Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entblumen, entblümen

entblumen, entblümen,
privare floribus:
die blüten, die sie rühmt
als unverwelklich laub, solln augenblicks entblühmt,
welk, dürr und fleckicht sein.
Lohenstein Ibrah. 67, 508;
denn wann der herbst das feld entblümt.
Uhlands ged. 203;
diese gärten nun entblättert, nun entblumt.
Platen 72.
galt schon mhd. für deflorare virginem (vgl. 2, 159):
als ob sie leidic wære,
daʒ ir enblüemet was der lîp.
tr. kr. 17059;
nhd. entblumen ein jungfrau, im deutschen Terenz von 1499 bl. 9ᵃ; der mit sünden enpluemet hat seinen magtum. gesta Rom. K. s. 45;
wann vor sein geiler leib durch unzucht hat entblühmt
was jetzt sein schnöder mund liebkosend an mir rühmt.
Haugwitz Soliman 1, 568;
was weisz dein trotz für blumen nun zu rühmen,
wenn mächtige dich mit gewalt entblümen?
Lohenst. Ibrah. 50, 672,
vielleicht fällt auch 67, 508 hierher.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 501, Z. 31.

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Zitationshilfe
„entblümen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entbl%C3%BCmen>, abgerufen am 20.10.2021.

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