Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

elendeis, n.?

elendeis, n.?
das ungläublich grosz urthier, welches den Gargantua trug und im groszen forst mit seinem schwanz alle bäume, stock und stauden vom nidersten liebstöckel an bis zum cederbaum hinauf niderschlug. Garg. 145ᵇ. cap. 19. hernach: welches als der Grandbuchier sahe, sprach er 'sehe, wie fein schickt sichs, dasz auf disem felledeis mein sohn gen Paris reis'. 146ᵇ. bei Rabelais blosz une jument la plus enorme et la plus grande que fut onques veue. dies könnte nun mit elend, dem namen der alces zusammenhängen, die it. la grand bestia, sp. granbestia, portug. grambesta heiszt. unverkennbar ist aber elendeis gleichviel mit ahd. illitîso, was bei Graff 1, 238 und Diefenbach 277ᵃ hiena vel puto glossiert, puto = mustela putorius, iltis, schweiz. täs, täsen (Stalder 1, 269), worin das deis von elendeis und felledeis deutlich vortritt. hinzukommt, dasz Fischart dasselbe ungeheuer 147ᵇ auch noch ulkthier nennt, der iltis wiederum ulk, ülke heiszt, daneben teufelskind. es laufen hier mythische vorstellungen unter verwechselte worte; läszt sich aber das täs und deis zu deisen 2, 914 halten? s. elk, elbkatze, ellenkatze.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 411, Z. 56.

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eintreffung elsebeere
Zitationshilfe
„elendeis“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/elendeis>, abgerufen am 16.01.2022.

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