Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

enterben

enterben,
exheredare, mhd. enterben (wb. 1, 441ᵃ), nnl. onterven, schw. göra arflös. mit gen. der sache:
künge, grâven, herzogen,
daʒ die dâ huobe enterbet sint.
Parz. 5, 19;
sëlher fröide enterbe ich mich.
MS. 1, 203ᵃ;
will ers alles nehmen, grund und boden, und ihn der grafeschaft enterben. Luthers br. 5, 453;
sich die blütlein nieder senken,
die das wetter hat enterbt.
Spee trutzn. 262;
er nehme denn mein herz, dasz es vor seines sterbe,
wie es zu sterben wüntscht, und seines schick er mir,
damit es ja der tod des lebens nicht enterbe.
Gryphius verl. gespenst s. 4;
der enkel unsrer könige musz irren
enterbt und flüchtig durch sein eignes reich.
Schiller 448ᵃ;
was hat meine liebe entkräftet? was meine seele der unvergleichlichen zufriedenheit deiner tugend enterbet? Butschky kanzl. 211; meine gegenwart ist von der vergangenheit enterbt. J. P. Tit. 5, 88. bergmännisch, einen stollen enterben. Gätzschmann s. 24.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 512, Z. 4.

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Zitationshilfe
„enterben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/enterben>, abgerufen am 21.10.2021.

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