Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

enenkel, m., n.

enenkel, m. n.
scheinbare reduplication von enkel, in dessen beiden bedeutungen talus und nepos, wovon erst unter diesem wort näher gehandelt werden kann. die form ist blosz östreichischbairisch. schon die Windsberger psalmen liefern 104 (105), 10 s. 486 gesazte iʒ deme eninchline in ein gebot, et statuit illud Jacob (d. h. Abrahams nachkommen) in praeceptum, und Stricker bei Hahn s. 37 sagt:
daʒ ein rîcheʒ künicrîche
der eninkel ieglîcheʒ besaʒ.
zwar liest man auch in Wackernagels Schwabenspiegel cap. 6 s. 11: geschwisteride kinde kint, daʒ sint geschwisteride eninkel, die hefent die dritten sippe, wo doch die übrigen hss. nur kinde kint oder enkel geben, eninkel also von einem bairischen abschreiber herrühren mag. die heutige fortdauer des ausdrucks bezeugt Schmeller 1, 83, er findet sich auch hin und wieder in schriften gebraucht, z. b. Sigmund von Birken in seinem ostländ. lorbeerhain sagt s. 158 von Maximilian I: als er seinen enenkel erzherzog Carln (nachher Carl V) einem belehrer untergab; s. 166: als ihm in seinem alter könig Lasla von Hungarn tochter, so hernach erzherzogen Ferdinando, seinem enenkel, vermählt worden, angetragen wurde, schluge er den heurat ab mit dieser entschuldigung, einen alten könne man nit glimpflicher vom brot thun, als wenn man ihm ein junges weib gebe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1859), Bd. III (1862), Sp. 468, Z. 33.

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Zitationshilfe
„enenkel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/enenkel>, abgerufen am 21.10.2021.

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