Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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empfang, m.

empfang, m.
acceptio, nnl. ontvang.
1)
der feierliche empfang des königs; es ist schon alle anstalt zu einem glänzenden empfang gemacht worden; sollte man der tochter nicht verstatten ihren segen in der elterlichen wohnung in empfang zu nehmen? Gotter 3, 71;
erfreut ein wirtlicher empfang die gäste,
behend verlischt der übel tief gefühl.
Göthe 11, 366.
2)
der empfang des geldes, die einnahme: wie nun der empfang grosz ist, also wird auch die rechnung der ausgaben nicht schlecht sein. Albertinus hirnschleifer s. 23; er leugnet den empfang; die zahlung, die bittschrift in empfang nehmen. vgl. entfang.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 421, Z. 67.

empfangen

empfangen,
was empfahen. während mhd. enpfâhen für das praesens vorgezogen wurde, im praet. enpfie und enpfienc schwankten, Luther dem praes. noch empfahen liesz, dem praet. empfieng gab, ist später die form empfangen auch im praes. herschend geworden, empfahen, wie gezeigt wurde, nur ausnahmsweise in gebrauch geblieben. s. entfangen, entpfangen.
1)
persönlich: und sie füret in in ires vaters haus, da in aber der dirnen vater sahe, ward er fro und empfieng in. richt. 19, 3; und sie kereten zum Raguel ein und Raguel empfieng sie mit freuden. Tob. 7, 1; da kamen zu ihnen die Nabatheer und empfiengen sie freundlich. 1 Macc. 5, 25; und als die jungfraw Marcebille von dem pferd empfangen (ihr von dem pferd herunter geholfen) ward. buch der liebe 17ᵈ; ir sollt empfangen sein vor gott! Ayrer 238ᵇ, gruszformel, der man das bekannte 'gote unde mir willkommen' vergleiche;
und meiner (mein vater) starb an gliederpein,
ihn hatten bauern grob empfangen,
versetzt der hünerdieb.
Hagedorn 2, 138;
aber mit zärtlichem liebesblick
empfängt ihn fräulein Kunigunde.
Schiller 70ᵃ;
ja ich gehe mit euch, sobald ich die krüge den freunden
wiedergebracht und noch mir den segen der guten erbeten.
kommt! ihr müsset sie sehen und mich von ihnen empfangen.
Göthe 40, 309.
mit ausfallendem acc.: er empfängt heute, jeden montag, nimmt leute, besuch, gesellschaft an.
2)
sächlich: verflucht seist du auf der erden, die ir maul hat aufgethan und deines bruders blut von deinen henden empfangen. 1 Mos. 4, 10; denn die Rubeniter haben ir erbteil empfangen. Jos. 13, 8; und da Hiskia die brieve von den boten empfangen hatte. 2 kön. 19, 14; und zu mir ist komen ein heimlich wort und mein ohre hat ein wörtlin aus dem selben empfangen. Hiob 4, 12; du hast gaben empfangen fur die menschen. ps. 68, 19; gab im die handschrift und empfieng das geld von im. Tob. 9, 6; da nu erbei kam die zeit der früchte, sandte er seine knechte zu den weingartnern, das sie seine früchte empfiengen. Matth. 21, 33.
3)
oft abstract: und im traum empfieng er befelh von gott. Matth. 2, 22; doch ich wol einen wahn hab empfangen. Luthers br. 1, 518; als sich eines tags begab, dasz er mit seinen gesellen in das frauwenzimmer gieng, da sie nicht wenig freud empfiengen. buch der liebe 245, 3; davon der könig etwas unwillens empfieng. 243, 1; der könig von des narren worten nicht grosz gefallen empfieng. 256, 3; der ritter ein groszen schrecken empfieng. 244, 1; was ubels sie umb ire bosheit empfangen haben. 292, 3; umb deswillen er sich ein wenig entsatzte, aber gar bald wiederumb ein herz empfieng. 16, 1; er empfieng eine solche liebe zum kinde. 4, 4; bald empfieng er des ein rew. Frank weltb. 91ᵇ; jämmerlichen schmerzen, schrecken und zagen empfangen. Ayrer proc. 1, 1; darüber sie grosze schmerzen empfieng. Schweinichen 3, 249; groszen nutzen empfangen. pers. rosenth. 3, 27; empfieng ich einen solchen appetit, dasz mir das maul ganz voll wasser wurde. Simpl. K. 162 nach GK, der aufgenommne text hat 'empfand';
fröhlich kommt ihr und heiter, man sieht, ihr habet die gaben
unter die armen vertheilt und ihren segen empfangen.
Göthe 40, 244.
einigemal kann auch bloszes empfangen gesetzt und der gegenstand ausgelassen sein: nachdem ir von uns empfangen habt, wie ir sollet wandeln und gotte gefallen. 1 Thess. 4, 1; ich merke sehr wol, dasz mich gesellschaft aufheitert, ich vergesse mich da, oder vielmehr mein kopf empfängt anstatt zu schaffen und ruht daher. Lichtenberg 1, 23; ich gieng durch zauberörter kalt und ohne empfangendes gefühl. Klinger 2, 310. s. das folgende empfangen.
4)
empfangen, prolem concipere: und legt die stebe, die er geschelet hatte, in die trenkrinnen fur die herde, die da komen musten zu trinken, das sie empfangen solten, wenn sie zu trinken kemen. 1 Mos. 30, 38; also empfiengen die herde uber den steben und brachten sprenkliche, fleckete und bunde. 30, 39 vgl. 41; der tag müsse verloren sein, darinnen ich geborn bin, und die nacht da man sprach, es ist ein menlin empfangen. Hiob 3, 3; bistu der erste mensch geborn? bistu vor allen hügeln empfangen? 15, 7; sihe, meine mutter hat mich in sünden empfangen. ps. 51, 7; ehe denn er in mutterleibe empfangen ward. Luc. 2, 21; darnach wenn die lust empfangen hat, gebiert sie die sünde. Jac. 1, 15;
ich hab ... in sünden grob empfangen,
durch denken, reden thun sünd über sünd begangen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 421, Z. 79.

empfängen, empfengen

empfängen, empfengen,
accendere, sich empfengen, accendi, sich entzünden: bei seinem grabe stunden kerzen, wenn man die auslescht, so empfengten sie sich selbst wider. Alberus der barfuszer Eulensp. nᵒ 289;
und wie sich oft ein fewr empfengt
von einem funken, dasz wie stroh
ein ganze statt brennt liechter loh.
Alberus Esop 110ᵇ;
dann auch capere, radices capere: wurzeln, wann sie die pflanzen, schneiden sie die in kleine stücklein, stecken die stück in die erden, das empfengt sich dann und breitet sich uber die erden her. Hans Staden v 3. vgl. angehen, welches eben so von dem feuer und der wurzel gilt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 422, Z. 79.

empfangen, n.

empfangen, n.
ich wäre sehr begierig gewesen, den eindruck, den ihr Hermann auf meine Stutgarter freunde gemacht hat, zu beobachten. an einer gewissen innigkeit des empfangens hat es sicher nicht gefehlt, aber so wenige menschen können das nackende der menschlichen natur ohne störung genieszen. Schiller an Göthe 362.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 423, Z. 11.

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Zitationshilfe
„empfängen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/empf%C3%A4ngen>.

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