Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

endzweck, m.

endzweck, m.
consilium, consiliorum finis, die schreibung entzweck ist falsch: der zweck, welcher die unumgängliche und zureichende bedingung aller übrigen enthält, ist der endzweck. Kant 6, 165; der zweck der existenz eines solchen naturwesens ist in ihm selbst, d. i. es ist nicht blosz zweck, sondern auch endzweck. 7, 306; man kann beweisen, dasz, was etwa noch für die natur ein letzter zweck sein könnte, ... doch als naturding niemals ein endzweck sein könnte. 7, 306; endzweck ist derjenige zweck, der keines andern als bedingung seiner möglichkeit bedarf. 7, 316; was ist der oberste zweck, d. i. der endzweck? 7, 333; allein ich gehe einem weit höheren endzweck entgegen. Göthe 11, 57; sie sollen, zu herlichen endzwecken bereitet, aus meinen händen wolthätiger und wirkender wieder ausgehen. 11, 60; erhebt ihr herz, dasz sie nicht trübsinnig den groszen endzweck versäume. ebenda; was denkst du von den endzwecken dieses grades? 14, 177; man musz so viel leidenschaft haben, wie sie, versetzte Serlo, um alles zu seinem endzweck zu benutzen. Shakespear führt die ankommenden schauspieler zu einem doppelten endzweck herein. 19, 174; freilich hat Kant von moralität und verhältnismäsziger glückseligkeit als dem höchsten gut und dem letzten endzwecke gesprochen. aber er wuste es selbst am besten, dasz moralität ohne höhern endzweck selbst keine realität habe. Schellings schriften 1809. 1, 48. vgl. den endlichen zweck. Bürger 248ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 468, Z. 3.

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Zitationshilfe
„endzweck“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/endzweck>, abgerufen am 22.10.2021.

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