Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entädern

entädern,
venas, nervos excidere, entnerven: wie trunkenhait ainen menschen ganz entäderet, das er onmechtig swach wirt. Keisersberg siben scheiden ff 4ᶜ; die Juden entädern das geschächtete vieh; kein hinderteil essen sie on entädert, darumb das der engel dem Jacob sein schenkel verrenkt hat. welch ader man nemen sol, davon haben sie ein grosz buch; wie si ihr vihe metzigen und entädern. Frank weltb. 151ᵇ; also mag man das ganz leiden Petri und Pauli entederen, so man ihnen gnauw will nachsehen. chron. 262ᵇ; himmeln, er hat sich entäderet (umgebracht)! Niobe singspiel. München 1688 s. 87; man musz Thebe überfallen und den Amphion entäderen. s. 19;
wen strengen richters spruch zur langen qual verteilt,
sein leben kümmerlich mit ach und weh zu rädern,
dem darf kein zuchthaus nicht der kräfte mark entädern,
nicht schurfen, steinschnitt nicht, und wenn er eisen feilt.
Stielers sprachschatz, vorrede.
s. ausädern 1, 825, beädern 1, 1206, durchädern 2, 1582.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 489, Z. 59.

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Zitationshilfe
„entädern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ent%C3%A4dern>, abgerufen am 26.10.2021.

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