Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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dwalen, schwaches verbum

dwalen, schwaches verbum,
abgeleitet von dem starken ahd. twëlan Graff 5, 548, mhd. twëln geistig erstarrt sein, torpere Ben. 3, 159ᵇ. jetzt nur noch niederd. und niederl.
1.
die ursprüngliche bedeutung ist töricht, unsinnig wahnsinnig sein, dwalen desipere, stolide agere Stieler 354. niederd. dwalen verdwalen unvernünftig handeln und in milderem sinn auch scherzen Brem. wb. 1, 280. vertwâlen verkommen wollen, verzweifeln Schambach 263. aus dem niederd. meint Frisch 1, 213 sei es aufgenommen, Henisch 780 aus dem niederländischen. mit dieser bedeutung stimmt das goth. dvalmôn rasen; vergl. das adj. dvals töricht, dvaliþa f. torheit, dvalavaurdei f. törichtes reden.
2.
im irrthum schweben, ags. dveljan und dvala error. dwelen und dolen errare Diefenbach Gloss. lat. germ. 208ᵇ. niederd. dolen Stieler 323. dwalen Schottelius 1307. Stieler 354, niederl. dwaalen, verdwaalen.
3.
in der irre gehen Henisch 780, wenn der schäfer dwalt, so dwallen auch die schaf Henisch und Stieler 354. niederd. dwalen twalen verdwalen Brem. wb. 5, 135. 1, 280, niederl. dwaalen, verdwaalen.
4.
transitiv, irre leiten, betrügen, ags. dvelan und dveljan; vergl. das altsächs. forduelan cunctando perdere.
5.
auszer gebrauch gekommen ist die ahd. und mhd. bedeutung säumen, sich aufhalten und verzögern, versäumen, ahd. duellen bei Otfried Graff 5, 549, mhd. twâlen, twellen, tweln Ben. 3, 161. altsächs. bîdueljan. so auch ahd. dwâla twâla f. mora, mhd. twâle f. und twal m., altnord. dvali, dvöl.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1776, Z. 27.

dwalen, m.

dwalen, m.
betäubung, druck auf das gehirn; s.dolm dualm. es ist ein dwalen, von welchem heilen stehet in seinem capitel Paracelsus 1, 138ᵇ. also von der lässin (aderlasz) habt ihr wol gehört, gleich als im dwallen, dasz die fieber davon weichen 1, 728ᵇ. der planeten impression, influenz und inclination liegt im dwalen und thorheit 2, 636ᵇ. betäubender trank; s.dolltrank.
Wolfdieterich den twalen in dem strîte schankt,
ze hant muoster vallen, swen er dâ mite trankt
Wolfdieterich 7870 Ohringer hs.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1858), Bd. II (1860), Sp. 1776, Z. 54.

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Zitationshilfe
„dwalen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/dwalen>, abgerufen am 07.07.2020.

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