eigenwillig
Fundstelle: Lfg. 1 (1859), Bd. III (1862), Sp. 103, Z. 63
arbitrarius, contumax: wenn jemand einen eigenwilligen und ungehorsamen son hat, der seiner vater und mutter stim nicht gehorcht und wenn sie in züchtigen, inen nicht gehorchen wil. 5 Mos. 21, 18; sihet man einen ehebrecher, reuber, lügener, so ist es nichts sonderlichs, so er ein köstlich paternoster tragen kan, ein eigenwillige fasten halten, oder etwa ein besondern heiligen ehret. Luther 1, 166ᵃ; und wann dise eigenwillige ketzer, so auf dem evangelio eigenwillig beharren, disz alles nit glauben, so ist die sach allklar, sie haben irn speck hinweg und man wünscht in nit ein schimligs klosterleiblin. Fischart bienenk. 62ᵃ; darumb ists ein grosze thorheit an disen eigenwilligen ketzern, das sie mit irem einigen schlüssel vermeinen alle ding klar zu haben. 70ᵃ; zeigt sich der kaiser in unermüdlicher, eigenwilliger thätigkeit. Göthe 6, 202;
von diesen trotzig herrischen gemüthern
sich meistern lassen, von der gnade leben
hochsinnig eigenwilliger vasallen,
das ist das harte für ein edles herz.
Schiller 456ᵇ.
Zitationshilfe
„eigenwillig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/eigenwillig>, abgerufen am 23.10.2019.

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