Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

emse, f.

emse, f.
formica, ameise, wenig andere wörter schwanken gleich diesem in gestalt und schreibung, man vgl. das unter ameise 1, 277 gesagte, ämse wurde schon an seiner stelle verzeichnet. Keisersbergs schrift führt den titel 'die emeis', inwendig aber und in den blattüberschriften heiszt es omeisze, ommeisze, onmeisze, welches letztere sich an Boners anbeiʒe, ambeiʒ schlieszt. Luther schreibt spr. Sal. 6, 6 emmeisse d. i. emmeisze, 30, 25 aber eimmeise; Eyering 1, 121 emesin, 2, 616 omeisin; andere kürzen in emese, emse, embse, imse, imme (was an biene mahnt), nd. mundarten geben emte, emmet, empt, ags. emette, engl. ant, woraus folgt, dasz emse aus emsze, mhd. ameiʒe hervorgieng, s. auch gramm. 2, 221, Frommanns mundarten 5, 454—458 und emsig. Rollenhagen setzt embsz, embs:
gleichwie die embsz in ihrem stande,
auf den beumen und auf dem lande,
bei gringem gut in frieden gehet.
froschm. G 6ᵇ;
welcher doctor hat seinen gart
für der kleinsten embsen bewart?
E 8ᵃ;
denn als ich las, es wer ein land
für alters India genant,
darin sehr grosze embsen weren,
die sich mit eitel gold beschweren.
M 2ᵇ.
Logau emse (s. emsenhaufe), Stieler 44, und Göthe 41, 139 ameisen im chor einführend, noch imse:
ihr imsen alle,
rührig im schwalle
schaft uns metalle!
140;
pygmäen, imsen, däumerlinge
und andre thätig kleine dinge.
151.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 443, Z. 3.

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Zitationshilfe
„emse“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/emse>, abgerufen am 24.10.2021.

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