Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

empfindnis, f.

empfindnis, f.
sensus, empfindung: so es in der seiten stech, so musz es in der lungen sein, so die empfindnus lege in den regionibus der lebern, so musz (citat abhanden); darumb auch die lerer sagen, die theologei sei mer ein erfarung und empfindnus, dann ein kunst. Frank parad. 142ᵇ; götzen oder bilder die kein empfindnus habend, sensu cassa simulacra. Maaler 102ᵃ; sie erstaunte darüber, dasz ihr (in dem jetzt wieder gelesenen buche) so viel bilder belebt, so viel klagen herzrührend, so viel empfindnisse aus der seele herausgezogen zu sein schienen, über die sie vorher weggelesen hatte. Nicolai Seb. Noth. 1, 196; welche gattung von empfindnissen ich werde wählen müssen ... zorn? sorge? gram? furcht? Schiller 113ᵃ; es ist aber dergestalt geordnet, dasz der mangel an sprachen, verbindungen und bekanntschaften u. s. w. so vielerlei hindernisse sind, unsre empfindnisse auszer unsrer sphäre mitzutheilen, dasz sie oft eine völlige unmöglichkeit ausmachen. Yoriks empfinds. reise 1, 20.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 431, Z. 23.

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Zitationshilfe
„empfindnis“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/empfindnis>, abgerufen am 21.10.2021.

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