Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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entfärben

entfärben,
1)
mutare colorem, nnl. ontverwen, erbleichen sowol als erröthen: ein tugenthafter mensch wirt nit entferbet im angesicht. Keisersberg seelenparad. 97ᵇ; nu waren die vier gebrueder so gänzlich entferbt und verwandelt, das, wer sie vor gesehen het, dem werent sie itzt unerkent gewest. Aimon g 4ᵇ; ich siehe wol, wir seint verraten, dann ich sehen euch ewer angesicht entferben. n 1ᵇ; der ritter von groszen freuden aller in seim angesicht entferben (intransitiv? oder druckf. für sich entf.?) thet. buch der liebe 243, 2; do fragt er in, ob er auch mit ir geschimpfet hett und hett ir ain streich auf den rucken geben? do ward er entferbt (erröthete er). Keisersberg has im pf. Aa 5ᵈ;
wie habt ihr euch so thun entferben?
Ayrer 336ᵃ;
die tage sind nicht weit,
da dein entfärbtes haar die freiheit prophezeit.
J. E. Schlegel 1, 152;
und die priester hörten des schreckens worte den boten
sagen und standen entfärbt.
Messias 6, 131;
so hausen die octoberweste!
fürwahr es ist bejammernswerth,
wie sie in meinem heiligthume
geschaltet, alles umgekehrt,
entfärbt, zerknickt, versengt, zerstört.
Wieland 9, 154;
wie bedaur ich dich, o silfe,
dasz du kamst in unsern herbst,
wo am nassen, welken schilfe
du den zarten schmelz entfärbst.
Rückert 417;
seine entfärbten wünsche. J. P. Hesp. 2, 242; Klotilde kehrte sich um und erblickte ein entfärbtes angesicht. 3, 87.
2)
sich entfärben: da entferbet sich der könig und seine gedanken erschreckten ihn, das im die lenden schutterten und die beine zitterten. Dan. 5, 6; entferbe dich nicht also. 5, 10; denn man sahe es im an, weil er sich so im angesicht entferbet hatte, das er in groszen engsten war. 2 Macc. 3, 16; ist zu verwundern das sich Pfefferkorn nicht empferwet noch schemet. Reuchlin augensp. 35ᵇ; so bald die herzogin seiner ansichtig ward, ir angesicht vor freuden sich entferbt. Galmy 83; dasz sie sich im angesicht entfärbte wie ein glüende kol. Simpl. vogelnest 1, 3; o du verfluchtes teufelsgift, dasz du dich nicht entferbet hast den allerhöchsten ehrenkönig zu lästern! Albrechts fluchabc. s. 141; beschützt durch feuste, die sich nicht entfärben (die nicht erröthen). Butschky Patm. 730;
da wendet
Israels engel sein angesicht weg, erzittert, entfärbt sich.
Messias 7, 789;
du schwebst gekreuzigt, dich entfärbend,
voll wunden, sterbend!
Klopstock 7, 192;
fragte ihn zum exempel der sultan etwas, das ihm unbekannt war, so stutzte er, entfärbte sich, öfnete den mund und staunte, als ob er sich darauf besänne. Wieland 6, 41; der kalender merkte nun auf einmal, dasz er sich vergessen hatte und entfärbte sich ein wenig. 8, 233; du entfärbst dich, Bella, du lügst. Schiller 145ᵃ;
ich entfärbe jetzt mich nicht,
seh ich dir ins angesicht.
Gotter 1, 206;
und immer sind weiter die jahre gerückt,
der mantel entfärbt sich, der mantel zerstückt,
er könnte sie länger nicht fassen.
Göthe 3, 4;
die drei lieben menschen haben geeilt und ihn (den ersten pfingsttag) genossen, eh er sich entfärbte. J. P. Hesp. 3, 194; ach vor der seele, vor welcher der morgenthau der ideale sich zum grauen kalten landregen entfärbet hat ... bleibst du, erquickende natur, treu und tröstend stehen. Tit. 1, 14.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 516, Z. 3.

entfärbt

entfärbt,
decolor. beispiele unter entfärben.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 516, Z. 66.

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Zitationshilfe
„entfärben“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entf%C3%A4rben>, abgerufen am 18.10.2021.

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