eintrag m
Fundstelle: Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 324, Z. 12
1)
subtegmen, subtemen, trama, was eintracht m.: das garn so in den wäfel getreit und eingewäben wirt. Maaler 127ᵇ; der zettel ist guͦt, aber der intrag sol nicht (taugt nicht). Keisersb. brös. 69; das alte wib was ein intrag spinnen. Terentius 1499 45ᵃ; der eintrag eines wups. Calepini dictionarium undecim linguarum. Bisileae 1616 p. 1487; ich und mein weib sind die ganze zeit, so wir bei einander gewesen, nicht einig, sondern wie ihr wisset, allezeit zweispaltig gewesen und mag eines den wurf, das ander den eintrag gethan haben (was vorhin bei Luther werft und eintracht heiszt). heut aber wie ein fewer in unserm hause aufgieng, waren wir unserer sachen fein eins, begerten zugleich der thüren und liefen mit einander heraus, riefen einmütiglichen fewrio, fewrio, leschet, leschet! Meiandeb jocoseria 2, 508 nᵒ 405; euch ist wol wissende, das der eintrag unseres lebens gewebet wird nach belieben des höchsten anfängers und urhebers. Butschky kanzl. 881;
der eintrag war von garn, der boden war von zwirne.
Gellert 3, 383;
wie dicht an der brust des schöngegürteten weibes
fleugt das hin und her geworfene eilende webschif,
wenn sie den eintrag mit faden bewebt.
Stolberg 12, 386;
er webt wahres und falsches so verhenkert durcheinander, dasz man zettel und eintrag unmöglich mehr von einander trennen kann. Wieland bei Merk 2, 104; die schönheit des gewebes hängt vom gleichen auftreten des webegeschirres ab, vom gleichen schlag der lade, wie auch davon, ob der eintrag nasz oder trocken geschieht. Göthe 23, 65. vgl. eintragen.
2)
eintrag, damnum, injuria, impedimentum, vielleicht eine figur des vorigen, insofern der eintrag dem zettel entgegen tritt, in die quere kommt, man sagt eintrag thun, schaden, abbruch thun wie den eintrag thun, subtemen injicere. in einer urkunde des dorfes Gambach in der Wetterau vom j. 1468: der pastor oder pherner sulle sich des nit underziegen und eme dhein intrag thune; in einer riedelschen urk. von 1489 wiederum intrag. beeinträchtigen, schaden scheint aus eintracht = eintrag gebildet, nicht aus eintracht concordia, und mit trachten gar nicht verwandt. ohn eintrag oder verhinderung. cammerger. ordn. von 1521 §. 30; die juden sollent ire synagogen rüwigklich on irrung und eintrag mögen halten. Reuchlin augensp. 1, 6; meinethalben soll dir kein eintrag geschehen. Frey garteng. 59; niemand wolte eintrag darein thun. Witzenbürger 3, 21;
on all eintreg und widerspan.
H. Sachs III. 1, 102ᵈ;
der werd uns einen eintrag than.
III. 1, 154ᶜ;
die wahre tugend leidet auch bei den gefährlichsten gelegenheiten nicht den geringsten eintrag. ehe eines mannes 384; ich wundere mich nun nicht mehr, dasz dieser junge mensch mir so viel eintrag thut. J. E. Schlegel 2, 335; das wird dir keinen eintrag thun; diese vorgänge sollen meiner liebe wenig eintrag thun; lehre mich deine kunst, Kassim. ich gebe dir mein wort, dasz ich dir keinen eintrag thun will. Wieland 8, 271; vielleicht würden die staatshaushälter finden, dasz manche ihrer besorgnisse wegen des eintrags, den fremder fleisz dem einheimischen bringen soll, ungegründet sind. Garve anm. zu Cic. off. 3, 199; die zerstreuungen der jugend thaten dem einsamen stillen vergnügen eintrag. Göthe 18, 32; so erkannte ich freilich, dasz ich bei dem versuch auf die einheit der zeit und des orts verzicht zu thun, auch der höhern einheit ... eintrag gethan hatte. 26, 201; war es schwer zu sagen, ob der historischen wahrheit oder den practischen zwecken des lebens mehr eintrag geschehe. Savigny kl. schr. 4, 198.
3)
eintrag, quaestus, lucrum, ertrag, einnahme, ganz das entgegengesetzte von der vorigen bedeutung: die kaufleut haben ein sprichwort, es verdirbt keiner, er könne dann nit rechnen, das ist die in mehr darlegen, dan ir eintrag ist und nit rechnen, das es also nit in die leng thon würt noch kan. Frank sprichw. 1, 32ᵃ; sparen ist ein groszer zol und eintrag. 1, 46; und ist ja kunst ein solcher eintrag, das kein rent und zins auszeren kan. Weise kluge reden 14ᵇ; der gottseligen ausgeben ist ein eintrag. 147ᵇ; als ein esel eines bauers verreckt war, so setzte er des todten esels kopf in seinen weingarten allen schaden zu verhüten und dasz ein ander den eintrag der früchte nicht beneiden solte. pers. baumg. 5, 5. Frischlin nomencl. 432 gibt eintrag foenus.
4)
eintrag in das buch, register, in die rechnung, liste.
5)
eintrag der erze, gläser in den ofen.
Zitationshilfe
„eintrag“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/eintrag>, abgerufen am 21.02.2019.

Weitere Informationen …