Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entarten

entarten,
degenerare, ausarten, aus der art schlagen, Stieler 59, nnl. ontaarden, vgl. unarten:
1)
der stamm entartet, verdirbt; eine entartete mutter, nnl. ontaarde moeder;
entartet, Romulus enkel, und gleicht
bei dem wollustmahle dem thier!
Klopstock 8, 98;
sie entarten nicht, sie gehen aus.
Stolberg 9, 285;
wenn die liebe die nemliche ist, wie könnten ihre kinder entarten? Schiller 112ᵃ.
2)
in etwas: die natürliche grazie der stellung entartet in eine beugung, als ob er sich ein kleid wollte anmessen lassen. Schiller 699ᵇ.
3)
zu etwas: dieses streben entartete zu geheimniskrämerei. Beckers weltg. 12, 16.
4)
sich entarten: wie die gute speise in einem verdorbenen magen von ihrer guten eigenschaft sich entartet und in ungesunden, schädlichen saft verändert. Butschky Patm. 733.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 490, Z. 11.

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Zitationshilfe
„entarten“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entarten>, abgerufen am 24.10.2021.

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