Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

eni, m.

eni, m.
avus, oben sp. 52 ehni, belegstellen hat Diefenbach 63ᶜ. der vocab. theut. 1482 g 3ᵇ scheidet eni oder anherre avus von ane oder anfraue ava (statt avia); ahd. ist ano avus, anâ avia, goth. avô μάμμα. bei Dasypodius 16ᵈ ist aber äne proavus, ebenso bei Frisius 1060ᵇ, Maaler 12ᵃ, welche sämtlich avus mit groszvater verdeutschen. dazu stimmt auch Stalder 1, 92, der jedoch bemerkt, dasz in Bünden ehni für groszvater gelte. nach den landstrichen tritt also verschiebung der stufen ein, wodurch sich auch die höhersteigenden bemessen. seltsam gebraucht Keisersberg eni von einer weiblichen vorfahrin: dise Raab (Rahab, Matth. 1, 5) ist unsers herrn Jesu ureni gewesen. s. d. m. 23ᵇ. wie gelangte überhaupt die endung i und damit umlaut in dieses wort? schon mhd. erscheint neben ane avus ene. sumerl. 41, 22; ene: sene tr. kr. 5326. 5748; dem enen. Kol. 146 ff. ene ist = ahd. enio, anio, wie recke, schenke = hrecchio, scenchio, hracchio, scanchio, das männliche anio, weibliche anâ ständen dem lat. avus und avia (fem. des adj. avius) in der form gerade entgegen. von ene bildet sich mhd. das diminutivum enel. Kol. 148. 149.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 483, Z. 9.

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Zitationshilfe
„eni“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/eni>, abgerufen am 22.10.2021.

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