Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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nach verflachung einer menge ursprünglich geschiedner bildungen und flexionen heutzutage der allerhäufigste wortausgang in unsrer sprache. im nomen liegt ihm altes am, im, um, îm, ôm, êm, an, in, un, on, ûn, în zum grunde, im verbum am, im, um, êm, îm, ôm, ant, ônt, ênt, an, ôn, ên. von alten bildungen her leitet sich degen, eisen, hafen, hagen, morgen, ofen, regen, segen, waffen, wagen, zeichen; doch rabe, ferse, heide (paganus), wolke legen das ihnen gebührende n ab, wogegen schwache masculina ein unorganisches en in den nom. sg. ziehen: bogen, magen, knochen u. s. w. unter den adjectivbildungen fallen hierher eben, eigen, offen, trocken, trunken, welche meist participial erscheinen, sodann alle participia praet. starker verba und zahlreiche ableitungen der stoffe dornen, golden, leinen u. s. w. von den zahlwörtern sieben und zehen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 445, Z. 10.

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die negation vor dem verbum. wie sie entsprang und mhd. an die stelle des ahd. ni getreten ist, wurde gramm. 3, 711. 712 erörtert. im 14 jh. erscheint sie ziemlich oft, auch im 15 hauptsächlich vor sein, können, wollen, wissen, thun und einigen andern geläufigen wörtern (Schm. 1, 68), ihre spur reicht noch in den beginn des 16 hinein, namentlich zu Keisersberg.
so aber solich nit enist.
Schade pasq. 2, 173;
das ich nit enkan
das volk vertreiben und den man.
Murners Aeneis A 3ᶜ;
Eszlingen do nit enliesz,
mit vil richsteten zustiesz.
Joh. Lenz Schwabenkrieg von 1499. 43ᵇ;
wan mangeʒ spricht 'ach, wie ain guot predig der herr heut tet!' so frâg ich 'waʒ hât er gesait?' eʒ antwürt 'wærlich ich enwaiʒ!'
Megenberg 118, 26;
fraw, das enwelle got, das ich das tuo!
gesta Rom. ed. Keller 73;
der umb iegliche mistat, er well oder enwell (velit nolit) einen pfenning muosz geben.
das. 138;
ich enweisz nit den menschen den ir sagt.
bibel 1483 Marc. 14, 71,
vulg. quia nescio hominem istum quem dicitis, bei Luther, ich kenne den menschen nicht; und als er schneiden solt und die schär nicht enfand, ward er über sich sehen und auf die büni klopfen mit den henden, ob er die schär nicht horte. Steinhöwels Esop 106;
wiewol si hinden nit ensahe
zwen schlangen, die ir ilten nahe.
Murners Aeneis V 1ᶜ;
ein mensch, der von andern dingen siech wirt, also das er unreine und pöse kost geessen hat oder ze vil schleims in dem magen hat, das soltu also erkennen, so enlust in nicht zu essen und im wült und verleuft etwen die kost, die er geessen hat. versehung eines menschen, Nürnb. 1489 55ᵇ; ich enweisz, ich gloub dann, das er Pamphilam lieb gehebt hat. Terenz 1499. 74ᵇ; aber ich enweisz den namen des menschen. 111ᵇ; damit er allenthalben vertriben wirt und enneiszwen getrungen, zuflucht suchen bei gott. Keisersberg parad. der seelen 4ᵈ; so man uns als vil zu verston gibt, das wir glauben, man halt enneiszwen groszes und erliches von uns. 12ᵇ; damit gewinnt er so vil zu schaffen, dasz er seinen leib enneiszwen verachtet und unwerd haltet. 153ᵇ; merk, wenn du dich hie im leben diner sünd schamest zu bichten vor dinem bichtvatter, solt ich das müszen sagen und bichten dem pfaffen? entruͦwen ich enthuͦn. bilger 21ᵈ; nit ist gedult ein wurzel aller tugent oder ouch ein behüterin aller tugent gerad von ir selber, als do ist götliche lieb, aber eneiszwie überzwerchs her. 61ᵃ; das im sölche übung enneiszwenn licht werden. 76ᵃ und gewis noch öfter. diese enneisz für enweisz stoszen das w aus (gramm. 3, 72. 713), oder assimilieren es dem n und man begreift die auch den anlaut en wegwerfenden, in oberdeutscher volksprache bis auf heute haftenden naiszwer, naiszwie, naeszwie (Schm. 2, 693. 4, 184. 185), schwäb. näumer, näumis, naba, nabis (gramm. 3, 72. 73), oft mit dem wieder positive farbe gewinnenden sinn des franz. je ne sais quoi, ich weisz es nicht zu sagen, auszerordentlich, egregie, eximie. im altn. nakqvar, nockr, schw. naͦgon, dän. nogen erkannte ich bereits 3, 72 die negationspartikel, Uppström hat neulich nacqvat, naͦgot, noget auf ein supponiertes goth. ni vait hva zurückgeführt; dies anlautende n also wäre die letzte nordische spur des alten ne. Alberus unter dem worte ent, wohin sie nicht gehört, führt die redensart an 'ich enthu', non faciam. in solchen ausdrücken verglimmt unsere edle einfache verbalnegation, statt welcher wir uns mit dem nachschleppenden 'nicht' behelfen müssen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 445, Z. 25.

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für ein. da schon ahd. ê in gewissen fällen an die stelle des ei trat (gramm. 1, 93. 94), nd. überall ên für ein gilt, kann es nicht befremden, dasz die verdünnung hin und wieder auch nhd. vordrang. eintweder ist dem entweder ganz gewichen, während sich einzel gegenüber enzel behauptete. nachlässige oder trauliche aussprache leidet im unbestimmten artikel en statt ein.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 446, Z. 6.

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Zitationshilfe
„en“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/en>, abgerufen am 19.10.2021.

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