Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

enterisch

enterisch,
insolitus, mirus, monstruosus, unheimlich, ungeheuer, ein nur in Baiern, Österreich und Schlesien fortlebendes, in der Schweiz, in Schwaben nicht vorkommendes wort: mir ist so enterisch, ich bin nicht gsotten und nicht braten = mir ist nicht recht, nicht just, nicht geheuer. Schmeller 1, 77; wies (dMali) beim thürl drauszen war, so is mir alleweil was abgangen, es is mir völli entrisch worden. Hans Jörgel 9, 29; da kamen die todtengräber, trugen die mutter fort und dem knaben kam es jetzt so leer und enterisch vor in dem hause. Zingerle Tirols volksdichtungen 2, 339; Weinhold 17ᵇ verzeichnet das schlesische entersch, bei Frommann 5, 465. 473 steht es aus Mähren und Deutschböhmen. es ist nichts anders als das ahd. antrisc, entrisc antiquus (Graff 1, 387), mit dem begrif des alten verband sich der des veralteten, ungewöhnlichen, seltsamen. in Karajans denkm. 23, 4
ein tiefir charchære
der stuont alle wîle lære,
des habeten entrische loute vergëʒʒen,
den hatten die ehmaligen, alten bewohner vergessen, offen stehen lassen. vgl. mythol. 491.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 512, Z. 46.

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Zitationshilfe
„enterisch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/enterisch>, abgerufen am 21.10.2021.

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