Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

entfliegen

entfliegen,
evolare, nnl. ontvliegen, allgemeiner als ausfliegen, das bestimmt auf die entfernung von innen geht: der vogel entfliegt dem nest, dem baum, der hand; die nachtigall entflog ihren verfolgern; der pfeil entfliegt dem bogen;
und irem bubennetz entflogen.
Waldis 287ᵇ;
guotwillig sind wir und bereit,
kein einigs wort sol uns entfliegen,
old unser dächtnus muest uns triegen.
trag. Joh. E 1;
aber die seel aus den gliedern entflog in die tiefe des Aïs.
Il. 22, 362;
ihr entflog im hastigen lauf der pantoffel.
Voss;
zugleich entflogen die lanzen
beider händen.
Bürger 229ᵃ;
pfeilschnell ist das jetzt entflogen.
Schiller 88ᵇ;
da ich ihr (der welt) so früh entflog.
Gökingk 2, 156;
zurück du kühner wunsch! du darfst noch nicht entfliegen.
3, 151;
der bleiche marmorkörper schien nur das bild zu sein, das am grabmal der entflognen seele steht. J. P. Hesp. 2, 197; siehe, da trieb ein kleines wehen die entfliegenden laute heiszer und näher an ihr herz. 3, 239; wie behend entflog sie aus der marterkammer. Tit. 3, 153; das alte doppelseitige verkennen der entflogenen groszen seele. aesth. 3, 153.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1859), Bd. III (1862), Sp. 519, Z. 61.

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Zitationshilfe
„entfliegen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/entfliegen>, abgerufen am 28.10.2021.

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