Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entehren

entehren,
1)
dedecorare, polluere. ahd. intêrên O. III. 19, 14. IV. 30, 2. mhd. entêren, nnl. onteeren:
wan werstu von nature
rein, lauter, clar und pure,
so wurt niemant vermeiligt,
enteret und entheiligt
von dir.
meisterges. f. 23 nᵒ 84;
wan umb ewertwillen werent wir beinach all entert worden. Aimon s 4ᵃ;
so wird man sehen deine feind,
und denen wir verhasset seind,
durch gottes grim entehret.
Weckherlin 84;
der hagel sein feld nicht entehret.
414;
wir achten einen freien muthgen tod
anständiger als ein entehrtes leben.
Schiller 404ᵇ;
entehrende strafe, die den verlust der bürgerlichen ehre nach sich zieht; entehrende zumuthung.
2)
frauen entehren, schänden, violare, vocab. theut. 1482 g 4ᵇ: den boten, der sie also schenden, enteren und verfüren will, von ir austreibt. Keisersb. christl. künigin ee 6ᵇ;
da Meurabs frau vom chach in Meurabs angesicht
so freventlich entehrt.
Gryphius 1, 110.
3)
sich entehren. mhd. wilt entêren dich an mir. MS. 1, 85ᵇ. er entehrte sich durch seine wortbrüchigkeit. s. unehren, verunehren.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 509, Z. 78.

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Zitationshilfe
„entehren“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entehren>, abgerufen am 23.10.2021.

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