Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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endel, m.

endel, m.
ein frühe schon untergegangnes wort, das im altn. endill regulus maritimus, gigas, in den uralten namen ahd. Orentil, ags. Earendel, altn. Örvandill erscheint und in mehrern zusammensetzungen den ersten theil bildet. dabei ist besonders zu merken, dasz gerade, wie sich enden und wenden, enteô und wenteô berühren, ahd. endilmeri und wendilmeri oceanus abwechseln, der mhd. eigenname Endelhart neben Wendelburc, Wendelgart vortritt, jenem entil, endel in Orentil, Earendel ein vandill in Örvandill und Geirvandill zur seite steht, ahd. die namen Wentil, Kêrwentil begegnen (Förstemann 1, 487. 1254). endel gehört sichtbar zu ende, enthält aber keine diminution, sondern ist gebildet wie bendel, hebel, distel u. s. w., musz also einen am ende stehenden gegenstand ausdrücken, wie jener nordische endill den zu ende des landes hausenden seekönig. diese betrachtungen scheinen mehr einem wörterbuche der alten, als der heutigen sprache angemessen; doch leben die nachfolgenden composita in der nd., zum theil nnl. mundart fort, und dasz sie auch hochdeutsch sein dürften, bezeugt ahd. endilmeri, Orendil, und mhd. Endelhart. MS. 1, 177ᵃ. in einzelnen könnte freilich endel nur aus ende erweitert sein, wie in kindelbett, Fichtelberg u. s. w. (gramm. 2, 540).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 457, Z. 64.

endel, ein solches adj.

endel, ein solches adj.,
mit der bedeutung ulterior, war schon ahd. und mhd., denn iʒ entilôstâ, ultimum, drückte ahd. das lat. antes, extremi antes, οτίχοι ἀμπέλων, die vordersten oder hintersten reihen im weinberg aus (Graff 1, 358): mhd.
minne ist getriben unde gejaget
in den endelôsten ort.
Trist. 309, 7,
an den äuszersten ort, was noch im mhd. wb. 1, 431ᵃ fehlerhaft unter endelôs steht, aber gebildet ist wie vorderôst, hinterôst. die goslarschen berggesetze cap. 14 (nach Schaumanns ausg. s. 283) enthalten die bestimmung: beneden dem waghenwege, de under der warpen neghest hengeit, von der endelsten groven an in dem osten, went an de endelsten groven in dat westen. der positiv erscheint im nd. adv. endels: enen nagel endels in den balken slaan, in das äuszerste ende, zu ende des balken (brem. wb. 1, 307). ganz ähnlich ist der ahd. superlativ entarôst, entrôst von entaro. statt jenes entilôstâ für antes oder auch antiae (die vordern stirnhaare) begegnet auch das subst. andilôd, entilôd, im dat.oder iʒ andilôde, d. i. vornen, und auch dasvor entilôsta könnte die praep.sein, obgleich sichfür daʒ besser fügt. alle diese ausdrücke fehlen freilich nhd. und sind hier nur erläuterungsweise aufgeführt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 458, Z. 7.

endel, m.

endel, m.
für enel, ehni, avus:
herzliebster endl, nun grüsz euch gott!
G. Mauritius comödie vom grafen Walter. 1606. G 4ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 458, Z. 29.

endeln

endeln,
ahd. entilôn?
1)
zwei blätter oder flecken zeug, tuch an ihren enden, den faden auszen um die enden herumschlingend zusammennähen. Schmeller 1, 77, der damit überwindling (sonst überwindlich, überwendlich) nähen vergleicht. berührungen zwischen enden und wenden brechen allerwärts durch.
2)
cunctari, tardare, zaudern, tändeln. Stieler 377.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 458, Z. 69.

indelt

indelt,
s. inlet.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1876), Bd. IV,II (1877), Sp. 2107, Z. 8.

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Zitationshilfe
„endeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/endeln>, abgerufen am 22.10.2021.

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