Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entban

entban,
invideo, invidet, überbleibsel der uralten anomalie, wie sie auch hin und wieder in erban, gan und vergan, namentlich bei Frank, Waldis und Rollenhagen auftritt; doch scheint entban ein fehler oder irrthum für enban oder erban: nit das uns gott deren (der schrift) verstand entban. Frank verbütschiert buch 1559 vorr. 2ᵇ und öfter. später aufhörend. wie wir heute gönne gönnt, misgönne misgönnt, vergönne vergönnt sagen, würde auch entbönne entbönnt, erbönne erbönnt entsprungen sein, doch begegnen sie ebenso wenig. tadelhaft bildet derselbe Frank die dritte person auf entbant (wie in einer gleich folgenden stelle weiszt) und den inf. auf entbannen: es ist kein teufelskind oder unglaubiger, der sich den zoren überwinden läszt ausz neidischem herzen, das er sein bruͦder gern in einem löffel ertrenkt und entbant (misgönnt), das ihm die sonn scheint. paradoxa 83ᵃ; und haltens für ein grosze thorheit, das man küwe und ros etwa umb gelt zuͦbringt, und disz guͦt, so er nit zuͦ brauchen weiszt, ausz eigner lieb andern will aufhalten, verlegen und entbannen (misgönnen). weltb. 84ᵇ. s. empan sp. 420 und entgunden, engunden bei Diefenbach 306ᶜ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 491, Z. 39.

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Zitationshilfe
„entban“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entban>, abgerufen am 28.10.2021.

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