Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

duten

duten
düten,
1.
auf dem hirtenhorn, kuhhorn, der posaune oder einem ähnlichen instrument blasen, goth. þuthaurnjan. die schreibung schwankt, duden Frisch 1, 210ᵇ, tuten tütten ditten Weinhold Schles. wb. 101ᵇ, im henneberg. tüde düte düde Frommann Mundarten. tutten Schröer Ungarischdeutsches wb. 48ᶜ, niederd. tuten düten Schütze Holst. idiot. 1, 274, tuten tüten Brem. wb. 5, 135, tûten Schambach 237, niederl. tuiten toeten, engl. to toot, isl. þûta, dän. tude; s.anduten. ich dött cano cornu Alberus Diction. yy. der messias werde mit einem groszen horn gellen oder düthen S. Frank Weltb. 148. er besorgt auch er würde (am jüngsten tage) das düten der posaunen verhören, weil er taub wäre Unlustvertreiber (Straszb. 1655). düten, ein zeichen mit dem horn geben, wie hirten und nachtwächter Frisch 1, 213ᵃ. er (der hirt) soll in ihrer (der säugenden kuh) nähe nicht duten, damit sie sich nicht rühre Göthe 39, 284.
und liegt man kaum im ersten schlaf,
da geht es an ein tuten!
da brüllt der ochs, da blöckt das schaf,
da wiehern hengst und stuten
Voss 4, 42.
der hirt dutete uns den ganzen tag die ohren voll. de nachtwächter tûte (dutete) eine (ein uhr) Schambach 237. sprichw.
er kan weder thütten noch blasen
Eyering 2, 385.
he weet so vel van tuten as van blasen er ist dumm, versteht von dem einen so viel als von dem andern Brem. wb. 5, 135. da helpt keen tüten oder blasen da hilft keine gegenrede Schütze 1, 290.
2.
von ähnlichen tönen. der weisel tütet, wenn er den laut hören läszt, der das zeichen des bevorstehenden schwärmens ist Nemnich wb. 607.
seine bienen der bauer behorcht im korbe zu wissen
ob sich bereite der schwarm, und schon in der summenden menge
hell mit feinem getön die königin dutet,
werbend um anhang unter dem volk, und lauter und lauter
unablässig sie ruft
Mörike Idylle 15.
etwas auf der querpfeife duten Platen. singen; vergl. dudeln.
den afterwitz verschlinge sie (die welle), die schnelle,
dasz er (der dichter) sein liedchen nicht mehr länger dute
Platen 95ᵇ.
3.
laut weinen, heulen, ululare, tuten Schütze 4, 291, tutten Schröer Ungarischdeutsches wb. 48, tûten von dem schreien der kinder Schambach 237, ags. þeotan þiotan, altnord. þiôta, schwed. tiuta, dän. tude. eigenthümlich bei Luther tutten und tatten, womit wol unnützes lärmen und schreien bezeichnet wird. die Sachsen die da tutten und tatten 3, 67ᵇ [vergl. aber dazu datten]. was der Carlstadt tuttet oder tattet, kuckelt oder kackelt 3, 68ᵇ. damit haben wir dismal genug das Carlstads tutten und tatten verloren ist 3, 71ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1767, Z. 34.

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Zitationshilfe
„duten“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/duten>, abgerufen am 07.07.2020.

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