Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entadeln

entadeln,
nobilitatis honore privare, dehonestare, herabsetzen, nnl. ontadelen: entadelte, knechtische seelen. Wieland 16, 133;
arbeiten darf er nicht, er würde sich entadeln.
Haller 111 (123);
wenn wir andern ehre geben,
müssen wir uns selbst entadeln.
Göthe 5, 95;
schon hatte Eva vom versucher jene vergifteten gährungsstoffe empfangen, durch welche die herlichen anlagen und gefühle, die der urheber des lebens zu so viel besserem zwecke bestimmt hatte, für immer entadelt wurden. 46, 223;
das entweihte gefühl ist nicht mehr stimme der götter,
und das orakel verstummt in der entadelten brust.
Schiller 87ᵇ;
liebe ist das wuchernde arcan, den entadelten könig des goldes aus dem unscheinbaren kalke wiederherzustellen. 756ᵇ;
damals liesz in das joch kein tapferer stier sich entadeln,
nicht mit gebändigtem maul knirscht in die zügel das ros.
Voss Tibull 1, 4, 41.
s. entedeln.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 489, Z. 36.

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Zitationshilfe
„entadeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entadeln>, abgerufen am 20.10.2021.

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