zogen alle weiche leise melodien der heiligern seelen ein 4, 43. sein durstiger wunsch war so gesund zu werden als er zum kriege mit dem Spanier brauche 5, 135. jetzt liesz Walt vor dem bruder eine durstige seele in alle ihre gedichte und hoffnungen der liebe ausbrechen ders. Flegeljahre 2, 3.
durstig trinkt den goldnen strahlenregen
jedes rollende gestirn
Schiller 2ᵃ.
deiner lüfte balsamischer strom durchrinnt mich erquickend
und den durstigen blick labt das energische licht
75ᵃ.
lasz mich in vollen, in durstigen zügen
trinken die freie, die himmlische luft
425ᵃ.
mein durstiges erz (säbel)
betrinke dich, koste
von herz zu herz
Lenau Neu. ged. 269 (251).
von steinen die ganz trocken, von ziegeln die völlig ausgebrannt sind und daher feuchtigkeit und wasser leicht einsaugen, sagen die maurer sie sind durstig und wollen sie gewöhnlich damit loben Helfft Wörterb. der landbaukunst 87ᵇ. so auch vom trocknen erdboden, sehen sie nur, dieser thonboden saugt eine überschwemmung ein, so durstig ist er Gutzkow Zauberer v. Rom 2, 137. s. blutdürstig. liebedurstig. rachedurstig. ruhmdurstig. schmähedurstig. weisheitdürstig.
3.
sprichwörter.
und ein weinschenk und ein füller
und durstig leut und guter wein
die dink süln allweg pei ainander sein
Fastnachtsp. 714, 4. Henisch 778.
ein guter trunk und ein durstige zung gehören zusammen Henisch 778. hüt dich für den durstigen das. wer seinen hungerigen und durstigen feind speiset und trenket, der samlet fewrige kolen auf sein haupt das.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1753, Z. 33.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
durchwirbeln
Zitationshilfe
„durstig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/durstig>, abgerufen am 02.07.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch (¹DWB)