Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

endlichkeit, f.

endlichkeit, f.
Stieler 357. in zwei einander fernen bedeutungen.
1)
diligentia, assiduitas, Steinbach 1, 341:
leg mich vor mittag wider nider,
der endlichkeit ist mir keine wider.
fastn. 562, 20;
keiner endlichkeit ward ich nie zigen (geziehen),
und lasz auch nimmer auf mich kumen.
565, 27;
ich hör er sei zu endlichkeit bereit.
1423;
wenn ein endlichkeit in dir wer,
du giengst so schlüchtisch nit daher.
H. Sachs I, 512ᵃ.
2)
natura finita:
der endlichkeiten erbalter
stärket ihn, dasz er nicht selbst hinsank.
Messias 10, 999;
der sich, das staunen der endlichkeiten,
freigehorsam dem mittlertod hingab.
10, 1043;
heilige schauer, fahrt fort aus meiner endlichkeit grenzen
mich hinüber zu tragen ans dunkle der herrlichkeit gottes.
5, 782;
hier schon hebst du meine seele
über ihrer jetzigen endlichkeit schranken.
Klopstock 1, 146;
im gebiet des realen herscht die endlichkeit, im gebiet des idealen die unendlichkeit. Schelling über meth. des ak. stud. 17.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 465, Z. 24.

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Zitationshilfe
„endlichkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/endlichkeit>, abgerufen am 22.10.2021.

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